{"id":566,"date":"2019-12-13T07:48:06","date_gmt":"2019-12-13T07:48:06","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=566"},"modified":"2025-03-16T03:28:23","modified_gmt":"2025-03-16T03:28:23","slug":"naturschutz-und-waelder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=566","title":{"rendered":"Naturschutz und W\u00e4lder"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Beitragsbild zeigt einen genutzten, naturnahen Privatwald im Vorderen Bayerischen Wald.  Foto: Wolfgang Epple<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong><em>Am Besten hat&#8217;s die Forstpartie &#8212; der Wald, der w\u00e4chst auch ohne sie<\/em><\/strong>&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser leicht ironischen Volksweisheit steckt viel vom breiten Themenspektrum, das im  Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft angesiedelt ist. Es ist das Spannungsfeld von Schutz und Nutzung der Natur.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele  der &#8222;Forsten&#8220;, in denen Holznutzung im weitesten Sinne im Vordergrund steht, verdienen nicht die Bezeichnung <em>Wald<\/em>. Sie sind eher Holz\u00e4cker, bestanden mit einer bevorzugten, oft noch standortunangepassten &#8222;Brotbaumart&#8220;, die in zu kurzen Umtriebszeiten geerntet wird. In Deutschland ist es die Fichte, die den &#8222;Brotbaum&#8220; stellt, im Flachland des Nordostens oft auch die Waldkiefer.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_3950-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4993\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_3950-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_3950-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_3950-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_3950-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_3950-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Ist das Reh eigentlich ein Waldsch\u00e4dling?<\/strong> Klare Antwort: NEIN! Aber auch Rehe geh\u00f6ren in den Kreis der zu Unrecht <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207\">verfemten Arten im Interessenkonflikt<\/a>. Foto: Wolfgang Epple.  Gro\u00dfe Pflanzenfresser wie Rehe sind an vielseitige W\u00e4lder und halboffene Landschaften angepasst. Sie gehen in naturnahen W\u00e4ldern nicht &#8222;zu Schaden&#8220;.  In riesigen, auf finanziellen Gewinn ausgerichteten, monotonen Fichtenforsten (s.u.) sind Rehe wie ihre gro\u00dfen Verwandten, die Rothirsche (siehe n\u00e4chstes Foto mit Legende), darauf angewiesen, wenigstens in Lichtungen und an Waldr\u00e4ndern ein ausreichendes Nahrungsangebot zu finden. Das Dogma <em>&#8222;Wald vor Wild&#8220;<\/em>, das insbesondere von sogenannten &#8222;\u00d6ko-J\u00e4gern&#8220; vertreten wird, wird einer ganzheitlichen Sichtweise und einem achtsamen Umgang mit Wildtieren keinesfalls gerecht.  Dies bedeutet nicht, dass in der heutigen Situation von Wirtschaftsw\u00e4ldern keine speziellen  Artenschutz-Konflikte um Wildtierbest\u00e4nde bestehen.  Etwa beim Aussterben seltener langsam wachsender Baumarten spielt auch Verbiss durch Rehe oder Hirsche eine Rolle. Es muss hei\u00dfen: <em>&#8222;Wald<strong> und<\/strong> Wild, Wald <strong>mit<\/strong> Wild&#8220;<\/em>. Dass selbstverst\u00e4ndlich die nat\u00fcrlichen Gegenspieler der Huftiere, Wolf, Luchs und im geeigneten Habitat auch der B\u00e4r in einen europ\u00e4ischen Wald mit vollst\u00e4ndigem Arteninventar geh\u00f6ren, entspricht der Sichtweise des ganzheitlichen Naturschutzes.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"588\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/IMG_7524-1024x588.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6253\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/IMG_7524-1024x588.jpeg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/IMG_7524-300x172.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/IMG_7524-768x441.jpeg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/IMG_7524-1536x883.jpeg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/IMG_7524-2048x1177.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch der <strong>Rothirsch<\/strong> wird als  &#8222;Waldsch\u00e4dling&#8220; eingestuft und ist aus gro\u00dfen Teilen seines potenziellen Verbreitungsgebietes insbesondere im S\u00fcden Deutschlands zu Gunsten der forstlichen Nutzung durch Gesetz ausgegrenzt. Foto: Wolfgang Epple. Sogenannte<strong> Rotwildgebiete<\/strong> regeln in einigen Bundesl\u00e4ndern den Totalabschuss au\u00dferhalb dieser Gebiete. <a href=\"https:\/\/www.rothirsch.org\/unsere-positionen\/jagdpolitik-der-laender\/\">Die Deutsche Wildtierstiftung hat hierzu eine Karte und Hintergr\u00fcnde publiziert.<\/a> Zus\u00e4tzlich werden die Rothirsche in gro\u00dfr\u00e4umiger Dimension durch die rigorose T\u00f6tung au\u00dferhalb der ihnen zugewiesenen Gebiete gerade im S\u00fcden Deutschlands (etwa im Bayerischen Wald und im Schwarzwald) an ihren nat\u00fcrlichen jahreszeitlichen Wanderungen, die sie einst in gr\u00f6\u00dferen Herden durchf\u00fchrten, gehindert. Zitat aus dem Positionspapier der DWS:<em><a href=\"https:\/\/www.rothirsch.org\/unsere-positionen\/jagdpolitik-der-laender\/\">\u201eReviere au\u00dferhalb der Rotwildbezirke sind rotwildfrei zu machen und zu halten,\u201c hei\u00dft es in der Ausf\u00fchrungsverordnung des Bayerischen Jagdgesetzes. Neben Bayern mit Rotwildbezirken auf 14 % seiner Landesfl\u00e4che darf in Baden-W\u00fcrttemberg, das sich im Gro\u00dfen Landeswappen mit Rothirsch und Hirschstange ziert, der Rothirsch gar nur auf 4 % der Landesfl\u00e4che existieren. Dabei scheint es anscheinend auch kein Rolle zu spielen, ob das Land konservativ Schwarz oder umweltbewegt Gr\u00fcn regiert wird.<\/a><\/em> Es sei angemerkt, dass ein solcher Umgang mit einem gro\u00dfen Wildtier, der lokale Ausrottung zum Ziel hat, mit dem Naturschutzrecht und dem Jagdrecht grunds\u00e4tzlich kollidiert.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>An der Art der Nutzung der W\u00e4lder entscheidet sich, wie nahe unsere Gesellschaft einem ganzheitlichen Ansatz f\u00fcr den Naturschutz in den W\u00e4ldern kommt. Die Behandlung der W\u00e4lder ist von entscheidender Bedeutung f\u00fcr den Schutz der nat\u00fcrlichen Ressourcen Luft, Wasser, Boden und Biodiversit\u00e4t. Neben den Belangen der Holznutzung sind also alle <strong>Wohlfahrtsfunktionen des Waldes<\/strong> beinhaltet; die wichtigste vorneweg: <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Lebensraum<\/strong> f\u00fcr eine schier unermessliche Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren: Von den Pilzen, deren Geflecht f\u00fcr das Gedeihen des Waldes grundlegend ist, von Moosen und Farnen bis zu den Str\u00e4uchern und B\u00e4umen, von Wirbellosen (Spinnentiere, Insekten) \u00fcber Amphibien und  Reptilien bis zu den V\u00f6geln und S\u00e4ugetieren: Der Wald lebt in kaum \u00fcberschaubaren und durchschaubaren Netzen gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeiten der verschiedensten Lebensformen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Erholungsraum<\/strong> nicht nur f\u00fcr Gro\u00dfstadt- Menschen,<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Luftreinhaltung, Frischluftanreicherung, Schutz des Bodens  und Schutz der Trinkwasser-Reserven<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Klimafunktion:<\/strong> Lokale und regionale Wirkung durch K\u00fchlung und Ausgleich von Temperatur-Extremen (Stichwort: Waldinnenklima); regionale Auswirkung auf Wolkenbildung (Verdunstung, Albedo) und Regenwahrscheinlichkeiten;  Funktion als CO2-Senke; die Klima-Effekte werden unten vertieft betrachtet;  speziell der Gesichtspunkt des eher naturschutzfeindlichen CO2-Reduktionismus der gegenw\u00e4rtigen Diskussion sei herausgehoben.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Alle Waldbesitzer sollten diesen Wohlfahrtsfunktionen des Waldes verpflichtet sein: Der Staat, die Kirchen, die Kommunen und Privatwaldbesitzer, die Waldbauern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP0815-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-568\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP0815-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP0815-225x300.jpg 225w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP0815-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP0815.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vielstufiger Mischwald mit hohem Anteil von stehendem und liegendem Totholz und sehr alten B\u00e4umen: der Idealfall f\u00fcr den Naturschutz auch im genutzten Wirtschaftswald. Das Bild entstand im B\u00f6hmerwald. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_1377-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-619\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_1377-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_1377-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_1377-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_1377-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_1377-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch der bewirtschaftete Wald l\u00e4sst viel Raum und M\u00f6glichkeiten, die Natur zu sch\u00fctzen und pfleglich zu behandeln: Wird die standortfremde Fichte aus der <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/biologie-kompakt\/hoehenstufen\/5563\">kollinen Stufe<\/a> zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, und bei der Holznutzung an einigen Stellen auf Lichtdurchlass bis zum Boden gesorgt, gleichzeitig eine vielseitige Baumartenmischung angestrebt, entsteht ein stabiles Wald\u00f6kosystem, das D\u00fcrren, Frost, Sturm und &#8222;Forstsch\u00e4dlingen&#8220; besser standh\u00e4lt als der weit verbreitete Alterklassenwald mit Bevorzugung der &#8222;Brotbaumarten&#8220;. Ein solcher Wald liefert  im besten Fall, wenn das Holzsortiment vollst\u00e4ndig hierf\u00fcr genutzt wird,  7 bis 10 Raummeter Brennholz pro Hektar und Jahr.  Selbst dann kann noch gen\u00fcgend Totholz im Wald bleiben. M\u00f6glichst viele B\u00e4ume k\u00f6nnen und sollen in einem solchen Wald zur biologischen Reifephase altern. Das Bild zeigt den eigenen kleinen Wald des Verfassers am Rande des Vorderen Bayerischen Waldes, mit Buche, Eiche, Kirsche, Birke, Vogelbeere, unter den Weichh\u00f6lzern mit Faulbaum, verschiedenen Weiden, Pappeln, Espen, am Waldrand Haseln\u00fcsse. Im Sp\u00e4tsommer &#8222;liefert&#8220; dieser Wald essbare Pilze, es reifen Himbeeren und Brombeeren. In den alten Eichen finden bis zu 1000 verschiedene Begleitarten Lebensraum. Das wirkt sich aus: Auf engstem Raum br\u00fcten hier \u00fcber 30 Vogelarten, darunter Schwarzspecht und Goldh\u00e4hnchen&#8230;Es leben Rehe, Feldhasen, Waldm\u00e4use, R\u00f6telm\u00e4use, Siebenschl\u00e4fer, F\u00fcchse, Dachse, Baummarder, Hermeline, Mauswiesel, am Bach Biber und Fischotter&#8230;Mitsein mit der Natur kann mitten in der vom Menschen sorgf\u00e4ltig genutzten Natur gelingen. Foto: Anna Lena Leimbach-Epple<br> &nbsp; <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Realit\u00e4t des Waldes in Mitteleuropa ist vielerorts von diesen Gemeinwohl-Verpflichtungen und auch von gesicherten Erkenntnissen zur Stabilit\u00e4t der Wald\u00f6kosysteme entfernt: Noch immer dominieren Monokulturen, eine dichte und immer weitere Erschlie\u00dfung mit Forststra\u00dfen belastet Boden und \u00d6kosystem, bei sogenannten &#8222;R\u00fcckegassen&#8220; gibt es teilweise eine regelrechte \u00dcbererschliessung, wenn diese im Abstand von nur 50 Metern unterhalten werden. Bis in die j\u00fcngste Vergangenheit fand noch der Umbau des ehemals vielstufigen Naturwaldes in &#8222;Altersklassenwald&#8220; statt, mit Entmischung oder Zur\u00fcckdr\u00e4ngen der nat\u00fcrlich vorkommenden Baumarten. Ganz allgemein: Intensivierung der Nutzung macht der Wald-Lebensgemeinschaft zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielfacher Weise kollidieren allgemein verbreitete Praktiken der intensiven Forstwirtschaft mit dem Naturschutz und den h\u00f6herrangigen rechtlichen Vorgaben zum Artenschutz in den Naturschutzrichtlinien der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine sehr dezidierte Aufarbeitung  der Realit\u00e4t des Naturschutzes im Wald am Beispiel des Schutzes der Flederm\u00e4use in Rheinland-Pfalz bietet die bei der <strong><a href=\"https:\/\/www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de\">Bundesb\u00fcrgerinitiative Waldschutz<\/a> <\/strong>publizierte <a href=\"https:\/\/www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de\/2021\/06\/25\/wird-forstwirtschaft-in-deutschland-illegal-betrieben\/\">Abhandlung von Guido Pfalzer: <strong><em>Wird Forstwirtschaft in Deutschland illegal betrieben?<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2912-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4229\" style=\"width:675px;height:506px\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2912-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2912-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2912-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2912-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2912-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fichtenmonokultur im Vorderen Bayerischen Wald. Foto: Wolfgang Epple. Die einzige &#8222;Abwechslung&#8220;  auf vielen Hektaren bietet die zuf\u00e4llig mit aufgewachsene Birke im linken Vordergrund. Wenn solche Forste, die den Namen &#8222;Wald&#8220; nicht verdienen,  in Folge von D\u00fcrre und Borkenk\u00e4ferbefall absterben, kann man durchaus von einer  &#8222;Selbstheilung&#8220; und &#8222;Selbstbereinigung&#8220; der Natur sprechen. Die  fotografierte Trostlosigkeit stockt auf 400 M \u00fc. NN, in der <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/biologie-kompakt\/hoehenstufen\/5563\">kollinen Stufe<\/a>. Die Fichte ist dort \u00fcberwiegend standortfremd. Wenn nach K\u00e4ferkalamit\u00e4t und Verdorren der &#8222;D\u00fcrrst\u00e4nder&#8220; von Forstbeamten eine Einbringung von Douglasien und Roteichen empfohlen wird, ist das Gegenteil dessen erreicht, was die Chance w\u00e4re f\u00fcr den Wiederaufbau der W\u00e4lder: Naturverj\u00fcngung mit an den Standort angepassten Baumarten (siehe \u00fcbern\u00e4chstes Bild). Die nat\u00fcrliche Waldgesundung allerdings braucht viel Zeit, und daher Geduld. Pioniergeh\u00f6lze wie Vogelbeere, Birke und Faulbaum sind ebenso zu tolerieren wie Beerenstr\u00e4ucher. Wie vielf\u00e4ltig die entstehende und m\u00f6gliche Waldvegetation ist, zeigt sich nur bei Toleranz gegen nat\u00fcrliche Entwicklung (siehe Fotos aus dem Bannholz bei Au\u00dfernzell im vorderen Bayerischen Wald weiter unten).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3032-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4273\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3032-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3032-225x300.jpg 225w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3032-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3032-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_3032-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das typische Ende eines Fichtenstangenforstes: Nach K\u00e4fer-Kahlschlag und wiederholten  Angriffen des Windes fallen solche instabilen Forste nach und nach&#8230;Teil einer oben erw\u00e4hnten &#8222;Selbstheilung&#8220; der Natur. Kein &#8222;Waldsterben 2.0&#8220;. Das Bild entstand im Vorderen Bayerischen Wald. Ein wenig salopp k\u00f6nnte man formulieren: Wer auf solchen &#8222;Schadfl\u00e4chen&#8220; wieder Fichten nachpflanzt und der Naturverj\u00fcngung keine Chance gibt, oder doch wenigstens mit standortgerechten Baumarten nachhilft, hat den Schuss nicht geh\u00f6rt. Auch in diesem Falle  wurden Fichten in der kollinen Stufe letztlich nicht standortgerecht und dar\u00fcber hinaus in viel zu enger Pflanzung als Monokultur bef\u00f6rstert. Foto: Wolfgang Epple. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3391-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4436\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3391-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3391-225x300.jpg 225w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3391-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3391-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_3391-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine mehr als einhundertj\u00e4hrige Buche am Rand eines Fichten-Stangenforstes auf 400 Meter Meeresh\u00f6he im vorderen Bayerischen Wald. Die Buche ist zusammen mit der Stieleiche (siehe Fotos weiter unten, Bannholz bei Au\u00dfernzell) auf solchen Standorten insofern Zukunftsbaum, als in allen durch den Untergang der Fichte entstehenden Bl\u00f6\u00dfen lebhafte Naturverj\u00fcngung mit diesen dem Standort angepassten B\u00e4umen einsetzt. Von &#8222;Waldsterben&#8220; beim Anblick sterbender Fichten am falschen Standort, gar aufgrund des Klimawandels, wie in den Medien immer wieder rei\u00dferisch dargestellt,  kann in vielen Gegenden keine Rede sein. Vielmehr bereinigt die Natur vielerorts waldbauliche Fehler der Vergangenheit gerade in der<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/biologie-kompakt\/hoehenstufen\/5563\"> kollinen Stufe<\/a>. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP1031-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-569\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP1031-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP1031-225x300.jpg 225w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP1031-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMGP1031.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Urwaldrelikte, wie die letzten naturbelassenen Bergfichtenw\u00e4lder des k\u00fcnischen Gebirges, verdienen es, vollst\u00e4ndig aus der Nutzung entlassen zu werden. Es ist und bleibt ein historisches Verdienst der Pioniere der Nationalparke <a href=\"https:\/\/www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de\/\">Bayerischer Wald<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.npsumava.cz\/de\/\">Sumava<\/a>, den Waldnaturschutz in dieser Region im Herzen Europas entscheidend voran gebracht zu haben. Dies zum Wohl des Waldes und der Menschen, die hier auch in Zukunft das Werden und Vergehen des Waldes bestaunen k\u00f6nnen. <strong>Es ist ein v\u00f6lliges Unding, die verschwindend geringen Urwaldreste und die ohnehin zu kleinen Waldschutzgebiete in Europa im Zuge der Klima-CO2-Diskussion wegen geringerer CO2-Einlagerung zu diskreditieren (s.u.). <\/strong>Das Bild zeigt einen Bergfichtenwald am Pl\u00f6ckenstein im B\u00f6hmerwald. Hier, im feuchten und k\u00fchlen Bergbereich sind Fichten am angestammten Wuchsort und bilden eindrucksvolle, langsam wachsende Baumgestalten. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch die Erschlie\u00dfung und &#8222;M\u00f6blierung&#8220; des Waldes f\u00fcr die nicht mehr stille Erholung durch den Menschen macht gerade in Deutschland Probleme, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Pflanzen und Tiere des Waldes: Mountainbike-Parcours, Motocross-Strecken, Wanderwege bis in die letzten R\u00fcckzugsorte der Wildtiere&#8230; Das auch noch durch Bauma\u00dfnahmen gef\u00f6rderte Eindringen des Menschen sollte stets gut abgewogen werden. In den meisten F\u00e4llen sprechen gute Naturschutzargumente gegen weitere Erschlie\u00dfung und &#8222;Nutzung&#8220; des Waldes, die \u00fcber die stille Erholung hinausgehen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Letzte Prim\u00e4rw\u00e4lder weltweit, und auch in Europa unter Druck<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Prim\u00e4rw\u00e4lder, die heute noch auf der Erde zu finden sind, verdienen besondere Beachtung und besonderen Schutz. Nicht nur die tropischen Prim\u00e4rw\u00e4lder fallen weiterhin dem Raubbau durch den Menschen zum Opfer; ein <a href=\"http:\/\/naturschatz.org\/kanada\/kahlschlag.htm\">Brennpunkt ist seit Jahren British Columbia\/Canada<\/a>. Es handelt sich um einen l\u00e4ngst bekannten <a href=\"https:\/\/youtu.be\/9bvojuQT0AE\">beklemmenden und f\u00fcr jeden Interessierten zug\u00e4nglichen Skandal<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"886\" height=\"496\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-582\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-2.png 886w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-2-300x168.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-2-768x430.png 768w\" sizes=\"(max-width: 886px) 100vw, 886px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Skandal\u00f6ser Kahlschlag von Prim\u00e4rw\u00e4ldern findet auch in den gem\u00e4\u00dfigten Breiten statt. Besonders betroffen ist der gem\u00e4\u00dfigte K\u00fcsten-Regenwald. British Columbia\/Canada. <a href=\"https:\/\/www.regenwald.org\/petitionen\/1120\/500-jahre-alt-und-jetzt-gefaellt-beendet-den-kahlschlag-in-kanada\">500 Jahre alt<\/a>&#8230;Foto copyright: T. J. Watt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.saveparadiseforests.eu\/de\/home\/\">Auch in Europa werden zur Zeit wertvollste Naturw\u00e4lder mit noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbarer R\u00fccksichtslosigkeit und krimineller Energie  gepl\u00fcndert.<\/a> <\/strong>Dies selbst in ausgewiesenen Nationalparks. <a href=\"https:\/\/www.euronatur.org\/aktuell\/detail\/news\/skandaloese-abholzungen-in-rumaenien-enthuellt\/\">Brennpunkt sind die rum\u00e4nischen Karpaten, die die letzten gro\u00dfen Urw\u00e4lder beherbergen&#8230;<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Rum\u00e4nien: Kahlschlag in den Karpaten | Fokus Europa\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zpDir3M56m8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Und in Deutschland?&#8230;.Was sind unsere W\u00e4lder &#8222;wert&#8220;?:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>&#8222;Waldschutz&#8220; in Deutschland = Waldvernichtung f\u00fcr den vorgeblichen &#8222;Klimaschutz&#8220;: <\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Konkret: Die <strong><a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\">Opferung wertvoller W\u00e4lder f\u00fcr die Windkraft<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland ist das Gegenteil eines Musterlandes, wenn es um den Schutz des Waldes geht. Nicht nur die Naturferne der meisten Wirtschaftsw\u00e4lder ist zu nennen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Musterland des &#8222;Klimaschutzes&#8220; werden selbst wertvollste W\u00e4lder der Windkraftindustrie ausgeliefert. Negativ-Beispiel f\u00fcr den brachialen Durchmarsch ist der <a href=\"http:\/\/rettet-den-odenwald.de\/was-ist-geplant\/\">Odenwald<\/a>, wobei praktisch alle W\u00e4lder der Mittelgebirge im Visier der Begehrlichkeiten der Windkraftindustrie sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein von der \u00d6ffentlichkeit viel zu wenig beachteter Skandal ist die <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=4447\"><strong>Auslieferung der den B\u00fcrgern geh\u00f6renden Staatsw\u00e4lder an die Windkraftindustrie<\/strong>. <\/a>Beispiel ist die ForstBW, der Baden-W\u00fcrttembergische Staatswald, der unter GR\u00dcNER Herrschaft der Industrialisierung durch Windkraft geopfert werden soll; <a href=\"https:\/\/www.forstbw.de\/produkte-angebote\/windkraftanlagen-im-wald\/\">Originalton<\/a> Forst BW: <em>&#8222;Im Rahmen der Energiewende verfolgt die Landesregierung das Ziel, bis zum Jahr 2020 mindestens 10 Prozent des Stroms im Land aus heimischer Windkraft bereit zu stellen. Umgerechnet auf die durchschnittliche Anlagengr\u00f6\u00dfe bedeutet dies den Zubau von rd. 1.200 Anlagen. Durch die Verpachtung geeigneter landeseigener Waldfl\u00e4chen unterst\u00fctzt ForstBW diesen Ausbau der Windenergie.<\/em>&#8220; Den Skandal habe ich bereits 2017 in der ersten Auflage meiner Denkschrift zu Windkraft und Naturschutz  aufgearbeitet (Epple (2017)). <\/p>\n\n\n\n<p>Die Staatsw\u00e4lder werden im Auftrag des Volkes und f\u00fcr das Volk verwaltet. Sie m\u00fcssten daher im besten Sinne f\u00fcr das Gemeinwohl gepflegt werden. Nirgends ist ersichtlich, dass dieser Auftrag via verg\u00e4nglicher und vor\u00fcbergehender parteigebundener GR\u00dcNER, CDU\/CSU- oder SPD-Staatsmacht die Vernichtung und Verh\u00f6kern der W\u00e4lder im Zuge der zerst\u00f6rerischen Invasion der Windkraftindustrie beinhaltet. Die Ank\u00fcndigung der Forst-BW von &#8222;nur&#8220; 1.200 WEA ist l\u00e4ngst \u00fcberholt, inzwischen geht man von <a href=\"http:\/\/www.mensch-natur-bw.de\/index_htm_files\/Anmerkungen%20Windatlas%202019%20oU.pdf\">bis zu 20000 WEA-Standorten in Baden-W\u00fcrttemberg aus<\/a>. Ich widme aus aktuellem Anlass im Wahljahr 2021 der politisch motivierten Windkraft-Auslieferung und damit <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=4447\">Veruntreuung der Staatsw\u00e4lder f\u00fcr vorgeblichen &#8222;Klimaschutz&#8220; einen eigenen Beitrag.<\/a> Auf den kenntnisreichen Gastbeitrag von Hermann-Josef Rapp in dieser Homepage, der das <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=4493\">konkrete Beispiel der Bedrohung des <strong><em>Reinhardswaldes<\/em><\/strong> in Nordhessen <\/a>durch Windkraft aufgreift, m\u00f6chte ich besonders hinweisen. Sehr aktuell und von bemerkenswerten Umst\u00e4nden begleitet ist der <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=4619\">Konflikt um die drohende Invasion der Windkraftindustrie in den <strong><em>Ebersberger Forst <\/em><\/strong>\u00f6stlich von M\u00fcnchen &#8211; mein Beitrag hierzu liefert einen Denkansto\u00df f\u00fcr eine Vision. <\/a>Auch in diesen beiden F\u00e4llen geht es um die Auslieferung von Staatswald an die Windkraftindustrie.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Kohlenstra\u00dfe-Winzenweiler-Einkorn-Zufahrt-Windkraftanlagen-Rainhard-Wolf-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-578\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Kohlenstra\u00dfe-Winzenweiler-Einkorn-Zufahrt-Windkraftanlagen-Rainhard-Wolf-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Kohlenstra\u00dfe-Winzenweiler-Einkorn-Zufahrt-Windkraftanlagen-Rainhard-Wolf-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Kohlenstra\u00dfe-Winzenweiler-Einkorn-Zufahrt-Windkraftanlagen-Rainhard-Wolf-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Kohlenstra\u00dfe-Winzenweiler-Einkorn-Zufahrt-Windkraftanlagen-Rainhard-Wolf.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Politisch erzwungene Invasion der Windkraft im Schw\u00e4bischen Wald, Baden-W\u00fcrttemberg, mit allen verheerenden Begleiterscheinungen: Waldrodung, &#8222;Erschlie\u00dfung&#8220; mit und  &#8222;Ert\u00fcchtigung &#8220; von Forststra\u00dfen,  Betonfundamente, nicht recyclingf\u00e4hige Baustoffe, Grundwassergef\u00e4hrdung durch Betriebsstoffe, Zerst\u00f6rung des Lebensraumes f\u00fcr alle betroffenen Waldtiere, insbesondere Greifv\u00f6gel und Flederm\u00e4use. Das Bild zeigt die Kohlenstra\u00dfe bei Winzenweiler\/Einkorn, Landkreis Schw\u00e4bisch-Hall; Zufahrt zur im Bau befindlichen WEA. Foto:  Rainhard Wolf. <strong>Dass die Rodung und Durchl\u00f6cherung der W\u00e4lder f\u00fcr die Windkraft nicht nur zerst\u00f6rerisch f\u00fcr die Natur ist, sondern in absurder Weise auch kontraproduktiv f\u00fcr den &#8222;Klimaschutz&#8220;, wird mit den anschlie\u00dfend unter der \u00dcberschrift <em>Wald und Klima <\/em>beleuchteten Positiv-Aspekten geschlossener, intakter W\u00e4lder belegt (s.u.).<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"723\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-5-723x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1202\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-5-723x1024.png 723w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-5-212x300.png 212w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-5-768x1088.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-5.png 840w\" sizes=\"(max-width: 723px) 100vw, 723px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Deutsche Waldromantik in Zeiten der durch die \u201eEnergiewende\u201c ausgel\u00f6sten Invasion der Windkraft. \u00dcberlassung durch die <a href=\"https:\/\/rettetdenbirgelerurwald.jimdofree.com\">B\u00fcrgerinitiative \u201eRettet den Birgeler Urwald\u201c<\/a>, mit freundlicher Genehmigung.<br>Durch die Subventionen des EEG und horrende Pachteinnahmen herrscht in deutschen W\u00e4ldern Windkraft-Goldgr\u00e4berstimmung.&nbsp;<br>Die baden-w\u00fcrttembergische Landesforstverwaltung ForstBW macht es vor: Der Staatswald, Eigentum aller B\u00fcrger, wird den Eingriffen der Windkraftindustrie preisgegeben.&nbsp;Im \u201eGR\u00dcN\u201c regierten Bundesland ist der Windkraftbetreiber oft ein weiterer, einschl\u00e4gig gelenkter Staatsbetrieb: die EnBW. Zu Lasten von Mensch und Natur zerst\u00f6ren in Deutschland Staatsbetriebe in der Allianz mit der Windkraftbranche W\u00e4lder&nbsp;und sch\u00f6pfen dabei staatliche Subventionen ab (Abbildung und Legende entnommen aus Epple 2017; konkrete Beispiele in Epple 2017, 2021, <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=15\">siehe unter Publikationen<\/a>).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wald und Klima: die lokalen und regionalen Positiv-Wirkungen geschlossener und nicht \u00fcbernutzter W\u00e4lder<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Hier kann nur kursorisch aufgef\u00fchrt werden, was sich durch weltweit gewonnene Erkenntnisse zu erdr\u00fcckender Beweislast summiert: W\u00e4lder haben in vielf\u00e4ltiger Weise positive Auswirkungen auf das lokale und regionale und in Summierung auch auf das Weltklima:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Transpiration und Verdunstung von Wasser (Wolkenbildung!) sowie die Beschattung durch ein geschlossenes Kronendach wirken wie eine K\u00fchlung. Jeder kennt das k\u00fchle<em> Waldinnenklima<\/em> aus eigener Erfahrung. <a href=\"https:\/\/besjournals.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/2688-8319.12087\">Eine aktuelle Studie aus Norddeutschland weist nach, wie sch\u00e4dlich sich die Auflichtung der Kronend\u00e4cher durch die &#8222;ordnungsgem\u00e4\u00dfe&#8220; Forstwirtschaft auswirkt<\/a>: Es kommt zur zus\u00e4tzlichen Erw\u00e4rmung. Gerade in extremen Hitzesommern wirkt sich das als Verst\u00e4rker f\u00fcr die Klimaerw\u00e4rmung aus. Die Studie weist auch den h\u00f6heren K\u00fchlungs-Effekt der Laubw\u00e4lder verglichen mit Nadelw\u00e4ldern nach und gibt einen Hinweis, dass die st\u00e4ndig medienwirksam beklagten &#8222;Sch\u00e4den durch Klimawandel&#8220; teilweise durch die Forstwirtschaft hausgemacht sind. Die gro\u00dfe Holzentnahme der intensiven Forstwirtschaft f\u00fchrt zu aufgelichteten Kronend\u00e4chern, in der Folge zu stark erh\u00f6hten Temperaturen auch im Waldinnern, und damit zur Versch\u00e4rfung der Hitzesch\u00e4den. Zitat aus der begleitenden Pressemitteilung der <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news772776\"><em>Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde<\/em>:<\/a> &#8220; <em>\u00a0Projektleiter Prof. Dr. Pierre Ibisch fasst zusammen: \u201eDie Schlussfolgerung ist, dass Waldbewirtschafter*innen es also im Klimawandel ein St\u00fcck weit in der Hand haben, wie stark sich die ihnen anvertrauten W\u00e4lder aufheizen und dadurch potenziell gesch\u00e4digt werden. H\u00f6here Biomassevorr\u00e4te und ein geschlossenes Kronendach sind eine Versicherung gegen extreme Witterungen\u201c.<\/em> Weiter hei\u00dft es dort: <em>&#8222;In der ver\u00f6ffentlichten Studie werden auch bislang h\u00e4ufig ausgesprochene waldbauliche Empfehlungen zur st\u00e4rkeren Durchforstung von W\u00e4ldern kritisch diskutiert und in Zweifel gezogen. Wasserverluste und das Risiko von Hitzesch\u00e4den wachsen durch st\u00e4rkere Durchforstung an. Die Autor*innen empfehlen, das Kronendach m\u00f6glichst geschlossen zu halten (mindestens zu 80 %) und die W\u00e4lder entsprechend behutsam zu nutzen. Au\u00dferdem best\u00e4tigen sie die bekannte Forderung, die einfach strukturierten Nadelbaummonokulturen m\u00f6glichst rasch in strukturreiche Laubmischw\u00e4lder zu entwickeln. Waldbewirtschafter*innen sollten ihrer herausragenden Verantwortung f\u00fcr das Landschafts-Temperaturmanagement im Klimawandel gerecht werden.&#8220;<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Vor der inzwischen im Vordergrund diskutierten Rolle des  CO2 wurde in der Wissenschafts\u00f6ffentlichkeit die <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/geowissen\/fehlende-verdunstungskaelte-als-klimakiller\/\"><strong>weltweit abnehmende Verdunstungsk\u00e4lte<\/strong> im Zusammenhang mit Vegetation- und Waldzerst\u00f6rung, Versiegelung und Landnutzungswandel sehr wohl und ausf\u00fchrlich \u00f6ffentlich diskutiert, so z.B. auf einer Konferenz im Jahre 2009 in Kosice\/Slowakei:<\/a> Der &#8222;Informationsdienst Wissenschaft  (idw)&#8220; titelte damals eine Pressemitteilung der TU Berlin mit: <strong><em><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news347481\">TU Berlin: Klimakiller Abholzung, Verw\u00fcstung und Urbanisierung<\/a><\/em><\/strong>&#8230;Weiter hie\u00df es dort: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news347481\">&#8222;<em>Wissenschaftler sehen in der Vernichtung von Vegetationsfl\u00e4chen einen Hauptfaktor f\u00fcr die Erderw\u00e4rmung<\/em>. <em>Jeden Tag werden weltweit 350 Quadratkilometer Wald vernichtet, 150 Quadratkilometer gehen durch Urbanisierung verloren. Die W\u00fcstenbildung schreitet t\u00e4glich mit 300 Quadratkilometern voran. Diese 800 Quadratkilometer entsprechen in etwa der Fl\u00e4che Berlins.<\/em>(&#8230;)<\/a> <em>Wenn aber Fl\u00e4chen \u00fcbernutzt, entw\u00e4ssert oder versiegelt und W\u00e4lder abgeholzt w\u00fcrden, also Vegetation verschwinde, k\u00f6nne kein Wasser mehr verdunsten und die K\u00fchlung setze aus. Die Sonnenstrahlung werde nicht mehr wie zum Beispiel im Wald zu 80 Prozent in Verdunstungsk\u00e4lte umgewandelt, sondern in f\u00fchlbare &#8211; oder wie die Wissenschaftler sagen &#8211; in sensible W\u00e4rme. Die fehlende Verdunstung und die trockenen, \u00fcberhitzten Fl\u00e4chen f\u00fchren wiederum zu weniger Niederschl\u00e4gen, wodurch der klimatische Effekt mehrfach verst\u00e4rkt wird.&#8220; <\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Dass die genannten<strong> Effekte speziell intakter W\u00e4lder<\/strong> sich auf Wolkenbildung (damit das Albedo, das R\u00fcckstrahlverm\u00f6gen der Erdobefl\u00e4che) und auf die (lokale und regionale) Verteilung oder das Ausbleiben von Regen auswirken, und damit <strong>Klima-stabilisierend<\/strong> sind, liegt damit insgesamt auf der Hand.  Eine <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-18728-7\">Studie in <em>nature <\/em>aus dem Jahr 2020 (Staal, A. et al.) <\/a>best\u00e4tigt die komplexem Zusammenh\u00e4nge und m\u00f6glicherweise verh\u00e4ngnisvolle Entwicklungen am Beispiel der Regenw\u00e4lder Amazoniens, Australasiens  und des Kongos.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Bis hinein in die Tagespresse haben die vielf\u00e4ltigen Erkenntnisse zu den Positiv-Wirkungen der W\u00e4lder gefunden, und ich m\u00f6chte daher ausdr\u00fccklich <a href=\"https:\/\/taz.de\/Wasser-und-Klimaschutz\/!5774434\/\">einen Artikel der TAZ erw\u00e4hnen und meinen Lesern empfehlen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Naturwald oder Wirtschaftswald &#8211; vom Unheil der Diskurs-Reduktion auf CO2<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der Alarmstimmung um CO2 und  Klimawandel ger\u00e4t die Funktion des Waldes als Kohlenstoffspeicher, also als CO2-Senke, in den Blickpunkt. Selbst gutgemeinte Ans\u00e4tze innerhalb der Diskussion um den Schutz der deutschen W\u00e4lder m\u00fcnden dabei in abstruse und naturschutzfeindliche Schlussfolgerungen, mit dem Ergebnis, <a href=\"https:\/\/www.cdu-landtag.de\/assets\/publikationen\/Broschuere\/Klima_Wald.pdf\">dass sich selbst \u00fcberlassene Bannw\u00e4lder und\/oder Urwaldrelikte wegen geringerer CO2-Speicherung gegen\u00fcber Wirtschaftsw\u00e4ldern als <strong><em>&#8222;unterlassener Klimaschutz&#8220;<\/em><\/strong> (!) in Rechnung gestellt werden.<\/a> In der hier zitierten von der CDU-Landtagsfraktion in Th\u00fcringen mit guter Absicht herausgegebenen Brosch\u00fcre wird Folgendes errechnet; w\u00f6rtliches Zitat: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Da die mittleren Vorr\u00e4te im Wirtschaftswald und in Waldnaturschutzgebieten \u00e4hnlich sind, sehen wir keine besondere klimawirksame Leistung einer Stilllegung. Eher f\u00fchrt Stilllegung zu einer Absenkung der Zuw\u00e4chse und es fehlt der Substitutionseffekt. Das bedeutet, das Waldnaturschutzgebiet m\u00fcsste mit einer unterlassenen Klimavermeidung von 1.988 kg CO2&nbsp;ha-1&nbsp;Jahr&nbsp;-1&nbsp;belastet werden. Dies sind die volkswirtschaftlichen Kosten und die Klimakosten des Naturschutzes.&#8220;<\/em> <a href=\"https:\/\/www.cdu-landtag.de\/assets\/publikationen\/Broschuere\/Klima_Wald.pdf\">(G\u00d6RNER, M., SCHULZE, E.-D. &amp; H. WITTICKE (2019): Klima und Wald. \u2013 Erfurt. Seite 28\/29;<\/a>  Verfasser des speziellen Beitrages: Prof. Dr. Ernst-Detlev Schulze, Pflanzen\u00f6kologe und ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Biogeochemie in Jena).<\/p>\n\n\n\n<p>Dass im \u00dcbrigen auch Altersw\u00e4lder (&#8222;Old-growth forests&#8220;) CO2-Senken sind, steht wissenschaftlich au\u00dfer Zweifel: <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/nature07276\"><em><strong>&#8222;Our results demonstrate that old-growth forests can continue to accumulate carbon, contrary to the long-standing view that they are carbon neutral.&#8220;<\/strong><\/em> <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/nature07276\">ist das kurze Fazit einer schon 2008 in <em><strong>nature<\/strong><\/em> erschienenen Grundsatzstudie von Sebastiaan Luyssaert et. al. zu diesem aus der Sicht des ganzheitlichen Naturschutzes viel zu kurz gedachten Streit-Thema, das von der Nutzerseite immer wieder und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden forciert wird.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>So wird auch am 22. Juni 2021 f\u00fcr den Beitrag der W\u00e4lder zu CO2-&#8222;Ersparnissen&#8220; im Rahmen der \u00c4nderungen des deutschen Klimaschutzgesetzes vom <strong><em><a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/_Ministerium\/Beiraete\/waldpolitik\/klimaschutzgesetz.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5\">&#8222;Wissenschaftlichen Beirat Waldpolitik beim Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft&#8220;<\/a> <\/em><\/strong>in dieser Art und Weise kontraproduktiv und allzu durchsichtig argumentiert, wenn es um Nutzungseinschr\u00e4nkungen in den deutschen W\u00e4ldern zum vorgeblichen &#8222;Klimaschutz&#8220; geht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der CO2-Reduktionismus der Klima-Aktivisten, verantwortet durch Klima-Forschungseinrichtungen  (<a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\">siehe hier zu einem der Urheber, Stefan Rahmstorf<\/a>) hat mittlerweile fatale Folgen:  Die \u00dcbernahme der  kritikw\u00fcrdigen <a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2021\/Generationengerechtigkeit.pdf\">CO2-Engf\u00fchrung des \u00f6ffentlichen Diskurses<\/a> durch das <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/e\/rs20210324_1bvr265618.html\">BVerG-Urteil vom 24. M\u00e4rz 2021<\/a> schl\u00e4gt in diesen f\u00fcr den Erhalt der Vielfalt des Lebens so entscheidenden und gleichzeitig \u00e4u\u00dferst komplexen Themen eines umfassenden Schutzes der W\u00e4lder voll <em>gegen<\/em> den ganzheitlichen Ansatz des Naturschutzes durch.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Auch beim Schutz der W\u00e4lder kannibalisiert somit der &#8222;Klimaschutz&#8220; gewisserma\u00dfen den Naturschutz. Obwohl allen Beteiligten klar, ger\u00e4t dies vor allem den einseitig denkenden Nutzern und den meisten Klima-Aktivisten aus dem Blickfeld:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W\u00e4lder sind mehr als Holzlieferanten und nicht auf die Funktion als CO2-Senken reduzierbar.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/uYCMxhnuQTmD7JUMT4XjBA-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2182\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/uYCMxhnuQTmD7JUMT4XjBA-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/uYCMxhnuQTmD7JUMT4XjBA-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/uYCMxhnuQTmD7JUMT4XjBA-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/uYCMxhnuQTmD7JUMT4XjBA-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/uYCMxhnuQTmD7JUMT4XjBA-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Diese ca. 100 Jahre alte Fichte hatte, wie am liegenden Stamm erkennbar, Drehwuchs, und wurde durch Schneelast in Verbindung mit mehreren Winterst\u00fcrmen im Zeitraum eines vollen Jahres zwischen Sch\u00e4digung und Umst\u00fcrzen  gef\u00e4llt. In dieser Zeit war der Baum &#8211; von Insekten besiedelt &#8211;  Nahrungsquelle f\u00fcr viele V\u00f6gel, darunter Schwarzspecht, Buntspecht, Kleiber und weitere Singv\u00f6gel. Foto: Wolfgang Epple. Im Wirtschaftswald der unteren Klimastufen sind die letztlich standortfremden Fichten anf\u00e4llig und in der Altersphase hoch &#8222;sterblich&#8220;. W\u00fcrde dieser Baum nicht &#8222;aufgearbeitet&#8220;, sondern angesichts des geringen Holzwertes als liegendes Totholz im Wald verbleiben, bereicherte dies die Artenvielfalt: Besiedlung durch Insekten und Pilze und eine gro\u00dfe Zahl Mikroorganismen, die den toten Baum \u00fcber viele Jahre hinweg letztendlich wieder zu Humus verarbeiten. Im Rahmen des Klima-CO2-Alarm-Reduktionismus allerdings schl\u00e4gt die Reifephase als Verringerung der CO2-Senkenfunktion zu Buche. Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse zum Wert von liegendem (und stehendem) Totholz f\u00fcr die Lebensgemeinschaften  im Wald ist die CO2-Argumentation gegen Waldschutzgebiete, in denen die Zerfallphase der W\u00e4lder mit gesch\u00fctzt wird, eine Absurdit\u00e4t. Auch im Wirtschaftswald ist das Erreichen nat\u00fcrlicher Sterblichkeit wenigstens einzelner B\u00e4ume ein Zeichen einer Ann\u00e4herung an die Inhalte ganzheitlicher Naturschutz-Denkweise. <br>Inzwischen wurde der liegende Baum entfernt. Es herrscht wieder &#8222;Ordnung&#8220;&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die erkennbare Absicht in Nutzung-orientierten Kreisen, die CO2-Bilanz als Argument <em>gegen<\/em> Waldschutzgebiete zu verwenden, in denen die Entnahme von Holz eingestellt ist oder von vorne herein nicht stattfindet, ist einer der Ausw\u00fcchse der reduktionistischen CO2-\/Klimadiskussion. Daraus folgt:&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/08\/13\/17\/30\/plitvice-2637917_960_720.jpg\" alt=\"Plitvicer Seen, Nationalpark, Wasserfall, Kroatien\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalpark_Plitvicer_Seen\">Nationalpark Plitvicer Seen<\/a>, den ich in meinem Leben seit den 1960er Jahren mehrfach besucht habe, ist positives Beispiel der Bewahrung eines St\u00fcckes \u00fcberwiegend prim\u00e4rer und weiterhin dynamischer Natur in Kroatien, das sich inmitten menschlicher Besiedlung befindet. Die Herausnahme von W\u00e4ldern aus der Nutzung<a href=\"https:\/\/www.cdu-landtag.de\/assets\/publikationen\/Broschuere\/Klima_Wald.pdf\"> auf CO2-Bilanz zu reduzieren und &#8222;volkswirtschaftliche Kosten und Klimakosten das Naturschutzes&#8220; f\u00fcr diesen <strong>Prozessschutz<\/strong> zu berechnen<\/a>, mag dem Zeitgeist und dem Hype um den Klimawandel entsprechen. Ein solcher Reduktionismus grenzt vor dem Hintergrund der Gesamtbedeutung des  Schutzes letzter Wildnisse, der Erm\u00f6glichung von Anpassungsprozessen im evolution\u00e4ren Ma\u00dfstab, und nicht zuletzt auch unter Gesichtspunkten der Artenvielfalt und der \u00c4sthetik an eine Absurdit\u00e4t. Im NP Plitvice ist das<strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kO3Qnebj8Fk\">Urwaldreservat von Corkova uvala<\/a><\/strong> (sehenswertes Video in kroatischer Kommentierung) von herausragender \u00f6kologischer und \u00e4sthetischer Bedeutung. Nach der Logik der CO2-Reduktionisten w\u00e4re der Schutz von mehrhundertj\u00e4hrigen Baumriesen in der Reifephase des Urwaldes &#8222;unterlassener Klimaschutz&#8220; und damit &#8222;ausgleichspflichtig&#8220;. Foto: Veronika Szappanos, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/plitvicer-seen-nationalpark-2637917\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>&#8230;Biodiversit\u00e4t und Waldbewirtschaftung &#8211; die Abwertung von Urw\u00e4ldern und Waldschutzgebieten ist fachlich nicht haltbar<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>In einem <a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2020\/Magazin012020.pdf\">Artikel des Naturschutz Magazin Ausgabe 01\/2020 <\/a>setzt sich Dr. Martin Flade, ausgewiesener Fachmann, mit der <a href=\"http:\/\/waldproblematik.de\/schulzeammer-contra-muellerweisser-wilhelm\/\">Kontroverse um den Wert alter Buchenw\u00e4lder<\/a> f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t auseinander:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_0851-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2226\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_0851-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_0851-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_0851-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_0851-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_0851-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00dcber den &#8222;Wert&#8220; alter Buchenw\u00e4lder und die Frage, ob bewirtschaftete Buchenw\u00e4lder eine h\u00f6here Artenvielfalt als Bannw\u00e4lder oder Urw\u00e4lder aufweisen, besteht eine Kontroverse, die von Nutzen-orientierter Seite dazu verwendet wird, die Einstellung der Nutzung von W\u00e4ldern als grunds\u00e4tzlich f\u00fcr den Naturschutz nicht zielf\u00fchrend abzuwerten. Das Bild zeigt ein nicht genutztes Buchenaltholz im Vorderen Bayerischen Wald. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Faktor Zeit ist entscheidend f\u00fcr die Frage der Biodiversit\u00e4t der Buchenw\u00e4lder. Es ist keine Frage: Herausnahme aus der Nutzung und der Schutz der letzten Buchenurw\u00e4lder sind \u00e4u\u00dferst wertvolle Beitr\u00e4ge im Sinne des ganzheitlichen Naturschutzes. Denn erst nach Jahrzehnten ver\u00e4ndert sich die Vielfalt vorher hallenartiger, aus der Nutzung genommener  Buchenw\u00e4lder auch hinsichtlich der Strukturen. Durch Zusammenbrechen sehr alter B\u00e4ume (Sturm- und Unwetterereignisse, nat\u00fcrlicher Tod von Baumriesen) gibt es L\u00fccken im geschlossenen Bestand. Das ist der Ansatz f\u00fcr beginnende und steigende Vielfalt. <\/p>\n\n\n\n<p>Was in unserer heutigen Gesellschaft fehlt, ist Geduld und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die <em><strong>sehr langen<\/strong><\/em> Zeitr\u00e4ume, in denen sich W\u00e4lder entwickeln und ver\u00e4ndern. M. Flade w\u00f6rtlich: &#8222;<strong><a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2020\/Magazin012020.pdf\">Buchenurw\u00e4lder und sehr naturnahe, seit \u00fcber 100 Jahren unbewirtschaftete Buchenw\u00e4lder weisen eine mehrfach so hohe Strukturvielfalt und Biodiversit\u00e4t auf wie Buchenwirtschaftsw\u00e4lder. Es bedarf jedoch vieler Jahrzehnte Wirtschaftsruhe, bis die waldtypische Biodiversit\u00e4t zur vollen Entfaltung kommt<\/a><\/strong>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mangelware: Bannw\u00e4lder als Totalreservate<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>In den bef\u00f6rsterten und genutzten W\u00e4ldern k\u00f6nnen die nat\u00fcrlichen Waldzyklen, das Werden und Vergehen in sehr langen Zeitr\u00e4umen, nicht mehr ungest\u00f6rt und vollst\u00e4ndig stattfinden. Die &#8222;Umtriebszeiten&#8220; sind zu kurz, d.h. die B\u00e4ume werden in gemessen an der nat\u00fcrlichen Lebenserwartung viel zu jungem Stadium &#8222;geerntet&#8220;, und die Baumarten-Zusammensetzung entspricht nicht den nat\u00fcrlich vorkommenden Arten &#8211; Beispiel: Anbau der Fichte als Monokultur in vielen auf Dauer ungeeigneten Standorten Mitteleuropas. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VbOvEfbrTxOKerPQZJh0A-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3137\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VbOvEfbrTxOKerPQZJh0A-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VbOvEfbrTxOKerPQZJh0A-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VbOvEfbrTxOKerPQZJh0A-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VbOvEfbrTxOKerPQZJh0A-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VbOvEfbrTxOKerPQZJh0A-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"773\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/fullsizeoutput_1e5d-1024x773.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3136\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/fullsizeoutput_1e5d-1024x773.jpeg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/fullsizeoutput_1e5d-300x226.jpeg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/fullsizeoutput_1e5d-768x579.jpeg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/fullsizeoutput_1e5d-1536x1159.jpeg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/fullsizeoutput_1e5d-2048x1545.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">&#8222;Totalreservate&#8220;, die sogenannten &#8222;Bannw\u00e4lder&#8220;, sind  verschwindend gering beteiligt an der deutschen Waldfl\u00e4che. Gerade aber im Zuge des Klimawandels w\u00fcrden ausreichend gro\u00dfe Bereiche ohne forstliche Nutzung wertvolle Hinweise liefern zur nat\u00fcrlichen Reaktion und Anpassungsf\u00e4higkeit der W\u00e4lder auf klimabedingte \u00c4nderungen. Bannw\u00e4lder sind dar\u00fcber hinaus h\u00e4ufig Orte hoher Artenvielfalt, alleine aufgrund des hohen Anteils an liegendem und stehendem Totholz. Fotos: Wolfgang Epple. Die Bilder entstanden Ende August 2020 in Th\u00fcringen in der N\u00e4he der Wartburg bei Eisenach. In der Region sind Fichten-Monokulturen an vielen Stellen nach zwei D\u00fcrre-Jahren erheblich gesch\u00e4digt, u.a. auch durch den Borkenk\u00e4fer. In den deutschen Medien wird der Aspekt der Sterblichkeit der standortfremden Fichte stark und alarmistisch in den Vordergrund ger\u00fcckt. D\u00fcrre Fichten vermitteln den Eindruck &#8222;sterbender W\u00e4lder&#8220;. Die Wirklichkeit der Ursachen des schlechten Zustandes vieler Forste, die die Bezeichnung <strong><em>Wald<\/em><\/strong> kaum verdienen, ist jedenfalls komplexer als die Vereinfachung der Berichterstattung in den Medien.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Artenvielfalt und Klimaschutzfunktion der W\u00e4lder erg\u00e4nzen sich<\/strong> <strong>&#8211; wichtige Forschungsergebnisse<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren wird weltweit geforscht am Zusammenhang zwischen Stabilit\u00e4t der Wald\u00f6kosysteme, die sich sowohl \u00f6kologisch in Artenvielfalt, als auch \u00f6konomisch im Wachstum der B\u00e4ume und damit der Produktivit\u00e4t der W\u00e4lder niederschl\u00e4gt. Einige bedeutsame Tendenzen in den neueren Erkenntnissen, ver\u00f6ffentlicht in f\u00fchrenden Wissenschaftsmagazinen der Welt, seien herausgegriffen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-03529-w\"><strong>Mehr Baumarten in Nachbarschaft zueinander f\u00f6rdern das Wachstum der verschiedenen Arten<\/strong> (und damit auch den Zuwachs an Holzvorrat: englisch: Biodiversity-Productivity-Relationships BPRs)<\/a>. Die Forscher konnten zeigen, dass nicht nur Konkurrenz, sondern auch gegenseitige F\u00f6rderung das Verh\u00e4ltnis verschiedener Baumarten im Wald kennzeichnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus der begleitenden <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news691219\">Pressemitteilung der TU Dresden vom 21.03.2018:<\/a> <em>&#8222;\u201eDie Erkenntnisse dieser Forschungsarbeiten erhellen nicht nur unsere Vorstellungen \u00fcber das Zusammenwirken der B\u00e4ume beim Wuchs und das Funktionieren von Wald\u00f6kosystemen, sondern haben zudem eine kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzende naturschutzfachliche und forstliche Relevanz\u201c, sagt Prof. Dr. Goddert von Oheimb von der Fachrichtung Forstwissenschaften der TU Dresden. So k\u00f6nnen zum Beispiel Aufforstungsprogramme in L\u00e4ndern, welche die vielfach dramatischen Auswirkungen fr\u00fcherer Waldrodungen abmildern wollen, dann deutlich verbesserte Wohlfahrtswirkungen erzielen, wenn sie anstelle von \u00fcblichen Monokulturen artenreiche Mischungen auf kleinr\u00e4umiger Ebene aus heimischen Baumarten verwenden. Zudem zeigen die Befunde, wie wichtig heute ein langfristig wirksamer Schutz der globalen Biodiversit\u00e4t ist: Diese st\u00fctzt in vielf\u00e4ltiger Weise nicht nur die Funktionst\u00fcchtigkeit von \u00d6kosystemen, sondern auch die vom Menschen genutzten \u00d6kosystem-Dienstleistungen. \u201eDies sollte uns klar machen, dass Biodiversit\u00e4tsschutz keineswegs ein rein \u00f6kologisches oder ethisches Anliegen ist, sondern l\u00e4ngst zu einer sozio-\u00f6konomischen Notwendigkeit geworden ist\u201c, so Dr. Andreas Fichtner.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die daraus folgende zu erwartende Tendenz best\u00e4tigt eine zweite Publikation:<strong> <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/362\/6410\/80\">Artenreiche W\u00e4lder sind &#8222;produktiver&#8220; und speichern mehr CO2 (ann\u00e4hernd doppelt so viel) als Forst-Monokulturen<\/a>. Biodiversit\u00e4t und Klimafunktion sind sozusagen eine Win-Win-Situation<\/strong>. Die in China gewonnenen Erkenntnisse lassen sich wohl auf viele Wald\u00f6kosysteme der Erde \u00fcbertragen. Insbesondere f\u00fcr Wiederaufforstungen sollte zuk\u00fcnftig die Pflanzung von Monokulturen unterlassen werden. Auch die Wohlfahrtsfunktion des Waldes ist mit artenreichem Wald besser erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der begleitenden <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news703442\">Pressemitteilung des Deutschen Zentrums f\u00fcr integrative Biodiversit\u00e4tsforschung Halle Jena Leipzig vom 5.10.2018:<\/a> <em>&#8222;\u201eDiese Ergebnisse haben grosse \u00f6kologische und \u00f6konomische Bedeutung\u201c, unterstreicht Prof. Bernhard Schmid von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, der Letztautor im \u00fcber 60-k\u00f6pfigen Autorenteam der aktuellen Publikation in SCIENCE.(&#8230;)Weltweit gibt es Pl\u00e4ne f\u00fcr gro\u00dfe Wiederaufforstungsprogramme, um mit neuen W\u00e4ldern Klimaschutz zu betreiben. Allein in China wurden zwischen 2010 und 2015 pro Jahr 1,5 Millionen Hektar Wald neu angepflanzt \u2013 allerdings haupts\u00e4chlich mit schnell wachsenden Monokulturen. \u201eMit einer Mischung aus einheimischen Baumarten ist es m\u00f6glich, eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t zu erreichen, womit sich auch das Klima besser sch\u00fctzen l\u00e4sst\u201c, gibt Helge Bruelheide zu bedenken. \u201eArtenreiche W\u00e4lder sind auch weniger empfindlich gegen\u00fcber Krankheiten oder extremen Wettereignissen, die durch den Klimawandel immer h\u00e4ufiger werden. Und sie sind ein Beitrag zum Erhalt der weltweit bedrohten biologischen Vielfalt.\u201c Zudem mache es sich auch wirtschaftlich bezahlt, bei Aufforstungen Mischkulturen zu verwenden, so die Studienautoren: Rechnet man die im Experiment beobachteten Effekte auf die weltweit vorhandenen W\u00e4lder hoch, ergibt sich, dass ein R\u00fcckgang der Baumarten um zehn Prozent zu Produktionsverlusten von 20 Milliarden US-Dollar weltweit pro Jahr f\u00fchren w\u00fcrde.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine alte Weisheit wurde j\u00fcngst in umfangreichen Messungen best\u00e4tigt: <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/368\/6492\/772\"><strong>Eine dichtes Kronenwerk hat positive Auswirkungen auf das Mikroklima der W\u00e4lder. Im Wald bleibt es k\u00fchler. <\/strong><\/a> Bl\u00e4tter- oder Kronenverlust bedeutet drastische Erw\u00e4rmung im vorher k\u00fchlen Mikroklima, insbesondere am Boden. Auf solch rasche Ver\u00e4nderungen sind Waldarten weniger gut vorbereitet als Arten des Offenlandes. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus einer begleitenden <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news747451\">Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena vom 14.05.2020:<\/a> <em>&#8222;(&#8230;)ein Verlust der sch\u00fctzenden Baumkronen \u2013 etwa durch Sch\u00e4dlingsbefall, Sommertrockenheit oder durch die Forstbewirtschaftung \u2013 eine zus\u00e4tzliche, drastische Erw\u00e4rmung f\u00fcr die darunter wachsenden Pflanzen nach sich ziehen w\u00fcrde, auf die sie schlecht vorbereitet sind. Pl\u00f6tzlich l\u00e4ge ihr bisher k\u00fchler, schattiger und meist auch luftfeuchterer Standort viel \u00f6fter und l\u00e4nger in der br\u00fctenden Hitze. Gleichzeitig trocknet der Boden aus. Viele Arten k\u00f6nnten sich nicht schnell genug anpassen, w\u00fcrden von w\u00e4rmeliebenden Arten verdr\u00e4ngt und m\u00f6glicherweise lokal aussterben.&nbsp;Angesichts der zu erwartenden Zunahme von sommerlichen Hitzewellen und D\u00fcrreperioden in Europa d\u00fcrfte dies die Waldbiodiversit\u00e4t ver\u00e4ndern, aber auch zu Schwierigkeiten bei der Verj\u00fcngung vieler Baumarten f\u00fchren. \u201eEine zu starke Auflichtung des Kronendaches sollte \u2013 wo immer es m\u00f6glich ist \u2013 vermieden werden\u201c, sagt der Jenaer \u00d6kologe. Vielmehr sollten Waldbewirtschafter die Auswirkungen von Forsteingriffen auf die Klimabedingungen im Waldesinnern und deren Einfluss auf das gesamte \u00d6kosystem ber\u00fccksichtigen.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/6JoerYY8QtqXMGACbtnPoQ-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2496\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/6JoerYY8QtqXMGACbtnPoQ-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/6JoerYY8QtqXMGACbtnPoQ-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/6JoerYY8QtqXMGACbtnPoQ-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/6JoerYY8QtqXMGACbtnPoQ-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/6JoerYY8QtqXMGACbtnPoQ-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In einer L\u00fccke eines monotonen Fichtenforstes (im Hintergrund): Reiche Naturverj\u00fcngung einer der wenigen alten Buchen (Naturverj\u00fcngung im Mittelgrund, die S\u00e4mling-spendende Buche rechts vorne; im Vordergrund verj\u00fcngt sich auch die Fichte). Wirtschaftsforste besitzen &#8222;Selbstheilungskr\u00e4fte&#8220;, und w\u00fcrden sich nach und nach in angepasste Mischw\u00e4lder umwandeln, wenn noch gen\u00fcgend standortangepasste Exemplare der einst reichen Waldlebensgemeinschaft vorhanden sind. Das Bild entstand im &#8222;Bannholz&#8220;, einem \u00fcberwiegend b\u00e4uerlich genutzten Gebiet bei Au\u00dfernzell im Sch\u00f6llnacher H\u00fcgelland, Niederbayern. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/0AvKJKt1TmbtisMkNdoxQ-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2497\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/0AvKJKt1TmbtisMkNdoxQ-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/0AvKJKt1TmbtisMkNdoxQ-300x300.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/0AvKJKt1TmbtisMkNdoxQ-150x150.jpg 150w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/0AvKJKt1TmbtisMkNdoxQ-768x768.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/aole4IFFQVqAfY6bOqWaqw-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2498\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/aole4IFFQVqAfY6bOqWaqw-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/aole4IFFQVqAfY6bOqWaqw-300x225.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/aole4IFFQVqAfY6bOqWaqw-768x576.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/aole4IFFQVqAfY6bOqWaqw-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/aole4IFFQVqAfY6bOqWaqw-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Weitere Blicke in das &#8222;Bannholz&#8220; bei Au\u00dfernzell\/Sch\u00f6llnacher H\u00fcgelland\/Niederbayern. Oben: Jungbuchen erobern den Wirtschaftswald auf nat\u00fcrliche Weise. In solchen Bereichen versucht auch die Wei\u00dftanne aus wenigen Restexemplaren ein Comeback. Unten: Im eigenen kleinen &#8222;Holz&#8220; (ca. 1 Hektar) habe ich  2019\/2020 etwa zwei Dutzend Fichten gef\u00e4llt. Selbst relativ junge, ca. 70-j\u00e4hrige Exemplare zeigten auf lehmigem Boden bereits Krankheitserscheinungen wie Kernf\u00e4ule&#8230;In die entstandenen L\u00fccken wachsen seither z\u00fcgig hinein: Vogelbeere, Espe, Birke, Kirsche. Die schon vorhandenen Buchen und Eichen haben Platz, legen kr\u00e4ftig zu und beginnen selbst in den letzten beiden trockenen Jahren 2018 und 2019, das Kronendach wieder zu schlie\u00dfen. Die Eiche links der Mitte des Bildes ist nicht d\u00fcrr im Kronenbereich, sondern schl\u00e4gt Mitte Mai 2020 gerade erst aus. Die Kraut- und Strauchschicht sowie die lebhaft einsetzende Naturverj\u00fcngung bieten in diesen Fl\u00e4chen Rehen, Feldhasen und Kleins\u00e4ugern Nahrung&#8230;Beide Fotos: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"675\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Dia-04076-1024x675.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4869\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Dia-04076-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Dia-04076-300x198.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Dia-04076-768x506.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Dia-04076-1536x1013.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Dia-04076-2048x1351.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Pirol kommt in Deutschland vorzugsweise in Laubw\u00e4ldern und Auw\u00e4ldern des Tieflandes vor. In meiner Heimat im <a href=\"https:\/\/www.naturpark-schoenbuch.de\">Sch\u00f6nbuch<\/a> ist er in den Baumkronen der Buchen, Eschen und Eichen durch seine auff\u00e4lligen, melodischen und fast tropisch anmutenden Rufe nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Teile der monotonen Forste Deutschlands k\u00f6nnten nach den K\u00e4ferkalamit\u00e4ten, die durch standortfremde Monokulturen erst bef\u00f6rdert werden, nun behutsam und mit der f\u00fcr den Wald angemessenen Geduld in artenreiche und stabile Mischw\u00e4lder umgebaut werden. Auf den durch Sturm oder K\u00e4fer entstehenden Bl\u00f6\u00dfen in den Forsten k\u00f6nnten Laubb\u00e4ume gef\u00f6rdert werden, die  unter anderem auch zur Klima-Stabilit\u00e4t des neu entstehenden Waldes beitragen. Buchen, Ahorne, Linden, Eichen, Eschen, Hainbuchen, Wildkirschen, auch seltener Arten wir Elsbeeren, in warmen Gegenden Esskastanien&#8230; Nicht zu vergessen: die rasch wachsenden Arten der fr\u00fchen Waldentwicklungsstadien auf Bl\u00f6\u00dfen: Birken, Espen, Vogelbeeren, Weiden&#8230;Das alles geh\u00f6rt zum Wald, und ist aus den meisten wirtschaftlich genutzten Forsten verdr\u00e4ngt. Die Sch\u00f6\u00dflinge und Triebe der Laubb\u00e4ume, ihre Bl\u00fcten und Fr\u00fcchte sind zudem Nahrung f\u00fcr die als Waldsch\u00e4dlinge verschrieenen Wildtiere&#8230;von den Insekten \u00fcber Kleins\u00e4uger bis zu den gro\u00dfen Pflanzenfressern. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Eine aktuelle <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/368\/6494\/eaaz9463\">\u00dcbersichts-Literatur-Studie in &#8222;Science&#8220; (McDowell et al. 2020)<\/a> unterstreicht die <strong>Komplexit\u00e4t des Wald-Naturschutz-Klima-Themas <\/strong>eindrucksvoll: Wetter- und Klima-bedingter Stress mit Folgen (D\u00fcrren, Windbruch, Insekten) in Verbindung mit dem weltweiten Holzeinschlag (Stichwort: kurze Umtriebszeiten, Kahlschl\u00e4ge und Prim\u00e4rwaldpl\u00fcnderung bzw.-vernichtung) und Landnutzungswandel (siehe <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=478\">hier<\/a>) f\u00fchren zur globalen Tendenz, dass immer j\u00fcngere Stadien der Waldentwicklung vorherrschen: Die B\u00e4ume der W\u00e4lder sind im Schnitt immer j\u00fcnger und kleiner. In den Folgestadien des Zusammenbruchs wachsen andere W\u00e4lder nach mit voraussichtlich k\u00fcrzeren Lebens-Zyklen. Die Positiv-Effekte des erh\u00f6hten CO2-Gehaltes der Atmosph\u00e4re auf das Wachstum von B\u00e4umen werden nach diesen Erkenntnissen insgesamt wieder durch die genannten negativen Aspekte insbesondere in den Altersw\u00e4ldern ged\u00e4mpft, sodass insgesamt aus diesem Antagonismus eine Einschr\u00e4nkung der CO2-Senkenfunktion und anderer Wohlfahrtsfunktionen der W\u00e4lder der Erde resultiert&#8230;Im Abstract des Artikels klingt dies wie eine Warnung an (\u00dcbersetzt aus dem Original): <\/p>\n\n\n\n<p><span><b style=\"font-style: italic;\"><strong>&#8222;(&#8230;) Es gibt weit verbreitete Beobachtungen zur zunehmenden Baumsterblichkeit aufgrund von Klima- und Landnutzungs\u00e4nderungen sowie Beobachtungen zur Wachstumsstimulation j\u00fcngerer W\u00e4lder aufgrund der CO2-D\u00fcngung. Diese <\/strong><\/b><span style=\"font-weight: 600;\"><strong><i>antagonistischen<\/i><\/strong><\/span><b style=\"font-style: italic;\"><strong> Prozesse treten weltweit gleichzeitig auf und lassen das Schicksal zuk\u00fcnftiger W\u00e4lder ungewiss (&#8230;)&#8220;<\/strong><\/b><\/span><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abholzung und Fragmentierung der W\u00e4lder in den Tropen: Dringendes Problem f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t mit fatalen Auswirkungen auf  Klima<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Eine neue<a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.abg7012#.YT8C1KU6f6c.mailto\"> \u00dcbersichtsstudie in Science (R. Fischer et al.(2021): Accelerated forest fragmentation leads to critical increase in tropical forest edge area. Science Advances. DOI: 10.1126\/sciadv.abg7012)<\/a> zeigt, wie dramatisch sich die Waldvernichtung in den Tropengebieten der Erde fortsetzt, und welche negativen Auswirkungen dies auf die Funktion der W\u00e4lder als CO2-Senke hat. Eine begleitende <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news775256\">Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Umweltforschung vom 08. September 2021<\/a> sei zitiert: &#8222;<em>Die Abholzung der tropischen Regenw\u00e4lder schreitet unaufhaltsam voran und damit die Fragmentierung dieser W\u00e4lder. Das zeigt die j\u00fcngste Auswertung von Satellitendaten durch UFZ-Wissenschaftler:innen. Der Anstieg der Fragmentierung auf fast ein Drittel der Waldfl\u00e4che hat Folgen f\u00fcr den globalen Kohlenstoffkreislauf, schreiben sie in Science Advances: Durch eine erh\u00f6hte Baumsterblichkeit werden an den Waldr\u00e4ndern gro\u00dfe Mengen an Kohlenstoff freigesetzt. Modellsimulationen zeigen zudem, dass diese Emissionen in Zukunft zunehmen k\u00f6nnten. Nur durch weniger Abholzung kann der Prozess gebremst werden<\/em>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Abstract und in  der Diskussion der <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.abg7012#.YT8C1KU6f6c.mailto\">Originalpublikation<\/a> beschreiben die Autoren das Alarmierende (\u00fcbersetzt aus dem Original) mit zus\u00e4tzlichen Quellenverweisen: <\/p>\n\n\n\n<p>Aus Abstract:<\/p>\n\n\n\n<p><em>We found that forest edge area increased from 27 to 31% of the total forest area in just 10 years, with the largest increase in Africa. The number of forest fragments increased by 20 million with consequences for connectivity of tropical landscapes. Simulations suggest that ongoing deforestation will further accelerate forest fragmentation. By 2100, 50% of tropical forest area will be at the forest edge, causing additional carbon emissions of up to 500 million MT carbon per year.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>aus Diskussion:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">\"(...)Die beobachtete Zunahme der Anzahl\nvon Waldfragmenten und die starke Abnahme\nder mittleren Fragmentgr\u00f6\u00dfe\nwerden schwerwiegende Folgen\nf\u00fcr Wald\u00f6kosysteme und die \nsie bewohnende Fauna haben,\nda das Risiko des Aussterbens\nlokaler Populationen\nmit abnehmender Fragmentgr\u00f6\u00dfe\nund zunehmender Fragmentisolierung steigt.\nW\u00e4hrend Arten-Fl\u00e4chen-Beziehungen \nin der Naturschutz\u00f6kologie verwendet wurden, \num das Artensterben bei schrumpfender \nLebensraumfl\u00e4che grob vorherzusagen,\nliefert unsere r\u00e4umlich \nexplizite Fragmentierungsanalyse Daten,\ndie f\u00fcr verfeinerte r\u00e4umliche Analysen\nverwendet werden k\u00f6nnen, \num Gebiete zu identifizieren, \ndie stark vom Artensterben bedroht sind. \nDer Schutz von Waldgebieten \nund die Wiederaufforstung\nk\u00f6nnten die Folgen der Fragmentierung\nwie das Aussterben von Arten mildern.\n\nIntakte tropische W\u00e4lder sind \nKohlenstoffsenken, aber die Landnutzung\nkann sie in Kohlenstoffquellen umwandeln.\nZudem kann das ver\u00e4nderte Mikroklima\nan Waldr\u00e4ndern zu einer \nh\u00f6heren Baumsterblichkeit \nund damit zu \nzus\u00e4tzlichen CO2-Emissionen f\u00fchren.(...)\" <\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/waterfalls-5089714_1280-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5079\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/waterfalls-5089714_1280-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/waterfalls-5089714_1280-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/waterfalls-5089714_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/waterfalls-5089714_1280-700x465.jpg 700w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/waterfalls-5089714_1280.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nicht fragmentierte, unber\u00fchrte Prim\u00e4rw\u00e4lder geh\u00f6ren zum kostbarsten Naturerbe der Erde. Foto: Jolanda de Koning, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/wasserf\u00e4lle-ein-einziger-tropfen-5089714\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MG_9357-cred-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5082\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MG_9357-cred-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MG_9357-cred-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MG_9357-cred-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MG_9357-cred-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MG_9357-cred-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Verbrechen gegen die Zukunft von Mensch und Natur: Brennender Regenwald auf Borneo 2015. Foto (mit Dank f\u00fcr die freundliche \u00dcberlassung; siehe <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=3005\">Positivbeispiel<\/a> auf dieser Homepage): <br><a href=\"https:\/\/www.orangutan.or.id\/\">Borneo Orangutan Survival Foundation BOSF<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bild-13.09.21-um-10.08-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4572\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bild-13.09.21-um-10.08-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bild-13.09.21-um-10.08-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bild-13.09.21-um-10.08-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bild-13.09.21-um-10.08-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bild-13.09.21-um-10.08-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Sicht auf die Fragmentierung und Vernichtung der Tropenw\u00e4lder aus dem All; Beispiel Amazonien: In der linken Bildmitte erkenn man das von S\u00fcd nach Nord verlaufende Fischgr\u00e4tmuster der entlang einer Stra\u00dfe beginnenden und nach West und Ost fortschreitenden Waldzerst\u00f6rung, fotografiert durch NASA-Satelliten w\u00e4hrend der ausgepr\u00e4gten, weltweit alarmierenden Waldbrandsaison im Amazonasgebiet im August des Jahres 2019 <br>Quelle: <a href=\"https:\/\/earthobservatory.nasa.gov\/images\/145498\/uptick-in-amazon-fire-activity-in-2019\">NASA<\/a> &#8222;Uptick in Amazon Fire Activity in 2019&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Waldvernichtung in den Tropen konkret:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4598\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/image.png 600w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/image-300x225.png 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Sojabohnenfeld \u201eSoya&nbsp;Hacienda&nbsp;Jenecher\u00fa\u201c<\/strong>; ca. 50 Meilen \u00f6stlich Santa Cruz de la Sierra, Bolivien<br><strong>Quelle:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.panoramio.com\/photo\/13916654\">http:\/\/www.panoramio.com\/photo\/13916654<\/a><\/strong><br><strong>Uploaded&nbsp;&nbsp;September 7,&nbsp;&nbsp;2008<\/strong> Grosse Teile des Prim\u00e4rwaldes sind vernichtet<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>November 2021: Abholzung im Amazonas erreicht neuen H\u00f6chststand<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die gleichen Premium- und Elite-Medien, die in Deutschland seit Jahren bei der Waldvernichtung f\u00fcr Windkraft hierzulande gro\u00dfz\u00fcgig wegschauen und Windkraft-Eingriffe in W\u00e4lder marginalisieren,  berichten im November in \u00fcbereinstimmend bejammerndem Ton die nochmalige Steigerung der Abholzungsrate der tropischen W\u00e4lder am Amazonas. Ich greife das die Biodiversit\u00e4t-Krise  <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=1794\">auf Klima-Alarm verk\u00fcrzende ZDF<\/a> heraus, das sich in dieser Meldung auf AP und AFP beruft; erneut wird die Waldzerst\u00f6rung zum Vehikel des Klima-Alarms; w\u00f6rtlich: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;(&#8230;) <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/brasilien-amazonas-regenwald-abholzung-100.html\">Die Zerst\u00f6rung des brasilianischen&nbsp;Amazonas-Regenwaldes&nbsp;hat weiter dramatisch zugenommen. Wie die brasilianische Weltraumbeh\u00f6rde Inpe unter Berufung auf Satellitenbilder mitteilte, wurde binnen eines Jahres so viel Regenwald vernichtet wie zuletzt vor 15 Jahren.&nbsp;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/brasilien-amazonas-regenwald-abholzung-100.html\">Von August 2020 bis Juli 2021 wurden demnach 13.235 Quadratkilometer Regenwald zerst\u00f6rt. Das waren fast 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, als ebenfalls ein H\u00f6chststand verzeichnet wurde<\/a>. (&#8230;)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/brasilien-amazonas-regenwald-abholzung-100.html\">Der Amazonas-Regenwald ist f\u00fcr den&nbsp;Klimaschutz&nbsp;von zentraler Bedeutung &#8211; er gilt als &#8222;gr\u00fcne Lunge&#8220; der Erde.<\/a> (&#8230;)&#8220;<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Ohne <em>&#8222;Klimaschutz&#8220;<\/em> ist eine solche den Naturschutz betreffende, absolut katastrophale Horror-Nachricht f\u00fcr den Planeten offenbar in den &#8222;Leitmedien&#8220; nicht mehr zu transportieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei aller Vorsicht scheint nach herrschendem Wissenstand f\u00fcr den Schutz <em><strong>aller<\/strong><\/em> W\u00e4lder der Erde die folgende Verallgemeinerung zul\u00e4ssig: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-green-cyan-color has-text-color has-medium-font-size\"><strong>M\u00f6glichst naturnahe W\u00e4lder, die St\u00fctzung nat\u00fcrlicher Anpassungsprozesse, das Eind\u00e4mmen von Brandrodung und illegalem Holzeinschlag sind weltweit die beste Investition f\u00fcr eine Erde mit langfristig gesicherten, reichhaltigen Wald\u00f6kosystemen, &#8211; eine Erde mit W\u00e4ldern, die ihre Wohlfahrtsfunktionen (s.o.) auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen erf\u00fcllen.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-green-cyan-color has-text-color has-medium-font-size\"><strong>Die sofortige Schonung der letzten Prim\u00e4rw\u00e4lder der Erde hat allerh\u00f6chste Priorit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die illegale weltweite Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder, belgeitet von maf\u00f6sen Holzmarktstrukturen war schon 2016 Gegenstand einer sehr beeindruckenden und beklemmenden \u00dcbersichsstudie:<\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.iufro.org\/publications\/series\/world-series\/article\/2016\/12\/03\/world-series-vol-35-illegal-logging-and-related-timber-trade-dimensions-drivers-impacts-and-r\/\">Daniela Kleinschmit, Stephanie Mansourian, Christoph Wildburger &amp; Andre Purret (eds.), 2016. Illegal Logging and Related Timber Trade \u2013 Dimensions, Drivers, Impacts and Responses. A Global Scientific Rapid Response Assessment Report.<br>IUFRO World Series Volume 35. Vienna. 148 p.<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-medium-font-size\"><strong>Ein Fazit &#8211; ganz bewusst an die deutschen Leit-Medien gerichtet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr die Problematik deutscher W\u00e4lder, &#8222;vor der Haust\u00fcr&#8220;: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00fcrde der deutschen Medien-Elite gut stehen, anstelle der gebetsm\u00fchlenartig wiederholten Alarmmeldungen eines alleine auf  den Klimawandel als Ursache reduzierten angeblichen neuen Waldsterbens mit dem immer wieder kehrenden notorischen Hinweis und den Katastrophenbildern der durch Borkenk\u00e4fer gesch\u00e4digten Fichten-Monokulturen Deutschlands auf die faszinierenden und durchaus gleichzeitig bedrohlichen Zusammenh\u00e4nge hinzuweisen, die durch aktuelle Forschungen aufgezeigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob im selbsternannten Naturschutz-Vorzeigeland Deutschland die durch Kalamit\u00e4ten entstehende Chance f\u00fcr naturnahe W\u00e4lder endlich genutzt wird? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr den weltweiten Waldverlust: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine differenzierte Darstellung in den Medien w\u00e4re mehr als w\u00fcnschenswert. Fokussierung oder gar Reduzierung der weltweiten Waldvernichtung auf Klimawandel oder Klima-Effekte, wie sie sich leider abzeichnet, birgt die Gefahr des im herrschenden Zeitgeist zunehmenden Tunnelblicks und der weiteren  gedanklichen Engf\u00fchrung umfassender Umweltprobleme auf CO2 und Treibhausgase (siehe <a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2021\/03NM2021.pdf\">Epple, W.(2021): Generationengerechtigkeit und der Erhalt der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Anmerkungen zum &#8222;Klimaschutzgesetz-Urteil&#8220; des BVerfG vom 24.03.2021 aus Sicht des Naturschutzes. Naturschutz Magazin der Naturschutzinitiative e.V. 03\/2021: 12-18.<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Ganzheitlicher Naturschutz f\u00fcr die W\u00e4lder der Erde w\u00fcrde eine Zusammenschau und die Zusammenf\u00fchrung aller durch den Menschen verursachten Gef\u00e4hrdungen der h\u00f6chst komplexen Wald\u00f6kosysteme zur Grundlage haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Waldvernichtung f\u00fcr Erneuerbare Energien &#8211; seien es weiter geplante Staudammprojekte f\u00fcr Wasserkraft oder die Rodung wertvoller W\u00e4lder f\u00fcr die Windkraftindustrie &#8211; ist unter ganzheitlicher Naturschutz- Sicht ein unverantwortlicher Frevel.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Beitragsbild zeigt einen genutzten, naturnahen Privatwald im Vorderen Bayerischen Wald. 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