{"id":672,"date":"2019-12-17T16:44:56","date_gmt":"2019-12-17T16:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672"},"modified":"2022-11-16T12:28:32","modified_gmt":"2022-11-16T12:28:32","slug":"bevoelkerungsentwicklung-und-bewahrung-der-natur-herausforderung-fuer-eine-sicht-auf-das-ganze-aus-sorge-um-das-ganze","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672","title":{"rendered":"Bev\u00f6lkerungsentwicklung und Bewahrung der Natur &#8211; Herausforderung f\u00fcr eine Sicht auf das Ganze aus Sorge um das Ganze"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2016\/07\/13\/11\/32\/photomontage-1514220_960_720.jpg\" alt=\"Fotomontage, Gesichter, Fotoalbum, Welt, Bev\u00f6lkerung\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bev\u00f6lkerungsexplosion kein Thema mehr &#8211; gar ein &#8222;Unwort&#8220;?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Publiziert 2019<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2016\/12\/03\/10\/23\/personal-1879491__340.jpg\" alt=\"Personen, Gemeinschaft, Globus, Erde\"\/><figcaption>Beide Bilder: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/images\/search\/bev\u00f6lkerung\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/366\/6471\/eaax3100\">Einen  Zusammenhang zwischen der Zahl der Menschen auf der Erde, der jeweiligen Bev\u00f6lkerungsdichte und den vielf\u00e4ltigen Aspekten der sozial-\u00f6kologischen Krise<\/a> (inklusive Klimawandel und seine Folgen!) kann ernsthaft niemand bezweifeln. Dennoch ist auff\u00e4llig, dass im Zusammenhang mit der umfassenden Bedrohung unserer Lebensgrundlagen \u00fcberwiegend nur noch der Klimawandel im Focus der \u00f6ffentlichen Diskussion steht. Innerhalb der ohnehin sehr einseitigen Klimadiskussion wird das Augenmerk &#8211; ausgehend vor allem von Deutschland &#8211; praktisch ausschlie\u00dflich auf das Ph\u00e4nomen der &#8222;Treibhausgase&#8220; und deren Reduktion, und die vorgebliche Weltrettung durch verbesserte Techniken gelenkt. Sei es im Bereich der Energiegewinnung (die angeblichen Klima-Segnungen der sogenannten Erneuerbaren Energien), sei es im Bereich der Mobilit\u00e4t (der geforderte Abschied vom Verbrennungsmotor), der Geb\u00e4udetechnik (D\u00e4mmung, D\u00e4mmung und nochmals D\u00e4mmung): im Wesentlichen ist die \u00f6ffentliche Wahrnehmung gesteuert durch den medialen Treibhausgase-Hype.  Sie ist dadurch eingeschr\u00e4nkt und inzwischen reduziert auf einen CO2-Tunnelblick. Die direkten und indirekten Folgen des <a href=\"https:\/\/www.br.de\/themen\/wissen\/weltbevoelkerung-bevoelkerungswachstum-menschen-erde-welt-100.html\">weiterhin wachsenden Bev\u00f6lkerungsdrucks <\/a>der Menschheit auf die Erde erscheinen in der Diskussion, wenn \u00fcberhaupt, nur noch randst\u00e4ndig. Ein gr\u00fcndlicher und <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007%2Fs13280-019-01276-w\">unvoreingenommener Blick auf die komplexen  Zusammenh\u00e4nge von Bev\u00f6kerungsentwicklung <\/a>des Menschen und <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/347\/6223\/1259855\">Verlust der Biodiversit\u00e4t, der das herausragende Hauptkennzeichen der \u00f6kologischen Krise und des \u00dcberschreitens der planetaren Grenzen ist<\/a>, ist in der \u00f6ffentlichen Debatte \u00fcberf\u00e4llig, wie sich zeigen wird. Denn <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">Habitatwahl und Pr\u00e4ferenzen des Menschen<\/a> haben im geschichtlichen Prozess der Besiedlung der Erde durch den Menschen sich auch in den heutigen Siedlungsmustern niedergeschlagen. Zun\u00e4chst ein Blick auf &#8222;biologische Grundlagen&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Tragf\u00e4higkeit von Lebensraum &#8211; ein Thema nur f\u00fcr die Tier\u00f6kologie?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Im gro\u00dfen verwandten Ganzen, im Tierreich, zu dem der Mensch als ein Vertreter der Wirbeltiere von seiner Herkunft her zu z\u00e4hlen ist, h\u00e4ngt das \u00dcberleben von einem geeigneten Lebensraum ab. V\u00f6gel oder S\u00e4ugetiere suchen und benutzen ein <em>Homerange<\/em> im geeigneten <em>Habitat<\/em>, stecken sich, ihrer Familie oder Gruppe innerhalb des Homeranges oft ein <em>Revier<\/em> ab, und verwenden viel Zeit und Energie darauf, dieses gegen arteigene oder auch artfremde Eindringlinge bzw. Rivalen falls n\u00f6tig, mit verschiedensten Mitteln  zu verteidigen. Zumeist, aber nicht immer, wird dabei Gewalt vermieden. Es besteht so etwas wie ein Notwehrrecht auch schon in der Natur. Nehmen wir als Beispiel die besonders anspruchsvollen Beutegreifer: Schon das winzige Mauswiesel nutzt einen Aktionsraum von rund 10 Hektar , und bei einem Luchskater dehnt sich der  beanspruchte Lebensraum auf  mehrere zig Quadratkilometer aus. Je nach Qualit\u00e4t des Habitats braucht es mehr oder weniger Fl\u00e4che zum Lebenserhalt. Bei Beutegreifern ist der limitierende Faktor im Wesentlichen das Beuteangebot.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Habitat und Homerange &#8211; auch f\u00fcr Menschen g\u00fcltige Regeln?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir Menschen sind &#8222;Allesfresser&#8220; und k\u00f6nnen &#8222;von Natur aus&#8220; ein \u00e4u\u00dferst vielseitiges Angebot nutzen.  Im Laufe der Menschwerdung (Hominisation) hat das Gruppenleben, das WIR, eine immer entscheidendere Rolle f\u00fcr unser Sozialverhalten und das an die Umwelt angepasste Verhalten, unsere Etho-\u00d6kologie, gespielt: Mehrere Kernfamilien (Mutter, Vater, Kinder) haben sich zusammengeschlossen, ein gemeinsames Gebiet mehr oder weniger gut f\u00fcr sich erschlossen, zumindest f\u00fcr ein zeitweiliges verbleiben zum Sammeln und Jagen genutzt und in der archaischen Entwicklungsstufe auf Stammesniveau auch gegen Fremde verteidigt. Der Mensch macht in seinen stammesgeschichtlichen Wurzeln zun\u00e4chst also keine Ausnahme von anderen h\u00f6heren S\u00e4ugetieren, die wohlorganisiert in Gruppen leben (etwa Wildhunde, W\u00f6lfe, viele Affenarten), und innerhalb ihrer Homeranges Reviere etablieren. Der Hintergrund f\u00fcr das &#8222;Besetzen&#8220; und &#8222;Halten&#8220; eines gewissen Territoriums ist &#8211; wie bei den Tieren &#8211; schlicht die Bereitstellung aller zum \u00dcberleben notwendigen Ressourcen. In unserem Falle: Wasser, Unterschlupf und sp\u00e4ter Material zum H\u00fctten- und Hausbau, essbare Pflanzen und Pilze, in der Stufe der Sammlerinnen und J\u00e4ger geeignete Jagdbeute. Gibt es zu wenig von einer der limitierenden Ressourcen kann man das Streifgebiet ausdehnen oder muss schlie\u00dflich, nach Ersch\u00f6pfen des Gebietes, weiterziehen. Selbst der nach dem Sammeln und Jagen in vielen Bereichen speziell der waldreichen Tropen etablierte <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/geowissenschaften\/wanderfeldbau\/17878\">Wanderfeldbau<\/a> funktioniert noch nach diesem Prinzip: Kommen, gut finden, bleiben, Nutzung etablieren, nach Endnutzung weiterziehen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>In besonders gut ausgestatteten Regionen konnten jedoch sich dauerhafte Menschenpopuationen etablieren: Fischreiche K\u00fcsten, Flusst\u00e4ler mit bewaldeten H\u00e4ngen und halboffenem Land, baumreiche Savannen. Ein Zusammenhang zum <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">heutigen Sch\u00f6nheitsempfinden<\/a>, wenn es um Landschaft geht, scheint zu bestehen. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0211562\">Unsere Vorfahren waren bei der &#8222;Eroberung&#8220; der Erde  nach heutigem Ma\u00dfstab mit unvorstellbar kleinen Populationsdichten unterwegs oder regional vertreten: In Zentral- und West-Europa waren in der Jungsteinzeit  (zwischen 33000 und 42000 Jahren vor unserer Zeit) nach neuesten Erkenntnissen phasenweise weniger als 1000 Menschen anwesend<\/a>.  Noch immer sehr geringe Populationsdichten herrschen bis heute in den fast ausnahmslos durch Okkupation bedrohten Stammesgebieten der letzten &#8222;Eingeborenen&#8220; der Erde. <a href=\"https:\/\/www.survivalinternational.de\/indigene\/brasiliens\">So leben heute ungef\u00e4hr 19.000 Angeh\u00f6rige des Yanomani-Volkes auf einer Fl\u00e4che im n\u00f6rdlichen Amazonasgebiet, die etwas gr\u00f6\u00dfer ist als Ungarn.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die fr\u00fchen Menschen waren w\u00e4hrend der Ausbreitung des Menschen \u00fcber Jahrzigtausende immer so etwas wie &#8222;Pioniere&#8220; in  fremdem Land, vor allem wandernde Neuank\u00f6mmlinge . Aber auch &#8222;Alteingesessene&#8220; lebten in kaum ermesslicher &#8222;Einsamkeit&#8220;, was den Kontakt zu weiteren Gruppen betraf. Mit dem Ph\u00e4nomen der Knappheit waren sie im t\u00e4glichen \u00dcberlebenskampf vertraut. Allerdings schien die Welt f\u00fcr sie gleichzeitig unendlich gro\u00df und unersch\u00f6pfbar : <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Natur als unbegrenzter Selbstbedienungsladen &#8211; m\u00f6glicherweise eine stammesgeschichtliche Altlast?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man konnte in der Fr\u00fchzeit der Menschheit weiterziehen, wenn es nichts mehr zu essen gab &#8211; Platz war genug, und am n\u00e4chsten Ort war sozusagen wieder alles zu haben. Die fortgesetzte immer wieder erfolgreiche Landnahme d\u00fcrfte das Verh\u00e4ltnis zur Natur entscheidend und \u00fcber Jahrtausende gepr\u00e4gt und eine insgesamt <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/ReesNachhaltigkeit.pdf\">expansionistische Weltsicht<\/a> geformt haben. <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/ReesNachhaltigkeit.pdf\">Entscheidend ist die Erkenntnis, dass der Mensch im Sinne einer \u00f6kologischen Einnischung auf sein Habitat wie ein &#8222;patch-disturber&#8220; wirkt.<\/a> Zitat Rees (2002):<\/p>\n\n\n\n<p>Eine patch-disturbance-Spezies wird definiert als <em>ein Organismus, der \u2013 meist durch zentrische Nahrungsnutzung \u2013 einen kleinen \u2018Zentralplatz\u2019 stark beeintr\u00e4chtigt und ein weit gr\u00f6\u00dferes Areal au\u00dferhalb dieses Kerngebietes in geringerem Ausma\u00df st\u00f6rt  <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dies bedeutet nicht, dass der Mensch von vorneherein ein &#8222;Sch\u00e4dling&#8220; (eine ohnehin v\u00f6llig fehlgehende Kategorisierung ) f\u00fcr die Natur ist. Unbestreitbar jedoch ist die im Verlauf der Erforschung der Mensch-Umwelt-Beziehung gewachsene Erkenntnis, dass unser biologischer Erfolg &#8211; n\u00e4mlich die immer dichtere Besiedlung gro\u00dfer Regionen der Erde &#8211; das GANZE, und damit die Grundlagen des eigenen \u00dcberlebens gef\u00e4hrden k\u00f6nnte (schon Hans Jonas 1979 in &#8222;Prinzip Verantwortung&#8220;; siehe Zitat aus <a href=\"https:\/\/core.ac.uk\/download\/pdf\/14520106.pdf\">Epple 2009<\/a> auf der Startseite). <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/brown-coal-4294657_1280-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6264\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/brown-coal-4294657_1280-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/brown-coal-4294657_1280-300x200.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/brown-coal-4294657_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/brown-coal-4294657_1280-700x465.jpg 700w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/brown-coal-4294657_1280.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><strong>Braunkohletagebau<\/strong> in Garzweiler, Deutschland. Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/braunkohle-tagebau-garzweiler-4294657\/\">Pixabay<\/a>. Der Energiehunger einer wachsenden Menschheit mit wachsendem Anspruch auf Wohlstand zeigt die Endlichkeit der Reserven und Ressourcen des Planeten deutlich auf. <strong>Wenn auf dieser Homepage auf mehreren Seiten die Naturzerst\u00f6rung im Zuge besonders fl\u00e4chenintensiver und damit naturfressender sogenannter Erneuerbarer Energien kritisch aufgegriffen wird (siehe die Seiten zu Windkraft, Wasserkraft), bedeutet das nicht, dass die Nutzung sogenannter &#8222;fossiler&#8220; Energien per se unkritisch gesehen wird.<\/strong> <br>Im Gegenteil: Die Nutzung und Pl\u00fcnderung der historischen Vorr\u00e4te der Erde (nicht nur von Kohle, Gas oder \u00d6l, sondern auch von Metallen, seltenen Erden, neuerdings speziell f\u00fcr die Erneuerbaren, usw.) im weitesten Sinne hat uns einen tr\u00fcgerischen Glauben an Sicherheit in eine Schein-Tragf\u00e4higkeit (Phantomtragf\u00e4higkeit) der Erde beschert (siehe weiter unten auf dieser Seite). <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zur Tragf\u00e4higkeit des Planeten f\u00fcr die Spezies Mensch wird in der heutigen Zeit jede Bemerkung kritisch be\u00e4ugt und kommentiert. Dennoch sind Gedanken, die auf Erkenntnissen der biologischen Wissenschaft &#8211; auch zur &#8222;Biologie des Menschen&#8220; &#8211; fu\u00dfen, schon aus Gr\u00fcnden der Plausibilit\u00e4t und Vernunft nicht von der Hand zu weisen: <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Populationsdichten und Habitat-Sch\u00e4digung &#8211; ein unweigerlicher Zusammenhang<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Denn: Grunds\u00e4tzlich unterscheidet sich der Mensch biologisch zun\u00e4chst nicht von anderen Arten, die unter gewissen Umst\u00e4nden und Populationsdichten ihr eigenes Habitat sch\u00e4digen k\u00f6nnen, weil sie vom vorhandenen Naturkapital  mehr verbrauchen als an Ort und Stelle nachw\u00e4chst bzw. langfristig (&#8222;nachhaltig&#8220;) zur Verf\u00fcgung steht.  Im Tierreich setzen in diesem Fall so gut wie immer regulative Mechanismen ein. Man kennt die  Massenzyklen kleiner Nagetiere, die mit hoher Sterblichkeit beendet werden, weite Wanderungen gro\u00dfer Pflanzenfresser zu ergiebigen Weidefl\u00e4chen, bei Beutegreifern das erw\u00e4hnte Ausdehnen oder Anpasssen des Homeranges, und in vielen F\u00e4llen gibt es eine Anpassung der Fortpflanzungsraten an das Nahrungs- und Beuteangebot (Greifv\u00f6gel, Eulen). Solange in der &#8222;\u00d6kologie des Menschen&#8220; eine &#8222;\u00dcbernutzung&#8220; und der zu hohe Verbrauch von Naturkapital nicht in globalem Ma\u00dfstab geschieht und geschah, waren globale Grenzen f\u00fcr die Menschen nicht sichtbar und Ersch\u00f6pfung des Naturkapitals nur f\u00fchlbar im direkten Umfeld. <em>Ankommen, Nutzen\/\u00dcbernutzen, Weiterziehen<\/em> &#8211; ist f\u00fcr eine globalisierte Welt in einem 7,7 Milliarden-Kollektiv jedoch l\u00e4ngst keine Option mehr, zumal die Steigerung und Wirkung unserer heutigen Wirtschaftskraft durch Effizienz und Kreativit\u00e4t auch auf nicht nachwachsende Ressourcen gr\u00fcndete und noch immer gr\u00fcndet. <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\">Der <strong><em>\u00d6kologische Fu\u00dfabdruck <\/em><\/strong>der Menschheit ist im Gesamten schon gr\u00f6\u00dfer als die Erde Ressourcen bereitstellen kann und er ist je nach Entwicklungsstand, Anspr\u00fcchen und Lebensstil regional \u00e4u\u00dferst unterschiedlich.<\/a> Planetare Grenzen sind inzwischen l\u00e4ngst sichtbar. Sie werden seit Jahrzehnten erforscht und diksutiert. <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/ReesNachhaltigkeit.pdf\">Einen anschaulichen und umfassenden \u00dcbersichtsartikel zum Konzept und zur Problematik des \u00fcberh\u00f6hten \u00d6kologischen Fu\u00dfabdruckes der heutigen Menschheit hat der kanadische \u00d6kologe WilliamE. Rees 2002 verfasst.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Und dass es zu viele von der eigenen Art g\u00e4be? \u00dcber die l\u00e4ngste Zeit der Menschheitsgeschichte war das einfach unvorstellbar!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/buschmann-ureinwohner-509238\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2014\/10\/30\/11\/59\/bushman-509238_960_720.jpg\" alt=\"Buschmann, Ureinwohner, J\u00e4ger Und Sammler, San\"\/><\/a><figcaption>Zur archaischen Entwicklungsstufe der Menschheit geh\u00f6ren riesige Streifgebiete und zur Verf\u00fcgung stehende Weite. Sammeln und Jagen erforderten gro\u00dfe Kenntnisse \u00fcber die Natur und k\u00f6rperliche sowie geistige Beweglichkeit und Geschicklichkeit. Die Menschen der pr\u00e4rationalen Stufe f\u00fchlen sich Eins mit der Natur. Drangvolle Enge einer modernen Metropole w\u00e4re ein Fremdwort, wie ein Erlebnis von einem anderen Stern f\u00fcr diese Lebensweise. Foto: Buschmann-Ureinwohner; Foto: Aino Tuominen, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/buschmann-ureinwohner-509238\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/afrikaner-buschmann-eingeborene-470195\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"480\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-757\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik.png 720w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><figcaption>Mit dem Untergang und der Verdr\u00e4ngung der letzten Sammlerinnen-und-J\u00e4ger-V\u00f6lker der Erde aus ihren angestammten Lebensr\u00e4umen geht auch die \u00fcber Jahrzigtausende erprobte archaische Kulturstufe  eines an die Prim\u00e4rproduktion der nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4ume angepassten Lebens der Menschheit und damit wertvollstes Wissen verloren. Allerdings ist das Leben unter archaischen Bedingungen sicher nicht zur &#8222;gl\u00fccklichen Natur-Kinder-Zeit&#8220; zu verkl\u00e4ren. Es ist ein Leben mit vielen Gefahren und Entbehrungen, wobei als t\u00e4gliche &#8222;Arbeitszeit&#8220; nach vielen vergleichenden Untersuchungen runde vier Stunden gen\u00fcgten&#8230;Das Bild zeigt einen Buschmann. Foto: Erich Wirz, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/afrikaner-buschmann-eingeborene-470195\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Leere Welt &#8211; volle Welt?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Situation hat sich aufgrund unseres biologischen Erfolges, der sich in der Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe niederschl\u00e4gt, in nur wenigen Jahrhunderten komplett gewandelt: Nicht mehr <em>wenige Menschen sind mit einer von Artefakten leeren Welt voller wildem Leben<\/em> konfrontiert, sondern viele, <em>sehr viele Menschen leben, oft auf dichtestem Raum, in einer von Artefakten vollen Welt mit \u00fcberwiegend dienstbar gemachtem Leben<\/em> (die Nutzungs- und H\u00e4tscheltrabanten). <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"480\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-759\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-1.png 720w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-1-300x200.png 300w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><figcaption>Mit st\u00e4dtischem Leben wachsen Anforderung an soziale Toleranz und soziale Intelligenz. Gleichzeitig w\u00e4chst die Gefahr der Verarmung und Verelendung derer, die keine Teilhabe im weitesten Sinne haben. Versorgung mit &#8222;Frischluft&#8220;, Nahrung und Trinkwasser kann nur aus dem &#8211; teilweise weit entfernten &#8211; Umland gew\u00e4hrleistet werden. Das Abheben der menschlichen Populationsdichten von der prim\u00e4ren Tragf\u00e4higkeit der jeweils urbanisierten Fl\u00e4che beginnt bereit in der Polis der Antike oder in einigen Hochkulturen mit Verst\u00e4dterung in Amerika. Dieses Abheben ist nur m\u00f6glich durch Externalisierung der existenziellen Bed\u00fcrfnisbefriedigung. Mit der urbanen Lebensform entsteht &#8211; solange die Versorgungs-Strukturen funktionieren &#8211; das in der Geschichte der Menschheit sehr junge <strong>kollektive und individuelle Vertrauen in eine Schein-Tragf\u00e4higkeit<\/strong> der Stadt.  In vielen Metropolen herrscht inzwischen eine mehr oder weniger vollst\u00e4ndige Naturferne der Menschenindividuen, die sich dennoch Ausgleich in  der verbliebenen <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">Sch\u00f6nheit der Prim\u00e4rnatur<\/a> sucht (Stichworte: Jahresurlaub in den Bergen, Wandern in den W\u00e4ldern, Chillen am Strand, Naturerfahrung beim Climbing, Rafting, Trecking usw.). Das Bild zeigt eine  Stra\u00dfenszene in Kairo\/\u00c4gypten. Foto: Simon Matzinger, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/reise-stadt-kairo-\u00e4gypten-verkehr-3256410\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"832\" height=\"556\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-727\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-3.png 832w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-3-300x200.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/image-3-768x513.png 768w\" sizes=\"(max-width: 832px) 100vw, 832px\" \/><figcaption>Symbol f\u00fcr die mit <em><strong>Artefakten volle Welt<\/strong><\/em> einer auf 7,7 Milliarden angewachsenen Menschheit ist der durch sie erzeugte Plastikm\u00fcll. In gro\u00dfen Teilen der Erde funktioniert keine auch nur einigerma\u00dfen organisierte M\u00fcllentsorgung, obwohl \u00fcberall hin Plastik in allen erdenklichen Formen gelangt. <br>W\u00e4hrend einer<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/plastikmuell-ueberschwemmt-suedseeparadies\/1458087?utm_medium=newsletter&amp;utm_source=sdw-nl&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=heute\"> Feldstudie im Jahr 2015 <\/a>z\u00e4hlten Wissenschaftler den M\u00fcll an verschiedenen Str\u00e4nden von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Henderson_(Pitcairninseln)\">Henderson Island<\/a> \u2013 und erfassten dabei mehr als 53&nbsp;000&nbsp;Einzelteile unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe. Durchschnittlich fanden sie mehr als 670&nbsp;\u00dcberreste unserer Zivilisation pro Quadratmeter Strand.&nbsp;Hochgerechnet verschmutzen fast 40&nbsp;Millionen Plastikteile unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe mit einem Gesamtgewicht von 17,6&nbsp;Tonnen die Str\u00e4nde des vermeintlichen S\u00fcdseeparadieses. <br>Foto: \u00a9 Jennifer&nbsp;Lavers<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0960982216309939\">Die \u00fcber Jahrtausende den Menschen unendlich scheinende Wildnis und Natur verabschieden sich aus der Lebenswelt der allermeisten heutigen Menschen. Die Prim\u00e4rnatur ist schon jetzt zur\u00fcckgedr\u00e4ngt auf wenige Reste.<\/a> Der Exodus der Wildnis h\u00e4lt an. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/new-york-usa-nyc-ny-manhattan-4352072\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2019\/07\/21\/07\/12\/new-york-4352072_960_720.jpg\" alt=\"New York, Usa, Nyc, Ny, Manhattan, Central Park, Stadt\"\/><\/a><figcaption>Der Central-Park in New York kann als Illustration f\u00fcr ein Endstadium der Mensch-Natur-Situation aufgefasst werden, in <em>der<\/em> und in <em>die<\/em> sich die Menschheit in Bezug zu ihren Lebensr\u00e4umen bereits bewegt. Foto: Leonhard Niederwimmer, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/new-york-usa-nyc-ny-manhattan-4352072\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und immer noch benehmen sich die Menschen, als w\u00e4re der Naturvorrat in jeder Hinsicht unersch\u00f6pflich, unbegrenzt, ein Selbstbedienungsladen eben&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Biodiversit\u00e4t, Welthunger und Zahl der Menschen: Frage der Tragf\u00e4higkeit &#8211;  Frage der Gerechtigkeit?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p> Die Frage, wieviele Menschen diese Erde tragen und (nicht nur) ern\u00e4hren kann, stellt sich daher in sehr komplexem, vielschichtigem Zusammenhang. Wer diese Frage nur an der enorm gesteigerten und vielleicht noch zu steigernden Effizienz der Landwirtschaft misst, kann leichtfertig sagen, dass die Erde auch 12 oder 16 Milliarden Menschen tragen kann. Die Bev\u00f6lkerungsfrage bereits als gel\u00f6st zu betrachten, ist sicher vorschnell: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Wieviele Menschen die Erde maximal tragen kann, vermag bis heute niemand genau zu bestimmen; ob und wann es zu viele sind, l\u00e4sst sich schlicht nicht sagen. Und dennoch verwandeln sich die immer pr\u00e4ziseren Datenreihen der modernen Demographen durchaus in Horrorvisionen malthusianischen Zuschnitts. Zwar gilt Malthus heute als empirisch wiederlegt, da sich noch jede vermeintliche Grenze durch menschlichen Erfindergeist wieder verschieben lie\u00df. Andererseits braucht es aber nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen dass es irgendwann definitiv zu viele Menschen sein werden; (&#8230;)Die Frage nach der Tragf\u00e4higkeit der Erde ist ohne Zweifel die Kernfrage, auf die die unabl\u00e4ssig kopfst\u00e4rker werdende Menschheit dringender denn je eine Antwort finden muss.&#8220; <\/em>(Matthias Glaubrecht, 2019: Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten. C. Bertelsmann. 1071 Seiten, Seite 313)<\/p>\n\n\n\n<p>Computermodelle sind das Zeichen der Zeit, wenn es um wissenschaftliche Betrachtungen unserer Zukunft auf dem Planeten geht. Eine der f\u00fchrenden Modellschmieden ist das <a href=\"https:\/\/www.pik-potsdam.de\/\">Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung, PIK, <\/a>das sich auch in die Bev\u00f6lkerungsdebatte hinsichtlich der Weltern\u00e4hrung aktuell einbringt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;(&#8230;) Eine <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41893-019-0465-1\">neue Studie unter der Leitung des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK)<\/a> untersucht umfassende L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge, wie man 10 Milliarden Menschen innerhalb der Belastungsgrenzen unseres Planeten ern\u00e4hren kann&#8230;.&#8220;<\/em>, <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news730182\">hei\u00dft es in einer auf dem Informationsdienst Wissenschaft am 20. 01.2020 ver\u00f6ffentlichten Pressemitteilung<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der Positionen, die f\u00fchrende Mitarbeiter des PIK seit Jahren an anderer Stelle zur sogenannten <a href=\"https:\/\/www.wbgu.de\/de\/publikationen\/publikation\/welt-im-wandel-gesellschaftsvertrag-fuer-eine-grosse-transformation\">&#8222;Gro\u00dfen Transformation&#8220;<\/a> <em>(Welt im Wandel Gesellschaftsvertrag f\u00fcr eine Gro\u00dfe Transformation<\/em>, WGBU 2011) vertreten, sind  ihre Schlussfolgerungen insgesamt gr\u00fcndlich zu hinterfragen. Denn ihr vorgeblich umfassender Ansatz l\u00e4uft bei genauerer Betrachtung vielfach auf Reduktion auf Treibhausgase (CO2), Dekarbonisierung und kritiklose Unterst\u00fctzung angeblich  &#8222;klimaneutraler&#8220; Technologien hinaus (sehr konkret: Ausblenden der Kollateralsch\u00e4den etwa beim Ausbau der Windkraftindustrie). Schon im <a href=\"https:\/\/www.wbgu.de\/fileadmin\/user_upload\/wbgu\/publikationen\/hauptgutachten\/hg2011\/pdf\/wbgu_jg2011.pdf\">WGBU-Bericht von 2011<\/a> findet man unter <em>&#8222;Welt im Wandel &#8211; Megatrends des Erdsystems&#8220; <\/em>keine angemessene Aufarbeitung  der viele Probleme mit verursachenden Bev\u00f6lkerungsproblematik.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wortmeldung des PIK zur angeblich m\u00f6glichen Ern\u00e4hrung von 10 Milliarden Menschen l\u00e4sst sich besser einordnen, wenn man eine fast zeitgleich (2020) erschienene <a href=\"https:\/\/www.pnas.org\/content\/early\/2020\/01\/14\/1900577117\">PIK-Publikation zu &#8222;Gesellschaftlichen Kippmechanismen f\u00fcr die Stabilisierung des Klimasystems der Erde&#8220;<\/a> ber\u00fccksichtigt, die in einigen Teilen die Wiederholung der schon 2011 vorgeschlagenen Transformationspfade  in eine &#8222;klimaneutrale Gesellschaft&#8220; ist. <\/p>\n\n\n\n<p> Wer die Bev\u00f6lkerungsfrage nicht ausblendet, sondern in den Zusammenhang des ungel\u00f6sten Senkenproblems und erst recht in den Zusammenhang einer <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">gerechten Teilung der Erde mit dem anderen Leben, insbesondere mit &#8222;anspruchsvollen&#8220; Wildtieren<\/a>, stellt, muss eher zu  weniger optimistischen Ergebnissen kommen. 10 Milliarden Menschen auf Dauer und nachhaltig zu ern\u00e4hren, w\u00fcrde enorme Konsequenzen haben und Einschnitte in den weltweit eher auf dem Vormarsch befindlichen &#8222;westlich-zivilisierten&#8220; Lebensstil bedeuten. Es m\u00fcsste sich erst erweisen, ob eine solch optimistische Folgerung wie die des PIK  aus einem &#8222;ausgefeilten Computermodell&#8220; wirklich realistisch ist. Die Frage dr\u00e4ngt sich auf, ob es den Verfassern in Wirklichkeit um  &#8222;von oben&#8220; oktroyierte, damit der Gesellschaft als Ganzes aufgezw\u00e4ngte Vorschriftensammlungen geht, wie die Menschen ihr Leben zuk\u00fcnftig zu gestalten haben. Die v\u00f6llig an der gesellschaftlichen Realit\u00e4t einer l\u00e4ngst offensichtlichen Spaltung vorbeigehende Einsch\u00e4tzung ausschlie\u00dflich positiver Wirkungen der Bewegung &#8222;Fridays for Future&#8220; durch die PIK-Autoren jedenfalls l\u00e4sst diese Frage berechtigt erscheinen und Zweifel zu, ob es den Verfassern von Endzeitszenarien \u00fcberhaupt um Konsens geht, wie redundant vorgegeben wird. Hierzu <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=636\">mehr unter der Frage, ob der Klimawandel Anlass f\u00fcr Abrechnung und Hass sein darf.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ber\u00fccksichtigt man die herrschenden Fakten, n\u00e4mlich die Lebensgewohnheiten, den Energiehunger, die momentan vielerorts \u00fcberforderte Senkenfunktion der Erde und komplette Stoffkreisl\u00e4ufe, ist zum jetzigen Zustand ein <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\">&#8222;Overshoot&#8220; an Verbrauch der von der Erde nachhaltig bereitgestellten prim\u00e4rproduktiven Ressourcen und Lebensgrundlagen <\/a>durch die 7,7 Milliarden Menschen zu verzeichnen. Damit ist zwar keine endg\u00fcltige Aussage zur theoretischen Tragf\u00e4higkeit unter bestimmten &#8222;transformierten&#8220; Bedingungen getroffen. Die Tatsache, dass wir zur Aufrechterhaltung unseres &#8222;westlich-zivilisierten&#8220; Lebensstils drei bis f\u00fcnf Erden ben\u00f6tigen w\u00fcrden, ist jedoch ein klarer Fingerzeig. Selbst bei einem bescheidenen Fu\u00dfabdruck von ca 2, 0 globalen Hektaren f\u00fcr alle Menschen &#8211; momentan eine reine Utopie &#8211; ginge die Rechnung f\u00fcr knapp 8 Milliarden Menschen auf der Erde allenfalls gerade noch auf&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei Klimamodellen scheint es also dringlich, Fakten (Realit\u00e4t), Prognosen (Computer-Modelle) und aus den erkannten Defiziten gespeistes Wunschdenken (und die daraus folgende politische Agitation) gr\u00fcndlich zu unterscheiden und zu durchleuchten (siehe die hier erneut empfohlene <a href=\"http:\/\/klima-fakten.net\/\">Aufarbeitung von Klimafakten durch Dr. Joachim Dengler<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>In der Gegenwart ist jedenfalls das Problem des Welthungers bereits bei einer Weltbev\u00f6lkerung unter 8 Milliarden Menschen<a href=\"https:\/\/de.wfp.org\/pressemitteilungen\/un-bericht-die-zahl-der-hungernden-weltweit-steigt-zum-dritten-jahr-folge\"> nicht gel\u00f6st.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/06\/08\/06\/04\/poor-2382641_960_720.jpg\" alt=\"Arm, Indien, Armut, Menschen, Kultur, Reisen, Draussen\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Hunger und Armut sind nach wie vor Probleme einer Welt, in der die <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/blog\/5-fragen-oxfam-ungleichheits-bericht\">G\u00fcter der Erde extrem ungleich verteilt sind<\/a>. Es ist daher zynisch, die Zahl der Hungernden an der Relation zur Gesamt-Weltbev\u00f6lkerung festzumachen, oder nur einzelne Regionen mit positiver Entwicklung herauszugreifen. Welthunger ist die offene Flanke der Globalisierung. Man stelle sich vor, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/von-der-leyen-veranschlagt-kosten-eine-billion-euro-gegen-den-klimawandel\/25277948.html\">die anvisierten Billionenbetr\u00e4ge, die f\u00fcr  &#8222;Klimaschutz&#8220;alleine in der EU bereit<\/a> gestellt werden sollen, w\u00fcrden direkt in Projekte zur Beseitigung von Armut und Projekte zur  Sicherung der Hotspots der Artenvielfalt auf der Erde gesteckt&#8230;Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/arm-indien-armut-menschen-kultur-2382641\/\">Billy Cedeno, Pixabay<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Noch sind mehr als 800 Millionen Menschen auf der Welt unterern\u00e4hrt, w\u00e4hrend gleichzeitig  in &#8222;entwickelten&#8220; Teilen der Welt <em>\u00dcbergewicht<\/em> ein Problem ist. Wird die Unsicherheit der Ern\u00e4hrungssituation mit erfasst, sind es gar <em><strong>mehr als 2 Milliarden Menschen<\/strong><\/em>, die <em><strong><a href=\"https:\/\/info.brot-fuer-die-welt.de\/blog\/zahl-hungernden-nimmt-weiter\">&#8222;aufgrund mangelnder Kaufkraft oder wegen geringer Ernten (&#8230;) das Jahr \u00fcber immer wieder an Ern\u00e4hrungsunsicherheit&nbsp;leiden und gezwungen sind, regelm\u00e4\u00dfig Mahlzeiten auszulassen, weniger oder billige, aber minderwertige Nahrung zu sich zu nehmen.&#8220;<\/a> <\/strong><\/em>In Zusammenhang mit der Lage der Weltern\u00e4hrung f\u00e4llt uns die Frage der nicht verwirklichten Gerechtigkeit zwischen Menschen besonders hart auf die F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bev\u00f6lkerung und Biodiversit\u00e4t: komplexe Zusammenh\u00e4nge<\/strong>, <strong>differenzierte Sicht notwendig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Erkenntnissen der Biologie, die Genetik, Evolution, Ethologie und \u00d6kologie gleicherma\u00dfen einschlie\u00dfen, ist l\u00e4ngst klar, <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/news\/biodiversity-the-ravages-of-guns-nets-and-bulldozers-1.20381\">dass das Aussterben unserer gro\u00dfen und eindrucksvollen Begleiter aus dem Tierreich gerade deshalb droht oder im Gang ist, weil im <strong>weitesten Sinne die Konkurrenz um den Lebensraum<\/strong> mit dem Menschen und auch die direkte Verfolgung vieler Spezies in eine inzwischen entscheidende Phase gegangen ist. <\/a>Die von der Menschheit verantworteten &#8222;Big Killers&#8220; f\u00fcr die Natur und ihre <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/eva.12894\">Wildtiere sind jeweils in Einzelheiten bekannt, gut erforscht und beschrieben<\/a>, wie als ein Beispiel unter Hunderten von Spezies das Aussterben der Nash\u00f6rner belegt. Plastikm\u00fcll geh\u00f6rt \u00fcbrigens inzwischen auch zu diesen Killern. Der Zusammenhang von Bev\u00f6kerungsdichte des Menschen und heutiger Biodiversit\u00e4t ist aus der gemeinsamen Geschichte von Mensch und Natur jedoch komplex und geht <em>nicht<\/em> in die einfache Richtung <em>je mehr Menschen, desto h\u00f6her der Verust an Biodiversit\u00e4t<\/em>: Eine <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007%2Fs13280-019-01276-w\">Auswertung von 148 speziellen Publikationen der letzten 30 Jahre zu Biodiversit\u00e4t und Bev\u00f6kerungsentwicklung <\/a>f\u00fchrt zu einer differenzierten Sicht. Die Hauptaussage soll hier w\u00f6rtich wiedergegeben werden: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;The statement that \u201cdemographic change is the most important indirect driver of biodiversity loss\u201d does not acknowledge the complex nature of the relationship between demographic change and biodiversity. The often cited statement suggests a mono-directional relationship between demographic phenomena and biodiversity, where demographic dynamics automatically exert a negative influence on biodiversity. Our findings show that the critical demography\u2013biodiversity relationship is complex and multifaceted in its different manifestations and requires a more diversified scientific recognition. (&#8230;)  In addition, most studies focusing on correlations between biodiversity and demographic factors could not uncover the causality behind the common co-occurrence of biodiversity and densely populated regions. One explanatory approach suggests that this co-occurrence is based on the availability of energy for both humans and biodiversity (plants and animals).&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Beim Hinweis auf m\u00f6glicherweise die <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=478\">Artenvielfalt sogar f\u00f6rdernde Ver\u00e4nderung durch b\u00e4uerliche Landswirtschaft <\/a> begegnet uns diese Komplexit\u00e4t der Mensch-Natur-Interaktion genauso wie bei der Feststellung, dass in der heutigen Zeit in manchen Arealen von Gro\u00dfst\u00e4dten eine gr\u00f6\u00dfere Artenvielfalt herrscht als in den ausger\u00e4umten Agrargebieten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage der <strong>Tragf\u00e4higkeit<\/strong> der Erde f\u00fcr die Populationen verschiedener Spezies ist also nicht nur ein Gegenstand der Forschung im au\u00dfermenschlichen Bereich durch die Populationsbiologie und Tier\u00f6kologie. Richtig allerdings bleibt: <strong><a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">Die Tragf\u00e4higkeit der Erde f\u00fcr den Menschen ist begrenzt. Sie ist es gerade unter Ber\u00fccksichtigung des Gerechtigkeitsaspektes, n\u00e4mlich Gerechtigkeit zwischen Menschen und Gerechtigkeit im Umgang mit dem Lebensrecht des Au\u00dfermenschlichen. <\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Aspekt erh\u00f6ht die Komplexit\u00e4t und die Dringlichkeit der Bev\u00f6lkerungsfrage im Hinblick auf eine ganzheitliche Sicht der Naturbewahrung:<\/p>\n\n\n\n<p><strong> Gesteigerte Effizienz und Reboundeffekte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz noch so gro\u00dfer Effizienzgewinne im Bereich der agrarindustriellen Nahrungsversorgung, trotz ausgekl\u00fcgelter Techniken bei der Nutzung praktisch aller Naturg\u00fcter zeigt sich, <strong><em>dass sich der Mensch<\/em><\/strong> <strong><em>mit seiner eigenen Populationsentwicklung<\/em><\/strong> und den \u00f6kologischen Folgen von Landnahme, Siedlungst\u00e4tigkeit, Bergbau oder intensiver Nahrungsmittelproduktion <strong><em>auseinandersetzen muss<\/em><\/strong> (s.o., Zitat aus Glaubrecht 2019). <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41559-019-0824-3\">Reboundeffekte, ausgel\u00f6st durch <strong>Bev\u00f6lkerungsdruck und Wirtschaftswachstum <\/strong>bedrohen inzwischen den Erfolg vieler gut eingeleiteter Ma\u00dfnahmen zum Erhalt der Biosph\u00e4re und nachhaltiger Bewirtschaftung.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/reis-terrassen-reisfelder-164622\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2013\/07\/18\/15\/07\/rice-terraces-164622__340.jpg\" alt=\"Reis Terrassen, Reisfelder, Mu Cang Chai\"\/><\/a><figcaption>Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4chen sind fast \u00fcberall auf der Erde nur noch auf Kosten des Waldes m\u00f6glich. Das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen einerseits den <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=566\">Wohlfahrtsfunktionen des Waldes, seinen lebenserhaltenden Funktionen f\u00fcr das Klima und die Artenvielfalt <\/a>und andererseits dem Fl\u00e4chenhunger der Menschheit f\u00fcr Nahrungsmittelproduktion ist eines der zentralen Konfliktfelder, die aus dem weiter wachsenden Bev\u00f6lkerungsdruck entstehen. Foto: Reisterrassen in S\u00fcdostasien; Pixabay  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dass gerade die rasante Verst\u00e4dterung dort weitergeht, wo der urspr\u00fcngliche und potenziell immer noch pr\u00e4sente Naturreichtum am gr\u00f6\u00dften war (oder ist) und zu Siedlungsschwerpunkten von Mensch und Natur gef\u00fchrt hat, versch\u00e4rft und kompliziert also die Problematik. Es ist folgender Ablauf: Hochproduktive Natur &#8211; (erste) Siedlung des Menschen, zun\u00e4chst b\u00e4uerlich &#8211; (heutige) <a href=\"https:\/\/www.mcc-berlin.net\/de\/news\/meldungen\/meldungen-detail\/article\/verstaedterung-verschlingt-300000-kmx00b2-fruchtbarsten-ackerlands.html\">Verst\u00e4dterung mit Verlust von Natur <em>und<\/em> landwirtschaftlicher Produktionsfl\u00e4che&#8230;<\/a>Und wieder ist es der <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">Gerechtigkeitsaspekt,<\/a> der in dieser Entwicklung in den Mittelpunkt r\u00fcckt: Schaffen wir es, die Hot-Spots, die f\u00fcr Mensch und Natur gleicherma\u00dfen wichtig sind, gerecht zu teilen, in diesem Falle zwischen Mensch und (Rest-)Natur?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Tabus im Bereich der Bev\u00f6lkerungsfrage?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Der Bev\u00f6lkerungsdruck, den unsere Spezies auf alle Erdteile an allen Ecken und Enden aus\u00fcbt, gleichzeitig wachsende und berechtigte Anspr\u00fcche jedes einzelnen der beteiligten Individuen des Menschheitkollektives an ein gutes Leben, die <strong>ern\u00fcchternde Tatsache der <a href=\"https:\/\/www.bmu.de\/themen\/nachhaltigkeit-internationales\/nachhaltige-entwicklung\/strategie-und-umsetzung\/reduzierung-des-flaechenverbrauchs\/\">weiteren Zersiedelung und Degradation der Lebensr\u00e4ume sogar in Regionen, in denen die Bev\u00f6lkerung bereits stagniert<\/a> <\/strong>(noch immer ann\u00e4hernd 60 ha Fl\u00e4chenausweisung pro Tag f\u00fcr Siedlung und Verkehr alleine in Deutschland!) gehen f\u00fcr die umfassende Umweltbedrohung Hand in Hand und zeigen auf dringenden Handlungsbedarf. <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/geographie\/bevoelkerungsdruck\/901\">\u00dcberbev\u00f6lkerung, \u00dcbernutzung, und die Frage der Tragf\u00e4higkeit, resultierende Wohnungsnot, Verarmung, Luftverschmutzung und Verkehrskollaps <\/a>in vielen wuchernden Metropolen der Erde d\u00fcrfen keine durch politische Korrektheit tabuisierten Begriffe sein. Denn sie weisen auf den nicht widerlegbaren Zusammenhang der sozial-\u00f6kologischen Krise mit dem Fortpflanzungsverhalten der Spezies Mensch. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Urbanit\u00e4t und Siedlungsballung: Schein-Tragf\u00e4higkeit und Externalisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der in den \u00fcberf\u00fcllten Gro\u00dfst\u00e4dten der Erde lebende Teil der Menschheit (und das ist bereits die Mehrheit) hat sich an eine <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/CattonKulturelleRueckstaendigkeit.pdf\"><strong><em>Schein-Tragf\u00e4higkeit<\/em><\/strong> (Phantom-Tragf\u00e4higkeit im Sinne Catton 2000)<\/a> (nicht nur) seines urbanen Lebensumfeldes gew\u00f6hnt, weil die Versorgung mit den G\u00fctern aus dem dienenden Land bislang noch gelingt. Das k\u00f6nnte sich aber \u00e4ndern. Und selbstverst\u00e4ndlich soll mit Focus auf Verst\u00e4dterung nicht \u00fcbersehen werden, dass inzwischen <strong>auch ein Gro\u00dfteil der Landbev\u00f6lkerung sich l\u00e4ngst an das Ph\u00e4nomen einer Scheintragf\u00e4higkeit gew\u00f6hnt hat<\/strong>. Denn l\u00e4ngst ist in den hochentwickelten Teilen der Erde auch in l\u00e4ndlichen Regionen der Lebensunterhalt der Bev\u00f6lkerung von der Landwirtschaft nicht mehr direkt abh\u00e4ngig, sondern durch vielf\u00e4ltige und arbeitsteilige Erwerbst\u00e4tigkeit von der  fl\u00e4chengebundenen Erzeugung des t\u00e4glichen Brotes abgehoben. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bev\u00f6lkerungssituation und Gerechtigkeit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Wie gezeigt, ist die Frage der <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">Gerechtigkeit unter den Menschen, die Verpflichtung zum gerechten Teilen und Zugang zu den G\u00fctern der Erde, <\/a>eng mit der globalen wie regionalen Bev\u00f6lkerungssituation verkn\u00fcpft. Die drangvolle Enge der weltweit wuchernden Metropolen l\u00e4sst f\u00fcr den Einzelnen kaum einen Blick oder Gedanken auf die notwendig zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssende prim\u00e4rproduktive Erden-Fl\u00e4che zu, um ein menschenw\u00fcrdiges und gutes Leben zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2014\/06\/22\/10\/29\/city-374416_960_720.jpg\" alt=\"Stadt, \u00dcberf\u00fcllt, Eng, Stra\u00dfe, Hongkong, Wolkenkratzer\"\/><figcaption>Ein immer gr\u00f6\u00dferer Anteil, n\u00e4mlich mehr als die H\u00e4lfte der derzeitigen Menschheit lebt bereits in St\u00e4dten, und immer h\u00e4ufiger in beengten Verh\u00e4ltnissen. Tendenz steigend.<strong><em><a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/zeitfragen\/immer-mehr-menschen-leben-in-staedten-630\/\"> <\/a><\/em><\/strong><em><a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/zeitfragen\/immer-mehr-menschen-leben-in-staedten-630\/\"><strong>Im Jahr 2050 werden 68 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung in St\u00e4dten leben. Gegenw\u00e4rtig sind es 55 Prozent. Das bedeutet, dass bis 2050 weitere 2,5 Milliarden Menschen in St\u00e4dten leben werden. 90 Prozent dieses Wachstums wird in Asien und Afrika stattfinden. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Bev\u00f6lkerungsfonds der Vereinten Nationen hervor (Stand 2018) (&#8230;<\/strong><\/a><\/em><strong><em><a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/zeitfragen\/immer-mehr-menschen-leben-in-staedten-630\/\">)<\/a><\/em>Bis zum Jahr 2030 soll es 43 Megast\u00e4dte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern geben<em><a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/zeitfragen\/immer-mehr-menschen-leben-in-staedten-630\/\">. <\/a><\/em><\/strong>Das Bild zeigt eine Stra\u00dfenszene in Honkong. Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/stadt-\u00fcberf\u00fcllt-eng-stra\u00dfe-374416\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen der Metropolen haben sich nicht nur an die jeweilige Schein-Tragf\u00e4higkeit ihres Umfeldes gew\u00f6hnt. Sie sind es in den hochentwickelten Regionen der Erde seit Verst\u00e4dterung und sp\u00e4testens seit der Kolonialzeit auch gew\u00f6hnt, einen gro\u00dfen <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\">Teil ihrer Bed\u00fcrfnisse zu <strong>externalisieren<\/strong>, also an anderen Orten, und selbst in fernen L\u00e4ndern zu befriedigen.<\/a> In der Folge werden auch die wahren Kosten einer Lebensf\u00fchrung, die \u201e\u00fcber ihre Verh\u00e4ltnisse\u201c geht, fehl eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon seit der Kolonialzeit und  versch\u00e4rft im Zeitalter der Globalisierung ist diese Externalisierung von Bed\u00fcrfnissen ein Ph\u00e4nomen einer ganzen Kulturstufe und damit go\u00dfer Bev\u00f6lkerungen &#8211; also nicht nur ein Kennzeichen st\u00e4dtischen Lebens. Unser &#8222;westlich-zivilisierter&#8220; Lebensstil insgesamt f\u00fchrt zur Inanspruchnahme von erheblichen Landfl\u00e4chen in der ganzen Welt (<a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/ErbGlobalisierungLandnutzung.pdf\">am Beispiel \u00d6sterreischs aufgearbeitet bei Erb 2002)<\/a>. Dass dies nicht ohne Folgen bleibt f\u00fcr die Situation der Menschen in den jeweils aus der Ferne &#8222;okkupierten&#8220; Gebieten, ist selbstredend. Wieder begegnet uns die <strong>Globale Gerechtigkeit<\/strong> als Anwurf und Aufgabe f\u00fcr Ethik und Verantwortung .<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst, ein erstes Fazit:<strong> Die Menschheit hat ihre Hausaufgaben im zentralen <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\">Spannungsfeld zwischen Bev\u00f6lkerungsfrage und der Bewahrung der Natur <\/a>trotz vieler bedenklich stimmender Erkenntnisse nicht gemacht<\/strong> (siehe <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/warum-die-weltbevoelkerung-waechst\/1631642#comment-1632542\">Epple 2019, Kommentar in &#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220;)<\/a>. Im Moment w\u00e4chst die Weltbev\u00f6lkerung t\u00e4glich noch um mehr als 200.000 Menschen. Mit ihr w\u00e4chst der Druck auf die Natur.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Szenarien &#8211; kann man wirklich vorsichtig optimistisch sein?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Richtig ist aber auch, dass seit Jahren die verschiedenen Szenarien f\u00fcr die weitere Entwicklung der Weltbev\u00f6lkerung stark schwanken, und an &#8222;Zielvorgaben&#8220; ausgerichtet sehr <a href=\"http:\/\/www.demografie-blog.de\/2013\/06\/lonely-planet-eine-alternative-zur-neuen-un-prognose\/\">unterschiedliche Rechenergebnisse<\/a> erbringen. Von <a href=\"https:\/\/www.un.org\/development\/desa\/en\/news\/population\/world-population-prospects-2019.html\">weiterhin aber langsamer  wachsender Bev\u00f6lkerung <\/a>(dennoch m\u00f6glicherweise ein Desaster) bis zu <a href=\"https:\/\/www.demographic-research.org\/volumes\/vol28\/39\/\">einem Sinken der Weltbev\u00f6lkerungszahl im Zusammenhang mit gewachsener Lebenserwartung und gestiegenem Wohlstand <\/a>wird vieles je nach Rechenmodell denkbar  &#8211; und vermutlich erreichbar. Schon heute ist die aktuell zu beobachtende Bev\u00f6lkerungsentwicklung in <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/169397\/umfrage\/natuerliche-wachstumsrate-der-bevoelkerung-nach-kontinenten\/\">verschiedenen Kontinenten<\/a>, verschiedenen <a href=\"https:\/\/countrymeters.info\/de\/India\">L\u00e4ndern (hier: Indien) <\/a>und <a href=\"https:\/\/countrymeters.info\/de\/Germany\">Entwicklungsstand (hier: Deutschland)<\/a> sehr <a href=\"https:\/\/www.pewresearch.org\/fact-tank\/2019\/06\/17\/worlds-population-is-projected-to-nearly-stop-growing-by-the-end-of-the-century\/\">unterschiedlich<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.pewresearch.org\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/FT_19.06.17_WorldPopulation_Populiation-growth-Africa-projected-remain-strong.png\">https:\/\/www.pewresearch.org\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/FT_19.06.17_WorldPopulation_Populiation-growth-Africa-projected-remain-strong.png<\/a> :<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pewresearch.org\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/FT_19.06.17_WorldPopulation_Populiation-growth-Africa-projected-remain-strong.png?w=640\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Was im Klima-Hype droht, unterzugehen<\/strong>: <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der bestehende  Zusammenhang des Klimawandels mit der Bev\u00f6lkerungsfrage<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Gerade auch der in der einleitend aus diesem Grunde kritisierten Klimadebatte zu wenig beachtete Zusammenhang zwischen <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/361\/6403\/650\">Bev\u00f6lkerungsdruck und Klimawandel<\/a> (Bongaarts et al. 2018) darf nicht, wie es im Medien-Hype und politisch hektischen Aktionismus in stark verengtem Blick nur auf CO2 geschieht, au\u00dfer Acht gelassen werden. Hier das Summary aus der wichtigen in &#8222;Science&#8220; ver\u00f6ffentlichten Arbeit in deutscher \u00dcbersetzung: <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<strong><em>W\u00fcrde eine Verlangsamung des Bev\u00f6lkerungswachstums die zuk\u00fcnftigen Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels verringern? Mit zus\u00e4tzlichen 4 Milliarden Menschen, die bis 2100 auf dem Planeten erwartet werden, scheint die Antwort ein offensichtliches &#8222;Ja&#8220; zu sein. In der Tat st\u00fctzt umfangreiche wissenschaftliche Literatur diese Intuition. Viele Nichtregierungsorganisationen unternehmen klima- und bev\u00f6lkerungsbezogene Aktivit\u00e4ten, und nationale Anpassungspl\u00e4ne f\u00fcr die meisten der am wenigsten entwickelten L\u00e4nder erkennen das Bev\u00f6lkerungswachstum als wichtigen Bestandteil der Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Klimafolgen an (1). Trotz dieser Beweise schweigt sich ein Gro\u00dfteil der Klimagemeinschaft, insbesondere das Zwischenstaatliche Gremium f\u00fcr Klimawandel (IPCC), die Hauptquelle f\u00fcr wissenschaftliche Informationen f\u00fcr den internationalen Prozess der Klimapolitik, weitgehend \u00fcber das Potenzial der Bev\u00f6lkerungspolitik aus, die Risiken der Welterw\u00e4rmung zu verringern. Obwohl der j\u00fcngste IPCC-Bericht (2) eine Bewertung der technischen Aspekte der gegenseitigen Beeinflussung von Bev\u00f6lkerung und Klimawandel enth\u00e4lt, erstreckt sich die Bewertung nicht auf die Bev\u00f6lkerungspolitik als Teil einer breiten Palette m\u00f6glicher Anpassungs- und Minderungsma\u00dfnahmen. Wir schlagen vor, dass vier Fehlwahrnehmungen von vielen in der Gemeinschaft des Klimawandels eine wesentliche Rolle bei der Vernachl\u00e4ssigung dieses Themas spielen, und schlagen Abhilfema\u00dfnahmen f\u00fcr das IPCC vor, w\u00e4hrend es sich auf den sechsten Zyklus seines mehrj\u00e4hrigen Bewertungsprozesses vorbereitet.<\/em><\/strong>&#8222;<\/p>\n\n\n\n<p>Die vier Fehlwahrnehmungen des Klima-Alarms in Bezug auf das dortige Ausschweigen der Bev\u00f6lkerungsproblematik sind nach Bongaarts et al (2018): <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Bev\u00f6lkerungswachstum ist kein Problem mehr<\/li><li>Bev\u00f6lkerungspolitik ist nicht effektiv<\/li><li>Bev\u00f6lkerung spielt keine Rolle f\u00fcr das Klima<\/li><li>Bev\u00f6lkerungspolitik ist zu kontrovers, um erfolgreich zu sein<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Eigenartigerweise werden auch die <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=636\">schreierischen Forderungen von &#8222;Fridays for Future&#8220;<\/a> dem zentralen Thema Bev\u00f6lkerung nicht im Ansatz gerecht. Man m\u00fcsste  sich unangenehmen Fragen und einer umfassenden Kritik des Gebarens der Menschheit unterziehen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/11\/10\/00\/20\/riga-2935035_960_720.jpg\" alt=\"Riga, Lettland, Drohne, Multicopter, Hubschrauber\"\/><figcaption>Riga, Lettland, Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/riga-lettland-drohne-multicopter-2935035\/\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/11\/10\/21\/35\/kong-kuala-2937763_960_720.jpg\" alt=\"Kuala Lumpur, Malasia, Asien, Turm, Architektur\"\/><figcaption>Kuala Lumpur, Malaisia, Foto: Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2015\/11\/16\/22\/45\/panorama-1046701_960_720.jpg\" alt=\"Panorama, Shanghai, Gro\u00dfstadt, China, Geb\u00e4ude\"\/><figcaption>Shanghai, China, Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/panorama-shanghai-gro\u00dfstadt-china-1046701\/\">Pixabay<\/a><br>\u00dcberall auf der Erde wuchern Gro\u00dfst\u00e4dte, fast immer auf Kosten fruchtbarer Erde, auf Kosten landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che, auf Kosten gewachsener d\u00f6rflicher Strukturen (rural-urban-transformation) oder zu Lasten der Prim\u00e4rnatur. Dies ist sowohl der Landflucht als auch dem Bev\u00f6lkerungswachstum insgesamt geschuldet. Es ist eines der erstaunlichsten Ph\u00e4nomene und ein zentrales Defizit der hysterischen Klimadebatte, wenn die Rolle des weiteren Wachstums der Menschheit untersch\u00e4tzt und der Menschen-Zahl keine Klima-Relevanz zugeschrieben wird und zu wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Denn Energiehunger urbaner Bev\u00f6lkerungen, Versiegelung, Betonierung und Verdichtung der Baufl\u00e4chen sowie Wasserverbrauch und der Verlust der Vegetation bedeuten nicht nur lokale W\u00e4rme-Insel-Effekte&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;Denn wenn es darum geht, das Ph\u00e4nomen des vom Menschen beeinflussten Weltklimas mit klarem Blick zu ergr\u00fcnden, <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/366\/6471\/eaax3100\">sind <strong><em>alle<\/em><\/strong> die Krise als Treiber bedingenden Aktivit\u00e4ten<\/a> <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/366\/6471\/eaax3100\"> der Menschheit und ihre  Folgen<\/a>, also der Blick auf das GANZE, von entscheidender Wichtigkeit. Der in der Klima-Hysterie betriebene Reduktionismus auf wenige st\u00e4ndig nachgesprochene Schlagworte: Aussto\u00df von &#8222;Treibhausgasen&#8220; (speziell CO2), Ausstieg aus Kohleverbrennung, Verbot von Verbrennungsmotoren mit naiver Forderung nach &#8222;Elektro-Mobilit\u00e4t&#8220; und ungehemmtem Ausbau volatiler Energiegewinnung (&#8222;100%-Erneuerbare&#8220;&#8230;)mit einhergehender Gef\u00e4hrdung der Grundversorgung verstellt den Blick auf die viel weiterreichenden Zusammenh\u00e4nge. Die Folgen des durch den Medien-Hype und eine schon hysterische und <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/was-waere-wenn-es-keine-einfachen-antworten-gaebe\/1624076#comment-1624824\">populistische<\/a> Kampagnenarbeit <a href=\"https:\/\/www.naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2019\/ESSAY-EPPLE-WOLFGANG.pdf\">verschiedener Organisationen <\/a>verursachten <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/die-welt-wird-viel-schneller-heiss\/1626358\">Tunnelblickes auf das CO2 <\/a>f\u00fchren dazu, dass diesem Aspekt alles untergeordnet werden soll. <strong>&#8222;Klimaschutz&#8220; f\u00fchrt in dieser gedanklichen Verengung in das Gegenteil von Bewahrung der Natur und ist das Gegenteil eines ganzheitlichen Ansatzes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der zur Zeit in politischem Aktionismus eingeleitete <strong>&#8222;Klimaschutz&#8220; aus verengter technischer Perspektive verliert den Blick auf das Ganze<\/strong>, und in gef\u00e4hrlicher Weise speziell auch auf die Bev\u00f6lkerungsfrage. Ebenso verliert dieser Aktionismus den Blick f\u00fcr die durch technischen &#8222;Klimaschutz&#8220; selbst <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\">verursachten Kollateralsch\u00e4den<\/a>. Auf Wirtschaftswachstum und Industrie verengter &#8222;Klimaschutz&#8220; kannibalisiert den Naturschutz nicht nur in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung, sondern auch rechtlich und faktisch, und nimmt dabei nicht nur keine R\u00fccksicht auf die Natur, sondern ebenso keine R\u00fccksicht auf den Mensch<strong>en<\/strong>  (s. Epple 2017). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Debatte um den<\/strong> <strong>&#8222;Klimaschutz&#8220; muss die Bev\u00f6lkerungsfrage mit all ihren negativen Folgen f\u00fcr Mensch und Natur als eines der dringendsten Handlungsfelder der sozial-\u00f6kologischen Krise mit einbeziehen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der hier vertretene ganzheitliche Ansatz zur Bewahrung der Natur tut dieses fraglos<\/strong>:  Die gr\u00fcndliche Befassung mit der Bev\u00f6lkerungsfrage ist Voraussetzung f\u00fcr Menschlichkeit. Die Verwirklichung von Menschlichkeit  ist die Grundlage, auf der Mitgesch\u00f6pflichkeit als eines der Ziele der Ethik des ganzheitlichen Naturschutzes erst aufgebaut werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Geduld, der Beitrag wird weiter bearbeitet<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bev\u00f6lkerungsexplosion kein Thema mehr &#8211; gar ein &#8222;Unwort&#8220;? 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