{"id":2839,"date":"2020-06-08T13:04:40","date_gmt":"2020-06-08T13:04:40","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=2839"},"modified":"2021-10-05T07:46:54","modified_gmt":"2021-10-05T07:46:54","slug":"rettung-der-grosstrappe-in-deutschland-beispiel-fuer-die-komplexitaet-erfolgreichen-artenschutzes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=2839","title":{"rendered":"Rettung der Gro\u00dftrappe in Deutschland &#8211; Beispiel f\u00fcr die Komplexit\u00e4t erfolgreichen Artenschutzes"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Beitragsfoto zeigt einen Gro\u00dftrappen-Hahn in voller Balz-Pose. Foto: B\u00e4rbel Litzbarski. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Gro\u00dftrappe ist mit einem Gewicht von bis zu 16 kg einer der schwersten flugf\u00e4higen V\u00f6gel der Erde. <strong>Dass in Deutschland der eindrucksvolle Vogel \u00fcberhaupt noch bewundert werden kann, ist dem nunmehr \u00fcber 40 Jahre dauernden unerm\u00fcdliche Einsatz eines Vereins, dem  <a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\">F\u00f6rderverein Gro\u00dftrappenschutz e.V.<\/a>, verdanken. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gab es im Jahr 1940 in Deutschland noch ca. 4100 Gro\u00dftrappen, war der Bestand zum Tiefpunkt im Jahr 1997 auf ganze 56 Exemplare geschrumpft. In der Gegenwart leben wieder 347 Gro\u00dftrappen in Deutschland <a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/fruehjahrsbestand-2019-305-grosstrappen\/\">(Stand M\u00e4rz 2021)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"639\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-05-um-09.41.56-1024x639.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4839\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-05-um-09.41.56-1024x639.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-05-um-09.41.56-300x187.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-05-um-09.41.56-768x479.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-05-um-09.41.56-1536x959.png 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-05-um-09.41.56.png 1596w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/fruehjahrsbestand-2019-305-grosstrappen\/\">Die Bestandsentwicklung der Gro\u00dftrappe in Deutschland in den letzten 31 Jahren, ver\u00f6ffentlicht vom F\u00f6rderverein Gro\u00dftrappenschutz e.V.<\/a>. Erkennbar ist die Bestandserholung beginnend 2012, und auch die Tatsache, dass <strong>nur noch drei Gebiete den deutschen Bestand beherbergen<\/strong> (s.u.).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/lfu\/de\/aufgaben\/natur\/artenschutz\/vogelschutzwarte\/arbeitsschwerpunkt-entwicklung-und-umsetzung-von-schutzstrategien\/auswirkungen-von-windenergieanlagen-auf-voegel-und-fledermaeuse\/\"><strong>Der Lebensraum der Art ist in D auf ca. 1 % der einstigen Gr\u00f6\u00dfe geschrumpft<\/strong>.<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die letzten Vorkommen waren schon in den 1970er Jahren auf DDR-Gebiet. Wie B\u00e4rbel und Heinz Litzbarski in ihrer \u00dcbersichtspublikation 2015 berichten, konzentrieren sich die  Schutzbem\u00fchungen nach dem Erl\u00f6schen der Vorkommen unter anderem in der Uckermark, der Magdeburger B\u00f6rde oder Ostbrandenburg auf die letzten drei verbliebenen Gebiete <em>Havell\u00e4ndisches Luch, Belziger Landschaftswiesen<\/em> und <em>Fiener Bruch<\/em>. Nach ihren Angaben stehen gegenw\u00e4rtig in den drei&nbsp;Gebieten 20.000 ha als SPA (&#8222;Special Protected Area&#8220;, EU-Vogelschutzgebiet) und 10.114 ha als Naturschutzgebiet (NSG) unter Schutz, das&nbsp;sind 42% bzw. 21% des Kernlebensraums.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gro\u00dftrappe teilt das Schicksal des R\u00fcckgangs und drohenden Aussterbens mit vielen bodenbr\u00fctenden Vogelarten, wie Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel oder Brachvogel. Und dennoch gibt es  Besonderheiten und Unterschiede. Denn die &#8222;Limikolen&#8220; (Wiesenwatv\u00f6gel), auf die an anderer Stelle eingegangen wird, br\u00fcten in intakten Habitaten in <em>gemischten Gemeinschaften<\/em> und haben durch eine wohlorganisierte <em>gemeinsame Abwehr<\/em> bessere Chancen gegen Beutegreifer als die f\u00fcr Pr\u00e4datoren auff\u00e4lligen, gro\u00dfen und daher relativ leicht f\u00fcr die nat\u00fcrlichen Gegenspieler aufzufindenden Gro\u00dftrappen mit ihren Gelegen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur f\u00fcr den ganzheitlichen Naturschutz \u00e4u\u00dferst komplexen Problematik rund um Pr\u00e4dation kommen wir im Rahmen aller R\u00fcckgangs- und Gef\u00e4hrdungsfaktoren, die hier beleuchtet sein sollen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>R\u00fcckgangsursachen und Bedrohung der Gro\u00dftrappe<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Landnutzungs\u00e4nderung und Intensivierung der Landwirtschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hauptursache f\u00fcr das geschichtliche Aussterben der Gro\u00dftrappe aus vielen Gebieten nicht nur in Deutschland ist die Intensivierung und \u00c4nderung der landwirtschaftlichen Nutzung: Umbruch von Gr\u00fcnland zu Ackerland, Intensivierung der Nutzung durch h\u00e4ufigere und fr\u00fchere Mahd, Intensivierung des Ackerbaus, insbesondere die zunehmende Verbreitung des Anbaus von Mais, der Einsatz von Spritzmitteln mit dadurch ausgel\u00f6stem R\u00fcckgang der Insekten-Nahrungsgrundlage&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zersplitterung der Lebensr\u00e4ume durch Siedlung, Infrastruktur, Stromleitungen&#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Fragmentierung und Zersplitterung der Verbreitungsareale durch Infrastrukturma\u00dfnahmen spielt f\u00fcr den R\u00fcckgang der Gro\u00dftrappe eine gro\u00dfe Rolle. Stra\u00dfenbau, Zersiedlung und Energieinfrastrukturen wie Stromleitungen, an denen Gro\u00dftrappen zu Tode kommen, tragen hierzu bei. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/cms\/media.php\/lbm1.a.3310.de\/vsw_dokwind_voegel.pdf\">Eine Infrastrukturanalyse im Gro\u00dfraum der drei letzten Gro\u00dftrappengebiete (2.980 km2) ergab, dass nur noch 9,8 % davon offen, unzerschnitten und unverbaut sind<\/a> (SCHWANDNER, J. &amp; T. LANGGEMACH&nbsp;(2011)s.unten, Literatur. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8230;und Entwertung bzw. Verriegelung  der Lebensr\u00e4ume durch Windkraft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;.<a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/cms\/media.php\/lbm1.a.3310.de\/vsw_dokwind_voegel.pdf\">205 WEA gab es z. Z. der Analyse 2010 im Gebiet<\/a> der drei letzten Kernlebensr\u00e4ume&#8230; , weiterhin und speziell:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/cms\/media.php\/lbm1.a.3310.de\/vsw_dokwind_voegel.pdf\">Gut 5.000 ha Fl\u00e4che gingen durch Windkraftanlagen auf den Flugwegen sowie vordem noch gelegentlich genutzten Fl\u00e4chen verloren, und weitere solcher Fl\u00e4chen im Umfang von etwa 10.000 ha wurden durch die Riegelwirkung von 93 Turbinen im Raum Marzahna abgeschnitten<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wie sich zeigt: Zunehmend wird der Ausbau der Windkraft auch f\u00fcr die Gro\u00dftrappe zum Problem: <em><a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/gefaehrdung\/\">&#8222;Es sind eben nicht nur Verluste durch die Kollision mit Windr\u00e4dern, sondern die Entwertung ganzer Teilbereiche durch die Scheuchwirkung auf Gro\u00dftrappen, die bei der Anlage und dem Betrieb von Windparks bedacht werden m\u00fcssen<\/a><\/em>&#8222;, schreibt der F\u00f6rderverein auf seiner Homepage. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"810\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-06-um-05.49.24-1024x810.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2859\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-06-um-05.49.24-1024x810.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-06-um-05.49.24-300x237.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-06-um-05.49.24-768x607.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-06-um-05.49.24.png 1244w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/www.havelland-flaeming.de\/ausbau-windenergie.html\">Der Ausbau der Windenergie in der Region Havelland-Fl\u00e4ming, in der auch die letzten Kernlebensr\u00e4ume der Gro\u00dftrappe liegen. Die Graphik wurde am 08.05.2020 ver\u00f6ffentlicht<\/a>, Screenshot 06.06.2020<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In einem Vortrag mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.hs-osnabrueck.de\/fileadmin\/HSOS\/Studium\/Studienangebot\/Studiengaenge\/Bachelorstudiengaenge\/AuL\/Landschaftsentwicklung\/pdf\/Flade_Biodiv_Energiewende_Osnabrueck_Maerz2018.pdf\">&#8222;Biologische Vielfalt im Lichte der Energiewende&#8220;<\/a> zeigt Dr. Martin Flade anhand von Grafiken von Dr. Torsten Langgemach\/LfU Brandenburg den zeitlichen Verlauf der eintretenden Barrierewirkung der Windkaftindustrialisierung im Naturpark Fl\u00e4ming \u00f6stlich von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kropst\u00e4dt\">Kropst\u00e4dt\/Sachsen-Anhalt<\/a> an der Grenze zu Brandenburg bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marzahna\">Marzahna<\/a>. Es handelt sich um die von der LfU Brandenburg <a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/cms\/media.php\/lbm1.a.3310.de\/vsw_dokwind_voegel.pdf\">erw\u00e4hnten \u00fcber 90 Windenergieanlagen in jenem Bereich (siehe auch unten, Literaturstelle Eisenberg et al 2018, dortige Abb.12 )<\/a>. Der Befund ist  &#8211; wie alles rund um die negativen Auswirkungen von Windkraft &#8211; trotz erdr\u00fcckender Beweislast umstritten. Dass eine Barrierewirkung von <a href=\"https:\/\/www.havelland-flaeming.de\/regionalplan-2020.html\">Verantwortlichen f\u00fcr den dortigen Ausbau der Windkraft in Abrede gestellt wird<\/a>, d\u00fcrfte nicht \u00fcberraschen&#8230;w\u00f6rtlich liest sich das im Umweltbericht zum Regionalplan Havelland-Fl\u00e4ming 2020 (S.148) so: <\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.havelland-flaeming.de\/media\/files\/Umweltbericht.pdf\">&#8222;(&#8230;)Fazit: Durch die Windeignungsgebiete wird der Individuenaustausch zwischen den drei Einstandsgebieten nicht unterbunden. Eine Unterbindung von Flugbewegungen durch WEG im Sinne einer \u201eVerriegelung\u201c ist aufgrund der weiten Streuung der Individuennachweise auszuschlie\u00dfen. Ein Kollisionsrisiko durch die Errichtung von Windparks ist grunds\u00e4tzlich gegeben, aber wegen der Scheuchwirkung ist die Gef\u00e4hrdung gering und eine erhebliche Beeintr\u00e4chtigung auszuschlie\u00dfen.Hinsichtlich des Individuenaustausches wird f\u00fcr keine Vogelart eine erhebliche Beeintr\u00e4chtigung gesehen. Diesbez\u00fcglich kann somit auch eine Beeintr\u00e4chtigung der Erhaltungsziele der SPA ausgeschlossen werden<\/a><\/em>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verfolgung durch den Menschen\/Jagd<\/strong> <strong>&#8211; hoffentlich f\u00fcr immer Vergangenheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro\u00dftrappe\">In fr\u00fcheren Zeiten f\u00fchrte auch Jagd und Abschuss zum R\u00fcckgang in einigen Verbreitungsarealen.<\/a> Angesichts der heutigen Bestandssituation der Gro\u00dftrappe in Europa d\u00fcrfte eine Bejagung als Anachronismus und aus rechtlichen Gr\u00fcnden wohl f\u00fcr immer ausgeschlossen bzw. unverantwortlich sein. Vielmehr geht es heute darum, die verbliebenen Areale, auch die zuletzt verlassenen, f\u00fcr die Gro\u00dftrappen geeignet zu erhalten und eine Wiederkehr in diese Gebiete zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pr\u00e4dation und ihre Folgen: rechtlich und ethisch klar umrissener Artenausgleich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit einigen Jahrzehnten spielt die Erbeutung der Gelege durch Pr\u00e4datoren (unter den S\u00e4ugetieren Fuchs, neuerdings Marderhund und Waschb\u00e4r, unter den V\u00f6geln Kolkrabe, Nebelkr\u00e4he) und in j\u00fcngster Zeit die Erbeutung von Jung- und Altv\u00f6geln durch den in seinem Bestand erstarkten Seeadler eine zunehmende  Rolle f\u00fcr die Schutzbem\u00fchungen in den letzten drei Vorkommen Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"662\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Litzbarski_Weibchen-mit-K\u00fcken-1024x662.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2362\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Litzbarski_Weibchen-mit-K\u00fcken-1024x662.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Litzbarski_Weibchen-mit-K\u00fcken-300x194.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Litzbarski_Weibchen-mit-K\u00fcken-768x496.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Litzbarski_Weibchen-mit-K\u00fcken-1536x992.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Litzbarski_Weibchen-mit-K\u00fcken.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Wie bei allen Bodenbr\u00fctern ist f\u00fcr Gro\u00dftrappen die Zeit der K\u00fckenaufzucht besonders entscheidend. Jetzt kommt es auf gute Habitate mit reichem Insektenangebot an. Gleichzeitig sind K\u00fcken und f\u00fchrende Hennen durch die m\u00f6gliche Erbeutung seitens verschiedener nat\u00fcrlicher Gegenspieler bedroht. Foto: Heinz Litzbarski<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Schutz der Gro\u00dftrappe greifen daher sowohl rechtlich als auch ethisch Voraussetzungen f\u00fcr einen <em><strong>Artenausgleich<\/strong><\/em> (vgl. ausf\u00fchrlich diskutiert in Epple 1996, am Beispiel der Rabenv\u00f6gel). Artenausgleich bedeutet: Eingriff in den Bestand einer Art zu Gunsten einer anderen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Rechtsgrundlagen, voran die zu Grunde liegenden Richtlinien der EU und die allgemeinen Tierschutz-Vorgaben regeln von vornherein und in soweit, dass Eingriffe in Best\u00e4nde von Wildtieren verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig bleiben sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bestandserhebliche Eingriffe m\u00fcssen nicht nur f\u00fcr streng gesch\u00fctzte Arten, sondern auch f\u00fcr Arten mit dem Mindestschutz des Grundgesetzes und selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr jagdbare Arten, also z.B. den Rotfuchs, mit ethisch vertretbaren Mitteln durchgef\u00fchrt werden, sollten sie den Anforderungen an einen ganzheitlich verstandenen Umgang mit der Natur gen\u00fcgen und die Glaubw\u00fcrdigkeit aller Schutzbem\u00fchungen nicht untergraben. Verfolgungsexzesse sieht ein wissenschaftlich fundierter und ethisch konsistenter Artenausgleich nicht vor. <\/p>\n\n\n\n<p>Das hei\u00dft ganz konkret: <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207\">Aus der speziellen Situation Fuchs\/Gro\u00dftrappe oder Rabenv\u00f6gel\/Gro\u00dftrappe kann beispielsweise keine generelle Verteufelung des Fuchses oder der Rabenv\u00f6gel hergeleitet werden, siehe hier<\/a>. Dass sich tierqu\u00e4lerische Jagdpraktiken nicht mit Gro\u00dftrappenschutz rechtfertigen lassen, versteht sich also von selbst. Genauso unbestreitbar ist unter den derzeitigen Lebensraumbedingungen die Wirksamkeit und Notwendigkeit fachgerechter Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Pr\u00e4dation. Dazu geh\u00f6ren insbesondere auch Fuchs-sichere Umz\u00e4unungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2020\/02\/09\/17\/14\/white-tailed-eagle-4833889_960_720.jpg\" alt=\"Seeadler, Adler, Vogel, Natur, Raptor, Tiere, Majestic\"\/><figcaption>W\u00e4hrend Gelege- und Jungvogel-Verluste der Gro\u00dftrappen oft auf das Konto von Fuchs und Rabenv\u00f6geln gehen, spielt der Seeadler nach dem erstarken der Best\u00e4nde  als Pr\u00e4dator von jungen und erwachsenen Gro\u00dftrappen verst\u00e4rkt eine Rolle. Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/seeadler-adler-vogel-natur-raptor-4833889\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Ausgleich unter besonders gesch\u00fctzten Arten &#8211; im Falle der Gro\u00dftrappe ist der Seeadler ein streng gesch\u00fctzter Kontrahent &#8211; gelten die Ausnahmetatbest\u00e4nde des EU-Artenschutzrechtes, jeweils mit der Einschr\u00e4nkung, <em><strong>&#8222;sofern es keine andere zufriedenstellende L\u00f6sung gibt&#8220;<\/strong><\/em> <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/ALL\/?uri=CELEX%3A32009L0147\">(Artikel 9 Vogelschutzrichtlinie<\/a>) bzw. sinngleich <strong><em>&#8222;Sofern es keine anderweitige zufriedenstellende L\u00f6sung gibt&#8220;<\/em>  <\/strong>(<a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=CELEX:31992L0043:DE:HTML\">Art. 16 Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie<\/a>) <em>zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt <\/em>(Art. 9a Vogelschutzrichtlinie)bzw. <em>zum Schutz der wildlebenden Tiere und Pflanzen<\/em>&nbsp;(Art. 16 a FFH-Richtlinie).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=2434\">Den ethischen Rahmen liefert meine Betrachtung hier<\/a>: Der Verlust der Restpopulationen der Gro\u00dftrappe wiegt schwerer als der &#8211; dann und unter der Voraussetzung der Vermeidung jedweder Tierqu\u00e4lerei ethisch konsistente &#8211; Eingriff etwa in die Fuchsbev\u00f6lkerung oder die Population von <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207\">Rabenv\u00f6geln<\/a> (siehe auch Epple 1996). <\/p>\n\n\n\n<p>Artenausgleich also unter Voraussetzung aller so weit als m\u00f6glich verwirklichten und notwendigen Schutzma\u00dfnahmen, auf die wir nun zu sprechen kommen: <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Gro\u00dftrappen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Marcus Borchert, 1. Vorsitzender des <a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/impressum\/\">F\u00f6rdervereins Gro\u00dftrappenschutz e.V.<\/a>, schreibt mir zu den Schutzma\u00dfnahmen in Bezug auf die Einordnung von Priorit\u00e4ten und \u00f6ffentlicher Wahrnehmung des Artenausgleiches (fette Hervorhebung durch mich): <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;(&#8230;) Dabei wird meistens \u00fcbersehen, dass die Bejagung von Bodenpr\u00e4datoren nur ein Teil unseres Pr\u00e4dationsmanagements ist (zu dem z.B. auch gro\u00dffl\u00e4chige Schutzz\u00e4une zur Ausgrenzung von Bodenpr\u00e4datoren oder auch Ma\u00dfnahmen der Habitatgestaltung z\u00e4hlen) und dieses wiederum nur ein Bestandteil des gesamten Schutzprojektes ist. <strong>Das Habitatmanagement steht seit jeher im Vordergrund unserer Bem\u00fchungen. <\/strong>Nur leider wird dies in der \u00d6ffentlichkeit oftmals nicht beachtet. Dabei sind <strong>die Ergebnisse unseres Projektes, welches in seiner \u00fcber 40j\u00e4hrigen Kontinuit\u00e4t zumindest in Deutschland vermutlich einmalig ist, durchaus sehenswert. In den Schutzgebieten mit Gro\u00dftrappenvorkommen ist inzwischen eine bemerkenswerte Biodiversit\u00e4t zu finden. W\u00e4hrend vielerorts die Insektenvielfalt und -biomasse besorgniserregend zur\u00fcckgeht, verzeichnen wir z.B. im NSG Havell\u00e4ndisches Luch den gegenl\u00e4ufigen Trend mit einer j\u00e4hrlich wachsenden Artenvielfalt. Dies ist nat\u00fcrlich den Ma\u00dfnahmen zu verdanken, die vordergr\u00fcndig dem Schutz der Gro\u00dftrappe dienen, aber von denen selbstverst\u00e4ndlich die gesamte Bioz\u00f6nose der Agrarlandschaft vor Ort profitiert.<\/strong>&#8222;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser pers\u00f6nlichen Mitteilung des Insiders ist das Wesentliche schon ausgedr\u00fcckt: Letztlich in der Reihenfolge der Wirksamkeit ist in einem solchen komplexen Projekt eine ganze Kaskade von Bem\u00fchungen n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Gro\u00dftrappe sind <\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Herausforderung und Chance zugleich f\u00fcr eine wirksame Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung sowohl im Bereich des Gr\u00fcnlandes als auch des Ackerbaus<\/strong><\/li><li><strong>Herausforderung an eine sorgf\u00e4ltige und glaubw\u00fcrdige Durchf\u00fchrung von Managementma\u00dfnahmen rund um den Artenausgleich<\/strong> <strong>unter Vermeidung von Hass auf Pr\u00e4datoren.<\/strong><\/li><li><strong>Herausforderung und Chance zugleich f\u00fcr das \u00dcberdenken aller weiteren Landnahme-Aktivit\u00e4ten des Menschen auf Kosten der offenen Landschaft; hierzu geh\u00f6rt ein Moratorium &#8211; eine wirklich eintretende Denkpause &#8211; f\u00fcr weitere Infrastrukturma\u00dfnahmen im Bereich Siedlung, Industrie, Verkehr und besonders Energie (Freileitungen, Windkraftindustrie). <\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bild-10.06.20-um-10.30-1024x768.jpg\" alt=\"GT_WEA_BB_1.JPG\" class=\"wp-image-2926\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bild-10.06.20-um-10.30-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bild-10.06.20-um-10.30-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bild-10.06.20-um-10.30-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bild-10.06.20-um-10.30-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bild-10.06.20-um-10.30-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Balzender Gro\u00dftrappen-Hahn im typischen Lebensraum. Foto: Birgit Block. Die Windkraftindustrie im Hintergrund ist in weitem Abstand, und dennoch ein Menetekel f\u00fcr die &#8211; auch \u00e4sthetische &#8211; Entwertung des einst so weiten und sch\u00f6nen Landes. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/W.-Jaschke_Gr\u00fcnland-artenreich-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2363\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/W.-Jaschke_Gr\u00fcnland-artenreich-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/W.-Jaschke_Gr\u00fcnland-artenreich-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/W.-Jaschke_Gr\u00fcnland-artenreich-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/W.-Jaschke_Gr\u00fcnland-artenreich-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/W.-Jaschke_Gr\u00fcnland-artenreich-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Artenreiches extensives Gr\u00fcnland mit gro\u00dfem Insektenvorkommen im Projektgebiet des Gro\u00dftrappenschutzes. Foto: Wernfried Jaschke. Schutz und m\u00f6glichst auch Verbund wertvoller Fl\u00e4chen ist einer der Schl\u00fcssel zum Erhalt der Gro\u00dftrappe.  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_\u00d6koacker-Barnewitz-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2365\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_\u00d6koacker-Barnewitz-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_\u00d6koacker-Barnewitz-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_\u00d6koacker-Barnewitz-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_\u00d6koacker-Barnewitz-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_\u00d6koacker-Barnewitz-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>F\u00fcr die Gro\u00dftrappe &#8211; und weitere Bodenbr\u00fcter des Offenlandes &#8211; ist die Extensivierung der ackerbaulichen Nutzung sehr entscheidend. Verzicht auf Spritzmittel, weniger dichter Bewuchs, das Vorkommen von Ackerwildkr\u00e4utern und damit eine h\u00f6here Insektenvielfalt und leichtere Verf\u00fcgbarkeit bzw. Erreichbarkeit der Nahrung sind die Vorteile &#8211; gerade f\u00fcr die Aufzucht von Jungv\u00f6geln. Das Bild zeigt einen \u00d6koacker bei Barnewitz im Havell\u00e4ndischen Luch. Foto: Henrik Watzke<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_Auswilderungsvoliere-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2364\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_Auswilderungsvoliere-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_Auswilderungsvoliere-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_Auswilderungsvoliere-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_Auswilderungsvoliere-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.-Watzke_Auswilderungsvoliere-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Bergung von gef\u00e4hrdeten Gelegen und Aufzucht der K\u00fcken mit sp\u00e4terer Auswilderung sind arbeitsintensiver Bestandteil des Rettungsprojektes f\u00fcr die Gro\u00dftrappe. Diese Ma\u00dfnahme hat sehr zur Bestandserholung beigetragen. Foto: Henrik Watzke.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Immerhin werben die in der Region etablierten Naturparke <a href=\"https:\/\/www.westhavelland-naturpark.de\/themen\/tiere\/grosstrappe\/\">&#8222;Westhavelland&#8220;<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.hoher-flaeming-naturpark.de\/themen\/aktiv-in-der-natur\/aussichtspunkt-belziger-landschaftswiesen\/\">&#8222;Hoher Fl\u00e4ming<\/a>&#8220; auch mit dem Vorkommen und der M\u00f6glichkeit der Beobachtung von Gro\u00dftrappen. Deshalb sind die Schutzma\u00dfnahmen rund um die Gro\u00dftrappe auch Chance f\u00fcr das Ansehen einer ganzen Region. Die \u00dcberbauung der Landschaft mit Windraft-Kolossen d\u00fcrfte nicht zutr\u00e4glich sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dass sich Artenvielfalt trotz Klimawandel stabilisieren und sogar zunehmen kann, wenn Schutzma\u00dfnahmen gerade im Bereich der Landwirtschaft und <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=478\">Landnutzungs\u00e4nderung<\/a> greifen, ist ganz nebenbei ein weiterer fundierter Hinweis auf die Rolle der &#8222;Big Killers&#8220; im Bereich der Biodiversit\u00e4t (siehe <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1441\">hier<\/a>, mit weiteren Befunden).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erhalt der<\/strong> <strong>Gro\u00dftrappe: M\u00f6glichkeit grunds\u00e4tzlicher Erkenntnisgewinne f\u00fcr die wissenschaftliche Fundierung von  Artenschutz<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Mit Hinweis auf die unten angegebenen Literaturstellen (mit dort weiterf\u00fchrender Literatur) sei auf eine weitere Herausforderung hingewiesen, die am Beispiel der Gro\u00dftrappe mit erforscht werden kann: Es sind die Fragen rund um genetische Verarmung durch Isolation kleiner Restbest\u00e4nde gef\u00e4hrdeter Arten und die Folgen der Verinselung von geeigneten Lebensr\u00e4umen: Wie ist der Austausch zwischen letzten Kernlebensr\u00e4umen? Gelingt eine Besiedlung verwaister fr\u00fcherer Brutgebiete? Welche Rolle spielt der Austausch zwischen Teilpopulationen? Welche Rolle spielt die &#8222;Dismigration&#8220;, also die Zerstreuungswanderung erwachsen werdender Jungv\u00f6gel? Gibt es Zuzug von weiter entfernten Gro\u00dftrappen-Bev\u00f6lkerungen? K\u00f6nnen St\u00fctzungma\u00dfnahmen wie Handaufzucht und Wiederauswilderung in anderen Gebieten angewendet werden?&#8230;usw. usf.. Alles rund um den Schutz der Gro\u00dftrappe beinhaltet Grundsatzfragen und Lektionen f\u00fcr den Artenschutz!<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Erhaltung der Gro\u00dftrappe gibt es daher ein internationales <strong>&#8222;Memorandum of Understanding&#8220;<\/strong>: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/cms\/media.php\/lbm1.a.3310.de\/vsw_dokwind_voegel.pdf\">Nach diesem internationalen \u00dcbereinkommen im Rahmen der Bonner Konvention sollen die L\u00e4nder die in letzter Zeit (\u201erecently\u201c) verwaisten Gro\u00dftrappenlebensr\u00e4ume erfassen und in die Schutzbem\u00fchungen durch geeignete Landbewirtschaftung sowie Managementma\u00dfnahmen einbeziehen, um sie als Potenzialgebiete f\u00fcr die Gro\u00dftrappe zu erhalten und deren R\u00fcckkehr zu erm\u00f6glichen. F\u00fcr den Schutz der Gro\u00dftrappen auf den Zugwegen und in den \u00dcberwinterungsgebieten sind geeignete Ma\u00dfnahmen zu ergreifen.<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/cms\/media.php\/lbm1.a.3310.de\/vsw_dokwind_voegel.pdf\">Die Notwendigkeit der Ber\u00fccksichtigung der Metapopulationsstruktur* bei allen Managementma\u00dfnahmen wird durch PITRA&nbsp;et al. (2011) betont.<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>* unter &#8222;Metapopulation\u201c verstehen Biologen eine Gruppe von Teilpopulationen, die untereinander in (h\u00e4ufig beschr\u00e4nktem) genetischen Austausch stehen. Die letzten drei Teilpopulationen der Gro\u00dftrappe in Deutschland bilden eine solche.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle diese Fragen und an ihrer L\u00f6sung hat der F\u00f6rderverein wertvolle Arbeit \u00fcber Jahrzehnte geleistet. Weshalb es hier zur Unterst\u00fctzung geht: <\/p>\n\n\n\n<p>Spendenkonto Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam (MBS):  <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00f6rderverein Gro\u00dftrappenschutz e.V.<br>IBAN: DE34 1605 0000 3859 1920 85<br>BIC: WELADED1PMB<\/h4>\n\n\n\n<p>Ausgew\u00e4hlte Literatur: <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/23513938\/Linking_habitat_quality_with_genetic_diversity_a_lesson_from_great_bustards_in_Spain\">Pitra, C., Suarez-Seoane, S., Martin, C.A., Streich, W.J. &amp; Alonso, J.C. (2011): Linking habitat qualitiy with genetic diversity: a lesson from great bustards in Spain. European Journal of Wildlife Research 57: 411-419<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/lfu.brandenburg.de\/media_fast\/4055\/vsw_infra_trappe.pdf\">Schwandner, J. &amp; T. Langgemach&nbsp;(2011): Wie viel Lebensraum bleibt der Gro\u00dftrappe (Otis tarda)? Infrastruktur und Lebensraumpotenzial im westlichen Brandenburg. Ber. Vogelschutz 47\/48: 193-206.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/40_jahre-GT-Schutz.pdf\">Litzbarski, B. &amp; H. Litzbarski (2015): Schutzprojekt Gro\u00dftrappe \u2013<br>40 Jahre Naturschutzarbeit in der Agrarlandschaft. BERICHTE DER NATURFORSCHENDEN GESELLSCHAFT DER OBERLAUSITZ. Band 23 G\u00f6rlitz 2015 Seite 1\u201339<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Borchert, M.  &amp; H. Watzke (2017):  Vor dem Aussterben bewahrt: Das Schutzprojekt Gro\u00dftrappe im Fiener Bruch. Der Falke 10\/17: 34 &#8211; 37<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.grosstrappe.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/2018-Trappe-NundL-2_3_2018_Druck_end_16_01_19_klein.pdf\">Astrid Eisenberg, Henrik Watzke &amp; Torsten Langgemach (2018): Wechsel von Gro\u00dftrappen (Otis tarda) zwischen den Schutzgebieten Belziger Landschaftswiesen, Fiener Bruch und Havell\u00e4ndisches Luch in den Jahren 2001 bis 2017 &#8211; Ringfundmitteilung Nr.13\/2018 der Beringungszentrale Hiddensee &#8211; . Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg 27(2,3): 30 &#8211; 45.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ich danke dem Team des F\u00f6rdervereins Gro\u00dftrappenschutz e.V. f\u00fcr wertvolle Hinweise und das eindrucksvolle Bildmaterial<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Beitragsfoto zeigt einen Gro\u00dftrappen-Hahn in voller Balz-Pose. Foto: B\u00e4rbel Litzbarski. 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