{"id":478,"date":"2019-12-03T12:48:19","date_gmt":"2019-12-03T12:48:19","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=478"},"modified":"2023-12-19T09:02:31","modified_gmt":"2023-12-19T09:02:31","slug":"naturschutz-und-landwirtschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=478","title":{"rendered":"Naturschutz und Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Foto zeigt eine Uferschnepfe mit K\u00fcken, in frisch gem\u00e4hter Wiese, Stollhammer Wisch, Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen. Bodenbr\u00fctende V\u00f6gel sind besonders von der Nutzungsintensivierung mit fr\u00fcher und h\u00e4ufiger Mahd, D\u00fcngung und Bodenbearbeitung betroffen. Der Erhalt ihrer Populationen und der Schutz der Individuen ist Aufgabe von Landwirten und Natursch\u00fctzern zugleich. Die Gesellschaft muss f\u00fcr passende Rahmenbedingungen sorgen. Foto: Wolfgang Epple<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"620\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EV3_2227_Tergast-1024x620.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2203\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EV3_2227_Tergast-1024x620.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EV3_2227_Tergast-300x182.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EV3_2227_Tergast-768x465.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EV3_2227_Tergast-1536x929.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/EV3_2227_Tergast-2048x1239.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Realit\u00e4t und gewisserma\u00dfen \u00f6kologisches Endstadium von Gr\u00fcnland, das noch vor wenigen Jahren artenreicher Lebensraum auch f\u00fcr Wiesenbr\u00fcter wie die Uferschnepfe war: Intensivnutzung mit G\u00fclled\u00fcngung, Schleppen und Walzen w\u00e4hrend der Brutzeit, vielfacher und zu fr\u00fcher Mahd (eigene Erkenntnisse aus jahrelangen Freiland-Untersuchungen in der \u00f6kologisch vergleichbaren Stollhammer Wisch, Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen). Zus\u00e4tzlich werden immer gr\u00f6\u00dfere Teile des weiten k\u00fcstennahen Feuchtgr\u00fcnlands mit Windkraftindustrie \u00fcberbaut, was die Qualit\u00e4t der Lebensr\u00e4ume f\u00fcr die V\u00f6gel weiter einschr\u00e4nkt. Das Bild entstand im Februar 2018 bei Tergast, Ostfriesland, Niedersachsen. Foto: Eilert Vo\u00df.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vom Landespfleger zum S\u00fcndenbock?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die wissenschaftliche Fachwelt ist sich einig: Landwirtschaftliche Nutzung stellt weltweit den gr\u00f6\u00dften Bedrohungsfaktor f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t dar. Doch Achtung! Hier muss stark differenziert werden. Je nach Region der Erde hat b\u00e4uerliche Landwirtschaft \u00fcber Jahrhunderte auch zur Steigerung der Vielfalt des Lebens beigetragen. Deshalb wird hier nicht der heute vielfach \u00fcbliche pauschale Ton der Verunglimpfung gegen &#8222;die Landwirtschaft&#8220; angeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Spannungsfeld von Nahrungsmittererzeugung und Bewahrung der Natur ist unbestritten: Die prim\u00e4re Fruchtbarkeit und Produktionskraft der Erde, ihrer \u00d6kosysteme und B\u00f6den  ist durch verschiedenste vom Menschen verursachte Entwicklungen umfassend bedroht. <\/strong>Einen in vielerlei Hinsicht beklemmenden <a href=\"http:\/\/www.slu-boell.de\/sites\/default\/files\/bodenatlas2015.pdf\">\u00dcberblick liefert das Kooperationsprojekt <strong> Bodenatlas 2015<\/strong> (Heinrich B\u00f6ll Stiftung, IAAS Potsdam, BUND und Le Monde diplomatique<\/a>). Weltweit<a href=\"https:\/\/www.berlin-institut.org\/online-handbuchdemografie\/umwelt\/land.html\"> <\/a>schrumpft die Ackerfl\u00e4che pro Kopf bei gleichzeitig weiter wachsender Weltbev\u00f6lkerung, was auch den <a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Broschueren\/Welternaehrung-verstehen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5\">verantwortlichen in der Politik (hier ist als Beispiel eine Brosch\u00fcre des BMEL aus 2018 verlinkt) als Fakt seit Jahren zug\u00e4nglich ist.<\/a> Das hat Konsequenzen f\u00fcr den Menschen (Weltern\u00e4hrung) und die Natur. Der Druck auf noch nicht &#8222;urbar&#8220; gemachtes Land w\u00e4chst. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bev\u00f6lkerungswachstum und Landknappheit in ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Land<\/strong><\/td><td><strong>Verf\u00fcgbarkeit von Ackerland pro Kopf der Bev\u00f6lkerung&nbsp;<\/strong><strong><br>(in Hektar)<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Entwicklungs-\/Schwellenl\u00e4nder<\/strong><\/td><td><strong>1979-1981<\/strong><\/td><td><strong>1994-1996<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Bangladesch<\/td><td>0,1<\/td><td>0,07<\/td><\/tr><tr><td>China<\/td><td>0,1<\/td><td>0,08<\/td><\/tr><tr><td>Indonesien<\/td><td>0,12<\/td><td>0,09<\/td><\/tr><tr><td>Pakistan<\/td><td>0,24<\/td><td>0,16<\/td><\/tr><tr><td>Indien<\/td><td>0,24<\/td><td>0,18<\/td><\/tr><tr><td>\u00c4gypten<\/td><td>0,06<\/td><td>0,05<\/td><\/tr><tr><td>Jordanien<\/td><td>0,14<\/td><td>0,08<\/td><\/tr><tr><td>Burundi<\/td><td>0,24<\/td><td>0,15<\/td><\/tr><tr><td>Kenia<\/td><td>0,23<\/td><td>0,15<\/td><\/tr><tr><td><strong>Industriel\u00e4nder<\/strong><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>USA<\/td><td>0,83<\/td><td>0,71<\/td><\/tr><tr><td>Schweiz<\/td><td>0,06<\/td><td>0,06<\/td><\/tr><tr><td>Deutschland<\/td><td>0,15<\/td><td>0,14<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: The World Bank, World Development Report 1998\/99, Washington D.C. 1998, Tabelle 8.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar sind weltweit noch immer die meisten Landwirtschaftsbetriebe sehr klein. Ein Verdr\u00e4ngungsmechanismus, der Kleinbauern betrifft, gespeist aus Landhunger, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Land_Grabbing\">Land-Grabbing<\/a> und dem Bev\u00f6lkerungsdruck (Hunger) der sich rasch sowohl zahlenm\u00e4\u00dfig als auch \u00f6konomisch entwickelnden Gesellschaften insbesondere in Asien (China, Indien) hat gro\u00dfe Teile der Erde erfasst  und bereits erdumspannende Auswirkungen, auf die wir auch in der <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">Bev\u00f6lkerungsfrage <\/a>eingehen m\u00fcssen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Von der  b\u00e4uerlichen und kleinteiligen Kreislaufwirtschaft ist die in vielen Teilen der Erde um sich greifende agrarindustrielle Produktion von Lebensmitteln, Futtermitteln und neuerdings &#8222;Energiepflanzen&#8220; v\u00f6llig verschieden. Sie w\u00fcrde zur Ern\u00e4hrung der weiter wachsenden Welt-Bev\u00f6lkerung nach heutiger Kenntnis m\u00f6glicherweise auch nicht mehr ausreichen. B\u00e4uerliche Landwirtschaft  muss also in den fruchtbarsten und begehrtesten Regionen agrarindustriellen Methoden weichen. Konkurrenz um Land ensteht auch deshalb, weil sogenannte Veredlung von Getreide zu Fleisch enorme Fl\u00e4chen und Ressourcen (Wasser, D\u00fcngemittel) beansprucht. Dort, wo sich kleine Bauern halten konnten, geraten sie in allen Erdteilen unter diesen Konkurrenzdruck durch die Agrarindustrie, die je nach Auspr\u00e4gung und Gebaren b\u00e4uerliche Existenzen bedroht, zu Landflucht f\u00fchrt und die <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">Tendenz der Verst\u00e4dterung der Menschheit <\/a>in den Randbereichen der Metropolen noch beschleunigt. <a href=\"https:\/\/www.mcc-berlin.net\/de\/news\/meldungen\/meldungen-detail\/article\/verstaedterung-verschlingt-300000-kmx00b2-fruchtbarsten-ackerlands.html\">Das Wuchern der St\u00e4dte und Siedlungen verschlingt dabei weiteres wertvolles Ackerland.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMGP2343-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-316\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMGP2343-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMGP2343-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMGP2343-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMGP2343-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMGP2343.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>In Mitteleuropa knappes Gut: <strong>D\u00fcnn besiedelte <\/strong>Kulturlandschaft mit \u00fcberwiegend extensiver Nutzung, weichem \u00dcbergang von Offenland, Feuchtgebiet und Wald. In solchen strukturreichen Landschaftsrelikten besteht sowohl gro\u00dfe Artenvielfalt als auch Erholungswert f\u00fcr den Menschen. Landschaftsschutz mit <strong>Integration<\/strong> von Naturschutz und landwirtschaftlicher Nutzung ist ein Instrument zum Erhalt solcher Vorzugslandschaften. Kernbereiche mit wertvollster Habitatausstattung sollten jedoch durch <strong>Seggregation<\/strong> in vollst\u00e4ndigen Schutz vor menschlicher Nutzung \u00fcberf\u00fchrt werden. Dies widerspricht nicht der Vorstellung eines Miteinander von Mensch und Natur, sondern ist Folgerung aus der Erkenntnis des Schwindens der letzten Wildnisse von der Erde. Das Bild entstand im B\u00f6hmerwald, CZ, die Waldfl\u00e4chen im Hintergrund geh\u00f6ren zum <a href=\"http:\/\/www.npsumava.cz\/de\/\">Nationalpark Sumava<\/a>. <br>Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Bebauung <\/strong>geht grunds\u00e4tzlich zu Lasten  prim\u00e4rproduktiver Fl\u00e4chen, auch zu Lasten der f\u00fcr die Landwirtschaft geeigneten, und d\u00fcrfte viele \u00fcberraschen:<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer 2019 erschienenen <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0169204618310661?via=ihub\">Studie <\/a>des Leibniz-Instituts f\u00fcr \u00f6kologische Raumentwicklung (I\u00d6R) und des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK) trifft auf 99&nbsp;Prozent des Geb\u00e4udebestandes in Deutschland zu: Das n\u00e4chste Haus befindet sich in maximal 1,5&nbsp;Kilometern Abstand. Kein Standort ist weiter als 6,3 Kilometer vom n\u00e4chsten Haus entfernt. Hier geht es zur Originalstudie in ScienceDirect:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0169204618310661?via=ihub\"><em>Behnisch, M. et al. (2019): Settlement percolation: A study of building connectivity and poles of inaccessibility<\/em>. <em>Landscape and Urban Planning Vol. 191, 103631<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aus der seinerzeitigen begleitenden <a href=\"https:\/\/www.ioer.de\/presse\/einzel-2019\/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=464&amp;cHash=a78b76a67776c2eb1bf35b24a90b4c1d\">Pressemitteilung des I\u00d6R<\/a> vom 27. August 2019: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Das gr\u00f6\u00dfte geb\u00e4udefreie Gebiet misst gerade einmal 12,6&nbsp;Kilometer im Durchmesser. Der maximale Abstand zum n\u00e4chstgelegenen Geb\u00e4ude betr\u00e4gt damit nur etwas mehr als sechs Kilometer. Besonders \u00fcberraschend f\u00fcr das Forscher-Team:&nbsp;<\/em><strong><em>&#8222;Entgegen unseren Erwartungen sind die gr\u00f6\u00dften Freifl\u00e4chen nicht etwa in Naturschutzgebieten zu finden. Stattdessen zeigte sich, dass noch genutzte oder ehemalige Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze die am wenigsten mit Geb\u00e4uden bebaute Fl\u00e4che aufweisen&#8220;<\/em>,<\/strong> <em>berichtet Diego Rybski. Die f\u00fcnf abgelegensten Gebiete sind die Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze (T\u00dcP) Bergen im S\u00fcden der L\u00fcneburger Heide (maximale Entfernung zum n\u00e4chsten Geb\u00e4ude: 6.320&nbsp;m), Baumholder (4.850&nbsp;m) in Rheinland-Pfalz, Hohenfels (4.250&nbsp;m) in der Oberpfalz und Oberlausitz (4.170&nbsp;m) im Nordosten von Sachsen sowie der ehemalige T\u00dcP Kyritz-Ruppiner Heide (4.440&nbsp;m) in Brandenburg \u2013 immerhin ein Teil dieses ehemaligen Milit\u00e4rgel\u00e4ndes ist inzwischen wichtiges europ\u00e4isches Naturschutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat\/FFH). (&#8230;)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Fl\u00e4chenschutz dringend erforderlich<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>&#8222;Unsere Ergebnisse machen deutlich, wie dringlich es ist, in Deutschland mehr f\u00fcr den Fl\u00e4chenschutz und auch f\u00fcr die Entsiegelung von B\u00f6den zu unternehmen&#8220;<\/strong>, so Martin Behnisch vom I\u00d6R. Zwar gebe es bereits eine Vielzahl politischer Strategien, gesetzlicher Regelungen und planerischer Instrumente, die auf eine sparsamere Fl\u00e4chennutzung abzielten. Doch auch der leichte R\u00fcckgang bei der Neuinanspruchnahme von Fl\u00e4chen k\u00f6nne nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass Deutschland von einer tats\u00e4chlichen Trendwende noch weit entfernt ist.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist daher mehr als zwiesp\u00e4ltig, wenn f\u00fcr landwirtschaftliche Geb\u00e4ude freie Fl\u00e4chen und fruchtbares Land zersiedelt werden, und das Landschaftsbild beeintr\u00e4chtigt wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_6665-1024x589.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5991\" width=\"1024\" height=\"589\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_6665-1024x589.jpeg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_6665-300x173.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_6665-768x442.jpeg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_6665-1536x883.jpeg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_6665-2048x1178.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Neubau eines Stalls auf der &#8222;gr\u00fcnen Wiese&#8220;  im Jahr 2022. Das grunds\u00e4tzlich richtige Privileg nach dem deutschen Baugesetzbuch f\u00fcr die Landwirtschaft, im Au\u00dfenbereich bauen zu d\u00fcrfen, sollte vor dem Hintergrund der Zersiedelung sorgf\u00e4ltigst angewendet werden. Insbesondere Gestaltung und bestm\u00f6gliche Einbindung in die umgebende Natur m\u00fcssen angestrebt und sollten selbstverst\u00e4ndlich werden bzw. durch rechtlich bindende  Vorgaben gew\u00e4hrleistet und auch \u00fcberwacht sein. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Fl\u00e4chenschutz ist in allen Teilen Europas notwendig und auf der ganzen Erde ein dringliches Anliegen eines ganzheitlichen Naturschutzes. Beispiel &#8222;Ferieninsel&#8220; Mallorca:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSC_5911-1024x680.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-322\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSC_5911-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSC_5911-300x199.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSC_5911-768x510.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSC_5911-1536x1020.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/DSC_5911-2048x1360.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>B\u00e4uerliche, \u00fcber Jahrtausende genutzte Kulturlandschaft im S\u00fcden Mallorcas. Halboffene und mehr oder weniger baumreiche Kulturlandschaften sind in vielen trocken-warmen Gebieten der Erde typisch. Sie sind Beispiele daf\u00fcr, dass der Mensch nachhaltig und in Partnerschaft mit der Natur trotz vorangegangener Rodung von Prim\u00e4rw\u00e4ldern auch unter klimatisch schwierigen Bedingungen Land einigerma\u00dfen naturschonend bewirtschaften kann. <br>Je nach Erdregion, Nutzung und Baumarten w\u00e4re die <em>Mischung von Holznutzung und Landwirtschaft<\/em>, die <em>Agroforstwirtschaft (Agroforestry<\/em>) auch beispielhaft f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der CO2-Senkenfunktion der Landlebensr\u00e4ume. Auch solche Landschaften besitzen hohen Erholungswert f\u00fcr den Menschen. Weichen im Zuge des <strong>Landnutzungswandels<\/strong> extensive Nutzungsformen intensiv genutzten agrar-industriellen Monokulturen,  wird die Wohlfahrtsfunktion solchen Kulturlandes f\u00fcr die Artenvielfalt und den Menschen vernichtet.<br>Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Landnutzung und ihr Wandel, also der <a href=\"https:\/\/www.umweltdialog.de\/de\/management\/Publikationen\/2019\/Landnutzungswandel-in-einer-globalisierten-Welt.php\"><strong>Landnutzungswandel<\/strong> ist durch die Globalisierung und weltweite Handels-Vernetzung der Menschheit \u00fcber die ganze Erde gekoppelt.<\/a> Diese &#8222;Fernkopplung&#8220; f\u00fchrt zu weltweit in \u00e4hnliche Richtung verlaufende Ver\u00e4nderungen und Prozesse: Aus kleinteiliger b\u00e4uerlicher Landwirtschaft wird gro\u00dffl\u00e4chig intensive  Agrarindustrie. Aus Vielfalt und Regionalit\u00e4t wird Monotonie und eine verengte genetische Basis bei  Nutztieren und Nutzpflanzen. F\u00fcr den ganzheitlichen Naturschutz m\u00fcssen die <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41558-019-0406-z\">Auswirkungen des Landnutzungswandels auf die Biodiversit\u00e4t, auf Bedrohung und  Verlust von Arten<\/a> und genetischer Vielfalt, in den Vordergrund ger\u00fcckt werden. Und wie gezeigt: Die <a href=\"https:\/\/www.bmuv.de\/themen\/nachhaltigkeit-digitalisierung\/nachhaltigkeit\/strategie-und-umsetzung\/flaechenverbrauch-worum-geht-es\"><strong>Versiegelung und Zersiedelung von Fl\u00e4chen<\/strong><\/a> ist weiterhin ein besonders dringendes Problem, selbst in unserem bereits extrem dicht besiedelten Land, und dies gerade auch im Rahmen der<a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\"> Verst\u00e4dterung<\/a> und des damit einhergehenden  <strong><a href=\"https:\/\/www.mcc-berlin.net\/de\/news\/meldungen\/meldungen-detail\/article\/verstaedterung-verschlingt-300000-kmx00b2-fruchtbarsten-ackerlands.html\">Verlustes von fruchtbarem Ackerland<\/a>, und zwar weltweit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"Insektensterben\"><strong>Landwirtschaft und Insektensterben<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ein Hauptaugenmerk gilt seit geraumer Zeit dem R\u00fcckgang der Insektenfauna auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Fl\u00e4chen. Ich greife eine besonders aussagekr\u00e4ftige <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/abs\/10.1111\/icad.12343\">Studie eines Forschungsteams um Jan Christian Habel von der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) und Thomas Schmitt von der Senckenberg Naturforschungsgesellschaft<\/a> auf, die sich mit dem R\u00fcckgang der Tagfalter besch\u00e4ftigt. Aus der Mitteilung der Senkenberg-Pressestelle vom 19.03.2019 folgende Zitate (ver\u00f6ffentlicht <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news712329\">hier<\/a>):<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<em><strong>Etwa 33.500 Insektenarten sind in Deutschland heimisch \u2013 doch ihre Menge nimmt dramatisch ab. Von den 189 aktuell in Deutschland vorkommenden Tagfalterarten stehen 99 Arten auf der Roten Liste, 5 Arten sind bereits ausgestorben, weitere 12 Arten vom Aussterben bedroht. \u201eEs wird davon ausgegangen, dass dieser negative Trend gr\u00f6\u00dftenteils durch die Industrialisierung der Landwirtschaft bedingt ist\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut im brandenburgischen&nbsp;M\u00fcncheberg&nbsp;(\u2026)\u2022(\u2026) auf 21 Wiesenfl\u00e4chen \u00f6stlich von M\u00fcnchen das Vorkommen von Tagfalter-Arten erfasst; 17 dieser Areale liegen inmitten von landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen, vier in naturnah bewirtschafteten Naturschutzgebieten.&nbsp;\u201eUnsere Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: In der N\u00e4he von intensiv bewirtschafteten, regelm\u00e4\u00dfig gespritzten Feldern ist die Tagfalter-Vielfalt und Anzahl deutlich geringer, als auf Wiesen in der N\u00e4he von wenig bis ungenutzten Fl\u00e4chen\u201c, so der Erstautor der Studie, Prof. Dr. Jan Christian Habel (\u2026)Insgesamt 24 Tagfalter-Arten und 864 Individuen (\u2026) auf allen Fl\u00e4chen gez\u00e4hlt. \u201eAuf den Wiesen innerhalb der landwirtschaftlich genutzten Felder haben wir im Schnitt 2,7 Tagfalter-Arten pro Besuch gefunden, auf den vier Untersuchungsgebieten innerhalb der beiden Naturschutzgebiete \u201aDietersheimerBrenne\u2019 und \u201aGarchinger Heide\u2019 waren es durchschnittlich 6,6 Arten\u201c, erg\u00e4nzt Prof. Dr. Werner Ulrich von der Copernicus-Universit\u00e4t im polnischen Thorn. (\u2026)\u201eUnsere Studie unterstreicht die negativen Auswirkungen der industrialisierten, konventionellen Landwirtschaft auf die Tagfalter-Vielfalt und zeigt, dass dringend umweltvertr\u00e4glichere Anbaumethoden ben\u00f6tigt werden. (\u2026) schlie\u00dft Schmitt (\u2026)<\/strong><\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"675\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Dia-04058-1024x675.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6021\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Dia-04058-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Dia-04058-300x198.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Dia-04058-768x506.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Dia-04058-1536x1013.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Dia-04058-2048x1351.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Das Gro\u00dfe Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) ist mit bis zu 16 cm Spannweite der gr\u00f6\u00dfte mitteleurop\u00e4ische Schmetterling. Hier ein M\u00e4nnchen mit den stark gek\u00e4mmten F\u00fchlern. Die Nachtschmetterlinge sind w\u00e4rmeliebend, und k\u00f6nnten eigentlich im Zuge der Klimaerw\u00e4rmung auch in warmen Gegenden S\u00fcddeutschlands Fu\u00df fassen. Leider sind die Populationen wie die des nahe verwandten Kleinen Nachtpfauenauges eher r\u00fcckl\u00e4ufig, was mit dem <strong>Einsatz von Spritzmitteln<\/strong> (Insektiziden) in Obstanbaugebieten in Zusammenhang gebracht wird. Das Bild entstand vor Jahrzehnten in der N\u00e4he des Neusiedler Sees\/\u00d6sterreich. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0048969722054146?via%3Dihub\">aktuelle Studie<\/a> belegt f\u00fcr den R\u00fcckgang der Schmetterlinge eindr\u00fccklich die Rolle der Intensivierung der Landwirtschaft seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. In der <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news801063\">begleitenden Pressemitteilung des <em>Senckenberg Deutsches Entomologisches Institutes M\u00fcncheberg<\/em><\/a><em> <\/em> zur <em><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news801063\">gro\u00dfangelegten Studie zum R\u00fcckgang von Schmetterlingsarten mit 59.870 Beobachtungspunkten auf einer Fl\u00e4che von \u00fcber 7.000 Quadratkilometern Gr\u00f6\u00dfe<\/a><\/em>&#8230;hei\u00dft es (fette Hervorhebung WE), Ausz\u00fcge: <em>&#8220; (&#8230;) \u201eAls Basis f\u00fcr unsere Arbeit haben wir Daten und Aufzeichnungen vom Haus der Natur Salzburg herangezogen, die bis in das Jahr 1920 zur\u00fcck reichen. Sie zeigen, dass bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts zahlreiche Arten in ihren Best\u00e4nden r\u00fcckl\u00e4ufig waren. Ein zweites gro\u00dfes Aussterbeereignis fand dann in den 1960er-Jahren statt\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr. Thomas Schmitt vom Senckenberg Deutschen Entomologische Institut in M\u00fcncheberg und von der Universit\u00e4t Potsdam. (&#8230;)Ab Mitte des letzten Jahrhunderts f\u00fchrte insbesondere die Reduktion der Lebensraumqualit\u00e4t zu einem Verlust der Schmetterlingsvielfalt. (&#8230;) Vor allem f\u00fcr die 1960er-Jahre konnte das Forscher-Team vermehrt R\u00fcckg\u00e4nge nachweisen, so beispielsweise f\u00fcr Schmetterlinge der artenreichen mageren Wiesen des Tieflandes. <strong>\u201eVerantwortlich scheint hier die zu diesem Zeitpunkt einsetzende Industrialisierung der Landwirtschaft mit intensiven Eins\u00e4tzen von Pflanzenschutzmitteln und k\u00fcnstlichen D\u00fcngemitteln zu sein. Hierdurch verschwanden viele naturnahe Elemente der Kulturlandschaft wie bl\u00fctenreiche, magere Talwiesen mit ihrer hohen Artenvielfalt. Dieser Trend ist bis heute ungebrochen negativ\u201c<\/strong>, erg\u00e4nzt Schmitt*. Die Auswertungen des Teams zeigen zudem, dass ab 1980 die Schmetterlingsvielfalt in montanen und alpinen Gebieten r\u00fcckl\u00e4ufig ist und dass die Zerst\u00f6rung nat\u00fcrlicher und naturnaher Landschaften auch in den Gebirgslagen angekommen ist.(&#8230;)&#8220;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Foto aus der <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news801063\">Pressemitteilung: <\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/newsimage.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6100\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/newsimage.jpeg 800w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/newsimage-300x225.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/newsimage-768x576.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Original-Legende: <br><strong>Das Rotbraune Wiesenv\u00f6gelchen Coenonympha glycerion ist ein Verlierer der industrialisierten Landwirtschaft<\/strong><br>Foto: T. Schmitt\/Senckenberg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">* Prof. Dr. Thomas Schmitt ist Co-Autor der Studie<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auf dem R\u00fcckzug: Die Arten des extensiv genutzten Gr\u00fcnlandes<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"948\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Wiesenpieper_EV3_5556-948x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2603\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Wiesenpieper_EV3_5556-948x1024.jpg 948w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Wiesenpieper_EV3_5556-278x300.jpg 278w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Wiesenpieper_EV3_5556-768x829.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Wiesenpieper_EV3_5556-1423x1536.jpg 1423w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Wiesenpieper_EV3_5556-1897x2048.jpg 1897w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Wiesenpieper_EV3_5556.jpg 1969w\" sizes=\"(max-width: 948px) 100vw, 948px\" \/><figcaption>Der Wiesenpieper bewohnt Offenland, besonders feuchte Wiesen und Weiden. Foto: Eilert Vo\u00df.<br>Nicht nur die gr\u00f6\u00dferen Bodenbr\u00fcter wie die Wiesenwatv\u00f6gel (Limikolen), etwa Kiebitz und die Uferschnepfe des Beitragsbildes, sondern inzwischen auch viele kleinen Vogelarten, die auf den (einstigen) Insekten- und Spinnenreichtum extensiv bewirtschafteter Gr\u00fcnl\u00e4ndereien angewiesen sind, gehen in ihren Best\u00e4nden in Folge der intensiven Bewirtschaftung stark zur\u00fcck und r\u00e4umen immer mehr fr\u00fcher besiedelte Brutgebiete. Zu diesen Arten geh\u00f6rt auch der hier gezeigte Wiesenpieper. <br>Sein naher Verwandter, der Baumpieper, Charaktervogel etwa von Streuobstgebieten, artenreichen Waldr\u00e4ndern und baumreichen Feldfluren, ist ebenfalls im R\u00fcckgang begriffen. <br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"673\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Dia-04447-673x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6028\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Dia-04447-673x1024.jpg 673w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Dia-04447-197x300.jpg 197w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Dia-04447-768x1169.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Dia-04447-1009x1536.jpg 1009w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Dia-04447-1346x2048.jpg 1346w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Dia-04447-scaled.jpg 1682w\" sizes=\"(max-width: 673px) 100vw, 673px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/www.bfn.de\/vogelschutzbericht-2019\"><strong>Der Kiebitz geh\u00f6rt in ganz Deutschland zu den Verlierern durch die Intensiv-Landwirtschaft<\/strong><\/a>. Im intensiv genutzten Gr\u00fcnland fallen Bruten und K\u00fcken den engmaschigen Bearbeitungszyklen aus Schleppen-Walzen, viel zu fr\u00fcher Mahd, G\u00fclle-Ausbringung und dem zu dichten Aufwuchs bzw. dem Mangel an Nahrung zum Opfer. Sto\u00df-Beweidung, insbesondere durch Jungvieh im Fr\u00fchling gef\u00e4hrdet die Bruten. Dass auch Verluste durch Pr\u00e4dation eine Rolle spielen, wird keineswegs geleugnet. In intakten Wiesenvogel-Gemeinschaften, die oft in gemischten Brut-Kolonien von Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine, an der K\u00fcste auch Austernfischer und Gro\u00dfem Brachvogel bestehen bzw. bestanden, funktioniert allerdings eine gemeinsame Beutegreifer-Abwehr ganz hervorragend (Epple, bislang unver\u00f6ffentlichtes Material aus einer Projektbegleitung in der Wesermarsch\/Niedersachsen): Bei Auftauchen eines Pr\u00e4dators steigt eine ganze Armada von Elternv\u00f6gel auf, und vertreibt diesen durch hartn\u00e4ckige Attacken aus der Luft;  gezielte Ablenkungsman\u00f6ver verwirren den Angreifer zus\u00e4tzlich. Das Bild entstand in der Stollhammer Wisch\/Landkreis Wesermarsch\/ Niedersachen in den 1990er Jahren. Das wenige Tage alte, winzige nestfl\u00fcchtende Kiebitz-K\u00fcken wird auf einer M\u00e4hfl\u00e4che gef\u00fchrt. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die intensive Gr\u00fcnlandbewirtschaftung mit bis zu einem halben Dutzend Schnitten und zwischengeschalteter G\u00fclle-Ausbringung f\u00fchrt zu kolossaler Verarmung des &#8222;Wirtschaftsgr\u00fcnlandes&#8220;. Inzwischen ist diese Intensivst-Wirtschaft  auch in schwierig zu bearbeitenden Lagen im H\u00fcgelland und selbst in Berglagen der Normalfall. Das folgende Foto zeigt den Unterschied:<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_9992-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6487\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_9992-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_9992-300x225.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_9992-768x576.jpeg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_9992-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_9992-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><strong>Kr\u00e4uterreiche, schwach oder nicht ged\u00fcngte M\u00e4h-Wiesen sind vielerorts nur noch museale Relikte.<\/strong> Das Bild zeigt eine Situation in den ersten Julitagen 2023  im Vorderen Bayerischen Wald. Die Wiese mit ausgepr\u00e4gtem Bl\u00fchhorizont im Vordergrund wird j\u00e4hrlich nur ein- bis zweimal gem\u00e4ht. Das Schnittgut wird &#8211; wie einst &#8211; zu Heu verarbeitet. Im Hintergrund (ein Bach bildet die Grenze) das zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal f\u00fcr Silage abgem\u00e4hte Gr\u00fcnland, zwischenzeitlich &#8211; und j\u00e4hrlich &#8211; mehrfach mit G\u00fclle behandelt. Solche benachbarten Fl\u00e4chen zeigen die Realit\u00e4t der kolossalen Verarmung: Keine Schmetterlinge, keine Bodenbr\u00fcter, keine Laufk\u00e4fer, nur sehr wenige Kr\u00e4uter, daf\u00fcr einige wenige &#8222;Turbo-Gras-Sorten&#8220;, die alles dominieren&#8230;Die \u00fcber Jahrhunderte angepasste Lebensgemeinschaft der einst kleinb\u00e4uerlich genutzten und gepflegten Gr\u00fcnlandstandorte hat sich auf das &#8211; dauerhaft viel zu kleine &#8211; Relikt im Vordergrund zur\u00fcckgezogen. Anspruchsvolle Arten verschwinden selbst aus solchen Fl\u00e4chen. Die Auswirkungen der Intensivnutzung rundum sind sp\u00fcrbar. Der f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t alarmierend negative Schwund extensiven Gr\u00fcnlandes ist wissenschaftlich mit erdr\u00fcckender Beweislast an vielen Orten Europas dokumentiert. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Landwirtschaft und Gew\u00e4sserschutz<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ein solches Bild sollte hoffentlich bald der Vergangenheit angeh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_5395-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6001\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_5395-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_5395-300x225.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_5395-768x576.jpeg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_5395-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/IMG_5395-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ackernutzung inklusive Spritzmitteleinsatz mit der Folge der Sch\u00e4digung eines bachbegleitenden Seggenriedes (erkennbar an der hellen F\u00e4rbung der Vegetation vor der einzelnen Fichte) bis hart an das Ufer eines Baches in Bayern. Fr\u00fchjahr 2022. In Bayern wird das <a href=\"https:\/\/www.stmuv.bayern.de\/themen\/naturschutz\/bayerns_naturvielfalt\/volksbegehren_artenvielfalt\/index.htm\">Volksbegehren &#8222;Artenvielfalt und Natursch\u00f6nheit in Bayern &#8211; Rettet die Bienen&#8220; als das &#8222;<\/a><strong><a href=\"https:\/\/www.stmuv.bayern.de\/themen\/naturschutz\/bayerns_naturvielfalt\/volksbegehren_artenvielfalt\/index.htm\">erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte des Freistaates&#8220; vom zust\u00e4ndigen Staatsministerium f\u00fcr Umwelt und Verbraucherschutz gefeiert.<\/a> <\/strong>Der dort als Gro\u00dftat gepriesene Gew\u00e4sserrandstreifen mit einer Breite von 5 (in Worten: f\u00fcnf!) Metern wird wie eine gro\u00dfartige Errungenschaft dargestellt, und ist doch viel zu kleinkariert. Die Realit\u00e4t ist mehr als ern\u00fcchternd: Noch nicht einmal diese f\u00fcnf Meter werden eingehalten. <br><strong>F\u00fcr einen effektiven Artenschutz oder gar gerechten Interessenausgleich zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Gew\u00e4sserschutz sind 5 Meter nicht im Ansatz ausreichend.<\/strong>&nbsp;Warum geben wir trotz erdr\u00fcckender Faktenlage den Fl\u00fcssen und den kleineren B\u00e4chen, den Lebensadern unserer Landschaft, nicht deutlich mehr Raum? <br>Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/RemoteMediaFile_6553731_0_2022_05_27_09_21_04-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6037\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/RemoteMediaFile_6553731_0_2022_05_27_09_21_04-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/RemoteMediaFile_6553731_0_2022_05_27_09_21_04-300x169.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/RemoteMediaFile_6553731_0_2022_05_27_09_21_04-768x432.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/RemoteMediaFile_6553731_0_2022_05_27_09_21_04-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/RemoteMediaFile_6553731_0_2022_05_27_09_21_04-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Die selbe Situation von oben fotografiert. Deutlich ist die bis an das Ufer des Baches abgespritzte Vegetation des Seggenriedes zu erkennen.  Bei jedem st\u00e4rkeren Niederschlagsereignis ist Erosion und Eintrag von Schadstoffen aus dem h\u00e4ngigen Maisacker in das Flie\u00dfgew\u00e4sser unvermeidlich. Siehe weitere <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207\">Fotos unter der Abhandlung des Bibers auf der Seite zum Schutz  der Arten im Interessenkonflikt. <\/a>Die Aufnahme entstand am 29.Mai 2022.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Rolle der Landwirtschaft bei der Entwaldung <\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>&#8222;Urbarmachung&#8220; f\u00fcr den Landbau hat in gro\u00dfen Teilen Europas und im Mediterraneum (siehe obiges Foto Mallorca; im gesamten Mittelmeerraum Waldvernichtung schon beginnend in der Antike) und vermehrt im Mittelalter zu enormen Waldverlusten und der heute noch etwa bestehenden Verteilung von Wald und Offenland gef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_3534-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6136\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_3534-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_3534-300x225.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_3534-768x576.jpeg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_3534-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_3534-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>F\u00fcr Mitteleuropa ein nach historischer Waldrodung typischer \u00dcbergang von Wald in Offenland, <strong>in diesem<\/strong> <strong>Falle des <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=4619\">&#8222;Ebersberger Forstes&#8220; bei M\u00fcnchen<\/a> inmitten einer Metropolregion ein besonders wertvolles Mosaik aus kulturell gewachsenen Lebensr\u00e4umen. <\/strong><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=4619\">Das Landschaftsschutzgebiet soll durch Windkraft entwertet werden. <\/a>Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=566\">Weltweit ist der Waldverlust ungebremst<\/a>, und nimmt auch in Europa wieder teilweise erschreckende Ausma\u00dfe an.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die seit Jahrzehnten wahrgenommene, immer wieder diskutierte <strong>Entwaldung in den Tropen<\/strong> (<a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=566\">auf dieser Homepage beleuchtet hier<\/a>) ebenfalls und <strong>bis heute \u00fcberwiegend durch die Ausdehnung der Landwirtschaft bedingt<\/strong> ist, ist zwar l\u00e4ngst bekannt. Nun zeigt eine <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.abm9267\">aktuelle Studie, die in &#8222;Science&#8220;<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurde, dass das Ausma\u00df des Anteils der Landwirtschaft noch h\u00f6her ist als bisher kommuniziert.  Besonders ern\u00fcchternd ist die Erkenntnis, dass nur ein geringer Teil der zerst\u00f6rten Waldfl\u00e4chen in den Tropen tats\u00e4chlich einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Nutzung zugef\u00fchrt werden. In einer begleitenden <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news800966\">Pressemitteilung der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin<\/a>* hei\u00dft es: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news800966\">&#8222;<strong>Landwirtschaft ist verantwortlich f\u00fcr mehr als 90 Prozent der tropischen Entwaldung<\/strong><\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Ausz\u00fcge (fette Hervorhebung WE): &#8222;(&#8230;) Eine neue Studie, die heute in der Fachzeitschrift Science ver\u00f6ffentlicht wurde, stellt fest, <strong>dass die globale Landwirtschaft f\u00fcr 90 bis 99 Prozent der gesamten tropischen Entwaldung verantwortlich ist. <\/strong>Allerdings f\u00fchrt nur die H\u00e4lfte bis zwei Drittel davon zu einer Ausweitung der aktiven landwirtschaftlichen Produktion. Die Studie ist eine Zusammenarbeit der weltweit f\u00fchrenden Entwaldungsexpert:innen und liefert eine neue Synthese der komplexen Zusammenh\u00e4nge zwischen Entwaldung und der Ausbreitung von Landwirtschaft. Nach Auswertung der besten verf\u00fcgbaren Daten zeigen die Forschenden, <strong>dass der Anteil der tropischen Entwaldung, der der Landwirtschaft zuzuschreiben ist, deutlich h\u00f6her ist als jene 80 Prozent, die oft in Politik und Wissenschaft angegeben werden<\/strong>.&nbsp;(&#8230;)<em>\u201eUnsere Studie verdeutlicht, dass zwischen 90 und 99 Prozent der gesamten tropischen Entwaldung direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft zu tun haben. Uns hat aber \u00fcberrascht, dass nur ein vergleichsweise geringerer Anteil der gesamten Entwaldung \u2013 zwischen 45 und 65 Prozent \u2013 direkt zu einer Ausweitung der tats\u00e4chlichen landwirtschaftlichen Produktion auf den abgeholzten Fl\u00e4chen f\u00fchrt. Diese Erkenntnis ist von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung wirksamer Ma\u00dfnahmen zur Verringerung der Entwaldung und zur F\u00f6rderung einer nachhaltigen l\u00e4ndlichen Entwicklung\u201c<\/em>, sagt Florence Pendrill, Hauptautorin der Studie an der Chalmers University of Technology, Schweden. <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news800966\">(&#8230;)Die Studie verdeutlicht, dass lediglich eine Handvoll Rohstoffe f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Entwaldung im Zusammenhang mit der aktiven Produktion landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen verantwortlich sind \u2013 weit \u00fcber die H\u00e4lfte davon machen Weideland, Soja und Palm\u00f6l aus.<\/a>&nbsp;(&#8230;)&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">*Eine <a href=\"https:\/\/news.cision.com\/chalmers\/r\/agriculture-drives-more-than-90-percent-of-tropical-deforestation,c3627515\">gleichlautende Pressemitteilung der Chalmers University of Technology zur Publikation finden Sie hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere <a href=\"https:\/\/iopscience.iop.org\/article\/10.1088\/1748-9326\/ac8b9a\">Studie belegt die Befunde am Beispiel des Gran Chaco, der ein Hotspot der Waldzerst\u00f6rung auf der Erde darstellt.<\/a> Auch zu dieser gibt es eine begleitende <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news800946\">Pressemitteilung der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin;<\/a> Ausz\u00fcge: &#8222;Die Landwirtschaft expandiert weiter in tropische W\u00e4lder, aber oft bleibt die Landnutzung nach der anf\u00e4nglichen Entwaldung dynamisch. Eine Auswertung von Satellitenbildern der letzten 35 Jahre aus dem Gran Chaco in S\u00fcdamerika zeigt, dass riesige Waldfl\u00e4chen zerst\u00f6rt wurden, aber auch, dass etwa ein Drittel der Gebiete \u00fcberhaupt nicht f\u00fcr die Landwirtschaft genutzt wurden. (&#8230;)<em>\u201eDer Chaco ist ein globaler Entwaldungs-Hotspot, mit mehr als 19,3 Millionen Hektar Waldverlust seit 1985. Das ist eine Fl\u00e4che, die mehr als halb so gro\u00df ist wie Deutschland\u201c<\/em>, erkl\u00e4rt Tobias K\u00fcmmerle*, Professor am Geographischen Institut der Humboldt-Universit\u00e4t. (&#8230;)<em>\u201eWir haben auch festgestellt, dass etwa 30 Prozent aller Entwaldungsfl\u00e4chen nie f\u00fcr die Landwirtschaft genutzt wurden\u201c<\/em>, sagt Tobias K\u00fcmmerle. Die Forscher betonen, dass viele Erkl\u00e4rungen f\u00fcr diesen Befund m\u00f6glich sind, zum Beispiel Landspekulation, Bauern, denen das Geld ausgeht oder die jetzt abholzen, weil sie bef\u00fcrchten, dass es in Zukunft illegal werden k\u00f6nnte.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">*Prof. Dr. Tobias K\u00fcmmerle ist Co-Autor der Studie<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden hier vorgestellten Studien weisen die Autoren auf die gro\u00dfe Dringlichkeit der begleitenden Probleme hin, etwa im Bezug auf &#8222;Reinigen&#8220; von Lieferketten, und auf den Bezug zum Verlust der biologischen Vielfalt. Selbstverst\u00e4ndlich wird &#8211; zurecht &#8211;  auch der Klimawandel erw\u00e4hnt. Was jedoch in den Pressemitteilungen fehlt, ist ein eindeutiger Hinweis auf den Zusammenhang mit der gerade in den Tropen noch immer problematischen <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">Bev\u00f6lkerungsentwicklung der Menschheit<\/a> , die doch f\u00fcr jeden Laien erkennbar direkt mit dem (nicht nur auf die Tropen beschr\u00e4nkten) Eindringen von immer mehr Menschen in Waldgebiete (das ist die <strong>Landnahme auf Kosten der Natur<\/strong>) und mit der Nachfrage nach Rohstoffen aus Lieferketten zusammenh\u00e4ngt und auf diese zur\u00fcckwirkt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Hoffnung besteht in der Selbstheilung der Natur nach Waldzerst\u00f6rung: <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"673\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Dia-04951-673x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6124\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Dia-04951-673x1024.jpg 673w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Dia-04951-197x300.jpg 197w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Dia-04951-768x1169.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Dia-04951-1009x1536.jpg 1009w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Dia-04951-1346x2048.jpg 1346w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Dia-04951-scaled.jpg 1682w\" sizes=\"(max-width: 673px) 100vw, 673px\" \/><figcaption><strong>F\u00fcr durch Landwirtschaft entwaldete Fl\u00e4chen und Regionen, in denen nachhaltige Nutzung nie richtig eingesetzt hat oder die Nutzung wieder aufgegeben wurde,  besteht &#8211; wenn auch nicht \u00fcberall &#8211; die M\u00f6glichkeit einer zwar nicht dem zerst\u00f6rten Prim\u00e4rwald gleichzusetzenden, dennoch \u00f6kologisch f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und den Wasserhaushalt sowie das Kleinklima  wertvollen Wiederbewaldung. Das Bild zeigt einen Blick in einen solchen nach der Entwaldung in Jahrzehnten nachgewachsenen Sekund\u00e4rwald.<\/strong><br>Halbinsel Nicoya, Costa Rica. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Geduld, der Beitrag wird weiter vertieft&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Foto zeigt eine Uferschnepfe mit K\u00fcken, in frisch gem\u00e4hter Wiese, Stollhammer Wisch, Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen. Bodenbr\u00fctende V\u00f6gel sind besonders von der Nutzungsintensivierung mit fr\u00fcher &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":341,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"class_list":["post-478","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/478"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=478"}],"version-history":[{"count":95,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/478\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6525,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/478\/revisions\/6525"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}