{"id":1207,"date":"2020-01-15T11:14:47","date_gmt":"2020-01-15T11:14:47","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207"},"modified":"2026-01-16T06:35:22","modified_gmt":"2026-01-16T06:35:22","slug":"schutz-von-arten-im-interessenkonflikt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207","title":{"rendered":"Schutz von Arten im Interessenkonflikt"},"content":{"rendered":"\n<p>Publiziert 2020, Erg\u00e4nzungen 2023 (u.a. zu Fischotter, Wildschwein)<\/p>\n\n\n\n<p>Beitragsbild: Das <strong>Reh<\/strong> steht stellvertretend f\u00fcr die gro\u00dfen Pflanzenfresser, die in unserem durch Nutzendenken gepr\u00e4gten Umgang mit der Natur insbesondere von Seiten der Forstwirtschaft als Waldsch\u00e4dlinge ausgegrenzt werden. Rehe geh\u00f6ren daher wie ihre gro\u00dfen Verwandte, die Rothirsche, und wie die zuwandernden Elche oder neuerdings selbst der Wisent zu den Arten im Interessenkonflikt. Weitere Gedanken und ein klarer Einspruch zur Abstempelung von Pflanzenfressern, gerade der Rehe als &#8222;Forstsch\u00e4dlinge&#8220; auf der Seite zu <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=566\">Naturschutz und W\u00e4lder<\/a>. Foto: Wolfgang Epple<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"673\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dia-04041-1-1024x673.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3980\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dia-04041-1-1024x673.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dia-04041-1-300x197.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dia-04041-1-768x505.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dia-04041-1-1536x1009.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dia-04041-1-2048x1346.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bild: Der <strong>Wolf <\/strong>ist unter den gro\u00dfen S\u00e4ugetieren unserer Heimat das Beispiel par excellence f\u00fcr die Arten, die im Konflikt mit menschlichen Interessen stehen. Foto: Wolfgang Epple. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Wolf gleich nach einem als &#8222;Waldsch\u00e4dling&#8220; gebrandmarkten Wildtier an den Beginn dieser Seite genommen wird, soll Sie als Leser nicht provozieren. Vielmehr soll daran erinnert werden: Der Wolf ist nat\u00fcrlicher Gegenspieler der gro\u00dfen Huftiere Rothirsch, Wildschwein, Reh. <\/p>\n\n\n\n<p>Noch entscheidender f\u00fcr diese Wahl: Der Wolf ist eines der faszinierendsten Wildtiere der Erde \u00fcberhaupt. Ihn verbindet auf der n\u00f6rdlichen Halbkugel der Erde eine lange, sehr ambivalente gemeinsame Geschichte mit dem Menschen. Der Wolf steht geradezu klassisch als Symbol f\u00fcr die Herausforderung an uns Menschen, gerade mit \u201eunliebsamen\u201c, klugen und anspruchsvollen Wildtieren im Sinne eines <em><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=2434\"><strong>Mitseins in der Natur<\/strong><\/a><\/em> fair umzugehen. Der Wolf k\u00f6nnte durch direkte Verfolgung in Deutschland und in anderen Gebieten der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re, in die er Jahrzehnte nach der  Ausrottung zur\u00fcckgekehrt ist, sehr wohl wieder ausgerottet werden. Leider gerade in Deutschland wird in einigen Regionen am &#8222;Verschwinden&#8220; der W\u00f6lfe wieder gearbeitet, nach der Devise der Wolfshasser: Schie\u00dfen, Schaufeln, Schweigen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"304\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Bildschirmfoto-2021-04-14-um-08.30.53-1024x304.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3914\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Bildschirmfoto-2021-04-14-um-08.30.53-1024x304.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Bildschirmfoto-2021-04-14-um-08.30.53-300x89.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Bildschirmfoto-2021-04-14-um-08.30.53-768x228.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Bildschirmfoto-2021-04-14-um-08.30.53-1536x455.png 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Bildschirmfoto-2021-04-14-um-08.30.53.png 1950w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gegenw\u00e4rtige grobe Situation der Verbreitung des Wolfes auf der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re. Stand 2018. Gr\u00fcne Fl\u00e4chen: W\u00f6lfe pr\u00e4sent. Rote Fl\u00e4chen: W\u00f6lfe ausgerottet.Quelle: Mariomassone &#8211; Eigenes Werk, [1], Gemeinfrei, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolf#\/media\/Datei:Grey_wolf_distribution_with_subdivisions.PNG\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolf#\/media\/Datei:Grey_wolf_distribution_with_subdivisions.PNG<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/www.lcie.org\/Largecarnivores\/Wolf.aspx\">aktuelle Verbreitungskarte des Wolfs (und anderer Gro\u00df-Karnivoren wie B\u00e4r, Luchs, Goldschakal und Vielfra\u00df) f\u00fcr Europa findet sich bei der Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE).<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolf\">Europa<\/a> und <a href=\"https:\/\/forcechange.com\/educational-series-persecuted-wild-wolves-need-our-help-to-survive\/\">Nordamerika <\/a>gleichen sich die Geschichte und die Vorg\u00e4nge in der Mensch-Wolf-Beziehung: Ausrottung aus vielen angestammten Arealen, beginnendes Umdenken in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, gelungene R\u00fcckkehr in einigen Teilgebieten mit R\u00fcckkehr auch der alten Probleme, die sich rund um die Weidetierhaltung und das Konkurrenzdenken einiger J\u00e4ger ergeben, und deshalb leider auch Wiederkehr des alten Hasses gegen die Vorfahren unserer Haushunde&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/09\/27\/14\/54\/wolf-2792299_960_720.jpg\" alt=\"Wolf, Mexikanischer, Tierwelt, Wild, Natur, Hund\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der <strong>Mexikanische Wolf<\/strong> steht stellvertretend f\u00fcr den Ausrottungsfeldzug gegen W\u00f6lfe in Nordamerika. Die dramatische Ausrottungsgeschichte \u00e4hnelt der in Europa. Foto: Steve Felberg, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/wolf-mexikanischer-tierwelt-wild-2792299\/\">Pixabay<\/a>. Auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten war der Wolf zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mexikanischer_Wolf\">Bem\u00fchungen zum Erhalt dieser mexikanischen Wolfsunterart, auch durch Aufbau einer Gefangenschafts-Zucht, dauern bis heute an und sind von R\u00fcckschl\u00e4gen insbesondere durch illegale Jagd gekennzeichnet.<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Kernfrage: Das Existenzrecht der Wildtiere<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Letztlich ist das <em><strong>Existenzrecht<\/strong><\/em> vieler Wildtierarten der tieferliegende Gegenstand der Mensch-Wildtier-Konflikte (siehe&nbsp;<a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=3937\">Epple 2019)<\/a>.&nbsp;Und wie sich weltweit zeigt, kommen uns die Wildtiere in einer zunehmend vom Menschen beanspruchten Welt zwangsl\u00e4ufig n\u00e4her, dies nicht nur im Rahmen der schon immer im Gange befindlichen <strong><em>Kulturfolge<\/em><\/strong> vieler Arten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist keine Frage: Ganzheitlicher Naturschutz und die ihn begr\u00fcndende Ethik verlangt Antworten auf die Fragen, wie wir mit konkurrierenden, &#8222;l\u00e4stigen&#8220;, &#8222;gef\u00e4hrlichen&#8220;, selbst mit uns bedrohenden Spezies umgehen. Der Interessenkonflikt zwischen Mensch und Natur ist so alt wie es Menschen auf der Erde gibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dfer Frage steht, dass wir Menschen ein Notwehrrecht haben: Selbstverst\u00e4ndlich darf die Menschheit sich gegen Krankheitserreger und Krankheits\u00fcbertr\u00e4ger oder Zwischenwirte wehren. &#8222;Ausrottungsfeldz\u00fcge&#8220; gegen Malaria, Masern, Pest oder Pocken, Zeckenabwehr wegen Borreliose und FSME, Schutz des Getreides gegen das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mutterkorn\">Mutterkorn<\/a>, Maisz\u00fcnsler usw. usf&#8230;Die Liste von &#8222;Sch\u00e4dlingen&#8220; kann kaum vollst\u00e4ndig aufgef\u00fchrt werden. Ebenso geh\u00f6rt zum Notwehrrecht der Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen oder Nutztieren. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus ethischem Standpunkt des <em>Mitseins mit der Natur <\/em>aber stehen Mittel und Wege zur Konfliktl\u00f6sung oder doch mindestens Abmilderung im Focus, die nicht in Gewalt gegen die wehrlose Kreatur m\u00fcnden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das gerechte Teilen der Erde mit anderen Spezies ist kein reines Vergn\u00fcgen und keine Veranstaltung, in der es nur um Barmherzigkeit geht. Denn die Natur ist von sich aus nicht &#8222;barmherzig&#8220;, sondern sie ist gewisserma\u00dfen gegen\u00fcber ihren eigenen Werten gleichg\u00fcltig. <a href=\"https:\/\/core.ac.uk\/download\/pdf\/14520106.pdf\">Nicht gleichg\u00fcltig sind die individuellen Lebewesen gegen\u00fcber  ihrer eigenen Existenz, die durch eine immer deutlichere individuelle Annahme des eigenen Wertes entlang des sich im Laufe der Evolution immer weiter entfaltenden Bewusstseins gepr\u00e4gt ist. Nicht ohne Grund sorgen Tiereltern f\u00fcr ihre Nachkommen, schon eine Ameise versucht bei Ber\u00fchrung zu fl\u00fcchten, und nicht ohne Grund rennt ein verfolgter Fuchs oder Wolf um sein Leben&#8230;Trotz und gerade wegen des vom Menschen erkannten Evolutionsgeschehens auf der Erde ist eine Entwicklung des Menschen hin zur barmherzigen Weltsicht Voraussetzung f\u00fcr ganzheitlichen Naturschutz:<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Denn f\u00fcr die Zukunft des Stroms des Lebendigen auf der Erde, der Evolution, hat <a href=\"https:\/\/core.ac.uk\/download\/pdf\/14520106.pdf\">der wertetheoretisch und verantwortungsethisch sondergestellte Mensch die Schl\u00fcssel in der Hand: Es ist die Dichotomie von Macht und Verantwortung. <\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/gefaehrdung\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/FuchsFeb2012versand-1024x680.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1349\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/FuchsFeb2012versand-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/FuchsFeb2012versand-300x199.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/FuchsFeb2012versand-768x510.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/FuchsFeb2012versand-700x465.jpg 700w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/FuchsFeb2012versand.jpg 1072w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong> Rotfuchs<\/strong>. Foto: Wolfgang Epple. Der Fuchs ist kein seltenes Tier, und hat doch im Sinne des hier vertretenen ganzheitlichen Naturschutzes ein<em> individuelles Lebensrecht<\/em>. Das Bild entstand im Februar 2012 am damaligen Wohnsitz im mittleren Schwarzwald. F\u00fcchse sind von Natur aus nacht-und tagaktiv, und sie scheuen die N\u00e4he des Menschen nicht. Dieser Fuchs bezahlte seine Tagaktivit\u00e4t und Unbek\u00fcmmertheit wenige Tage nach Entstehen des Fotos mit dem Leben: Er gelangte an einem Sonntagvormittag in die N\u00e4he einer Streusiedlung. Die Anwohner verst\u00e4ndigten den Jagdp\u00e4chter, der Schritt zur Tat&#8230;Das Tier hatte keine Tollwut&#8230;(h\u00e4ufig vorgegebener Abschussgrund, wenn F\u00fcchse am Tage auffallen,  bis heute). <br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"740\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Fuchs_Dollart_Salzwiese_25Aug2017-1024x740.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6520\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Fuchs_Dollart_Salzwiese_25Aug2017-1024x740.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Fuchs_Dollart_Salzwiese_25Aug2017-300x217.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Fuchs_Dollart_Salzwiese_25Aug2017-768x555.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Fuchs_Dollart_Salzwiese_25Aug2017-1536x1110.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Fuchs_Dollart_Salzwiese_25Aug2017-2048x1479.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Rotfuchs<\/strong>. Foto: Eilert Voss. Seine unbestreitbare <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">Sch\u00f6nheit<\/a> hilft dem Fuchs im Gegensatz zu vielen anderen &#8222;sch\u00f6nen&#8220; Wildtieren, mit denen f\u00fcr den Naturschutz geworben wird, offensichtlich nur wenig: Pauschal zu (Jagd-)&#8220;Sch\u00e4dlingen&#8220; erkl\u00e4rt, werden <a href=\"https:\/\/www.jagdverband.de\/node\/3304\">j\u00e4hrlich in Deutschland mehr als 400.000 F\u00fcchse get\u00f6tet<\/a>, und es stellt sich die Frage, welche Begr\u00fcndung angesichts der vielf\u00e4ltigen Rolle des Fuchses in den Lebensgemeinschaften f\u00fcr dieses fl\u00e4chendeckende Massaker hinreicht. Wie beim Schutz der Rabenv\u00f6gel und bei vielen Singvogelarten ist dies nachdenkenswert:<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=3716\"><strong>Weshalb sollen nicht seltene Arten eigentlich vor genereller Verfolgung gesch\u00fctzt werden (vgl. Epple 1996)? <\/strong>Warum ist denn das Rotkehlchen gesch\u00fctzt ? Es ist doch sehr h\u00e4ufig! Was spricht dagegen, es auf Leimruten zu fangen, zu t\u00f6ten, und anschlie\u00dfend auf dem Spie\u00df zu braten (fr\u00fcher g\u00e4ngige Praxis auch in Mitteleuropa und bis heute rund ums Mittelmeer)?<\/a> Wir werden mit diesen Fragen zur\u00fcckgeworfen auf die <em>Ergr\u00fcndung des grunds\u00e4tzlichen individuellen Lebensrechtes von Wildtieren<\/em>, das auch Gegenstand des h\u00f6herrangigen europ\u00e4ischen Naturschutzrechtes ist.<br>Ausdr\u00fccklich bedeutet der Hinweis auf das individuelle Lebensrecht nicht, dass nicht im Rahmen von wissenschaftlich fundiertem Artenausgleich der Fuchs wie andere Tierarten sehr wohl einem gezielten Management unterliegen kann. Dies aber ist nicht gleichbedeutend mit der Stigmatisierung einer Tierart als &#8222;Sch\u00e4dling&#8220; oder gar &#8222;Pest&#8220;, und kein Freibrief f\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende Verfolgung oder generelle Vernichtung der Individuen einer Spezies. Solche Fallkonstellationen gibt es f\u00fcr den Rotfuchs z.B. beim <a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/gefaehrdung\/\"><strong>Schutz der Gro\u00dftrappe<\/strong><\/a>, um eine besonders eindrucksvolle Art herauszugreifen, deren Bestandssituation ein Augenmerk auf<strong> Pr\u00e4dation<\/strong>, also auf die Beziehung zu den Fressfeinden erfordert.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/badger-5020426_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6523\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/badger-5020426_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/badger-5020426_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/badger-5020426_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/badger-5020426_1920-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/badger-5020426_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Familie der Marder, zu denen auch die Wiesel, der Fischotter (s.u.), Vielfra\u00df und der <strong>Dachs <\/strong>(siehe Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/photos\/badger-forest-nature-eve-cub-5020426\/\" title=\"\">Pixabay<\/a><strong>) <\/strong>geh\u00f6ren, ist in Deutschland nach wie vor einem \u00f6kologisch und ethisch fragw\u00fcrdigen Verfolgungsdruck durch die Jagd ausgesetzt. J\u00e4hrlich werden in Deutschland ca. 85.000 Dachse, knapp 8000 Baummarder, fast 50.000 Steinmarder, etwa 8000 Iltisse und zwischen 3000 und 4000 &#8222;Wiesel&#8220; get\u00f6tet. Die<a href=\"https:\/\/www.jagdverband.de\/sites\/default\/files\/2023-03\/2023-02_Infografik_Jahresjagdstrecke_2021_2022.jpg\" title=\"\"> <strong>Jagdstatistik des DJV<\/strong><\/a> (Deutscher Jagdverband) unterscheidet nicht zwischen Hermelin und Mauswiesel. Letztlich ist der Hass gegen Beutegreifer  leider noch immer ein weit verbreitetes Motiv, nicht nur in der J\u00e4gerschaft. Siehe unten den Beitrag zum Fischotter.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Interessen der Menschen kollidieren in vielf\u00e4ltiger Weise mit denen anderer Spezies. Gehen wir im System der Biologie nach der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Scala_Naturae\">Scala naturae<\/a> und lassen wir ein, dass &#8222;H\u00f6herentwicklung&#8220; kein wertender, sondern ein feststellender Begriff ist, wird dennoch klar, dass die Herausforderung des gerechten Teilens der Erde mit anderen Lebewesen am sinnf\u00e4lligsten durch das &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leitart\">Leitarten<\/a>\/<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zielart\">Zielarten<\/a>-Prinzip&#8220; erkl\u00e4rt  werden kann. Vereinfacht gesagt: Sch\u00fctzen wir Leitarten, erfassen wir dabei ganze Lebensgemeinschaften. Zu <a href=\"http:\/\/www.naturtipps.com\/zielartenkonzepte.html\">weiteren Definitionen <\/a>siehe hier.<\/p>\n\n\n\n<p>Leitarten sind gleichzeitig als &#8222;Flaggschiffe&#8220; oft (nicht immer) auch gro\u00dfe, auff\u00e4llige und oft auch &#8222;attraktive&#8220; Arten; oft stehen sie auch weit oben oder gar am Ende der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nahrungskette\">Nahrungsketten<\/a> der Lebensgemeinschaften, die sie repr\u00e4sentieren, und sie haben als &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schl\u00fcsselart\">Schl\u00fcsselarten<\/a>&#8220; entsprechenden Einfluss auf die Lebensgemeinschaften. Daher sind es h\u00e4ufig relativ gro\u00dfe Beutegreifer, die f\u00fcr ganze Lebensgemeinschaften stehen, und die in Konflikt mit menschlichen Nutzungsinteressen geraten. Der Schwarzspecht repr\u00e4sentiert in Deutschland das  Altholz, also die Reifephase der W\u00e4lder, der Amurtiger repr\u00e4sentiert die letzten gro\u00dfen zusammenh\u00e4ngenden Waldgebiete der ostsibirischen Taiga, der Bengaltiger ist Flaggschiff f\u00fcr den Artenschutz in Indien, der Jaguar steht in S\u00fcdamerika f\u00fcr umfassenden Artenschutz&#8230;. <a href=\"https:\/\/www.anl.bayern.de\/publikationen\/spezialbeitraege\/doc\/lsb1998_08_gesamtheft.pdf\">Leitarten und Zielarten sind f\u00fcr die Naturschutzpraxis von gro\u00dfer Bedeutung, und sie  gibt es in allen Bereichen der biologischen Systematik.<\/a>..Das gilt bis hinunter zu den kleinsten Lebensformen. Speziell viel diskutiert werden Leitarten etwa im Bereich der Insekten, die gleichzeitig von enormer Bedeutung f\u00fcr den Naturhaushalt sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Direkte und augenf\u00e4llige Interessenskonflikte erleben die Menschen mit den noch verbliebenen relativ gro\u00dfen Tierarten: Diese Arten haben oft gro\u00dfe und spezielle Lebensraumanspr\u00fcche. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/news\/biodiversity-the-ravages-of-guns-nets-and-bulldozers-1.20381\">Die Menschheit macht vor allen Dingen diesen gr\u00f6\u00dferen Tierarten, die h\u00e4ufig schon auf den &#8222;Roten Listen&#8220; stehen, und ihren Lebensr\u00e4umen auf der Erde durch Landnahme und direkte Verfolgung &#8222;Konkurrenz&#8220;.<\/a> Je raumgreifender einerseits und\/oder je spezieller die Anspr\u00fcche der von menschlichem Einfluss und menschlicher Landnahme betroffenen  Arten sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist das Konfliktpotenzial, und umso gr\u00f6\u00dfer die Gefahr des Verdr\u00e4ngens und Ausrottens der Spezies durch den Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es er\u00f6ffnet sich ein riesiges Handlungsfeld unterschiedlichster Anforderungen an den Menschen, wenn wir grunds\u00e4tzlich entscheiden, dass es auch zuk\u00fcnftig gro\u00dfe S\u00e4ugetierarten, Vogelarten, Reptilien usw. in f\u00fcr eine evolution\u00e4re Zukunft gen\u00fcgend gro\u00dfen Lebensr\u00e4umen und gen\u00fcgend gro\u00dfer genetischer Vielfalt auf der Erde geben soll. <\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen und spektakul\u00e4ren Arten sind als Schl\u00fcssel- oder Leitarten oft auch Platzhalter f\u00fcr das gesamte angeschlossene \u00d6kosystem, von dem sie abh\u00e4ngen, in dem sie ihre Habitate besetzen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich vertrete hier im Rahmen eines ganzheitlichen Naturschutzes einen Ansatz, der im jeweiligen Einzelfall und im Gesamten fordert, dass wir Menschen zu Gunsten anderer Arten und f\u00fcr eine gerechte Teilung des Planeten Verzicht und Z\u00fcgelung unserer Aktivit\u00e4ten lernen m\u00fcssen.<\/strong> Die Frage der <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">gerechten Teilung der Erde<\/a> bezieht eine angemessene L\u00f6sung von Konflikten mit ein, die in aller Regel unblutig sein kann, und die T\u00f6tung (&#8222;Entnahme&#8220;) als ultima ratio vorsieht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Frage ist: Betreiben wir eine Front in einem Krieg gegen die Natur, oder<a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\"> k\u00f6nnen wir uns einer andere Form des Miteinanders, des Mitseins mit der au\u00dfermenschlichen Natur n\u00e4hern<\/a>?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade dann, wenn die Lebensanspr\u00fcche der Arten mit Interessen des Menschen kollidieren, entsteht die Nagelprobe f\u00fcr den ganzheitlichen Naturschutz. <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/\">Geschontes Leben, offenbartes Leben&#8230;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Arten im Interessenkonflikt sind bis heute trotz &#8222;gestiegenem Umweltbewusstsein&#8220; und inmitten eines &#8222;gr\u00fcnen&#8220; Zeitgeistes weiterhin Gegenstand von Hass und sowohl legaler (gleichwohl illegitimer) oder<strong><a href=\"https:\/\/www.tatort-natur.de\"> illegaler Verfolgung<\/a>.<\/strong> In Deutschland betrifft dies Arten wie Luchs und Wolf, und noch immer sind <a href=\"http:\/\/www.greifvogelverfolgung.de\/\">Greifv\u00f6gel im Brennpunkt und Gegenstand von Hass und Verfolgung<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"691\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Greifvogelhass1-691x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-577\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Greifvogelhass1-691x1024.jpg 691w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Greifvogelhass1-203x300.jpg 203w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Greifvogelhass1-768x1137.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Greifvogelhass1.jpg 948w\" sizes=\"(max-width: 691px) 100vw, 691px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nicht nur <a href=\"http:\/\/www.greifvogelverfolgung.de\/content\/aushorstungen\">Gift, Abschuss, F\u00e4llen von Horstb\u00e4umen <\/a>sind Methoden der <strong>Verfolgung von Greifv\u00f6geln<\/strong>. Dieser <strong>Habicht<\/strong> geriet an einer H\u00fchnerhaltung in eine Falle und musste kl\u00e4glich mit zertr\u00fcmmerten F\u00e4ngen in einem tagelangen Todeskampf verenden. Foto: Wolfgang Epple. Laut der <a href=\"http:\/\/www.greifvogelverfolgung.de\/\">Erfassungs und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalit\u00e4t<\/a> <em><strong>ist <\/strong><\/em><strong><em>die Greifvogelverfolgung insbesondere in Nordrhein-Westfalen (NRW), Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern bis heute an der Tagesordnung.<\/em><\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"688\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.17-1024x688.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5867\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.17-1024x688.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.17-300x202.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.17-768x516.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.17-1536x1032.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.17.jpg 1941w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Pr\u00e4dation <\/strong>&#8211; die Erbeutung eines Individuums einer Spezies durch ein oder mehrere Individuen einer Beutegreifer-Spezies ist wesentlicher Teil des Evolutionsgeschehens. Eine v\u00f6llig fehlgehende moralische Wertung der Vorg\u00e4nge in der Natur hat den gro\u00dfen, sichtbaren Beutegreifern die Rolle des B\u00f6sen (Stichworte: Wolf frisst Hirschkalb, Elster erbeutet andere Singv\u00f6gel&#8230;) und Sch\u00e4dlings zugewiesen. <br>Dieses Turmfalken-Weibchen hat mit der Erbeutung eines kleinen Nagers nicht mehr und nicht weniger als seine &#8222;Rolle&#8220; im Ganzen des \u00d6kosystems erfolgreich ausgef\u00fcllt. Im Gegensatz zur sinnlosen, existenziell nicht notwendigen T\u00f6tung anderer Spezies durch den Menschen ist f\u00fcr den T\u00f6tungsakt in der Natur kein moralischer Ma\u00dfstab anwendbar.  Foto: Brita Heck<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Folgenden werden einige Arten oder Artengruppen herausgegriffen, die uns im Konflikt mit menschlichen Interessen begegnen. Es wird sich zeigen, dass und wie menschliche Maximalforderungen mit dem ganzheitlichen Naturschutz kollidieren, und dass uns diese Konflikte immer wieder auf die Ethik zur\u00fcckverweisen: <strong>Was ist uns Menschen erlaubt im Umgang mit dem Leben?<\/strong> Wie k\u00f6nnen wir das Leben auch unliebsamer, ja selbst &#8222;gef\u00e4hrlicher&#8220; Arten, etwa gro\u00dfer Raubtiere oder Pflanzenfresser schonen? Respektieren wir ihr Lebensrecht?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Arten im Interessenkonflikt: Weltweit ein bunter Strau\u00df&#8230;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Hier sei die auf der Erde derzeit noch am weitesten verbreitete Gro\u00dfkatze herausgegriffen, als Beispiel f\u00fcr den weltweiten, in diesem Falle gut dokumentierten Sinkflug der Wildtiere:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Leopard &#8211; Verschwinden weltweit, auf leisen Sohlen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Hier soll als erste Art eine der bis heute noch immer am weitesten verbreiteten Gro\u00dfkatzen der Erde Ber\u00fccksichtigung finden. Die <em>noch<\/em> weite Verbreitung des Leopards und die gleichzeitig vielf\u00e4ltigen Tendenzen zum R\u00fcckgang und lokalen Aussterben\/lokaler Ausrottung zeigen beispielhaft die ganze Dramatik um die Zukunft gro\u00dfer Wildtiere der Erde, wie ein <a href=\"https:\/\/peerj.com\/articles\/1974\/\">\u00dcbersichtsstudie von Andrew P. Jacobson et al aus dem Jahre 2016 <\/a>eindringlich offenlegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo der Leopard noch vorkommt, ger\u00e4t er bei Ber\u00fchrung mit Nutzung der Natur durch den Menschen fast immer in Konflikt: Er ist lokal eine Bedrohung f\u00fcr die &#8222;Nutztiere&#8220;, und dort, wo die Landnahme des Menschen in seine angestammten Reviere hinein wuchert, etwa in Mumbay, kann er sogar zur direkten <a href=\"https:\/\/blog.wwf.de\/leoparden-indien\/\">Bedrohung f\u00fcr den Menschen werden. Dies wird insbesondere immer wieder aus Indien berichtet.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Insofern ist die Beziehung Mensch\/Leopard &#8211; \u00e4hnlich wie die zum Tiger &#8211; wenn er &#8222;Menschenfresser&#8220; wird, eine Erinnerung an die<a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/10467404\/fruehmenschen-raubtiere\"> langen Zeiten, in denen unsere Vorfahren selbst als Beute der Raubtiere bedroht waren<\/a>. Die \u00c4ngste vor gro\u00dfen Beutegreifern sind also berechtigte Ur\u00e4ngste des Menschen. Gleichzeitig ist diese Beziehung auch Beleg, dass der Mensch kein Pr\u00e4dator ist, sondern von der nat\u00fcrlichen Stellung im \u00d6kosystem als mittelgro\u00dfer Allesfresser sowohl Beute als auch Erbeuter sein kann. Sogar die Interaktion der gro\u00dfen Katzen kann einen Einfluss haben: Man vermutet, Tiger k\u00f6nnten im Bereich der Reservate (Beispiel <a href=\"https:\/\/www.sariskanationalpark.com\">Sariska<\/a>) Leoparden verdr\u00e4ngen und sie dazu veranlassen, n\u00e4her an dem menschlichen Siedlungen zu jagen, was den Konflikt versch\u00e4rft. Die &#8222;Times of India&#8220; berichtet am 08. Februar 2017: <em>&#8222;Experts said that since the population of tigers have increased in the area has forced the leopards to move towards the villages&#8220;&nbsp;&#8230;&nbsp;<\/em>und geht <a href=\"https:\/\/timesofindia.indiatimes.com\/city\/jaipur\/fear-of-leopard-haunts-sariska-villagers\/articleshow\/57031441.cms\">unaufgeregt auf die Problematik der Bedrohung des Leoparden wegen ihrer schwindenden Lebensr\u00e4ume und Beutetier-Basis in ganz Rajasthan ein<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere kulturelle Entwicklung und die allumfassende Bedrohung gerade der gr\u00f6\u00dferen Spezies auf der Erde stellt uns Menschen ganz grunds\u00e4tzlich vor die Frage, ob wir den gro\u00dfen Beutegreifern mit ihren enormen Lebensraumanspr\u00fcchen eine Zukunft auf der Erde erm\u00f6glichen wollen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2016\/09\/05\/23\/00\/leopard-1647940_960_720.jpg\" alt=\"Leopard, Snow Leopard, Schnee, Winter, Wald, Portr\u00e4t\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Persicher <strong>Leopard<\/strong>, Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/leopard-snow-leopard-schnee-winter-1647940\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2013\/07\/16\/17\/12\/leopard-163035_960_720.jpg\" alt=\"Leopard, Safari, Afrika, Kenya\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Afrikansicher<strong> Leopard<\/strong>. Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/leopard-safari-afrika-kenya-163035\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dfzljdn9uc3pi.cloudfront.net\/2016\/1974\/1\/fig-1-2x.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Figure 1 aus <a href=\"https:\/\/peerj.com\/articles\/1974\/\">Jacobson et al 2016<\/a>. Deutlich zeigt sich an der stark schrumpfenden Verbreitung des Leoparden in Afrika die Tendenz zur Zersplitterung des Areals mit allen bekannten Negativfolgen f\u00fcr die zunehmend isolierten Teilpopulationen. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dfzljdn9uc3pi.cloudfront.net\/2016\/1974\/1\/fig-2-2x.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Figure 2 aus <a href=\"https:\/\/peerj.com\/articles\/1974\/\">Jacobson et al 2016<\/a>. Die  Arealverluste des Leoparden in Asien und dem  mittleren Osten sind ebenfalls dramatisch.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dfzljdn9uc3pi.cloudfront.net\/2016\/1974\/1\/fig-3-2x.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Figure 3 aus <a href=\"https:\/\/peerj.com\/articles\/1974\/\">Jacobson et al 2016<\/a>. In Ostasien ist die Ausrottung des Leoparden am weitesten fortgeschritten. Man beachte das historische, ehemals  geschlossene Verbreitungsgebiet.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bewusst ist das alarmierende Schicksal des Leoparden auf der Erde hier ein wenig ins Detail gehend umrissen. Denn es ist beispielhaft f\u00fcr das Schicksal fast aller gro\u00dfen Wildtiere der Erde, die in Interessenkonflikt mit dem Menschen geraten. Die zitierte beispielhafte \u00dcbersichtsarbeit von <a href=\"https:\/\/peerj.com\/articles\/1974\/\">Jacobson et al (2016)<\/a> weist auf den immensen Wert der Arbeit und Feldforschung von Biologen weltweit an diesen durch den Menschen bedrohten Arten hin. <strong>Niemand wird sagen k\u00f6nnen, wir h\u00e4tten nichts gewusst vom Status und von den Zusammenh\u00e4ngen f\u00fcr das Verschwinden von Wildlife weltweit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Europas und Deutschlands Wildtiere &#8211; keine Entwarnung an vielen Konfliktfronten:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In Europa und speziell im selbsternannten Musterland des Naturschutzes Deutschland ist der Interessenkonflikt mit verschiedensten Wildtieren virulent. Manche Auseinandersetzung um Konfliktarten erinnert an hasserf\u00fcllte Frontstellungen, die offenbar seit Jahrhunderten noch immer nicht \u00fcberwunden sind (s.o.: Wolf). Bevor mit Fingern und \u00fcberheblich auf andere Regionen der Erde gezeigt wird, und wenn notorisch von anderen V\u00f6lkern und Nationen der Schutz ihrer Wildtiere eingefordert wird, sollten in unserem Land etliche Verfolgungspraktiken und eingefleischte Frontstellungen revidiert werden.  Ein ern\u00fcchternder Blick auf einige herausragende Beispiele &#8211; die Liste wird fortgesetzt&#8230;:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>1) Wildg\u00e4nse in Deutschland &#8211; Feuer frei<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Schizophrenie des vermeintlich naturfreundlichen deutschen Publikums (gr\u00fcner Zeitgeist bei zunehmender Naturferne) k\u00f6nnte kaum besser sinnf\u00e4llig werden als im gewaltt\u00e4tigen Umgang mit den Wildg\u00e4nsen: Da str\u00f6mt ein Millionenpublikum in den Neunziger-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den Film <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amy_und_die_Wildg\u00e4nse\">&#8222;Amy und die Wildg\u00e4nse&#8220;<\/a>, und gleichzeitig wird in Deutschland sowohl den bei uns durchziehenden als auch den br\u00fctenden Wildg\u00e4nsen f\u00fcr ihre Nahrungssuche und ihre Habitat-Pr\u00e4ferenzen Hass-Propaganda und zigtausendfaches Abschie\u00dfen zuteil&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wem ist schon bewusst, dass die <a href=\"https:\/\/www.jagdverband.de\/node\/3304\">Jagdstrecke in Deutschland seit Jahren f\u00fcr &#8222;Wildg\u00e4nse&#8220; bei ann\u00e4hernd 100.000 V\u00f6geln<\/a> liegt? Ist eine solche Vogeljagd kein Anlass zu einer ethischen Reflexion &#8211; auch dann, wenn sie nach heutigen Rechtsgrundlagen legal ist? <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"668\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Grauganspaar_mit_Kuken_Ja-r\u00dfum_P\u00fctte_22April2020-1024x668.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2407\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Grauganspaar_mit_Kuken_Ja-r\u00dfum_P\u00fctte_22April2020-1024x668.jpeg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Grauganspaar_mit_Kuken_Ja-r\u00dfum_P\u00fctte_22April2020-300x196.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Grauganspaar_mit_Kuken_Ja-r\u00dfum_P\u00fctte_22April2020-768x501.jpeg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Grauganspaar_mit_Kuken_Ja-r\u00dfum_P\u00fctte_22April2020-1536x1002.jpeg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Grauganspaar_mit_Kuken_Ja-r\u00dfum_P\u00fctte_22April2020-2048x1336.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Junge f\u00fchrende <strong>Graug\u00e4nse<\/strong> Jar\u00dfum\/Emden\/Ostfriesland. Nicht schutzw\u00fcrdig? Foto: Eilert Vo\u00df<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Kann aus einem Land mit dieser  Vogeljagd-Realit\u00e4t auf die <a href=\"https:\/\/www.birdlife.ch\/de\/content\/gemeinsam-gegen-die-wilderei-rund-ums-mittelmeer\">Vogeljagd im Mediterraneum <\/a>mit Fingern gezeigt werden, weil es sich dort (mehrheitlich, aber nicht nur) um &#8222;niedliche&#8220; Singv\u00f6gel handelt, die j\u00e4hrlich zu Millionen gefangen und get\u00f6tet werden?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"442\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-1024x442.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1247\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-1024x442.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-300x129.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-768x331.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-1536x662.png 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-2048x883.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Rastende Wildg\u00e4nse in Nordseen\u00e4he. In diesem Falle sind es <strong>Nonneng\u00e4nse<\/strong> -(mit anderem Namen Wei\u00dfwangeng\u00e4nse). Foto: Eilert Vo\u00df. Die arktischen G\u00e4nse sind \u00fcberall auf der Erde auf Nahrungsfl\u00e4chen w\u00e4hrend ihrer weltweiten Wanderungen angewiesen. Als ob die Umstellung der Fl\u00e4chen mit Windkraftanlagen nicht schon genug w\u00e4re. Es ist ein Skandal ersten Ranges, wenn diese Zugv\u00f6gel in Deutschland wegen angeblicher Sch\u00e4dlichkeit f\u00fcr das Gr\u00fcnland beschossen werden, und ihnen der Lebensraum sogar in EU-Vogelschutzgebieten abgesprochen wird. Schwerpunkt des mit Hilfe der Medien gezielt gesch\u00fcrten Hasses auf Wildg\u00e4nse ist seit Jahren Ostfriesland. <a href=\"https:\/\/www.wattenrat.de\/2020\/01\/07\/landwirtschaft-frontalangriff-auf-gaense-in-ostfriesland\/\">Einzelheiten zu skandal\u00f6sen Vorg\u00e4ngen und Berichterstattungen beim &#8222;Wattenrat e.V.&#8220;<\/a>  Ostfriesland ist nicht nur wegen des <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\">zunehmend fl\u00e4chendeckenden Ausbaus der Windkraft l\u00e4ngst ein Notstandsgebiet in Sachen Naturschutz.<\/a> Auch f\u00fcr andere Arten im Interessenkonflikt, speziell in der Hetze gegen die Rabenv\u00f6gel (s.u.), ist Ostfriesland mit der benachbarten Wesermarsch ein regelrechtes Zentrum des organisierten Hasses  (siehe Epple, Helb &amp; M\u00e4ck 2004, Literaturzitat<a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=15\"> hier<\/a>).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"673\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-1-1024x673.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2393\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-1-1024x673.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-1-300x197.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-1-768x505.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-1-1536x1010.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-1.jpg 1926w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"272\" height=\"397\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.24.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2390\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.24.jpg 272w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.24-206x300.jpg 206w\" sizes=\"(max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"680\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-680x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2392\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-680x1024.jpg 680w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26-199x300.jpg 199w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Bild-08.05.20-um-09.26.jpg 683w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Opfer des Beschusses werden nicht immer gefunden, da sie von Aasfressern, besonders von F\u00fcchsen schnell abger\u00e4umt werden. Die tot aufgefundene <strong>Nonnengans<\/strong> wurde Opfer des Beschusses. Auf dem R\u00f6ntgenbild ist der Knochenbruch durch Schrot zu erkennen. Alle Fotos: Eilert Vo\u00df<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Graugans_erschossen_bei_Treibjagd_-auf_Feldhasen_Jar\u00dfum_19Dez2009-880x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2708\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Graugans_erschossen_bei_Treibjagd_-auf_Feldhasen_Jar\u00dfum_19Dez2009-880x1024.jpg 880w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Graugans_erschossen_bei_Treibjagd_-auf_Feldhasen_Jar\u00dfum_19Dez2009-258x300.jpg 258w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Graugans_erschossen_bei_Treibjagd_-auf_Feldhasen_Jar\u00dfum_19Dez2009-768x894.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Graugans_erschossen_bei_Treibjagd_-auf_Feldhasen_Jar\u00dfum_19Dez2009-1320x1536.jpg 1320w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Graugans_erschossen_bei_Treibjagd_-auf_Feldhasen_Jar\u00dfum_19Dez2009-1759x2048.jpg 1759w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Graugans_erschossen_bei_Treibjagd_-auf_Feldhasen_Jar\u00dfum_19Dez2009.jpg 1798w\" sizes=\"(max-width: 880px) 100vw, 880px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">W\u00e4hrend einer Treibjagd auf Feldhasen erschossene <strong>Graugans<\/strong>. Wirklichkeit im Naturschutz-Musterland&#8230;Foto: Eilert Vo\u00df<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.wattenrat.de\/2016\/11\/29\/gaensejagd-in-ostfriesland-allianz-der-totmacher\/\">Bejagung und\/oder gezielte St\u00f6rung rastender Wildg\u00e4nse im Hinterland der Nordseek\u00fcste<\/a> ist ein Versto\u00df gegen den Geist der <strong>Bonner Konvention<\/strong> von 1979 (<em>Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals,&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/www.cms.int\/huemul\/sites\/default\/files\/publication\/CMS_brochure_g.pdf\"><strong>CMS<\/strong>) die der Erhaltung und dem Schutz wandernder Tierarten weltweit<\/a> dienen sollte. Die geradezu bedr\u00fcckenden Vorg\u00e4nge rund um die G\u00e4nsejagd in direkter Nachbarschaft zum Wattenmeer d\u00fcrfen als skandal\u00f6s und eine Schande f\u00fcr Deutschland bezeichnet werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie die beiden nachfolgend besprochenen Arten zeigen, ist teilweise exzessive Vogeljagd in Deutschland, das sich so gerne als Musterknabe des Naturschutzes in Europa und weltweit aufspielen m\u00f6chte, nach wie vor ein Thema. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>2) Die Fischfresser unter den V\u00f6geln: Kormoran und Graureiher <\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Fischfressende Vogelarten sind vielfach Gegenstand von Verfolgung und Abneigung. Bei den beiden Arten <strong>Kormoran <\/strong>und <strong>Graureiher<\/strong>, die hier herausgegriffen werden, ist es an der Zeit, die Verfolgungspraxis nicht nur in Deutschland zu \u00fcberdenken. Denn mangelndes Wissen \u00fcber die Biologie der Arten und Futterneid sind nicht geeignet, zu einem fairen Auskommen mit diesen Arten zu gelangen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2018\/09\/09\/11\/10\/cormorant-3664309_960_720.jpg\" alt=\"Kormoran, Baum, Wasservogelreservat, Natur, Vogel\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Koloniebr\u00fcten und Schwarmbildung: Beides Anlass f\u00fcr Konflikt und Mi\u00dfverst\u00e4ndnis, nicht nur bei <strong>Kormorane<\/strong>n, sondern z.B. auch bei Rabenv\u00f6geln (s.u.). Das Bild zeigt Kormorane. Foto: Chris Beez,<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/kormoran-baum-wasservogelreservat-3664309\/\"> Pixabay<\/a><br>Besondere Schizophrenie auch hier: In Deutschland ist der Kormoran nach wie vor nach dem BNatschG eine gesch\u00fctzte Art. Spezielle l\u00e4nderspezifische Kormoran-Verordnungen aber regeln die inzwischen auch in Deutschland wieder systematische Verfolgung der angeblichen &#8222;Fischereisch\u00e4dlinge&#8220;. <strong><a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/aktionen-und-projekte\/vogel-des-jahres\/11609.html\">Die Jahresstrecke betr\u00e4gt in Europa ca 80.000 V\u00f6gel. Deutschland liegt mit 15.000 get\u00f6teten Kormoranen pro Jahr bereits auf dem unr\u00fchmlichen Platz zwei innerhalb der EU<\/a>.<\/strong> F\u00fcr die nicht bestreitbaren durch Kormorane verursachten Probleme an kommerziellen Fischzuchten und kleinen Teichen gibt es Methoden der Schadenvorbeugung, ohne die V\u00f6gel abzuschie\u00dfen. In der freien Natur aber ist  der Umgang mit dem Kormoran nach dem Motto &#8222;Regulation mit der B\u00fcchse&#8220; ethisch nicht vertretbar.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"724\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image-1024x724.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1887\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image-1024x724.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image-300x212.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image-768x543.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image-120x85.png 120w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/image.png 1114w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">An <a href=\"https:\/\/www.vogelforen.de\/threads\/kormoran-massaker.89409\/\">zwei Wochenenden des Fr\u00fchsommer 2005 t\u00f6teten \u201eWaidm\u00e4nner\u201c zur beh\u00f6rdlich veranlassten sogenannten&nbsp;&nbsp;\u201eBestandsregulierung\u201c&nbsp;&nbsp;mindestens 6.000 Kormorane in einer der gro\u00dfen Kolonien&nbsp;&nbsp;Mecklenburg-Vorpommerns.<\/a><br>Das Massaker im <a href=\"https:\/\/naturerbe.nabu.de\/naturparadiese\/mecklenburg-vorpommern\/anklamer-stadtbruch\/index.html\">&#8222;Anklamer Stadtbruch&#8220;<\/a>, einem fast 1500 Hektar gro\u00dfen wertvollen Feucht-Wildnis-Gebiet im \u00dcbergang zwischen Land und Meer, einer Special Protected Area (SPA) der EU, ist nicht das einzige Massaker an Kormoranen in Deutschland&#8230;<br>\u00dcber das  sch\u00e4ndliche Vorgehen berichtete seinerzeit sogar ein Boulevardblatt (s.o.) mit der unzutreffenden Schlagzeile <strong><em>&#8222;Weil die V\u00f6gel die Fischbest\u00e4nde an der K\u00fcste pl\u00fcndern&#8230;&#8220;<\/em><\/strong>. Selbst unbedarften Touristen fiel tagelang der Gestank verwesender V\u00f6gel auf, und ebenso die halbtoten, angeschossenen und&nbsp;&nbsp;\u00fcber die Kadaver tapsenden verwaisten und vor Hunger sterbenden Jungv\u00f6gel.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich verhasst wie der Kormoran ist der Graureiher, wenngleich sein Schutz wenigstens in einigen Bundesl\u00e4ndern gew\u00e4hrt ist&#8230;:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/schleswig-holstein.nabu.de\/politik-und-umwelt\/umweltpolitik\/umweltbilanz-2012-2015\/18642.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2016\/04\/12\/16\/50\/grey-heron-1324829_960_720.jpg\" alt=\"Graureiher, Fischreiher, Reiher, Schreitvogel, Wasser\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der <strong>Graureiher<\/strong> ist im Gegensatz zum Kormoran in Deutschland eine nach Bundesjagdgesetz jagdbare Art.  <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/graureiher-fischreiher-reiher-1324829\/\">Foto: Marcel Langthim, Pixabay<\/a>. Er genie\u00dft aber mit Ausnahme Bayerns ganzj\u00e4hrige Schonzeit. Nach den Vorgaben des EU-Rechtes ist er gleichzeitig eine gesch\u00fctzte Art. Aufhebung der Schonung wird, wie in Bayern, mit Sch\u00e4den in der Teichwirtschaft begr\u00fcndet. Zur rechtlichen Situation und zur Auswirkung von Absch\u00fcssen ist das Bild in Deutschland uneinheitlich. In einigen Bundesl\u00e4ndern werden Graureiher zum &#8222;Schutz&#8220; der Teichwirtschaft abgeschossen. <a href=\"https:\/\/schleswig-holstein.nabu.de\/politik-und-umwelt\/umweltpolitik\/umweltbilanz-2012-2015\/18642.html\">Der Abschuss f\u00fchrt selbst bei kleinen Abschusszahlen wie in geschichtlicher Zeit zu Bestandsr\u00fcckg\u00e4ngen, m\u00f6glicherweise zu lokalen Bestandseinbr\u00fcchen und zum Verschwinden der Art (Beispiel Schleswig-Holstein)<\/a>. In einer <a href=\"https:\/\/schleswig-holstein.nabu.de\/politik-und-umwelt\/umweltpolitik\/umweltbilanz-2012-2015\/18642.html\">Bilanz f\u00fcr 2012 bis 2015 \u00fcber das Wirken des damaligen Umweltministers Robert Habeck\/GR\u00dcNE zieht der NABU Schleswig-Holstein eine ern\u00fcchternde Bilanz gerade f\u00fcr den Schutz der fischfressenden Vogelarten Kormoran und Graureiher&#8230;<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"730\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-04-um-09.44.23-1024x730.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6146\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-04-um-09.44.23-1024x730.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-04-um-09.44.23-300x214.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-04-um-09.44.23-768x548.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-04-um-09.44.23-120x85.png 120w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-04-um-09.44.23.png 1206w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die <strong>Graureiherabschusszahlen in Bayern<\/strong> seit der <strong>Aufhebung der Schonung:<\/strong> Gesamtstrecke Graureiher seit 1985 (\u00a9 LfL)Quelle: <a href=\"http:\/\/www.wildtierportal.bayern.de\/wildtiere_bayern\/099253\/index.php\">http:\/\/www.wildtierportal.bayern.de\/wildtiere_bayern\/099253\/index.php<\/a><br>Ist es verwunderlich, dass die <a href=\"https:\/\/www.lfu.bayern.de\/natur\/monitoring_vogelbestand\/graureiher\/index.htm\">Best\u00e4nde in Bayern abnehmen<\/a>? Ist diese exzessive Vogeljagd auf einen unserer gr\u00f6\u00dften unter den heimischen Schreitv\u00f6gel ethisch ohne Belang?<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.lfu.bayern.de\/natur\/monitoring_vogelbestand\/graureiher\/index.htm\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lfu.bayern.de\/natur\/monitoring_vogelbestand\/graureiher\/pic\/nzmd_brutpaar_abschuss_ufra_gr.jpg\" alt=\"S\u00e4ulendiagramm zur Anzahl der Individuen in insgesamt sieben Jahren in Unterfranken. Zugleich wird durch eine lineare Darstellung die Anzahl der j\u00e4hrlichen Absch\u00fcsse dargestellt: Die Daten im Einzelnen: 1979: 414 Individuen, Absch\u00fcsse 0, 1983: 646 Ind., Absch\u00fcsse 0, 1966: 694 Ind., Absch\u00fcsse 5, 1989: 1.398 Ind., Absch\u00fcsse 19, 1995: 1.768 Ind., Absch\u00fcsse 20, 2001: 1.410 Ind., Absch\u00fcsse 103, 2008: 1.080 Ind., Absch\u00fcsse 119\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine  an dieser Stelle bisher wiedergegebene, urspr\u00fcnglich auf der LfU-Seite ver\u00f6ffentlichte Grafik deutete auf einen m\u00f6glichen Z<strong>usammenhang von Abschuss und regionalem R\u00fcckgang des Graureihers hin, und zwar am Beispiel Unterfrankens<\/strong>. Die LfU hat diese Grafik und den begleitenden Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Bejagung und R\u00fcckgang nicht mehr auf Ihrer Seite (gepr\u00fcft  durch Aufruf am 04.10.2022). <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es stellt sich die Frage, ob der innerhalb Deutschlands nur in Bayern mit einer Jagdzeit von Mitte September bis Ende Oktober im Umkreis von 200 Metern von &#8222;geschlossenen Gew\u00e4ssern&#8220; zum Abschuss freigegebene Graureiher durch diesen Abschuss \u00fcberhaupt ein fachlich fundiertes &#8222;Management&#8220; in diesem Bundesland erf\u00e4hrt. Nach <a href=\"https:\/\/www.lfu.bayern.de\/natur\/sap\/arteninformationen\/steckbrief\/zeige?stbname=Ardea+cinerea\">Darstellung des Bayerischen Landesamtes f\u00fcr Umwelt (LfU) wird durch den Abschuss nicht die Brutpopulation dezimiert, sondern es werden \u00fcberwiegend Gastv\u00f6gel aus Nordost- und Osteuropa get\u00f6tet. <\/a>Andererseits hat die Graureiher-Population in Bayern bereits zwischen 1995 und 2008 nach dortigen Angaben um 20 % abgenommen. Aktuellere Zahlen sucht man vergeblich. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass diese Abnahme auch mit dem seit dieser Zeit gestiegenen Abschuss zusammenh\u00e4ngt. Deshalb wird bezweifelt, dass trotz regelm\u00e4\u00dfiger und fl\u00e4chendeckender Bestandskontrollen ein <a href=\"http:\/\/www.wildtierportal.bayern.de\/wildtiere_bayern\/099253\/index.php\">&#8222;ausgewogener Kompromiss&#8220; zwischen Belangen der Fischerei und des Artenschutzes<\/a> vorliegt, wie dies auf dem Wildtierportal der Staatsregierung verlautbart wird. <strong>Der Abschuss von j\u00e4hrlich 6000 Gro\u00dfv\u00f6geln einer Art, deren Bestand etwas mehr als 2000 Brutpaare <a href=\"https:\/\/www.lfu.bayern.de\/natur\/monitoring_vogelbestand\/graureiher\/index.htm\">(laut LfU im Jahre 2008 etwa 2100 Brutpaare)<\/a> aufweist, und die weiterhin in der &#8222;Vorwarnliste&#8220; der &#8222;Roten Liste&#8220; in Bayern gef\u00fchrt wird (Quelle: LfU Bayern, s.o.), ist nicht zeitgem\u00e4\u00df und entspricht nicht einem im Sinne der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/ALL\/?uri=CELEX%3A32009L0147\">Vogelschutz-RL der EU<\/a> vorsorgenden Umgang mit einer wildlebenden Vogelart.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>LfU w\u00f6rtlich: <em>&#8222;<a href=\"https:\/\/www.lfu.bayern.de\/natur\/monitoring_vogelbestand\/graureiher\/index.htm\">Die Absch\u00fcsse betreffen also zu einem erheblichen Anteil nicht die bayerischen Brutv\u00f6gel, vermutlich vor allem V\u00f6gel aus Tschechien, Norddeutschland, Ostdeutschland und Polen. Sie befinden sich auf dem Durchzug und rasten an bayerischen Gew\u00e4ssern. Der R\u00fcckgang der bayerischen Brutpopulation seit 1995 deutet aber daraufhin, dass die Jagd auch einen Einfluss auf die heimischen Brutv\u00f6gel aus\u00fcbt. M\u00f6glicherweise kommt es nach der Brutzeit zu regionalen Wanderungen innerhalb Bayerns, zum Beispiel von den Kolonien Unterfrankens in das mittelfr\u00e4nkische Teichgebiet, wo dann auch einheimische Brutv\u00f6gel erlegt werden.&#8220;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>3) Der Fischotter &#8211; endlich Lebensrecht im angestammten Habitat ?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Obwohl in gro\u00dfen Teilen seines ehemaligen Verbreitungsgebietes in Mitteleuropa bis heute ausgerottet (so etwa im Schwarzwald und ganz West- und S\u00fcdwestdeutschland), erregt die langsame Wiederkehr des Fischotters, eines der prominentesten Vertreters der Marderartigen (siehe Legende zum Foto Hermelin zu Beginn der Seite), weiterhin die Gem\u00fcter. Und wie bei anderen Arten im Interessenkonflikt: Von Hass bis Zuneigung und Bewunderung f\u00fcr die flinken und spielfreudigen Marder ist die Bandbreite an Reaktionen gro\u00df. Um es vorweg zu nehmen. Der Fischotter verdient in einem ganzheitlich verstandenen Verh\u00e4ltnis zur Natur v\u00f6lligen Schutz. <strong>Konflikte, etwa an Fischteichen und kommerziellen Fischzuchten, sind ohne weiteres unblutig zu l\u00f6sen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/01\/20\/10\/41\/animal-1994496_960_720.jpg\" alt=\"Tier, Otter, Fischotter, Wasser, Eis, Laufen, Rutschen\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Fischotter <\/strong>fressen nicht nur Fische, sondern alles, was sie in Wassern\u00e4he und im Wasser \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen&#8230; Foto: Gerhard G., <a href=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/01\/20\/10\/41\/animal-1994496_1280.jpg\"> Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2019\/09\/19\/08\/48\/otter-4488621_960_720.jpg\" alt=\"Fischotter, Tier, Natur, Zoo, Tierwelt, Wild\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Fischotter<\/strong> sind mit ihrem extrem dichten Fell an den st\u00e4ndigen Aufenthalt an und im Wasser bestens angepasst. Foto: Thomas Grube, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/fischotter-tier-natur-zoo-tierwelt-4488621\/\">Pixabay.<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.otterspotter.de\/documents\/20628\/0\/Stand_2017_09_Deutschlandkarte.jpg\/3c8da692-c8a4-4f7b-8113-8486b5fc81ea?t=1506590979550\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.otterspotter.de\/vorkommen-und-bestand\">Die Verbreitung des Fischotters in Deutschland. Quelle: https:\/\/www.otterspotter.de\/vorkommen-und-bestand<\/a>. Um die Wiederkehr in den ehemaligen Verbreitungsgebieten auch in Westdeutschland zu unterst\u00fctzen, m\u00fcssen die Otter weiterhin gesch\u00fctzt werden. Die gro\u00dfe L\u00fccke im heutigen Verbreitungsgebiet geht auf die Ausrottung und unbarmherzige Verfolgung in der Vergangenheit zur\u00fcck.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/naturschutzbund.at\/positionen\/articles\/fairness-fuer-den-fischotter.html\">Im Nachbarland <strong>\u00d6sterreich <\/strong>ist der Fischotter nach seiner Wiederkehr bereits wieder stark unter Druck.<\/a> Nach Jahrzehnten der  Schonung, in denen die Verfolgung illegal war, und <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.at\/fileadmin\/site\/publikationen\/BE177.pdf\">dennoch eine Rolle spielte<\/a>, wird nun offiziell zur Fischotterjagd geblasen &#8211; ein Skandal vor dem Hintergrund der Bestandssituation und der eindeutigen Rechtslage in Europa. Am 21. November 2019 erreichte mich der Naturschutz-Hilferuf via Petition des WWF aus \u00d6sterreich: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;<strong>Der streng gesch\u00fctzte Fischotter ist schon wieder in Gefahr!<\/strong>&nbsp;Nieder\u00f6sterreich plant eine Verordnung, um bis zu 180 (!) Fischotter abzuschie\u00dfen. In K\u00e4rnten ist das bereits traurige Realit\u00e4t: hier gilt eine Verordnung, die allj\u00e4hrlich bis zu 43 Fischottern das Leben kostet.&nbsp;<strong>Das muss sofort aufh\u00f6ren!<\/strong><br><strong>Die Politik darf sich nicht \u00fcber das Wohl von gesch\u00fctzten Arten und \u00fcber EU-Gesetze hinwegsetzen.<\/strong>Denn nur dank der strengen Schutzgesetze erholen sich die Fischotter-Best\u00e4nde wieder. Appellieren Sie mit uns an Nieder\u00f6sterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner und K\u00e4rntens Landeshauptmann Kaiser: Gesch\u00fctzte Tierarten d\u00fcrfen nicht get\u00f6tet werden!&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Naturschutz-Skandal ersten Ranges und m\u00f6glicherweise Rechtsbruch bez\u00fcglich der <a href=\"http:\/\/www.fauna-flora-habitatrichtlinie.de\">Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU<\/a> bahnt sich an in der Alpenrepublik. Denn diese <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:1992L0043:20070101:DE:PDF\">Richtlinie sieht in Ihrem Artikel 16 strenge Voraussetzungen f\u00fcr Ausnahmen vom Schutz <\/a>vor&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bruch des europ\u00e4ischen Rechtes war und ist auch in Bayern geplant<\/strong> <strong>&#8211; siegt Populismus \u00fcber geltendes Artenschutzrecht?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Auch in <strong>Bayern<\/strong> bahnte sich 2020 ein Skandal an. Der  Fischotter ist nach seiner R\u00fcckkehr in die \u00f6stlichen Landesteile weiterhin insbesondere in Fischerei-Kreisen unbeliebt. <a href=\"https:\/\/www.jagderleben.de\/news\/fischotter-pilotvorhaben-entnahme-einzelner-tiere-bayern-711656\">Dass im Rahmen des &#8222;Managements&#8220; in der Oberpfalz nun erstmals m\u00e4nnliche Fischotter &#8222;entnommen&#8220; <\/a>(sprich: gefangen und get\u00f6tet) werden sollten, ist rechtlich, \u00f6kologisch und ethisch mehr als fragw\u00fcrdig. Eine<a href=\"https:\/\/blog.bayern-wild.de\/2020\/03\/fischotter-entnahme-in-ostbayern\/\"> fachlich sehr fundierte Stellungnahme des Bund Naturschutz in Bayern e.V. ist im Blog Bayern wild ver\u00f6ffentlicht (leider wurde ein Kommentar von mir dort nicht publiziert).<\/a> Es war zu bef\u00fcrchten, dass ein Dammbruch der Verfolgung der Fischotter eingeleitet wird.  Ein solches Vorhaben verst\u00f6\u00dft mit Sicherheit gegen die Vorgaben des h\u00f6herrangigen und umzusetzenden EU-Artenschutz-Rechts. Die <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:1992L0043:20070101:DE:PDF\">strengen Voraussetzungen f\u00fcr Ausnahmen vom Schutz-Flora-Habitat-Richtlinie <\/a> sind mit Sicherheit nicht erf\u00fcllt. Dies gilt schon f\u00fcr die erste Grundvoraussetzung f\u00fcr die Erteilung einer Ausnahme: <em>&#8222;Sofern es keine anderweitige zufriedenstellende L\u00f6sung gibt&#8230;&#8220;<\/em> Das im Rahmen des &#8222;Fischottermanagements&#8220; geplante bayerische &#8222;Pilotprojekt&#8220; verst\u00f6\u00dft in weiterer  Hinsicht gegen die rechtlichen Vorgaben der FFH-RL der EU insbesondere deshalb, weil es zur beh\u00f6rdlich erlaubten Entnahme und T\u00f6tung von Fischottern nicht letale Alternativen gibt. Die vorgesehenen Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten aufgrund von gro\u00dfen Unsicherheiten und mangelnder Kontrolle der Einzelereignisse zu einer Gef\u00e4hrdung selbst der jeweiligen \u00f6rtlichen Population des Fischotters beitragen. <strong>Das Naturschutzrecht ist sehr wohl auf den Schutz von Individuen ausgerichtet. T\u00f6tung von Individuen ist f\u00fcr streng gesch\u00fctzte Arten im Sinne der FFH-Richtlinie immer die ultima ratio. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.vgh.bayern.de\/media\/vgregensburg\/presse\/pm_2021-08-27_fischotter.pdf\" title=\"\">Die Klagen des Bund Naturschutz in Bayern und der Aktion Fischotterschutz e.V. hatten 2021 vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg Erfolg.<\/a> Die Begr\u00fcndung tr\u00e4gt den EU-rechtlichen Schutzvorschriften und etho-\u00f6kologischen Fakten Rechnung. W\u00f6rtlich hei\u00dft es in der PM des Gerichts: <em>&#8222;Am 27. August 2021 begr\u00fcndete der Vorsitzende der 4. Kammer, Dr. Andreas Fi- scher, im Rahmen eines Verk\u00fcndungstermins die Gerichtsentscheidungen insbe- sondere damit, dass in die genehmigten Fallen auch weibliche Fischotter und Jung- tiere gelangen w\u00fcrden und damit auch der Verbotstatbestand des Fangens weiblicher Tiere und von Jungtieren betroffen sei. Die Beh\u00f6rde habe sich in ihren Beschei- den jedoch nicht mit der damit verbundenen Problematik auseinandergesetzt. Au\u00dferdem seien die genehmigten punktuellen Ma\u00dfnahmen schon ihrem Wesen nach nicht geeignet, fischereiwirtschaftliche Sch\u00e4den abzuwenden, da in relativ kurzer Zeit ein gebietsfremder Fischotter den Platz eines entnommenen Tieres wiederbesetzen werde. Schlie\u00dflich habe die Regierung der Oberpfalz keine Fauna-Flora-Ha- bitat (FFH) \u2013 Vertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung durchgef\u00fchrt, obwohl die sogenannte Vorpr\u00fc- fung nicht mit dem erforderlichen Ma\u00df an Gewissheit eine erhebliche Beeintr\u00e4chti- gung der Erhaltungsziele in den betroffenen FFH-Gebieten ausgeschlossen habe.(&#8230;)&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/fischotter-abschuss-toetung-klage-naturschutz-bayern-soeder-wolfsverordnung-1.5881126\" title=\"\">Gegen das Urteil legte der Freistaat Bayern Berufung ein und unterlag auch in zweiter Instanz. Unter anderem die SZ berichtete.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der f\u00fcr den Naturschutz positive Ausgang des Rechtsstreits um die t\u00f6dliche Entnahme von Fischottern erh\u00e4lt Brisanz und ist deshalb richtungweisend, weil Bayerns Regierung unter der Verantwortung des <strong>Ministerpr\u00e4sidenten Dr. Markus S\u00f6der<\/strong><\/strong> (mit Adjutant Hubert Aiwanger) z<strong>unehmend populistisch, einseitig und naturschutzfeindlich<\/strong> <strong>agiert<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am 25.April 2023 hat die Regierung S\u00f6der (CSU)\/Aiwanger(FW) zwei Verordnungen auf den Weg gebracht. Diese VO w\u00fcrden sich erstens f\u00fcr den Schutz des Fischotters h\u00f6chst problematisch auswirken, und zweitens wendet sich Bayern damit gegen den Schutz des Wolfes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es zur bayerischen <strong><a href=\"https:\/\/www.verkuendung-bayern.de\/files\/baymbl\/2023\/200\/baymbl-2023-200.pdf\" title=\"\">Fischotter-Verordnung <\/a><\/strong>(&#8222;Verordnung zur \u00c4nderung der Artenschutzrechtlichen Ausnahmeverordnung<br>betreffend Ausnahmen f\u00fcr den Fischotter vom 25. April 2023)<\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es zur bayerischen <strong><a href=\"https:\/\/www.verkuendung-bayern.de\/files\/baymbl\/2023\/201\/baymbl-2023-201.pdf\" title=\"\"> Wolfsverordnung<\/a><\/strong> (&#8222;Bayerische Wolfsverordnung vom 25. April 2023&#8220;) die erkennbar gegen h\u00f6herrangiges Gemeinschaftsrecht verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Medienecho zu beiden Vorst\u00f6\u00dfen ist entsprechend. Im Sinne eines Ausgleichs der berechtigten Interessen der Teichwirte und der Weidewirtschaft und des Lebensrechtes der Wildtiere ist zu hoffen, dass in Bayern rechtsstaatliche Verh\u00e4ltnisse von der Gerichtsbarkeit wieder hergestellt werden. Die steilen Aussagen im Rahmen \u00f6ffentlicher Auftritte allerdings, die dem eigenen Anspruch gerade des MP S\u00f6der spotten (S\u00f6der spricht andernorts, wenn es um die <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=4447\" title=\"\">von ihm zu verantwortende Auslieferung und Zerst\u00f6rung der Staatsw\u00e4lder durch und f\u00fcr die Windkraftindustrie <\/a>geht von der &#8222;Sch\u00f6pfung&#8220;) , d\u00fcrften aufmerksamen und sensiblen Naturfreunden nicht entgangen sein. <\/p>\n\n\n\n<p>In der &#8222;S\u00fcddeutschen Zeitung&#8220; vom 08.Mai 2023 ist der Kommentar zurecht deutlich: <em><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayern-soeder-klage-woelfe-abschuss-bund-naturschutz-1.5846668?reduced=true\" title=\"\">&#8222;Abschuss von W\u00f6lfen<\/a><strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayern-soeder-klage-woelfe-abschuss-bund-naturschutz-1.5846668?reduced=true\" title=\"\"> &#8211; Auch S\u00f6der muss sich an Recht und Gesetz halten. <\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayern-soeder-klage-woelfe-abschuss-bund-naturschutz-1.5846668?reduced=true\" title=\"\">Mit der neuen Wolfsverordnung setzen sich der Ministerpr\u00e4sident und seine Staatsregierung \u00fcber geltendes Recht einfach hinweg. Deshalb ist eine Klage dagegen nicht nur richtig, sondern wichtig. Es ist richtig, dass der Bund Naturschutz gegen die neue bayerische Wolfsverordnung klagt..<\/a><\/em>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Von einem gesicherten Bestand des Fischotters kann in Mitteleuropa weiterhin nicht ausgegangen werden (siehe oben, Verbreitungskarte). Die aktuelle Verbreitung des Fischotters in Deutschland zeigt weiterhin gro\u00dfe Verbreitungsl\u00fccken aufgrund der vorangegangenen Ausrottung in vielen Landesteilen. Von einem guten Erhaltungszustand der Population des Fischotters in Deutschland kann deshalb  keine Rede sein. Die Bestandserholung in Ostbayern und anderen \u00f6stlichen Landesteilen Deutschlands muss vielmehr noch immer als fragil und vorl\u00e4ufig betrachtet werden, auch wenn der Otter in einigen Landkreisen geeignete Habitate besetzt hat. Die Sondersituation an intensiven Fischzuchtanlagen und in der Teichwirtschaft, wo dem Otter ohne entsprechende Vorkehrungen ein &#8222;Food-Bonanza&#8220; (s.u.) geboten wird, \u00e4ndert daran nichts.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Fischotter - Tier des Jahres 2021\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/U5zYac_W_Rc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die kurzen Aufnahmesequenzen entstanden  an einem kleinen Bach im vorderen Bayerischen Wald. Beide Videos: Wolfgang Epple. Es handelt sich bei den drei <strong>Fischottern<\/strong> mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit um ein Weibchen mit zwei ausgewachsenen Jungen aus 2019. Die Tatsache, dass Fischotter wie \u00fcbrigens viele Wildtiere auch in der vom Menschen stark beeinflussten Natur und Landschaft sehr wohl gut leben k\u00f6nnen, ist ein Hinweis, was sie ben\u00f6tigen:&nbsp;<strong>Es geht um Toleranz und Schonung. Es geht um die Integration der Anspr\u00fcche der Mitgesch\u00f6pfe in die Art und Weise, wie wir mit der Natur haushalten. F\u00fcr Arten, deren Verschwinden mit direkter Verfolgung und Ausrottung zusammenh\u00e4ngen, ist alleine durch Schonung und Respekt Wiederkehr und langfristiges \u00dcberleben m\u00f6glich.<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der Fischotter wurde von der <a href=\"https:\/\/www.deutschewildtierstiftung.de\/naturschutz\/tier-des-jahres\">Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2021 gew\u00e4hlt<\/a>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Junge Otter werden von der F\u00e4he etwa 14 Monate lang gef\u00fchrt. Die Video-Aufnahmen zeigen, dass Fischotter wie viele andere Wildtiere in der vom Menschen stark gepr\u00e4gten Kulturlandschaft ein Auskommen finden k\u00f6nnen. Wenn das Nahrungsangebot gut ist, werden vom Fischotter selbst kleine B\u00e4che besiedelt. Ein \u201e\u00dcberhandnehmen\u201c, ist durch die Territorialit\u00e4t der Otter nicht m\u00f6glich. Ihre Reviere erstrecken sich bis weit \u00fcber 20 oder gar 30 km Bachlauf, weshalb sie nur in gro\u00dfen Zeitabst\u00e4nden an ein und der selben Stelle und immer nur f\u00fcr sehr kurze Zeit auftauchen. Die Jungen m\u00fcssen nach der Geschlechtsreife aus dem Elternrevier abwandern. Diese Verbreitungswanderung kann dabei auch \u00fcber weite Strecken ohne Gew\u00e4sser f\u00fchren. Wenn sie dabei Stra\u00dfen \u00fcberqueren m\u00fcssen, sind sie extrem durch Verkehrstod gef\u00e4hrdet<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Fischteiche und kommerzielle Fischzuchten  stellen f\u00fcr die Otter ein \u201eFood-Bonanza\u201c dar, das zur Jagd deutlich \u00f6fter und wiederholt frequentiert wird. Die dort entstehenden Konflikte k\u00f6nnen ohne weiters unblutig gel\u00f6st werden.<\/strong> Ausnahmen vom Schutz sind durch die strengen Vorgaben des Artikels 16 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU geregelt. Auch in L\u00e4ndern, in denen der Otter bis heute dem Jagdrecht untersteht, ist durch den strengen Schutz der FFH-RL eine ganzj\u00e4hrige Schonzeit rechtlich erforderlich. Toleranz und Schonung sind Zeichen ganzheitlichen Naturschutzes, speziell im Umgang mit allen Arten, die in Interessenkonflikte mit dem Menschen geraten k\u00f6nnen. Es ist deshalb skandal\u00f6s, dass es &#8211; siehe oben &#8211;  sowohl in \u00d6sterreich als auch in Bayern \u201eProjekte\u201c zur Entnahme (sprich: Fangen und T\u00f6ten) von Fischottern gibt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fischotter fressen nicht nur Fische&#8230;<\/strong>(Erg\u00e4nzung Sommer 2025)<\/h4>\n\n\n\n<p>Diese Aufnahmen stammen aus dem selben Fischotter-Revier wie die obige kurze Sequenz mit den zwei Jungottern:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lxNgT-eePbk\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lxNgT-eePbk<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Fischotter ern\u00e4hrt sich als opportunistischer Beutegreifer letztlich von allem, was er \u00fcberw\u00e4ltigen kann. An diesem Bach sp\u00fcrt er gezielt Ratten auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Arten im Schussfeld &#8211; die Gemeinsamkeiten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie die vorangegangenen Beispiele zeigen: Im Zusammenhang mit ihrer Biologie, insbesondere ihren Ern\u00e4hrungsgewohnheiten und ihrer Stellung in den \u00d6kosystemen geraten immer wieder und vor allem Arten in das Schussfeld, die sich <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>erfolgreich an die vom Menschen ver\u00e4nderten Lebensbedingungen anpassen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>hohe kognitive F\u00e4higkeiten aufweisen, also &#8222;klug&#8220; sind<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>angeblich &#8222;sch\u00e4dlich&#8220; oder &#8222;gef\u00e4hrlich&#8220; f\u00fcr das \u00dcberleben anderer &#8211; meist bedrohter und spezialisierter &#8211; Arten  oder ganzer \u00d6kosysteme sind.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Sowohl vielseitige Allesfresser als auch gro\u00dfe Pflanzenfresser sind von der Einordnung und Abwertung als &#8222;Sch\u00e4dlinge&#8220;, &#8222;Pest&#8220; oder &#8222;Plage&#8220; betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hass und Abneigung betreffen<\/strong> <strong>Arten, die Schw\u00e4rme bilden, und\/oder in Kolonien br\u00fcten. Nichtbr\u00fcter-Trupps (Beispiel: Rabenv\u00f6gel) und Koloniebr\u00fcten (Beispiel Kormoran, Graureiher) werden regelm\u00e4\u00dfig als &#8222;\u00dcbervermehrung&#8220; fehlinterpretiert. Daran haben 50 Jahre Aufkl\u00e4rungsarbeit nichts ge\u00e4ndert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich gilt f\u00fcr eine ethisch konsistente Diskussion: Notwehr und Selbstbehauptung des Menschen innerhalb seiner Bed\u00fcrfnisse stehen nicht in Frage (s.o.: Getreidesch\u00e4dlinge, auch Heuschreckenschw\u00e4rme usw.). Dennoch gilt: Genaues Hinschauen, Ergr\u00fcnden von Ursachen beispielsweise von Massenvermehrungen oder &#8222;Invasionen&#8220; ist erforderlich. Speziell die oft im Konflikt behauptete angebliche &#8222;\u00dcbervermehrung&#8220; einiger Arten entpuppt sich bei sorgf\u00e4ltiger Erforschung als Fehlinterpretation nat\u00fcrlicher Populationsdynamik und Anpassung (am Beispiel der Rabenv\u00f6gel ausf\u00fchrlich er\u00f6rtert in Epple 1996). Im Folgenden einige Beispiele von Arten, die aus den benannten Gr\u00fcnden zu Unrecht verfemt sind:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>4) Schutz und Verfolgung der Rabenv\u00f6gel in Deutschland &#8211;  unendliche Geschichte, unendlicher Skandal:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Seit der erstmaligen Unterschutzstellung der Rabenv\u00f6gel in Deutschland als seinerzeitige Umsetzung der<a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/ALL\/?uri=CELEX%3A32009L0147\"> EU-Vogelschutzrichtlinie<\/a> ist der Streit um diese Vogelfamilie nie unterbrochen worden. Allenfalls die  Auseinandersetzung um den Wolf wird \u00e4hnlich hartn\u00e4ckig und mit \u00e4hnlich hasserf\u00fcllter Wortwahl gef\u00fchrt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images-na.ssl-images-amazon.com\/images\/I\/5130231635L._SY444_BO1,204,203,200_.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Als im Jahr 1987 zusammen mit dem Juristen Burkhard Kroymann die erste Wortmeldung zum Thema publiziert wurde,&#8230;: <\/p>\n\n\n\n<p><em>Epple, W. &amp; B. Kroymann (1987): Zum Schutz der Rabenv\u00f6gel. Natur und Landschaft 62: 288-293.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;und nachdem im Jahr 1996 mein Pl\u00e4doyer zum Rabenvogelstreit in Buchform erschienen war (siehe oben, Titelbild), gab es noch die Hoffnung, die hasserf\u00fcllte Sprache im Streit und der teilweise uns\u00e4glich verzerrte Inhalt in aberhunderten medialen Berichterstattungen, politischen Statements  usw. k\u00f6nnten versachlicht und mit Fakten richtig gestellt werden. Weit gefehlt!&#8230;Bis in die Gegenwart h\u00f6ren Hass und Hetze nicht auf. Die bis heute kolportierten Haupt-Irrt\u00fcmer und Fake-N\u00fcsse:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Koloniebr\u00fcten (Saatkr\u00e4he), Winterschw\u00e4rme (Saatkr\u00e4hen Aaskr\u00e4hen, Dohlen, in manchen Jahren Eichelh\u00e4her) und Nichtbr\u00fctertrupps (alle Rabenv\u00f6gel) werden als <em>&#8222;\u00dcbervermehrung&#8220;<\/em>, <em>&#8222;Zusammenrottung&#8220;<\/em> usw. fehlinterpretiert und anschlie\u00dfend diffamiert&#8230;<\/li>\n\n\n\n<li>Kulturfolge und Br\u00fcten innerhalb oder in der N\u00e4he von menschlichen Siedlungsgebieten (Elster, Saatkr\u00e4he) f\u00fchren zu \u00e4hnlichen Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen; es gibt Konflikte um Vogelkot auf Stra\u00dfen und Autos&#8230;<\/li>\n\n\n\n<li>Ern\u00e4hrungsgewohnheiten der sich besonders vielseitig ern\u00e4hrenden Rabenv\u00f6gel f\u00fchren zu Fehlinterpretationen ihrer Rolle im Naturhaushalt (<em>&#8222;Rabenv\u00f6gel rotten Singv\u00f6gel, Bodenbr\u00fcter  und Hasen aus&#8220;<\/em>)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Schauen Sie sich um in <a href=\"http:\/\/www.hubertus-fieldsports.de\/wissen\/fehler-kraehenjagd\/\">einschl\u00e4gigen Auftritten<\/a> der <a href=\"https:\/\/wildundhund.de\/kraehenjagd-nach-der-jagd-6876\/\">Kr\u00e4henj\u00e4ger, die dem Ansehen des Naturschutzes in Deutschland und insbesondere der deutschen J\u00e4ger enormen Schaden zuf\u00fcgen&#8230;<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2018\/04\/24\/21\/34\/crow-3348188_960_720.jpg\" alt=\"Kr\u00e4hen, Rabenvogel, Rabe, Schwarz, Natur, Schnabel\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Aaskr\u00e4hen<\/strong>-Trupp.  Foto:  Alexas Fotos, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/kr\u00e4hen-rabenvogel-rabe-schwarz-3348188\/\">Pixabay<\/a>. Typisch f\u00fcr alle Rabenvogelarten ist die Bildung von Trupps aus Nichtbr\u00fctern auch w\u00e4hrend der Brutzeit; es sind Individuen, die in der etablierten Brutpopulation (noch) nicht zum Zug kommen. Diese evolutionsbiologisch wichtige &#8222;Brutresereve&#8220; aus oft noch nicht geschlechtsreifen V\u00f6geln wird regelm\u00e4\u00dfig als &#8222;\u00dcbervermehrung&#8220; fehlinterpretiert. Dasselbe gilt f\u00fcr die gro\u00dfen Winterschw\u00e4rme aus Saatkr\u00e4hen, Dohlen und Aaskr\u00e4hen (Einzelheiten in Epple 1996).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die &#8222;Regulation&#8220; mit der B\u00fcchse ist angesichts der Etho\u00f6kologie der betroffenen Arten rechtlich bis heute fragw\u00fcrdig und \u00f6kologisch sinnlos. Dies gilt auch f\u00fcr die besonders umstrittenen Arten Aaskr\u00e4he, Elster und Eichelh\u00e4her. Nach dem Entzug dieser drei vorher wie vogelfrei  bek\u00e4mpften Schie\u00dfobjekte wurde die  Unterschutzstellung 1987 von Anfang an l\u00e4rmend und mit Hass von der Jagd bek\u00e4mpft. Es erfolgte 1994 die <a href=\"http:\/\/wp.wildvogelhilfe.org\/de\/vogelwissen\/sonderbeitraege\/rabenvoegel-infosammlung\/rechtliche-situation\/\">Aufweichung des Schutzes dieser Rabenv\u00f6gel im h\u00f6herrangigen EU-Recht der Vogelschutzrichtlinie durch die Aufnahme in den dortigen Anhang II B<\/a> (nicht ganz zuf\u00e4llig in der Amtszeit der Angela Merkel als Bundesumweltministerin!). Sie k\u00f6nnen auf L\u00e4nderebene auch in das Jagdrecht aufgenommen werden. Die aktuelle Rechtszersplitterung ist nicht zeitgem\u00e4\u00df. Sie f\u00fchrt mit unterschiedlichen l\u00e4nderspezifischen Schwerpunkten zu einer  besch\u00e4menden und wieder <a href=\"http:\/\/www.kraehenjagd.de\">exzessiven Verfolgung<\/a> insbesondere der Kr\u00e4hen &#8211; mit abstossenden, martialisch an Kriegseins\u00e4tze gegen die Natur erinnernden Begleitumst\u00e4nden. L\u00e4ngst sind Abschuss- und T\u00f6tungszahlen erreicht wie vor der Unterschutzstellung; nur ein Beispiel sei herausgegriffen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/natur-und-landschaft\/landnutzung\/jagd\/rabenvogeljagd.html\"><em>Alleine in NRW wurden nach Angaben des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) im Jagdjahr 1995\/96 4.603 Eichelh\u00e4her, 58.688 Elstern und 55.458 Rabenkr\u00e4hen geschossen, im Jagdjahr 1997\/98 4.398 Eichelh\u00e4her, 61.015 Elstern und 65.020 Rabenkr\u00e4hen.&nbsp;<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch bei der Bejagung gelten die Standards des europ\u00e4ischen Naturschutzrechtes. So regelt der Artikel 7 (4) der EU-Vogelschutzrichtlinie eindeutig:<\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/ALL\/?uri=CELEX%3A32009L0147\">&#8222;Die Mitgliedstaaten vergewissern sich, dass bei der Jagdaus\u00fcbung \u2014 gegebenenfalls unter Einschluss der Falknerei \u2014, wie sie sich aus der Anwendung der geltenden einzelstaatlichen Vorschriften ergibt, die Grunds\u00e4tze f\u00fcr eine vern\u00fcnftige Nutzung und eine \u00f6kologisch ausgewogene Regulierung der Best\u00e4nde der betreffenden Vogelarten, insbesondere der Zugvogelarten, eingehalten werden und dass diese Jagdaus\u00fcbung hinsichtlich der Best\u00e4nde dieser Arten mit den Bestimmungen aufgrund von Artikel 2 vereinbar ist.&#8220; Sie sorgen insbesondere daf\u00fcr, dass die Arten, auf die die Jagdvorschriften Anwendung finden, nicht w\u00e4hrend der Nistzeit oder w\u00e4hrend der einzelnen Phasen der Brut- und Aufzuchtzeit bejagt werden.<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Damit sind alle Jagdzeiten in einigen Bundesl\u00e4ndern, die bis in die Brutsaison hineinreichen, rechtswidrig. Deutschlands ehemalige Rolle als Vorreiter im europ\u00e4ischen Vogelschutz ist endg\u00fcltig besch\u00e4digt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/01\/17\/19\/01\/magpie-1987710_960_720.jpg\" alt=\"Elster, Vogel, Tierwelt, Feder\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Elster.<\/strong> Foto: Nancy Schlegel, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/elster-vogel-tierwelt-feder-1987710\/\">Pixabay<\/a>. Elstern rotten keine Singv\u00f6gel aus, auch wenn diese und ihre Gelege auf dem Speiseplan stehen. Sorgf\u00e4ltigste Feldstudien haben die besonders klugen Elstern allesamt entlastet. Dennoch werden sie immer noch vielfach argw\u00f6hnisch betrachtet und als &#8222;Sch\u00e4dlinge&#8220; verleumdet. Der Abschuss zigtausender Elstern in Deutschland ist skandal\u00f6s. In ausger\u00e4umten Feldfluren und durch den R\u00fcckgang artenreichen Gr\u00fcnlandes ist auch die Elster in der freien Landschaft vielerorts zur\u00fcckgegangen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Thema einer so exzessiven wie sinnlosen Jagd auf die unliebsamen Arten Elster, Eichelh\u00e4her und Aaskr\u00e4he scheint  in der deutschen \u00d6ffentlichkeit kaum mehr wahrgenommen zu werden. Direkte und sinnlose Verfolgung von Wildtieren ist eines jener Naturschutz-Themen, die im Hype um Klimawandel und CO2 drohen, vergessen zu werden.  Ann\u00e4hernd 130 Jahre Rechtsgeschichte des deutschen und europ\u00e4ischen Naturschutzes haben in der Geschichte zum Schutz bzw. der Verfolgung der Rabenv\u00f6gel ihren beklemmenden Niederschlag gefunden (\u00dcbersicht bis zum dortigen Stand in Epple 1996). <\/p>\n\n\n\n<p>Das Ignorieren fundiertester Argumentation und der eindeutigen Ergebnisse der Feldforschung ist erschreckend. Es m\u00fcndet in einen fortw\u00e4hrenden Skandal von Verfolgungsexzessen gegen unschuldige Kreaturen, die einer zivilisierten europ\u00e4ischen Gesellschaft des Jahres 2020 nicht angemessen sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/12\/31\/20\/51\/animal-3053155_960_720.jpg\" alt=\"Tier, Vogel, Eichelh\u00e4her, Garrulus Glandarius, Hunger\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Eichelh\u00e4her<\/strong>. Foto. <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/tier-vogel-eichelh\u00e4her-3053155\/\">Pixabay<\/a>. Das Abschie\u00dfen von Eichelh\u00e4hern grenzt an eine Absurdit\u00e4t. Auch diesen V\u00f6geln wird angesichts der Tatsache, dass Jungv\u00f6gel und Eier auf dem Speiseplan sind, v\u00f6llig zu Unrecht eine &#8222;Sch\u00e4dlichkeit&#8220; angedichtet. Eichelh\u00e4her sind wesentliche Verb\u00fcndete des Menschen beim Schutz des Waldes: Durch ihre artspezifische Sammelt\u00e4tigkeit tragen sie zur nat\u00fcrlichen Verbreitung und Verj\u00fcngung von Eichen (und anderen Fr\u00fcchte tragenden Waldb\u00e4umen und Str\u00e4uchern, so Walnuss und Haselnuss) bei. W\u00e4hrend Eichel-Mastjahren kann ein Eichelh\u00e4her in der dreiw\u00f6chigen Hauptsammelphase bis zu 5000 Eicheln im Waldboden verstecken. Obwohl die H\u00e4her selbst unter hohem Schnee die Verstecke meist wiederfinden, bleibt ein kleiner Prozentsatz vergessen. Aus diesen Eicheln w\u00e4chst der Nachwuchs f\u00fcr den Eichenwald&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nur in ganz wenigen und sehr speziellen Konstellationen ist es \u00fcberhaupt sinnvoll, im Rahmen eines &#8222;Managements&#8220; und im Sinne eines justizf\u00f6rmig einwandfrei ausgestalteten, den Vorgaben des Artenschutzrechtes gen\u00fcgenden  <strong><em>Artenausgleiches<\/em><\/strong> in Best\u00e4nde von Rabenv\u00f6geln einzugreifen (\u00dcbersicht und Er\u00f6rterung in Epple 1996). Die generelle, praktisch fl\u00e4chendeckende Verfolgung ist \u00f6kologisch nicht zu rechtfertigen und ethisch fragw\u00fcrdig.<\/p>\n\n\n\n<p> Durch Fehlsch\u00fcsse geraten viele Rabenv\u00f6gel damit auch in die Obhut von Pflegestationen. <a href=\"http:\/\/wp.wildvogelhilfe.org\/de\/vogelwissen\/sonderbeitraege\/rabenvoegel-infosammlung\/rechtliche-situation\/\">Seit Jahren vorbildliche Arbeit in Sachen Hilfe f\u00fcr die zu Unrecht verfolgten Wildv\u00f6gel und sorgf\u00e4ltige Aufkl\u00e4rung zur Situation leistet eine Initiative um <\/a>Dagmar Offermann,&nbsp;<a href=\"mailto:avia12p47@gmx.net\">Anke Dornbach<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"mailto:webmaster@wildvogelhilfe.org\">Gaby Schulemann-Maier<\/a><a href=\"http:\/\/wp.wildvogelhilfe.org\/de\/vogelwissen\/sonderbeitraege\/rabenvoegel-infosammlung\/rechtliche-situation\/\">, die hier ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt werden soll. <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die unbarmherzige Verfolgung der Rabenv\u00f6gel f\u00fchrt durchaus zu individuellem Tierleid. Die Rabenv\u00f6gel befinden sich an der Spitze der Vogel-Evolution und sind in ihren kognitiven und emphatischen F\u00e4higkeiten vergleichbar mit den h\u00f6chstentwickelten Primaten unter den S\u00e4ugetieren: F\u00fcr Elstern, Kr\u00e4hen und Kolkraben ist nachgewiesen, dass sie Spielverhalten zeigen, Werkzeuge gebrauchen, ihr eigenes Spiegelbild erkennen und \u00fcber eine \u00e4u\u00dferst hohe emphatische Auffassungsgabe vergleichbar einer  <em><strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theory_of_Mind\">Theory of Mind<\/a><\/strong><\/em> verf\u00fcgen. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>5) Der Biber &#8211; Erfolgsgeschichte des Artenschutzes mit Begleitproblemen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Der Biber steht in Europa, wo er einst weit verbreitet war, f\u00fcr die wechselvolle Geschichte der Mensch-Natur-Beziehung in besonderer Weise &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europ\u00e4ischer_Biber\">war er doch durch direkte Verfolgung und Lebensraumzerst\u00f6rung bis auf wenige Restpopulationen in West- und Mitteleuropa in vielen Regionen ausgerottet.<\/a> Erst sehr entschlossene Schutzma\u00dfnahmen und in einigen Teilen auch die Wiedereinb\u00fcrgerung (Bayern, Schweiz, \u00d6sterreich!) etwa seit der Mitte des 20. Jahrhunderts haben zu einer erfolgreichen R\u00fcckkehr der gro\u00dfen Nager in  daf\u00fcr noch immer geeigneten Lebensr\u00e4umen gef\u00fchrt. Der Biber k\u00f6nnte also auch unter den &#8222;Positiv-Beispielen&#8220; gelistet werden. Angesichts vieler Konflikte um die Wiederkehr der Art wollen wir ihm aber hier die Ehre geben&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Es kann nicht verschwiegen werden, dass die Wiederkehr der Biber in Landschaften, in denen die land- und forstwirtschaftliche Nutzung speziell von Ackerfl\u00e4chen bis an den Rand der Gew\u00e4sser reicht (konkretes Beispiel siehe unten), zu einer Erneuerung des alten Konfliktes zwischen Schutz einer Art und menschlicher Nutzung f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn Biber fressen auch in Getreide- und Mais\u00e4ckern, und sie sind alles andere als unauff\u00e4llig, was die Auswirkungen ihrer Anwesenheit und ihrer speziellen Art und Weise, wie sie ihren Lebensraum gestalten, betrifft: <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1358-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1684\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1358-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1358-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1358-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1358-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1358-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Biberdamm an einem Bach im Vorderen Bayerischen Wald. Die Bauarbeiten der Biber f\u00fchren zu einer vollst\u00e4ndigen \u00c4nderung der Dynamik an Flie\u00dfgew\u00e4ssern. Der Anstau bewirkt Vern\u00e4ssung oberhalb des Dammes auch in den angrenzenden Nutzfl\u00e4chen. Konflikte sind vorprogrammiert&#8230;Wenn <strong>Bibe<\/strong>r keine Burg bauen, sondern unteriridische Baue pflegen, f\u00fchrt die Unterh\u00f6hlung f\u00fcr die Baue seitlich des Gew\u00e4ssers zu weiteren Konflikten. Das \u00fcber den Biberdamm sprudelnde Wasser wird mit Sauerstoff angereichert. F\u00fcr Kleinfische entsteht keine Barriere. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2QPtCxYYTJCaHwaHzkgw-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1716\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2QPtCxYYTJCaHwaHzkgw-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2QPtCxYYTJCaHwaHzkgw-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2QPtCxYYTJCaHwaHzkgw-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2QPtCxYYTJCaHwaHzkgw-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2QPtCxYYTJCaHwaHzkgw-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0638-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1686\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0638-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0638-225x300.jpg 225w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0638-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0638-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0638-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Biber k\u00f6nnen binnen k\u00fcrzester Zeit durch Benagen und F\u00e4llen (hier in einem ufernahen Geb\u00fcsch aus Traubenkirsche) im Bereich ihres Heimatgew\u00e4ssers zu einer kompletten Freistellung, \u00dcberflutung und damit starken Ver\u00e4nderung des Lebensraumes beitragen. Dabei f\u00fchrt sie ihre Fress- und Sammelt\u00e4tigkeit entgegen vieler wohlmeinender Darstellungen sehr wohl bis weit \u00fcber 50 Meter Entfernung vom Gew\u00e4sser, selbst bergauf, und sie bearbeiten nicht nur &#8222;Weichholz&#8220;, sonder auch m\u00e4chtige Eichen und (im Falle der Biber vor dem Haus des Autors) Buchen, gelegentlich auch Fichten. Wird im Sinne der wirtschaftlichen Nutzung &#8222;Wertholz&#8220; vom Biber gesch\u00e4digt, sind also weitere Konflikte vorprogrammiert. Angemessene Entsch\u00e4digung von Waldbesitzern f\u00fcr Verluste von Zukunftb\u00e4umen im Privatwald ist Voraussetzung f\u00fcr die erwartete Toleranz gegen\u00fcber den Bibern. Beide Fotos: Wolfgang Epple.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/DSCF0067-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1690\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/DSCF0067-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/DSCF0067-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/DSCF0067-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/DSCF0067-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/DSCF0067-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Biber halten keine Winterruhe, und sind in unseren Regionen eher nachtaktiv. Dieser Biber frisst im Kronenbereich einer durch Schneebruch umgest\u00fcrzten Espe, direkt am Bachufer.  F\u00fcr ein Nebeneinander von menschlicher Nutzung und Lebensgewohnheiten der Biber gibt es eine Reihe von M\u00f6glichkeiten. Wie bei anderen Arten im Interessenkonflikt: Toleranz und das Zugest\u00e4ndnis eines grunds\u00e4tzlichen Lebensrechtes sind gefragt. Foto: Wolfgang Epple.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSCF0010-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3593\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSCF0010-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSCF0010-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSCF0010-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSCF0010-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/DSCF0010-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zwei Jahre sp\u00e4ter am selben Bach: Wieder nutzt ein Biber eine umgefallene Espe als Nahrungsquelle. Gibt es dieses Nahrungsangebot im Winter in Gew\u00e4ssern\u00e4he, f\u00e4llen Biber deutlich weniger B\u00e4ume als in einem &#8222;aufger\u00e4umten&#8220; Wald, in dem kein frisches Totholz liegt. Im Prinzip k\u00f6nnten auf diese Weise Ablenkungsf\u00fctterungen entstehen, die Fra\u00df-&#8222;Sch\u00e4den&#8220; durch Biber minimieren. Foto: Wolfgang Epple.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSCF0005-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6500\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSCF0005-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSCF0005-300x169.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSCF0005-768x432.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSCF0005-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/DSCF0005-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Biber transportiert einen frisch geernteten Zweig eines Laubbaumes zur Baustelle am Biberdamm. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_0572-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2386\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_0572-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_0572-225x300.jpg 225w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_0572-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_0572-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/IMG_0572-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/y8dZHmfSkOjtYylyFD4hg-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2387\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/y8dZHmfSkOjtYylyFD4hg-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/y8dZHmfSkOjtYylyFD4hg-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/y8dZHmfSkOjtYylyFD4hg-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/y8dZHmfSkOjtYylyFD4hg-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/y8dZHmfSkOjtYylyFD4hg-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/uliCsZnRTGzyQ3RACs1JQ-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2385\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/uliCsZnRTGzyQ3RACs1JQ-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/uliCsZnRTGzyQ3RACs1JQ-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/uliCsZnRTGzyQ3RACs1JQ-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/uliCsZnRTGzyQ3RACs1JQ-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/uliCsZnRTGzyQ3RACs1JQ-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Biber verlassen Winter wie Sommer ihre Gew\u00e4sser, um Nahrung zu suchen. Es entstehen &#8222;Biber-Rutschen&#8220; (mittleres Bild). Unteres Bild: Biberpfad vom Bach ins Wirtschaftsgr\u00fcnland, wo eine fast kreisrunde Fra\u00dfstelle zu erkennen ist. Biber fressen nicht nur Holz und Rinde, sondern grasen gerne, vor allem solange der Aufwuchs kurz ist. Alle drei Fotos: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/e3d7c110-d215-4dc7-8541-14247ec4859b-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2384\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/e3d7c110-d215-4dc7-8541-14247ec4859b-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/e3d7c110-d215-4dc7-8541-14247ec4859b-300x169.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/e3d7c110-d215-4dc7-8541-14247ec4859b-768x432.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/e3d7c110-d215-4dc7-8541-14247ec4859b-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/e3d7c110-d215-4dc7-8541-14247ec4859b.jpg 1599w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dieser junge <strong>Biber<\/strong> hat am 07. Mai 2020 noch bei Tageslicht eine frisch gem\u00e4hte Wiese zum Grasen aufgesucht. Die Jungtiere sind &#8211; \u00e4hnlich wie bei anderen Wildtieren &#8211; anfangs wenig scheu. Foto: Alois Daschner<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/wV5IHbXGRzWXmnuIe1tqA-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2368\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/wV5IHbXGRzWXmnuIe1tqA-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/wV5IHbXGRzWXmnuIe1tqA-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/wV5IHbXGRzWXmnuIe1tqA-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/wV5IHbXGRzWXmnuIe1tqA-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/wV5IHbXGRzWXmnuIe1tqA-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/DLPwtuNR0iUgxS3GEsDdg-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2367\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/DLPwtuNR0iUgxS3GEsDdg-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/DLPwtuNR0iUgxS3GEsDdg-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/DLPwtuNR0iUgxS3GEsDdg-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/DLPwtuNR0iUgxS3GEsDdg-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/DLPwtuNR0iUgxS3GEsDdg-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Bereich der Bibert\u00e4tigkeit entstehen an B\u00e4chen kleine Wasserwildnisse mit hoher Artenvielfalt (Libellen, Amphibien, zus\u00e4tzliche Laichm\u00f6glichkeiten f\u00fcr kleine Fischarten). Der Biber stellt aus Sicht der Artenvielfalt eine Bereicherung dar. Beide Fotos: Wolfgang Epple; sie entstanden am selben Bach wie die folgenden Fotos:<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1366-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3580\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1366-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1366-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1366-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1366-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1366-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1594-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3579\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1594-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1594-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1594-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1594-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_1594-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_2210-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3578\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_2210-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_2210-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_2210-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_2210-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/IMG_2210-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die obigen drei Bilder (alle Fotos: Wolfgang Epple) erz\u00e4hlen die Geschichte des Konfliktes Biber\/landwirtschaftliche Nutzung am sehr konkreten Beispiel der Biberfamilie vor unserer Haust\u00fcr im Jahr 2020: In unmittelbarer N\u00e4he (kaum 5 Meter) vom Bachrand wird im h\u00e4ngigen Gel\u00e4nde (ein S\u00fcdhang) Mais gepflanzt. Die Biber nutzen den Mais als Nahrung und zum Bau eines Dammes (oberes Foto). Im Laufe des Sommers 2020 wurde der Damm von den Landwirten viermal entfernt, weil das an der Nordseite angrenzende Gr\u00fcnland durch den R\u00fcckstau verfeuchtet (mittleres Foto; der Mais ist nun abgeerntet). Solange der Mais nicht abgeerntet war, wurde der Damm von den Bibern immer wieder neu errichtet. Die Erkl\u00e4rung: Der Wohnkessel der Biber befand sich im an der S\u00fcdseite angrenzenden Acker. Diesen Wohnkessel wollen die Biber unter Wasser erreichen, weshalb sie den Bach anstauen&#8230;Im Winter ist nun die Erde oberhalb des Wohnkessels der Biber eingebrochen, und damit der ehemalige Wohnbereich sichtbar geworden (unteres Foto). Die Biber sind gegen Ende 2020 vorerst ausgewichen an eine andere Stelle, an der sie ungest\u00f6rt sind. <strong>Was aber ist nun der Schaden<\/strong>? 1) Wie ist Ackerbau mit Spritzmitteleinsatz am Erosion-gef\u00e4hrdeten Hang direkt am Biber-Bach, der \u00fcbrigens eine Vorflut zu einem FFH-Schutzgebiet bildet, zu bewerten? 2) Haben Biber, wenn sie unmittelbar am Gew\u00e4sser eine Wochenstube errichten, einen Schaden an der Natur angerichtet? 3) Ist das \u00f6rtlich begrenzte \u00dcberschwemmen von Gr\u00fcnland und die entstehende Wasserr\u00fcckhaltung ein &#8222;Schaden&#8220; in Bezug auf den Naturhaushalt? Wenn einseitig nur &#8222;Nutzen&#8220;-ausfall oder gar das Einbrechen eines ufernahen Bereiches &#8222;bewertet&#8220; werden, wird das dem Biber zum Verh\u00e4ngnis. Er wird zum &#8222;Sch\u00e4dling&#8220;, und man sorgt nicht nur f\u00fcr fiskalischen Ausgleich&#8230;.der Konflikt endet f\u00fcr die wehrlosen Wildtiere leider oft t\u00f6dlich.<br><br><strong> Vor dem Hintergrund vollmundiger Formulierungen von Naturschutz-Theoretikern \u00fcber <a href=\"https:\/\/rewildingeurope.com\/callforawildereurope\/de\/\">&#8222;Rewilding&#8220;<\/a> oder  &#8222;Artenschutz durch Landwirtschaft&#8220; zeigt der Schutz des Bibers, wie eine Nagelprobe f\u00fcr diese Ans\u00e4tze und Vorstellungen in der Praxis aussieht: <\/strong><br><strong>Gew\u00e4sserschutz und Gew\u00e4sserrandstreifen m\u00fcssen viel gro\u00dfz\u00fcgiger als in 5-Meter-Dimensionen gedacht werden.<\/strong> <strong>Denn das konkret geschilderte Beispiel zeigt, <a href=\"https:\/\/www.stmuv.bayern.de\/themen\/naturschutz\/bayerns_naturvielfalt\/volksbegehren_artenvielfalt\/index.htm\">dass 5 Meter breite Gew\u00e4sserrandstreifen, mit denen sich z.B. das <em>Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Umwelt und Verbraucherschutz <\/em>im Anschluss an das <em>&#8222;Volksbegehren Artenvielfalt -Rettet die Bienen&#8220;<\/em> schm\u00fcckt<\/a>, f\u00fcr einen effektiven Artenschutz oder gar gerechten Interessenausgleich am Gew\u00e4sser nicht ausreichen.<\/strong> Warum geben wir den Fl\u00fcssen und auch den kleineren B\u00e4chen, den Lebensadern unserer Landschaft, nicht deutlich mehr Raum? Dies w\u00fcrde nicht nur dem Natur- und Artenschutz, sondern auch dem Hochwasserschutz zu Gute kommen&#8230;<br><br>W\u00fcrden dem Biber die Lebensr\u00e4ume nicht sofort und \u00fcberall streitig gemacht, wo er im Kulturland auftaucht, w\u00fcrde der Schutz der Flie\u00dfgew\u00e4sser vor Eintrag sch\u00e4dlicher Chemikalien ernst genommen und w\u00e4ren die Bem\u00fchungen um einen fairen Ausgleich mit Wildtieren wirklich ernsthaft, k\u00e4me man bei der konkreten G\u00fcterabw\u00e4gung zwischen Schutz und Nutzung gerade auch im Falle des Bibers im Kulturland sicher an vielen Orten zu anderen Ergebnissen, als es die Entnahme und T\u00f6tung der &#8222;Problembiber&#8220; an einer solchen Stelle ist. Und sicher ist: <strong>H\u00e4tte es an dieser Stelle keinen Maisacker in unmittelbarer Angrenzung an ein wertvolles Gew\u00e4sser gegeben, w\u00e4re  keine Wochenstube der Nager m\u00f6glich gewesen<\/strong>. Denn f\u00fcr den Wohnkessel ben\u00f6tigen Biber Sichtschutz.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine &#8222;update&#8220;:  Wie z\u00e4h Biber an einem f\u00fcr sie geeigneten Platz festhalten, zeigt sich Ende Juli 2021: An genau der selben Stelle wird wieder binnen weniger Tage ein Damm errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3204-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4352\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3204-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3204-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3204-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3204-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3204-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3203-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4353\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3203-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3203-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3203-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3203-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3203-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In diesem Jahr 2021 ist das angrenzende Feld mit Getreide bestellt. Auch dieses nutzen die Biber gelegentlich als Futterquelle. Der Aufstau des Baches gelingt ihnen erneut, obwohl Geh\u00f6lze weit entfernt sind. Allerdings gibt es keinen Wohnkessel mehr an dieser Stelle. Fotos: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-medium-font-size\">Fazit: <strong>Biber sind keine Sch\u00e4dlinge<\/strong>: <\/p>\n\n\n\n<p>Biber geraten in einen geradezu klassischen Nutzungskonflikt mit dem Menschen vor allem dort, wo intensive Landwirtschaft und forstliche Holz\u00e4cker direkt bis an Gew\u00e4sser reichen. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Biber-&#8222;Management&#8220; in Bayern&#8230;<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.lfu.bayern.de\/natur\/sap\/arteninformationen\/steckbrief\/zeige?stbname=Castor+fiber\">Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Umwelt schreibt zu <strong>Gef\u00e4hrdung und Beeintr\u00e4chtigung des Bibers im Freistaat:<\/strong> &#8222;<em>(&#8230;)Illegale Nachstellungen (Erschlagen, Erschie\u00dfen, Vergiften, Fallen; Todesursache von 15 % der tot aufgefundenen Bibern in Bayern)(&#8230;)<\/em>.<\/a>.<em>.Seit 2007 regeln die &#8222;Grunds\u00e4tze des Bibermanagements in Bayern&#8220; den Umgang mit der Art in Konfliktbereichen. Sie basieren auf drei S\u00e4ulen in der Reihenfolge Beratung &#8211; Pr\u00e4vention &#8211; Zugriffsma\u00dfnahmen. Seit 2008 regelt eine Allgemeine Ausnahmeverordnung die Zerst\u00f6rung von D\u00e4mmen und die Entnahme von Bibern in konflikttr\u00e4chtigen Revieren. 2015 wurden auf dieser Rechtsgrundlage 1.435 Biber in Bayern gefangen und get\u00f6tet<\/em>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einer Anfrage im Bayerischen Landtag geht hervor, dass inzwischen j\u00e4hrlich mehr als 2000 Biber in Bayern &#8222;entnommen&#8220;, sprich: get\u00f6tet werden. Sie werden von den &#8222;Entnahmeberechtigten&#8220; auch gerne verzehrt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bayern.landtag.de\/www\/ElanTextAblage_WP19\/Drucksachen\/Schriftliche%20Anfragen\/19_0001453.pdf\" title=\"\">Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Christian Hierneis B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>vom 27.02.2024; Antwort vom 07.05.2024 Drucksache 19\/1453 &#8222;Biber in Bayern&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Antwort der Staatsregierung gehen folgende Zahlen f\u00fcr Biber-Entnahmen in Bayern gesamt hervor:<\/p>\n\n\n\n<p>2021: 2123&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2022: 2315&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2023: 2655<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders vielsagend sind die Antworten der Staatsregierung zu folgenden Fragen, Screenshot::<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"845\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-27-um-12.15.58-1024x845.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6907\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-27-um-12.15.58-1024x845.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-27-um-12.15.58-300x248.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-27-um-12.15.58-768x634.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-27-um-12.15.58.png 1480w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Gerade die unter Punkt 6 gestellten Fragen aber sind von Belang f\u00fcr die Sinnhaftigkeit des T\u00f6tens von Bibern &#8211; nicht nur in Bayern. <strong>Die Territorialit\u00e4t der Biber ist n\u00e4mlich Garant daf\u00fcr, dass an einem Gew\u00e4sser die Zahl der Biber  an der Kapazit\u00e4t des Lebensraums angepasst bleibt. Die st\u00e4ndige Behauptung einer &#8222;\u00dcbervermehrung&#8220; oder &#8222;Bestandsexplosion&#8220; ist fachlich nicht haltbar.<\/strong> Hierzu gelang mir im Sommer 2025 dieses Video:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/clip\/UgkxiRL1vSkPaP3Z-bRsZqkxA7_N0PZdSLWs\">https:\/\/www.youtube.com\/clip\/UgkxiRL1vSkPaP3Z-bRsZqkxA7_N0PZdSLWs<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nur zur Erinnerung: Die T\u00e4tigkeit der Biber verursacht nicht nur Sch\u00e4den und Konflikte.<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong> <\/strong>Die T\u00e4tigkeit der Biber, insbesondere das Anstauen von Flie\u00dfgew\u00e4ssern tr\u00e4gt nicht unerheblich zum Wasserr\u00fcckhalt in der Landschaft bei. Die T\u00e4tigkeit der Biber erh\u00f6ht nachweislich die Biodiversit\u00e4t. Der Biber betreibt &#8222;Biotop-Management&#8220; zum Null-Tarif! <\/p>\n\n\n\n<p>Biber w\u00fcrden das in einigen Kreisen wortreich kommunizierte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rewilding\" title=\"\">&#8222;Rewilding&#8220;<\/a> ganzer Fluss- und Bacht\u00e4ler zum Null-Tarif erledigen, w\u00fcrden sie nicht st\u00e4ndig nur als &#8222;Sch\u00e4dling&#8220; und gar als &#8222;Plage&#8220; gesehen und bek\u00e4mpft. Ganz im Gegensatz zu oftmals medienwirksam aufgebauschten &#8222;Renaturierungen&#8220; mit Bagger, Planierraupen mit sehr hohem finanziellen Aufwand, sind Biber gewisserma\u00dfen sanft, leise und umso effektiver f\u00fcr die Renaturierung t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schutz des Bibers wird gerade wegen der einschl\u00e4gigen Konfliktlage mit der menschlichen Nutzung zum Paradebeispiel f\u00fcr <strong><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">gerechtes Teilen der Erde mit au\u00dfermenschlichen Seinsformen<\/a><\/strong>, zur Nagelprobe ganzheitlichen Naturschutzes. Es gen\u00fcgt nicht, 5 Meter breite &#8222;\u00d6kostreifen&#8220; entlang von Gew\u00e4ssern &#8211; wie in Bayern &#8211; schon als Gro\u00dftat des Naturschutzes sch\u00f6nzureden.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Herausforderungen liegen nicht (nur) im fernen Regenwald, irgendwo bei den st\u00e4ndig aus Deutschland belehrten Anderen. Es sind Herausforderungen des Arten- und Naturschutzes mitten in unserem durch Nutzung und Zivilisation \u00fcberformten, dicht besiedelten Land, in dem die <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/265692282_Die_Naturlichkeit_der_Landnutzung_in_Deutschland\">urspr\u00fcngliche Natur, die Wildnis auf kaum 1 % der Fl\u00e4che zur\u00fcckgedr\u00e4ngt ist.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>6) Das Wildschwein &#8211; eine Plage?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Neben dem Wolf, den Rabenv\u00f6geln und den Fischfressern d\u00fcrfte kaum eine andere Art so sehr unter Verruf stehen und als &#8222;Plage&#8220; f\u00f6rmlich aus dem Kreise der dem Menschen liebsamen Wildtiere f\u00fcr immer ausgegrenzt  sein wie das Wildschwein. Es vergeht kaum eine Woche, in der die deutschen Medien nicht \u00fcber irgend einen Vorfall an irgend einem Ende des Landes aus der sogenannten Wildschweinplage in reisserischem Ton berichten &#8211; zusammengefast klingt das ungef\u00e4hr so:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wildschweine vernichten Ernten <\/li>\n\n\n\n<li>Wildschweine verw\u00fcsten G\u00e4rten<\/li>\n\n\n\n<li>Wildschweine sch\u00e4nden Friedh\u00f6fe<\/li>\n\n\n\n<li>Wildschweine \u00fcbertragen die <a href=\"https:\/\/www.fli.de\/de\/aktuelles\/tierseuchengeschehen\/afrikanische-schweinepest\/\">afrikanische Schweinepest<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wildschweine erobern menschliche Siedlungen und stellen eine Gefahr dar<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Nachdenklichkeit im Umgang mit diesem besonders anpassungsf\u00e4higen und gleichzeitig klugen wie sozialen Wildtier scheint seit vielen Jahren nicht gefragt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/12\/24\/08\/02\/mammal-3036549_960_720.jpg\" alt=\"S\u00e4ugetier, Natur, Tierwelt, Holz, Tier, Wildschwein\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das <strong>Wildschwein<\/strong> teilt das Schicksal des eingangs erw\u00e4hnten Rotfuchses. Obwohl es ein beeindruckendes und auch sch\u00f6nes Wildtier ist, das in (vielfach verlogenen) Hochglanz-Tierfilm-Produktionen gerne gezeigt wird, firmiert es zunehmend nur noch als &#8222;Pest-Spezies&#8220; in der Tagespresse und selbst in den \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien. Das Wildschwein ist aber beileibe kein Waldsch\u00e4dling, sondern tr\u00e4gt mit seiner W\u00fchlt\u00e4tigkeit zur Lockerung der Waldb\u00f6den und damit zur Naturverj\u00fcngung bei. Selbstverst\u00e4ndlich geh\u00f6ren auch Gelege und K\u00fcken bodenbr\u00fctender V\u00f6gel zum Nahrungsspektrum. Eine <strong>Bestandsgef\u00e4hrdung anderer Arten aber geht in intakten Lebensr\u00e4umen davon nicht aus<\/strong>. <a href=\"https:\/\/www.fva-bw.de\/fileadmin\/user_upload\/Daten_und_Tools\/Geodaten\/Windenergieanlagen_im_Wald\/windenergie_auerhuhn_rahmenbedingungen.pdf\">F\u00fcr das Spannungsfeld etwa im Bezug auf das Auerhuhn sind wie bei anderen &#8222;nat\u00fcrlichen Feinden&#8220; lokal begrenzte Ma\u00dfnahmen zur Bestandssenkung von Wildschweinen selbstverst\u00e4ndlich kein Tabu. <\/a>Hierzu geh\u00f6rt auch, endlich das sogenannte &#8222;Kirren&#8220; (Anf\u00fcttern, um leichter Abschie\u00dfen zu k\u00f6nnen) von Wildschweinen, in den entsprechenden sensiblen Biotopen zu unterlassen. <strong>Schutz und Lebensraumgestaltung sollte blutigem &#8222;Management&#8220; jedoch immer vorgehen<\/strong>. Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/s\u00e4ugetier-natur-tierwelt-holz-tier-3036549\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Verketzerung dieser Wildtiere f\u00fchrt unter dem Zeichen der Bek\u00e4mpfung der Schweinepest in einigen Teilen Europas zu immer drastischeren und kostenintensiven Vernichtungsfeldz\u00fcgen (Deutschland, Polen) bzw. &#8222;Vorbeugungsma\u00dfnahmen&#8220;: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/wildschweinzaun-105.html\">D\u00e4nemark hat im Jahr 2019 gegen die &#8222;deutschen&#8220; Wildschweine gar einen Grenzzaun errichtet.<\/a> In kleinerem Ma\u00dfstab gibt es vergleichbare <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/tv\/news\/panorama\/id_87035484\/angst-vor-schweinepest-brandenburg-baut-wildschwein-zaun-an-grenze-zu-polen.html\">Wildschwein-&#8222;Grenzschutz&#8220;-Reaktionen in Deutschland<\/a>&#8230;In <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/afrikanische-schweinepest-polnische-armee-soll-wildschweine-abschiessen-duerfen-a-1300729.html\">Polen spricht man wegen der Schweinepest sogar vom Ziel der vollst\u00e4ndigen Ausrottung, und will die Armee und die Polizei an die Front des Krieges, der gegen die Wildschweine gef\u00fchrt wird, schicken.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei den Rabenv\u00f6geln erweist sich beim Wildschwein die &#8222;Regulation&#8220; mit der B\u00fcchse als  &#8211; zwar vielfach nachgesprochener &#8211; Irrglaube: Seit Jahren sind die <a href=\"https:\/\/www.jagdverband.de\/jagdstatistik\">Abschusszahlen f\u00fcr Wildschweine in Deutschland extrem hoch und steigen<\/a> (im Jagdjahr 2017\/2018 wurden mehr als 800.000 Wildschweine in Deutschland abgeschossen!), und die Best\u00e4nde scheinen dennoch nicht abzunehmen. Fragt sich da wirklich niemand nach tieferen Ursachen und Zusammenh\u00e4ngen?<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin hat sich in der Flut der hysterischen Darstellungen in Sachen <em>Schweinepest und Wildschwein<\/em> Daniel Lingenh\u00f6hl, Redakteur bei <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/massenhafter-abschuss-von-wildschweinen-bringt-nichts\/1532219?utm_source=sdw-nl&amp;utm_medium=newsletter&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">&#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220;  zugetraut, sachliche Teil-Aufkl\u00e4rung<\/a> wenigstens zur Schweinepest zu versuchen, allerdings im Schluss seines Artikels die Wildschweine doch als &#8222;Massenplage&#8220; titulierend und unzutreffende Behauptungen aufstellend zur Rolle der Tiere in der Natur (Kostprobe: <em>&#8222;Wildschweine behindern die Naturverj\u00fcngung in Wald&#8230;&#8220;<\/em>). Meine Kommentierung (Epple 2018) finden Sie<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/alias\/spektrum-de\/859070\/d_sdwv_leserbriefe_html?sv%5Bid%5D=1532399#comment-1532399\"> hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.jagdverband.de\/content\/rekord-jagdbilanz-f\u00fcr-wildschweine\">Deutsche Jadschutzverband DJV br\u00fcstet sich mit der erfolgreichen Wildschweinvernichtung, und schl\u00fcsselt gar den monet\u00e4ren Gegenwert dieser &#8222;Dienstleistung&#8220; auf<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Nach Angaben der Tier\u00e4rztlichen Hochschule Hannover ben\u00f6tigen J\u00e4ger im Schnitt mindestens 20 Stunden, um ein Wildschwein zu erlegen. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der erlegten Tiere im vergangenen Jagdjahr haben Deutschlands J\u00e4ger mindestens 16,4 Millionen Stunden ehrenamtlichen Einsatz im Sinne der Seuchenpr\u00e4vention geleistet. Das entspricht bei Mindestlohn einer monet\u00e4ren Leistung von knapp 145 Millionen Euro.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist keine Frage: Wildschweine geh\u00f6ren in vielen Teilen des Kulturlandes (weltweit innerhalb ihres Verbreitungsgebietes) zu den &#8222;Gewinnern&#8220;. Ihre \u00e4u\u00dferst komplexe soziale Organisation und ihre ebenso flexible Vermehrungsstrategie (die schon einen  gro\u00dfen Teil des Misserfolges des Massakers erkl\u00e4rt), ihre hohe Auffassungsgabe und Lernf\u00e4higkeit, ihre gleichzeitig ausgepr\u00e4gte F\u00e4higkeit, ihren Lebensraum allerbestens und geschickt zu &#8222;nutzen&#8220; erkl\u00e4rt, weshalb sie sich je nach Ausstattung der Lebensr\u00e4ume so gut wie \u00fcberall  einpassen k\u00f6nnen. Es ist deshalb auch kein Wunder, dass ein Teil der Population sich in die jagdberuhigten Bereiche der Wohngebiete des Menschen vorwagt und sich dort erfolgreich etabliert. Dies geschieht auch und gerade dort, wo sich die Gro\u00dfst\u00e4dte in den Randbezirken in  vorher wenig bebaute Naturbereiche hineinfressen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2016\/10\/07\/10\/55\/wild-boar-1721238_960_720.jpg\" alt=\"Wildschwein, Hog Wild, Ferkel, Tier, Schnauze, Schwein\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wildschweinm\u00fctter sind wie die meisten anderen S\u00e4ugetierm\u00fctter sehr f\u00fcrsorglich und dabei \u00e4u\u00dferst wehrhaft. Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/wildschwein-hog-wild-ferkel-tier-1721238\/\">Pixabay<\/a>.<br>Je mehr in sozial intakte Rotten hineingeschossen wird, desto un\u00fcbersichtlicher wird die Reaktion der Wildscheine hinsichtlich ihrer Vermehrung.<br><a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/massenhafter-abschuss-von-wildschweinen-bringt-nichts\/1532219?utm_source=sdw-nl&amp;utm_medium=newsletter&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">In einer Leserzuschrift zum erw\u00e4hnten Beitrag in SdW schreibt <\/a>Andreas Rei\u00df, ein offensichtlich guter Kenner der Materie: <em>&#8222;Das &#8222;Sprengen&#8220; einer Rotte hat zumeist fatale Folgen. Wird die Leitbache abgeschossen, nehmen rangniedere Sauen den Platz ein. Aus einer Rotte werden mehrere Rotten &#8211; die Populationsdynamik wird m\u00e4chtig angeschoben. Die Hydra l\u00e4\u00dft gr\u00fc\u00dfen&#8230;&#8220;<\/em>. Im etho\u00f6kologischen Sinne ist hier v\u00f6llig richtig erkannt, dass viele Arten auf Verfolgung und &#8222;unsichere&#8220; Rahmenbedingungen mit einer verst\u00e4rkten Reproduktion reagieren k\u00f6nnen.&nbsp;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es muss den Wildschwein-Hassern dringend ins Ged\u00e4chtnis gerufen werden, dass intensive Landwirtschaft, insbesondere der ausufernde Anbau von Mais, zu einem fast deutschlandweiten wahren &#8222;Food-Bonanza&#8220; gerade f\u00fcr Wildschweine f\u00fchrt, mit entsprechenden Vermehrungsm\u00f6glichkeiten. Wir Menschen haben die &#8222;Kapazit\u00e4t&#8220; des Lebensraumes f\u00fcr das Wildschwein deutlich erh\u00f6ht: <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_0338-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6506\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_0338-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_0338-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_0338-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_0338-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_0338-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Maisanbau bis unter die Kronen der B\u00e4ume eines Waldrandes im Jahr 2023.  Foto: Wolfgang Epple. Obwohl seit Jahrzehnten aus Sicht der \u00f6kologischen Wissenschaft f\u00fcr die Erhaltung und St\u00fctzung der Biodiversit\u00e4t sanfte \u00dcberg\u00e4nge zwischen Wald und Offenland (Stichwort: &#8222;Randeffekt&#8220;, englisch &#8222;Edge-Effect&#8220;)  gefordert werden, sind gerade in Deutschland so gut wie alle Wald-Offenland-\u00dcberg\u00e4nge abrupt, weil durch Grundst\u00fccksgrenzen definiert. <br>Gerade der im Bild dokumentierte Maisanbau in direkter Nachbarschaft zum Wald gibt Wildschweinen zus\u00e4tzlich zum nat\u00fcrlicheren Angebot im Wald Nahrung und Deckung. Es entsteht Versteckm\u00f6glichkeit und ein &#8222;Food-Bonanza&#8220;. Die Zusammenh\u00e4nge zwischen Intensiv-Landwirtschaft, dadurch entstehendem Nahrungsangebot und der Habitatqualit\u00e4t werden im dauernden Lamento \u00fcber &#8222;\u00dcbervermehrung&#8220; und in der verachtenden Herabw\u00fcrdigung des Wildschweins zur Pest-Spezies nicht angemessen ber\u00fccksichtigt. Hass ist im Umgang mit Wildtieren nicht angebracht, auch nicht im Umgang mit dem Wildschwein.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich gilt f\u00fcr die Konflikte, die sich aus Verhalten und Biologie des Wildschweins unvermeidbar ergeben, das mehrfach erw\u00e4hnte Notwehrrecht des Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Frage darf erlaubt sein und muss gestellt werden: Sind Vernichtungsfeldz\u00fcge, die vielfach mit dem &#8222;Auseinanderschie\u00dfen&#8220; der Rotten und der Zerst\u00f6rung der Sozialstrukturen der Best\u00e4nde einhergehen, \u00fcberhaupt zielf\u00fchrend? <\/p>\n\n\n\n<p>Und wie bei anderen Arten im Interessenkonflikt stellt sich mit Blick auf den Erfolg der Vernichtungsma\u00dfnahmen die Frage nach den ethischen Aspekten eines derma\u00dfen gewaltgepr\u00e4gten Umgangs mit einem hochentwickelten Wildtier. Welche Alternativen gibt es zu den Massakern?<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aktuelle Forschung: Wildschweine wirken positiv f\u00fcr Lebensgemeinschaften auf Gr\u00fcnland <\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Wie unzutreffend die den Wildschweinen angedichtete &#8222;Sch\u00e4dlichkeit&#8220; selbst f\u00fcr wertvolle Naturschutzfl\u00e4chen ist, zeigt eine aktuelle Studie, die vom September 2019 bis Juni 2021 von der TU Berlin auf 22 Magerrasen in Berlin durchgef\u00fchrt wurde. Das knappe und eindeutige Fazit; ich zitiere den Informationsdienst Wissenschaft vom 26. Oktober 2021; fette Hervorhebungen durch mich: <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news778210\"><strong>Schwarzkittel sind \u201epositive \u00d6kosystemingenieure\u201c<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news778210\"><br>Die Verkn\u00fcpfung des Wildschweinaktivit\u00e4tsgradienten und der Biodiversit\u00e4tsdaten ergab, dass auf den intensiver durchw\u00fchlten Fl\u00e4chen mehr Heuschreckenarten und Zauneidechsen gez\u00e4hlt wurden als auf denen mit niedriger Wildschweinaktivit\u00e4t. Au\u00dferdem konnte auf den von Wildschweinen aufgesuchten Fl\u00e4chen eine h\u00f6here Anzahl an Heuschrecken der Roten Liste Berlins nachgewiesen werden wie zum Beispiel die Gefleckte Keulenschrecke.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news778210\">Ziel des Projektes war es auch, die Frage zu beantworten, ob die Aktivit\u00e4ten der Wildschweine auf den f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t wertvollen Magerrasen als Wildsch\u00e4den zu bewerten sind und ob sich daraus Konsequenzen f\u00fcr die Bejagung ergeben. <em><strong>\u201eDa wir einen positiven Zusammenhang zwischen dem W\u00fchlen der Wildschweine und dem Vorkommen von naturschutzrelevanten Tierarten auf Magerrasen nachweisen konnten, bewerten wir das W\u00fchlen auch nicht als Wildschaden, sondern bezeichnen Wildschweine als positive \u00d6kosystemingenieure\u201c<\/strong><\/em>, sagt Valentin Cabon.&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dem ist aus Sicht des ganzheitlichen Naturschutzes nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>In j\u00fcngster Zeit sch\u00e4lt sich ein unter dem Gesichtspunkt der Ganzheitlichkeit besonders deprimierender Interessenkonflikt heraus:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>7) Arten im Visier der Windkraftindustrie <\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\">Im Rahmen der Invasion der Windkraftindustrie in die Vorzugslandschaften und naturnahe Gro\u00dflandschaften, auch und speziell als Folge der Konfliktkonvergenz im Sinne der Beanspruchung gerade der noch wenig vom Menschen &#8222;kultivierten&#8220; Fl\u00e4chen (Stichwort: Hemerobie, siehe unter &#8222;Naturschutz und Windkraft&#8220;)<\/a>, ist ein ganzer Strau\u00df von Arten nun zu Arten im Interessenkonflikt hinzuzurechnen. So sind sowohl <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=518\"><strong>Flederm\u00e4use<\/strong> als auch insbesondere betroffene <strong>V\u00f6gel<\/strong><\/a> im Zentrum eines finalen Konfliktes gelandet&#8230;Die Energiewende bedeutet eine neue Frontstellung. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"968\" height=\"726\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bild-07.02.20-um-11.02.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1997\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bild-07.02.20-um-11.02.jpg 968w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bild-07.02.20-um-11.02-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bild-07.02.20-um-11.02-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 968px) 100vw, 968px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Archiv Naturschutzinitiative e.V.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die durch die Windkraftanlagen gef\u00e4hrdeten Vogelarten werden seit Jahren die <strong><em>Abstandsempfehlungen der Vogelschutzwarten* <\/em><\/strong>f\u00fcr Windkraftanlagen zu Bruthabitaten von der Windlobby verbissen bek\u00e4mpft und immer wieder in Frage gestellt (eine argumentative Erwiderung im Rahmen der Auseinandersetzung finden Sie ausf\u00fchrlich in Epple 2021, Denkschrift, S. 191 ff.; zu den Folgen s.u.). Speziell  bekannte Vogelarten, die der Windkraft im Wege sind, werden intern verachtend als &#8222;Verhinderungsgefl\u00fcgel&#8220; (!) tituliert. Die fatalen Folgen einer <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=3716\">populistisch vergifteten Debatte**<\/a> bleiben nicht aus. Ich zitiere aus meinem Buch zum Konflikt  (siehe unter <a href=\"Publikationen: Epple 2021\">Publikationen: Epple 2021<\/a>,  fette Hervorhebung der betroffenen Arten durch WE):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-red-color has-text-color\"><em>&#8222;(&#8230;)Eine besonders fatale Folge der l\u00e4rmenden \u00c4u\u00dferungen rund um die Abstandsempfehlungen zeigt die ganze H\u00e4rte und Perfidie des Konfliktes:&nbsp;Vogelmord und Zerst\u00f6rung von Brutst\u00e4tten, um den Weg frei zu machen f\u00fcr Windkraft.&nbsp;Vielerorts haben die Abstandsempfehlungen der L\u00e4nderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten zu besonders aggressiven Reaktionen von Windkraftbef\u00fcrwortern nicht nur auf dem Papier, sondern direkt in der Natur gef\u00fchrt. Unliebsame Vogelarten, die der Windkraft angesichts der empfohlenen Abst\u00e4nde \u201eim Wege stehen\u201c, sind direkter Verfolgung durch Vergiftung, Abschuss oder Zerst\u00f6rung ihrer Brutst\u00e4tten ausgesetzt. Es gibt inzwischen unz\u00e4hlige dokumentierte Vorf\u00e4lle von Horst-Zerst\u00f6rungen oder direkter T\u00f6tung bei <strong>Schwarzstorch<\/strong> (<a href=\"https:\/\/umwelt-watchblog.de\/vogelmord-fuer-oekostrom\/\">ein besonders krasser Fall ist hier dokumentiert:<\/a> http:\/\/www.umwelt-watchblog. de\/vogelmord-fuer-oekostrom\/), <strong>Schreiadler<\/strong> (Krumenacker et al. 2016) und <strong>Rotmilan<\/strong> (Neumann 2015). Selbst wenn es an einer statistisch belastbaren landesweiten Sammlung oder \u00dcbersicht zu solchen ehrlosen Vorkommnissen (noch) fehlt, sind die sich h\u00e4ufenden \u00dcbergriffe gegen Gro\u00dfv\u00f6gel und ihre Horste im Umfeld der Windkraftindustrie-Planungen Zeichen der Militanz und argumentativer Schw\u00e4che. Und sie sind Zeichen zunehmender Verrohung. Als ob es nicht gen\u00fcgen w\u00fcrde, mit Hilfe politischer Agitation, medialer Hetze und mit einem Sperrverhau rechtlich fragw\u00fcrdiger \u201eBegleitgesetzgebung\u201c und Gef\u00e4lligkeitsgutachten in ganz Deutschland den Naturschutz zu Gunsten der Windkraftindustrie von allen Seiten her auszuhebeln, werden mit solchen F\u00e4llen roher Gewalt zus\u00e4tzliche \u201eFakten\u201c geschaffen.(&#8230;)<\/em>&#8220;  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">*L\u00c4NDERARBEITSGEMEINSCHAFT DER VOGELSCHUTZWARTEN (LAG VSW) (2016):&nbsp;L\u00e4nderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten LAG VSW. (Beitrag der LAG VSW zu den Abstandsempfehlungen innerhalb der Sonderausgebe der Zeitschrift \u201eNatur und Landschaft\u201d, \u201cNaturschutzarbeit in Deutschland Arbeitsschwerpunkte und Aktivit\u00e4ten aus dem Jahr 2015 der f\u00fcr Naturschutz und Landschaftspflege zust\u00e4ndigen Institutionen\u201d). Natur und Landschaft 91. Jahrg, (2016), Sonderausgabe: Seite 32.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">**<em><a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/inhalt.landtagswahl-2021-kretschmann-lobt-buerger-engagement.aa6883c3-0bf2-469e-bcee-7318ecac1d10.html\"><strong>&#8222;Es kann ja nicht sein, dass die Milan-Population \u00fcber den Klimawandel entscheidet.&#8220;<\/strong><\/a><\/em> (Winfried Kretschmann, GR\u00dcNER Ministerpr\u00e4sident des Landes Baden-W\u00fcrttemberg w\u00e4hrend des Wahlkampfes am 10.03.2021 in einem <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/inhalt.landtagswahl-2021-kretschmann-lobt-buerger-engagement.aa6883c3-0bf2-469e-bcee-7318ecac1d10.html\">Artikel der Lokalzeitung &#8222;Schwarzw\u00e4lder Bote&#8220;<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.15-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5861\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.15-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.15-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.15-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.15-700x465.jpg 700w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-23.06.22-um-08.15.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=518\">Rotmilan ist <\/a><strong><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=518\">Symbol<\/a> des  finalen  <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\">Konfliktes zwischen dem Naturschutz und der Windkraft <\/a><\/strong>geworden. Er ist neben anderen Gro\u00dfvogelarten individuell vom Tod an Windturbinen und der Entwertung seiner Lebensr\u00e4ume durch Windkraftindustrie hart betroffen. <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=5529\">An diesem Befund \u00e4ndern auch rei\u00dferische Darstellungen mit der fachlich verk\u00fcrzten Behauptung des Gegenteils nichts, selbst dann, wenn sie fahrl\u00e4ssig von \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien verbreitet werden.<\/a> Foto: Heinz Sternke<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Geduld, der Beitrag ist im Entstehen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Publiziert 2020, Erg\u00e4nzungen 2023 (u.a. zu Fischotter, Wildschwein) Beitragsbild: Das Reh steht stellvertretend f\u00fcr die gro\u00dfen Pflanzenfresser, die in unserem durch Nutzendenken gepr\u00e4gten Umgang mit &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4957,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"class_list":["post-1207","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1207"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1207"}],"version-history":[{"count":360,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1207\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6958,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1207\/revisions\/6958"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}