{"id":849,"date":"2019-12-21T15:19:40","date_gmt":"2019-12-21T15:19:40","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849"},"modified":"2023-05-22T07:19:21","modified_gmt":"2023-05-22T07:19:21","slug":"oekologischer-fussabdruck-ueberbevoelkerung-earth-overshoot-und-co2-fakten-zur-ueberlebensfrage","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849","title":{"rendered":"\u00d6kologischer Fu\u00dfabdruck, Bev\u00f6lkerungsentwicklung, Earth-Overshoot und CO2 &#8211; Fakten zur \u00dcberlebensfrage"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:25px\"><strong>Mit Anmerkungen zu Defiziten des Diskurses \u00fcber Gerechtigkeit <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>publiziert Dezember 2019<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Dia-00287.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Kleinbauern verkaufen ihre Produkte auf einem Markt in Rajasthan\/Indien. Das Bild entstand 1985. Bis heute ist das Hungerproblem in Indien bei  ca. 200 Millionen Unterern\u00e4hrten innerhalb  1,25 Milliarden Einwohnern <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hunger-Index_f\u00fcr_Indien\">nicht gel\u00f6st<\/a>. Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Gerechte Verteilung von Land und gerechte Teilung des Zugangs zu lebensnotwendigen Naturg\u00fctern ist bis heute in gro\u00dfen Teilen der Erde nicht verwirklicht. In den letzten 20 Jahren begingen \u00fcber 300 000 indische Bauern Selbstmord wegen \u00dcberschuldung. <em>&#8222;Viele Produzenten verschuldeten sich f\u00fcr die Anschaffung von modernem, meist genmanipuliertem Saatgut aus dem Hause Monsanto und kauften die zugeh\u00f6rigen Herbizide gleich dazu&#8220;<\/em>, schreibt Franziska Kohlhoff, Referentin bei der <a href=\"https:\/\/www.aswnet.de\/index\">Aktionsgemeinschaft solidarische Welt e.V.<\/a> am 12. Februar 2019&#8230; Doch es gibt Hoffnung&#8230;. <a href=\"https:\/\/www.mittelbayerische.de\/politik-nachrichten\/indien-weg-vom-gift-auf-dem-acker-21771-art1749172.html\">Mehr hier<\/a> und speziell zu <a href=\"https:\/\/www.aswnet.de\/projekte\/indien\">Projekten in Indien<\/a> hier.  <\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>\u201eHeute beginnt erschreckend klar zu werden, dass der biologische Erfolg nicht nur den \u00f6konomischen in Frage stellt, also vom kurzen Fest des Reichtums wieder zum chronischen Alltag der Armut zur\u00fcckf\u00fchrt, sondern auch zu einer akuten Menschheits- und Naturkatastrophe ungeheuerlichen Ausma\u00dfes zu f\u00fchren droht. Die Bev\u00f6lkerungsexplosion (\u2026) nimmt dem Wohlfahrtsstreben das Heft aus der Hand und wird eine verarmende Menschheit um des nackten \u00dcberlebens willen zu dem zwingen, was sie um des Gl\u00fcckes willen tun oder lassen konnte: zur immer r\u00fccksichtsloseren Pl\u00fcnderung des Planeten, bis dieser sein Machtwort spricht und sich der \u00dcberforderung versagt.\u201c <\/strong><\/em>  ( Hans Jonas (1979): Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik f\u00fcr  die technologische Zivilisation. 426 S. Insel Verlag, Frankfurt\/M; dort   Seite 252).<\/p>\n\n\n\n<p>Hatte Hans Jonas recht? Ist die Bef\u00fcrchtung des gro\u00dfen j\u00fcdischen Naturphilosophen nach \u00fcber 40 Jahren noch aktuell? Wenn ja &#8211; l\u00e4sst sich diese aktuell durch Fakten st\u00fctzen?  Wenn nein &#8211; welche Fakten geben Anlass zur Entwarnung?<\/p>\n\n\n\n<p>Es soll auch der Frage nachgegangen werden: Was unterscheidet die <em>Heuristik der Vorsicht<\/em>, f\u00fcr die Hans  Jonas pl\u00e4diert, von der <em>Panik-Mache<\/em> heutiger  Klima-Katastrophen-Apologeten? <strong>Welche Fakten der sozial-\u00f6kologischen Krise sind es, die uns das  F\u00fcrchten lehren sollten? <\/strong>Ist es (nicht) so, dass die Menschheit durch gewachsene und immer weiter wachsende Anspr\u00fcche und den ebenfalls immer noch wachsenden Bev\u00f6lkerungsdruck die Grenze der Belastbarkeit des Planeten zumindest in einigen Regionen (nicht) l\u00e4ngst \u00fcberschritten hat?  Ist nicht gerade auch die Bev\u00f6lkerungsfrage zutiefst verkn\u00fcpft mit Fragen nach umfassender Gerechtigkeit? Gerechtigkeit im Umgang zwischen Menschen, auch zwischen verschiedenen Generationen? Gerechtigkeit f\u00fcr unsere Kinder und deren Kinder&#8230;? <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">Gerechtigkeit im Umgang mit der wehrlosen Natur?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Oder k\u00f6nnen wir das Bev\u00f6lkerungsthema f\u00fcr die Erde insgesamt schon als gel\u00f6st betrachten, weil in einigen Teilen der Erde die Zahl der Kinder pro Frau deutlich zur\u00fcckgegangen ist, und deshalb die Bev\u00f6lkerung in diesen L\u00e4ndern nicht mehr w\u00e4chst? Auf den seit Jahrzehnten bekannten und beklagten Zusammenhang von aus Ungleichverteilung von Land, Naturg\u00fctern, und Ressourcen entstehender Armut und hohen Geburtenraten m\u00fcsste gesondert eingegangen werden. Die folgende Feststellung des Wirtschaftswissenschaftlers  <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Partha_Dasgupta\">Parta S. Dasgupta<\/a> aus dem Jahr 1995 gilt leider bis heute (<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/magazin\/bevoelkerungswachstum-armut-und-umwelt\/822407\">&#8222;Spektrum der Wissenschaft Magazin&#8220; 01.07.1995)<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Die Daten \u00fcber den Status der Frau in 79 L\u00e4ndern der sogenannten Dritten Welt zeigen unmi\u00dfverst\u00e4ndlich, da\u00df hohe Fertilit\u00e4t, verbreiteter Analphabetismus, geringer Anteil an Lohnarbeit und hoher Prozentsatz unbezahlter Hausarbeit miteinander zusammenh\u00e4ngen. Aus der Statistik allein l\u00e4\u00dft sich kaum erkennen, welche dieser Faktoren hohe Fertilit\u00e4t verursachen und welche lediglich damit statistisch korreliert sind. Immerhin lassen die Ergebnisse die Deutung zu, da\u00df Mangel an Verdienstm\u00f6glichkeiten und unzureichende Bildung die Entscheidungsf\u00e4higkeit der Frau einschr\u00e4nken und dadurch das Bev\u00f6lkerungswachstum f\u00f6rdern&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fallen 230.000 neue Erdenmenschen t\u00e4glich nicht ins Gewicht<\/strong>,<strong> weil<\/strong> dieser Zuwachs \u00fcberwiegend in armen Regionen stattfindet, und <strong>diese Menschen dann, solange sie armutsbedingt einen kleinen Fu\u00dfabdruck haben, nicht &#8222;klimarelevant&#8220; sind<\/strong>, wie es k\u00fcrzlich bei einem meiner Freunde  &#8211; er ein Verfechter  des Klima-Alarms &#8211; anklang? Auch diesen aus dem Tunnelblick aufs Klima entstehenden menschenverachtenden Zynismus gilt es, mit Fakten zu durchleuchten. <\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einige Zahlen zur &#8222;\u00d6kologie des Menschen&#8220;; u.a. soll hier die Arbeit von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/William_R._Catton_Jr.\">William R. Catton , Jr.<\/a> gew\u00fcrdigt werden, weil es sehr bemerkenswert ist, dass ein <em>Soziologe<\/em> die wesentlichen Gedanken zur Human<em>\u00f6kologie <\/em>und zu dem, was heute unter Overshoot verstanden wird, zusammengetragen hat. Es wird auf eine <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/CattonKulturelleRueckstaendigkeit.pdf\">\u00dcbersichtsarbeit in deutscher Sprache<\/a> aus dem Jahr 2000 verwiesen: <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was braucht der Mensch? Die unabdingbaren Bed\u00fcrfnisse:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Es sind <strong>drei Funktionen<\/strong>, die die Tragf\u00e4higkeit des Lebensraumes f\u00fcr eine Spezies bestimmen. Dies gilt auch f\u00fcr den Menschen, aufgrund der Globalisierung sind <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/CattonKulturelleRueckstaendigkeit.pdf\">Gesamtbetrachtungen (im Sinne Catton 2000) erlaubt: Die Erde dient als <strong>Quelle <\/strong>(&#8222;Versorgungsdepot&#8220;), als <strong>Lebensraum<\/strong> und als <strong>Senke <\/strong>(&#8222;Abfallbeh\u00e4lter&#8220;)<\/a>. In dieser Betrachtung spielt es keine Rolle, wann endliche Reserven aus dem Depot (z.B. Erd\u00f6l) ersch\u00f6pft sein werden (&#8222;peak oil&#8220;-Prognosen lagen geh\u00f6rig daneben, und dies wird vorschnell zur &#8222;Entwarnung&#8220; benutzt). Es geht um <strong>Nachhaltigkeit<\/strong>, deren einzige \u00f6kologisch zul\u00e4ssige Definition die Nutzung dessen umfasst, was der Planet <strong>in der Gegenwart <\/strong>an Prim\u00e4rproduktion f\u00fcr den Menschen erneuerbar, also &#8222;auf Dauer&#8220; bereitstellen kann, was er uns &#8222;verstoffwechseln&#8220; l\u00e4sst, und in der Senkenfunktion wieder aufnehmen, d.h. schadlos &#8222;verarbeiten&#8220; und &#8222;abbauen&#8220; kann. Zu den Anspr\u00fcchen anderer Arten, die den Planeten mit uns teilen <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">kommen wir an anderer Stelle<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Nachhaltigkeit&#8220; wird im Sinne des hier vertretenen ganzheitlichen Ansatzes als Kreislauf verstanden. Das Ziel: Nicht nachwachsende und nicht erneuerbare Rohstoffe m\u00fcssen zur Erreichung eines Idealzustandes ebenso wie energieintensive Artefakte vollst\u00e4ndig wiederverwertet werden k\u00f6nnen. Bis jetzt schafft eine solche Nachhaltigkeit nur die Natur mit ihren Stoffkreisl\u00e4ufen &#8211; in einem von der Energie der Sonne gest\u00fctzten offenen System. Insofern ist jeder R\u00fcckgriff des Menschen bei der Nutzung von Naturg\u00fctern auf <em>in Zeithorizonten des Menschen nicht Erneuerbares  nicht nachhaltig<\/em>, weil diese Ressourcen ersch\u00f6pfbar sind. Ebenso ist die Erzeugung von Abf\u00e4llen, die nach heutiger Kenntnis nicht in den Kreislauf entweder des Lebendigen oder der Wirtschaft zur Wiederverwertung zur\u00fcck gegeben werden k\u00f6nnen, nicht nachhaltig. Fossile Brennstoffe sind das bekannte Beispiel f\u00fcr nicht nachhaltige Nutzung eines geschichtlich entstandenen Erd-Depots, weil sie ein R\u00fcckgriff auf Energievorr\u00e4te aus der Erdgeschichte sind. Gleichwohl hat ihre Nutzung den entscheidenden wirtschaftlichen Entwicklungs- und Wohlstandsschub in den heutigen Industriel\u00e4ndern verursacht. Auch der Abbau und Verbrauch nicht fossiler, dennoch nicht erneuerbarer Stoffe (&#8222;Rohstoffe&#8220;) ist letztlich nicht nachhaltig, wenn die Produkte nicht in Zukunft vollst\u00e4ndig in einer Kreislaufwirtschaft m\u00fcnden. <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">&#8222;Plastik&#8220;<\/a> und viele andere Chemie-Industrie-Produkte bzw. deren Reste, genauso &#8222;Abf\u00e4lle&#8220; aus heutigen Kernreaktoren sind Beispiele f\u00fcr ein weltweit ungel\u00f6stes Senkenproblem aus nicht nachhaltigem Wirtschaften. Insgesamt ist das Anwachsen der Artefakte ein Zeichen der menschlichen Kultur, auch und gerade dann, wenn Kultur mit nicht nachhaltiger Entwicklung  &#8222;erkauft&#8220; ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Welcher Zusammenhang besteht zwischen verf\u00fcgbarer produktiver Erdfl\u00e4che und Erf\u00fcllung der menschlichen Grundbed\u00fcrfnissen? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Fl\u00e4chenbedarf eines Erdenmenschen f\u00fcr ein nachhaltiges Leben<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"840\" height=\"308\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-857\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-4.png 840w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-4-300x110.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-4-768x282.png 768w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption>Die Tabelle ist entnommen aus <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/CattonKulturelleRueckstaendigkeit.pdf\">Catton 2000<\/a> KULTURELLE R\u00dcCKST\u00c4NDIGKEIT GEF\u00c4HRDET DIE ZUKUNFT, mit der dortigen Anmerkung:  <br> <em><strong>Die Landfl\u00e4che pro Kopf<\/strong> zur Produktion von Nahrung basiert auf den Acker- und Weidefl\u00e4chen, die n\u00f6tig sind, um die Di\u00e4t bereitzustellen, die vom Rat des Pr\u00e4sidenten f\u00fcr die k\u00f6rperliche Gesundheit (President&#8217;s Council on Physical Fitness) empfohlen wird, und <strong>k\u00f6nnte verringert werden, indem man tierische Produkte wegl\u00e4sst. <\/strong>Die <strong>Bereiche der Naturnutzung, inklusive Parks und Erholungsfl\u00e4chen, k\u00f6nnten bei einem einfacheren Lebensstil kleiner sein. <\/strong><\/em> (Fette Hervorhebung Wolfgang Epple).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Erinnern wir uns an das winzige Mauswiesel, das bereits die f\u00fcnffache Fl\u00e4che, ca. 10 Hektar, als Streifgebiet ben\u00f6tigt? Nat\u00fcrlich hinkt dieser Vergleich, weil uns &#8222;moderne Menschen&#8220; kein archaisches &#8222;Revier&#8220; oder Homerange mehr eingrenzt. Aber trotz aller Kreativit\u00e4t und Finesse bei der Benutzung der Erde sind wir nicht ganz raus aus dem Spiel der Kr\u00e4fte, wenn es um unsere Populationsdichte geht. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Fakten zur menschlichen &#8222;Siedlungsdichte&#8220;: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bev\u00f6lkerungsdichte\">Die &#8222;Siedlungsdichte&#8220; des Menschen variiert zwischen praktisch 0 (letzte fast &#8222;menschenleere&#8220; Wildnisse der Erde) und bezogen auf  Staaten fast 20.000 Einwohner pro Quadratkilometer (Stadtstaat Monaco). In den Metropolen der Erde werden &#8222;Einwohnerdichten&#8220; von bis zu \u00fcber 40.000 pro Quadratkilometer erreicht (11. Arrondisement in Paris), und in einem Beispiel in Katalonien (<strong>L\u2019Hospitalet de Llobregat<\/strong>) werden in einem Stadtviertel rund 75.000 Einwohner pro Quadratkilometer erreicht.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Der moderne Mensch zeigt damit ein H\u00f6chstma\u00df an Flexibilit\u00e4t und sozialer Toleranz, wenn es um die Besiedlung des Lebensraumes geht. Es versteht sich aber auch von selbst, dass solche Menschenzahlen und solche Ballungen nicht an Ort und Stelle ihren Ressourcenverbrauch stillen k\u00f6nnen, und dass auch die Senkenfunktion der Erde eine u.U. weitreichende Externalisierung, also die Verbringung der Abf\u00e4lle und F\u00e4kalien irgendwo hin, voraussetzt. <em>Jede<\/em> Menschensiedlung braucht ihr (unter Umst\u00e4nden weit entferntes) Umland, &#8222;von dem sie lebt&#8220;. Diese Erkenntnis ist nicht banal, und sie wird uns bei der F\u00e4chenbilanzierung wieder erreichen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"406\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-6-1024x406.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-877\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-6-1024x406.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-6-300x119.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-6-768x305.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-6-1536x610.png 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-6.png 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Weltkarte mit <strong>Bev\u00f6lkerungsdichte des Menschen auf der Erde, Stand 2005<\/strong><br>Die aus  <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bev\u00f6lkerungsdichte\">Wikipedia \u00fcbernommene Karte <\/a>zeigt eindrucksvoll das sehr heterogene Siedlungsbild der gegenw\u00e4rtigen Menschheit. Chancen und Risiken f\u00fcr die Situation von Widnissen, f\u00fcr den Erhalt von Lebensr\u00e4umen als Grundlage der Biodiversit\u00e4t, aber auch Regionen mit Konflikten um fruchtbares Land, Konflikte um Lebensr\u00e4ume zwischen Menschen und des Menschen mit der restlichen Natur sind bereits aus dieser Karte augenf\u00e4lig. Dass die Ern\u00e4hrung des auf 7,7 Milliarden gewachsenen Kollektives nur mit Austausch und Handel zwischen sebst weit entfernten Regionen gew\u00e4hrleistet werden kann, l\u00e4sst sich aus dieser Heterogenit\u00e4t ebenfalls erahnen.<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der \u00d6kologische Fu\u00dfabdruck &#8211; Ber\u00fccksichtigung (nicht nur) des Energiehungers<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei W\u00fcrdigung aller <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/\u00d6kologischer_Fu\u00dfabdruck\">Kritik an unvollst\u00e4ndigen, vereinfachenden und reduktionistischen <\/a>Ans\u00e4tzen ist das von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mathis_Wackernagel\">Mathis Wackernagel<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Rees_(\u00d6kologe)\">William Rees<\/a> entwickelte Konzept des  <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/\u00d6kologischer_Fu\u00dfabdruck\"><strong>\u00d6kologischen Fu\u00dfabdruckes<\/strong><\/a>, also das Bild der &#8222;Last&#8220; oder des &#8222;Druckes&#8220;, den der Mensch je nach Lebensstil durch Ressourcenverbrauch, Stoffwechsel und Abfallproduktion auf die Erde bringt, ein hilfreicher Ansatz f\u00fcr die Ergr\u00fcndung der Frage, ob zu viele Menschen auf der Erde leben. Die Ermittlung des Fu\u00dfabdruckes kann auf Individuen, Gemeinschaften oder ganze Staaten (im Mittel) angewandt werden. Weil in diesen Ansatz auch die Fl\u00e4che eingeht, die zum &#8222;Binden&#8220; des durch menschliche Aktivit\u00e4ten erzeugten CO2 n\u00f6tig ist, wird die durch den Menschen beeinfusste Klimaproblematik im Fu\u00dfabdruck, wie er hier verwendet wird,  mit aufgegriffen, ja sogar eher \u00fcberbewertet. An dieser Stelle kann und soll nicht auf Feinheiten der CO2-Sensitivit\u00e4t des Klimas eingegangen werden. F\u00fcr die N\u00e4herung an die Frage, ob wir Menschen in welcher Form die Erde \u00fcberlasten, ist der Ansatz jedenfalls erhellend. Die Verfeinerung des Fu\u00dfabdruck-Ansatzes durch den <a href=\"http:\/\/www.fussabdrucksrechner.at\/de\">&#8222;Sustainable Process Index&#8220; (SPI)<\/a>, der komplette Stoffkreisl\u00e4ufe ber\u00fccksichtigt und in den Vordergrund stellt, sei f\u00fcr Interessierte bewusst erw\u00e4hnt. Das <strong><em><a href=\"https:\/\/www.globalnature.org\/de\/kooperationen\/kooperationen---medienpartner\/global-footprint-network\">Global Footprint Network<\/a><\/em><\/strong> liefert weitere Einzelheiten und Projekte. Durch die Ungleichverteilung der Menschen und ihre sehr unterschiedlichen Lebensstile gilt folgende Grafik als einigerma\u00dfen gesichert: <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"420\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-873\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-5.png 750w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-5-300x168.png 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>1,7 Erden br\u00e4uchte die Weltbev\u00f6lkerung, um ihren aktuellen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Deutschland br\u00e4uchte sogar drei Erden, die USA ganze f\u00fcnf Erden. <a href=\"http:\/\/1,7 Erden br\u00e4uchte die Weltbev\u00f6lkerung, um ihren aktuellen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Deutschland br\u00e4uchte sogar drei Erden, die USA ganze f\u00fcnf Erden. \u00a9 Welthungerhilfe\">\u00a9 Welthungerhilfe<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Moment geht man von einem durchschnittlichen Fu\u00dfabdruck von ca 2,8  globale Hektar \/Mensch &#8211; also bezogen auf 7,7 Milliarden aus (s.u., Grafik zu Biokapazit\u00e4t und Fu\u00dfabdruck).<\/p>\n\n\n\n<p>Der 7,7-Milliarden-Menschheit stehen folgende Fl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung (Zahlen in Milliarden Hektar) (<a href=\"https:\/\/www.berlin-institut.org\/online-handbuchdemografie\/umwelt\/land.html\">Quelle: P. Buringh und R. Dudal, Agricultural land use in space and time, zitiert in: S. J. Scherr, Soil Degradation. A Threat to Developing-Country Food Security by 2020, IFPRI Discussion Paper No. 27, Washington 1999<\/a>):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Totale eisfreie Landfl\u00e4che der Erde<\/td><td>13,4 Milliarden Hektar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Genutztes Land<\/td><td>8,7 Milliarden Hektar<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Potenziell bebaubares Land ( oben)<br>davon mit mittlerer <br>bis hoher Produktivit\u00e4t (Mitte) mit niedriger Produktivit\u00e4t&nbsp;(unten)<\/td><td>3,2 <br>1,3<br>1,9<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Aktuelle Nutzung von potenziell bebaubarem Land<br>f\u00fcr landwirtschaftliche Kulturen<br>permanente Weidefl\u00e4chen, W\u00e4lder, Str\u00e4ucher&nbsp;<\/td><td><br>3,2<br>1,5<br>1,7<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Fazit durch das Berlin-Institut f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Entwicklung (Stand 2008): <strong><a href=\"https:\/\/www.berlin-institut.org\/online-handbuchdemografie\/umwelt\/land.html\">Von den 13 Milliarden Hektar Land sind lediglich 3,2 Milliarden potentielles Anbauland, wovon heute aus Gr\u00fcnden der Produktivit\u00e4t weniger als die H\u00e4lfte f\u00fcr den Anbau landwirtschaftlicher Kulturen zur Verf\u00fcgung steht.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen noch 3 Milliarden Hektar ertragreiche Ozeanfl\u00e4chen hinzurechnen, runden die Fl\u00e4che der produktiven \u00c4cker, Wiesen und W\u00e4lder auf 9 Milliarden Hektar auf, und kommen so auf eine Zahl von ca. 12 Milliarden Hektar f\u00fcr den Menschen nutzbare Fl\u00e4che. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir setzen bewusst etwas niedriger an: Wenn der Durchschnitts-Fu\u00dfabdruck pro Kopf 2,7 globale Hektar  betr\u00e4gt und gewisse Aussagekraft hat, ben\u00f6tigt die jetzige Menschheit ca 21 Milliarden Hektare. Egal, wie wir es drehen und wenden, und wenn wir noch so gro\u00dfz\u00fcgig rechnen: Alleine bezogen auf die Anspr\u00fcche der jetzigen Menschheit reicht der Planet nicht aus. Wir br\u00e4uchten die von der Welthungerhilfe aufgef\u00fchrten 1,75 Erden, um beim &#8211; wohlgemerkt &#8211; <em>durchschnittlichen<\/em> Lebensstil aller Menschen der Erde &#8222;nachhaltig&#8220; leben zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wie komplex allerdings die Einsch\u00e4tzung <em>aller<\/em> Zusammenh\u00e4nge ist, zeigt sich, wenn wir den Durchschnittsfu\u00dfabdruck verschiedener L\u00e4nder pro Person und deren zur Verf\u00fcgung stehende Biokapazit\u00e4t (jeweils in globalen Hektaren) vergleichen. So ist das extrem dicht besiedelte Indien hinsichtlich des Fu\u00dfabdruckes seiner Menschen noch ein &#8222;Zwerg&#8220; . Dies schlicht, wei die Menschen dort insgesamt im Wortsinne nicht &#8222;auf gro\u00dfem Fu\u00df&#8220; leben, in vielen Gegenden noch wenig Fleisch gegessen wird, und Durchschnittseinkommen und Lebensstandard noch niedrig sind. Dennoch ist die Situation ung\u00fcnstig, weil die biologischen Reserven des Landes <em><strong>pro Person <\/strong><\/em>niedrig sind. Dies liegt wiederum an der hohen Bev\u00f6lkerungszahl. Aus dem Verh\u00e4ltnis von Fu\u00dfabdruck zu Biokapazit\u00e4t errechnen sich Reserven oder Defizite. <\/p>\n\n\n\n<p>Da diese Feststellungen auf z.T. sehr gro\u00dfe L\u00e4nder bezogen sind, ergeben sich nur grobe Anhaltspunkte zur Situation einzelner Regionen. Aber die Tendenz ist eindeutig: Relativ dichte Besiedlung und sehr hoher &#8222;Lebensstandard&#8220; f\u00fchren zu Defiziten (alle L\u00e4nder Europas bis auf Skandinavien). Die USA haben zwar eine riesige Naturreserve, aber bedingt durch den hohen Fu\u00dfabdruck und weiter gestiegene Bev\u00f6kerung bereits eine negative Bilanz. L\u00e4nder mit insgesamt geringer Bev\u00f6lkerungszahl und gro\u00dfen Naturreserven haben noch immer g\u00fcnstige Bilanzen, und dies  auch noch bei hohem Lebensstandard mit gro\u00dfem Fu\u00dfabdruck  (Beispiel: Kanada).<\/p>\n\n\n\n<p>In Bezug auf die gesamte Erde und ihre Gesamt-Bev\u00f6lkerung gilt: Die Biokapazit\u00e4t <strong>pro Person<\/strong> sinkt trotz gestiegener Gesamt-Biokapazit\u00e4t (Stichwort:<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41559-019-0824-3\"> Viele Anstrengungen der Menschheit um Effizienzgewinne, die durch Reboundeffekte zunichte gemacht werden),<\/a> siehe unter <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">Landwirtschaft!<\/a> Der \u00d6kologische Fu\u00dfabdruck ist seit Jahren bei ca. 2,5 bis 2,8 globalen Hektar. Es entsteht seit Beginn der 1970er Jahre ein Defizit<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-8-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-888\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-8-1024x768.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-8-300x225.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-8-768x576.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-8.png 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Entwicklung der Biokapazit\u00e4t pro Kopf und \u00d6kologischer Fu\u00dfabdruck <strong>pro Kopf<\/strong>, bezogen auf die gesamte Erde und die gesamte Weltbev\u00f6lkerung.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-9-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-898\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-9-1024x768.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-9-300x225.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-9-768x576.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-9.png 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Der (leichte) Anstieg der globalen Biokapazit\u00e4t h\u00e4lt nicht Schritt mit dem Globalen \u00d6kologischen Fu\u00dfabdruck der gesamten Menschheit. Das Defizit w\u00e4chst.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Defizit aus Fu\u00dfabdruck und Biokapazit\u00e4t sch\u00e4gt sich nieder im &#8222;Overshoot&#8220;-Tag:<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn wir uns als gesamte Menschheit bescheiden k\u00f6nnten auf die ca. 2 Hektare pro Mensch, die einleitend angedacht wurden, ben\u00f6tigen 7,7 Milliarden Menschen schon \u00fcber 15 Milliarden Hektare. Wie erw\u00e4hnt, w\u00e4re bei den existenzsichernden Fl\u00e4chen aber noch Luft nach unten: <strong>das Weglassen tierischer Produkte&#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir noch auf die konkrete Situation in unseren Heimatl\u00e4ndern in der Mitte Europas:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"580\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-08.06.21-um-09.12.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4199\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-08.06.21-um-09.12.jpg 800w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-08.06.21-um-09.12-300x218.jpg 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bild-08.06.21-um-09.12-768x557.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Der Tag, an dem die Menschheit die f\u00fcr das ganze Jahr durch die Erde bereitgestellten Ressourcen jeweils verbraucht hat, r\u00fcckt seit den 1970er Jahren immer weiter nach vorne. Die Grafik ist auch Indiz, wann die Menschheit unter dem gewandelten Lebensstil und mit wachsender Kopfzahl die &#8222;Tragf\u00e4higkeit&#8220; des Paneten f\u00fcr die eigene Spezies \u00fcberschritten hat. Die <em>\u00dcberschreitung der Tragf\u00e4higkeit<\/em> darf formuliert werden &#8211;  bei aller Vorsicht, wie dieser Begriff auf die menschliche Population angesichts ihrer extremen Ungleichverteilung sowohl des Ressourcenhungers unterschiedlicher Gesellschaften, der genauso extremen Ungleichverteilung des Reichtums als auch der Siedlungsdichte (s.obige Weltkarte) &#8222;\u00f6kologisch&#8220; anzuwenden ist. Das sp\u00e4tere Eintreffen des Overshoots im Jahr 2020 h\u00e4ngt mit der eingeschr\u00e4nkten Wirtschaftst\u00e4tigkeit w\u00e4hrend der ersten Wellen der weltweiten Corona-Pandemie zusammen <a href=\"https:\/\/www.overshootday.org\/newsroom\/past-earth-overshoot-days\/?utm_campaign=EOD%202021&amp;utm_medium=email&amp;_hsmi=131544584&amp;_hsenc=p2ANqtz-_dMKgRRBlxzYeI6dM3l6gzN-Ay2CDpg7a7NLiELtfgo44jids0JrhPPvgbufUa07iFZCAN3CWZJr4wtLbviTZAM0h7DA&amp;utm_content=131544584&amp;utm_source=hs_email\">(Quelle: https:\/\/www.overshootday.org)<\/a>.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"840\" height=\"220\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-901\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-10.png 840w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-10-300x79.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-10-768x201.png 768w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption>Das ist die zur Verf\u00fcgung stehende Fl\u00e4che pro Kopf, Stand um die letzte Jahrtausendwende um das Jahr 2000. Durch weiteren Bev\u00f6lkerungszuwachs und Fl\u00e4chenverbrauch f\u00fcr Siedlung, Industrie und Verkehr sind die Zahlen speziell in Deutschland und Mitteleuropa weiter schrumpfend. Die Gr\u00f6\u00dfenordnung aber ist noch aktuell. Die Tabelle ist entnommen aus <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/CattonKulturelleRueckstaendigkeit.pdf\">Catton 2000<\/a> . Selbst dann, wenn wir in diesen L\u00e4ndern so bescheiden sein k\u00f6nnten, dass wir von nur 1 Hektar Mindestfl\u00e4che pro Person ausgingen, steht uns z.B. in Deutschland immer noch nur die H\u00e4lfte zur Verf\u00fcgung; gerade mal im d\u00fcnner besiedelten \u00d6sterreich w\u00fcrde eine solche &#8211; ohnehin utopische &#8211;  Bescheidenheit reichen. In der Realit\u00e4t aber fehlt uns in allen drei L\u00e4ndern deutlich mehr als nur eine weitere Erde, gemessen an Bev\u00f6lkerungszahl, Fu\u00dfabdruck und Biokapazit\u00e4t:<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/data.footprintnetwork.org\/?_ga=2.129979148.1430091258.1576826247-1002121894.1576826247#\/\">Das Biokapazit\u00e4tsdefizit der drei L\u00e4nder: Schweiz 362 %; Deutschland 199%; \u00d6sterreich 107 % (Fu\u00dfabdruck gr\u00f6\u00dfer als Biokapazit\u00e4t)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folge: Wir sind &#8211; zumindest f\u00fcr &#8222;Genussmittel&#8220; &#8211; von der Belegung von Ackerf\u00e4chen in anderen Teilen der Erde abh\u00e4ngig. <\/p>\n\n\n\n<p>Das konkrete Beispiel \u00d6sterreich:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/ErbGlobalisierungLandnutzung.pdf\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"366\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-11.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-904\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-11.png 720w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-11-300x153.png 300w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><figcaption> <br> <em>\u00d6sterreichs Belegung von Ackerfl\u00e4che in den Industriel\u00e4ndern, Asien, Mittel- und S\u00fcdamerika sowie Afrika durch Importe von Genussmitteln im Jahr 2000. Quelle: ERB ET AL. 2002. <\/em>Abbildung entnommen aus <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/ErbGlobalisierungLandnutzung.pdf\">Erb 2002<\/a>. Die eigene \u00f6sterreichische Anbaufl\u00e4che f\u00fcr Brotgetreide ist zum Zeitpunkt der Publikation ca, 260.000 Hektar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Frage darf als Fazit gestellt werden: K\u00f6nnen fast 83 Millionen Menschen auf der Fl\u00e4che Deutschlands selbst theoretisch \u00fcberhaupt auf Dauer nachhaltig leben?&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gutes Leben auch ohne &#8222;Homerange&#8220;?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Vom einstigen <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">&#8222;Homerange&#8220; oder Stammesgebiet der archaischen Lebensweise unserer Vorfahren<\/a>  ist im Zuge unserer kulturellen Revolution und der Globalisierung also nichts geblieben. <\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem f\u00fchlen wir uns in aller Regel nicht oder wenig eingeengt &#8211; von prek\u00e4ren Wohnsituationen, die nichts mit der allgemeinen Bev\u00f6kerungsdichte zu tun haben, einmal abgesehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es \u00fcberwiegt sogar in vielen Regionen auch in Mitteleuropa das Wohf\u00fchlen: Das gilt besonders f\u00fcr Bev\u00f6lkerungen mit <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">Anschluss an sch\u00f6ne Landschaften<\/a> und M\u00f6glichkeit der Identifizierung. Das sind Landschaften, die &#8211; es \u00fcberrascht nicht &#8211; halboffen und zum gewissen Ma\u00df bewaldet oder an Seen, Fl\u00fcssen oder nahe am Meer sind&#8230; <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">\u00c4sthetik &#8211; in unterschiedlichster Auspr\u00e4gung &#8211; geh\u00f6rt zu den Universalien des Menschen, auch wenn es um das Wohlf\u00fchlen in Landschaften und die Wahrnehmung von Natursch\u00f6nheiten geht.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund: Wir nehmen die <em>gesamte<\/em> Landschaft, in der wir aufwachsen und uns Dank heutiger Rechtsordnung zumindest in gro\u00dfen Teilen der zivilisierten Welt weitgehend frei bewegen k\u00f6nnen, unter dem Begriff <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">Heimat<\/a> &#8222;in Besitz&#8220;. Und wir k\u00f6nnen durch Ausfl\u00fcge und Reisen selbst in entfernte Kontinente im Zuge der allgemeinen Beschleunigung unseres Lebens die globalisierte Welt pers\u00f6nlich erfahren. Jeder Vergleich mit unserer einstigen Herkunft ist letztlich \u00fcberfl\u00fcssig: <strong>Wir haben unser &#8222;Streifgebiet&#8220; durch die gro\u00dfe Mobilit\u00e4t verglichen mit der archaischen Stufe fast &#8222;unendlich&#8220; ausgedehnt. Dennoch ist es nicht so, dass wir ohne zugrundeliegende uns <em>pers\u00f6nlich<\/em> ern\u00e4hrende und erhaltende Fl\u00e4che auskommen k\u00f6nnten.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Dort aber, im nicht mehr undedingt  <em>direkt<\/em> sp\u00fcrbaren Zusammenhang ist die Frage nach Knappheit des wichtigsten Gutes der Erde, der prim\u00e4rproduktiven und senkentauglichen Fl\u00e4che angesiedelt. Die hier aufgezeigten Fakten belegen: Unser Wissen \u00fcber die &#8222;\u00d6kologie des Menschen&#8220; jedenfalls reicht aus, die absehbar am st\u00e4rktsten auf unsere Zukunftsf\u00e4higkeit  <em>wirkende<\/em> planetare Grenze zumindest kognitiv zu erfassen. Welche Lehren und Schritte folgen, steht auf einem anderen Blatt Papier&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Mindestens zwei  Fragen schlie\u00dfen sich an: <\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Frage:<strong> Weshalb ensteht aus Endzeit<em>berechnungen<\/em> zum CO2-Budget im gegenw\u00e4rtigen Klima-Alarmismus, die auf insgesamt noch immer unscharfen Rechnungen beruhen, ein so gro\u00dfer <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=181\">Resonanz<\/a>-Schub, w\u00e4hrend die <em>reale<\/em> Pro-Kopf-Verknappung des f\u00fcr den Menschen fruchtbaren, prim\u00e4rproduktiven Lebensraumes ein vergleichsweise geringes Echo hat in Politik und Medien-Mainstream?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Befassung mit dieser ersten Frage ben\u00f6tigt einen Blick auf die Herkunft der herrschenden Klima-Katastrophen-Endzeitstimmung (&#8222;nur noch xxx Jahre Zeit&#8220; zum Handeln f\u00fcrs Klima&#8230;):<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>CO2-Budget und Endzeitstimmung  &#8211;           eine 67 % Wahrscheinlichkeit, das &#8222;Paris-Ziel&#8220; und die Frage der Gerechtigkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.pik-potsdam.de\/members\/stefan\/rahmstorf\">Prof. Stefan Rahmstorf ist Klimaforscher am Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung. <\/a>Zusammen mit seine Institutskollegen ist er der meist zitierte und auch in den Medien st\u00e4ndig befragte Klimaforscher, wenn es um die Gr\u00fcnde, Ausma\u00dfe und Folgen des derzeitigen Klimawandels auf der Erde geht. Wenn hier auf seinen f<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wie-viel-kohlendioxid-bleibt-deutschland-noch\/1636218?utm_medium=newsletter&amp;utm_source=sdw-nl&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">\u00fcr die Allgemeinheit in einem an die breite \u00d6ffentlichkeit gerichteten Periodikum (&#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220;) geschriebenen Beitrag <\/a> eingegangen wird unter der \u00dcberschrift  <em>Fu\u00dfabdruck und \u00dcberbev\u00f6lkerung<\/em>, soll dies unter dem Gesichtspunkt des hier diskutierten Zusammenwirkens von &#8222;westlich-zivilisatorischem&#8220;  Lebensstil (hoher Fu\u00dfabdruck), (geschichtlicher) Bev\u00f6lkerungsentwicklung und den angeklungenen eingeschr\u00e4nkten zuk\u00fcnftigen M\u00f6glichkeiten (knapper fruchtbarer Boden) geschehen. Weil die Sto\u00dfrichtung des Schaffens der Kimaforscher in Potsdam seit Jahren politisch ist, werden  politisierende Originalzitate des Beitrages vom 01. April 2019 verwendet: Hier die \u00dcberschrift<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Wieviel Kohlendioxid bleibt Deutschland noch? Klimaforscher Stefan Rahmstorf rechnet vor, wie man unter zwei&nbsp;Grad bleibt: Es wird schwer&nbsp;&#8211; aber unm\u00f6glich ist es auch nicht.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Stefan Rahmstorf bezieht sich auf eine Tabelle des <a href=\"https:\/\/www.ipcc.ch\/sr15\/\">Sondergutachtens des Wetklimarates (IPCC &#8222;Intergovernmental Panel on Climate Change&#8220;)  2018 zur Einhaltung eines 1,5 Grad-Zieles<\/a> der Erderw\u00e4rmung. <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/klimalounge\/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen\/\">In dem BLOG: &#8222;KlimaLounge&#8220; von SciLogs (&#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220;)<\/a> wird das Rechenbeispiel von Rahmstorf mit teilweise gleichem Text wie im SdW-Beitrag konkret anhand jener IPCC-Tabelle hinterlegt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"643\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-13-1024x643.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-931\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-13-1024x643.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-13-300x188.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-13-768x482.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-13.png 1456w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ab Anfang 2018 verbleibendes CO2-Emissionsbudget, um unter einer bestimmten Erw\u00e4rmungsgrenze zu bleiben. Lesebeispiel: um mit 67% Wahrscheinlichkeit unter 1,5 Grad zu bleiben, k\u00f6nnen wir ab Anfang 2018 noch 420 Milliarden Tonnen in die Luft blasen. Ab Anfang 2019 sind das nur noch 380 Milliarden Tonnen, da j\u00e4hrlich rund 40 emittiert werden. Quelle: IPCC SR15, Tabelle 2.2<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die zentrale Grafik des <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wie-viel-kohlendioxid-bleibt-deutschland-noch\/1636218?utm_medium=newsletter&amp;utm_source=sdw-nl&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">Spektrum-der-Wissenschaft-Beitrages, mit Original-Bildunterschrift des Verfassers:<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"571\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-08-um-08.48.17-1024x571.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4192\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-08-um-08.48.17-1024x571.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-08-um-08.48.17-300x167.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-08-um-08.48.17-768x428.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Bildschirmfoto-2021-06-08-um-08.48.17.png 1328w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/klimalounge\/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen\/\">\u00a9 STEFAN RAHMSTORF \/&nbsp;CO2-EMISSIONEN IN DEUTSCHLAND&nbsp;\/ CC BY-SA 4.0&nbsp;CC BY-SA&nbsp;(AUSSCHNITT)<br>Kohlendioxidaussto\u00df in Deutschland | Gr\u00fcn: Emissionen bis 2018 nach Zahlen des Umweltbundesamtes (f\u00fcr 2018 habe ich denselben Wert wie 2017 veranschlagt, da die Zahl noch nicht ver\u00f6ffentlicht ist). Blau: exemplarische lineare Emissionsminderung, die einem fairen Beitrag Deutschlands zu den Paris-Zielen entsprechen k\u00f6nnte.<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgerung Rahmstorfs, eine <strong>Endzeitberechnung mit Kommentierung der Politik der Bundesregierung: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/klimalounge\/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen\/\">&#8222;Die j\u00e4hrliche Minderung liegt bei rund 6&nbsp;Prozent der heutigen Emissionen.&#8220;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/klimalounge\/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen\/\">&#8222;(&#8230;) Ab dem Jahr&nbsp;2036 d\u00fcrfen wir nichts mehr emittieren! Spielraum f\u00fcr Emissionen danach kann man sich nur erarbeiten, indem man daf\u00fcr anfangs schneller reduziert&nbsp;\u2013 zum Beispiel durch Abschalten von Kohlekraftwerken&nbsp;\u2013 oder durch negative Emissionen, denn relevant sind ja die Nettoemissionen. Ich kann nicht erkennen, wie die Pl\u00e4ne der Bundesregierung&nbsp;\u2013 nach denen wir selbst 2050 noch nicht bei Nullemissionen sind&nbsp;\u2013 mit dem Pariser \u00bbdeutlich unter 2&nbsp;Grad\u00ab vereinbar sind. Geschweige denn, wie sie die in Paris versprochenen Anstrengungen umsetzen, die Erw\u00e4rmung bei 1,5&nbsp;Grad zu stoppen.(&#8230;)&#8220;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was l\u00f6sen die Berichte des Weltklimarates aus? Was l\u00f6sen solche politisch scharfmachende Statements eines Klimaforschers aus?  <strong>Es ist bei Laien die Vorstellung einer exakt bemessbaren &#8222;Endzeit&#8220; die noch bleibt, um die CO2-Emissionen auf<\/strong>  <strong>&#8222;null&#8220; zu fahren oder gar ins Negative zu drehen. <\/strong>Die CO2-Endzeit-Szenarien finden z.B. Eingang in das <a href=\"https:\/\/www.umweltrat.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/01_Umweltgutachten\/2016_2020\/2020_Umweltgutachten_Entschlossene_Umweltpolitik.html\"><em><strong>Umweltgutachten 2020: F\u00fcr eine entschlossene Umweltpolitik in Deutschland und Europa<\/strong> des Sachverst\u00e4ndigenrates f\u00fcr Umweltfragen (SRU)<\/em><\/a> (dort das Kapitel: <em><strong>&#8222;<a href=\"https:\/\/www.umweltrat.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/01_Umweltgutachten\/2016_2020\/2020_Umweltgutachten_Kapitel2_Pariser_Klimaziele.pdf;jsessionid=A4D8D0970B5673826BDEA82A52DCDE2B.1_cid321?__blob=publicationFile&amp;v=1\">Pariser Klimaziele erreichen mit dem CO2-Budget<\/a>&#8222;<\/strong><\/em>), und von dort in das <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2021\/03\/rs20210324_1bvr265618.html\"><em>Urteil (fachfremder Juristen) des BVerfG vom 24.03.2021<\/em><\/a>, mit weitreichenden politischen Folgen angesichts der Engf\u00fchrung auf CO2-Aussto\u00df und der diffusen Gleichsetzung des Ausbaus erneuerbarer Energien mit dem Erhalt der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hinweis auf die 67 %-Wahrscheinlichkeit des &#8222;Szenarios&#8220; wird im Katastrophen-folgernden \u00f6ffentlichen Klima-Alarm (bewusst oder aus kognitivem Mangel?) nicht genug ber\u00fccksichtigt, wenn z.B. in der <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=636\">Hassrede Greta Thunbergs vor den UN <\/a>gerade auf (wohlgemerkt schein-exakt) feststehende Restbudgets abgehoben wird und die Mainstream-Medien entsprechend verk\u00fcrzt und rei\u00dferisch berichten. <\/p>\n\n\n\n<p>Zum m\u00f6glicherweise kognitiven oder bewusst Tatsachen verschweigenden Mangel der \u00f6ffentlichen Darstellung ist auch <strong>die in den Klima-Alarm-Kreisen <\/strong>st\u00e4ndig aus der dort gepflegten Gleichsetzung von Ausbau Erneuerbarerer Energien und &#8222;Klimaschutz&#8220; <strong>erhobene Forderung nach 100 % Erneuerbaren Energien<\/strong> zu nennen, weil mit dem Ausbau speziell der Windkraft ein <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=518\">zunehmend ernster Zielkonflikt mit dem Erhalt der Biodiversit\u00e4t e<\/a>inhergeht. Die Klima-Alarm-Behauptungen gehen inzwischen so weit, dass die &#8222;Klimaziele&#8220; angeblich verfehlt w\u00fcrden, wenn die Windkraft in Deutschland nicht um das f\u00fcnf- bis sechsfache ausgebaut werde, und entsprechende Katastrophen dann unausweichlich w\u00fcrden. <a href=\"https:\/\/www.volker-quaschning.de\/index.php\">Volker Quaschning<\/a>, Ingenieurwissenschaftler und Professor f\u00fcr Regenerative Energiesysteme an der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft in Berlin, tut sich seit Jahren mit solchen naturvergessenen Forderungen hervor, die er  auch in den Stra\u00dfen-Protest hineintr\u00e4gt. Eine W\u00fcrdigung auch der Folgen solcher Aussagen finden Sie <a href=\"https:\/\/www.naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2019\/ESSAY-EPPLE-WOLFGANG.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <em>&#8222;Mercator Research Institut on Global Commons an Climate Change&#8220;<\/em> (MCC) betreibt in Folge der IPCC-Berichte eine <a href=\"https:\/\/www.mcc-berlin.net\/forschung\/co2-budget.html\">&#8222;CO2-Uhr&#8220;, und man kann live verfolgen, wie sie tickt, um das 2,0 Grad- oder 1,5-Grad Ziel der Begrenzung der Erderw\u00e4rmung einzuhalten<\/a>. Der IPCC-Sonderbericht SR1.5 wurde dort eingearbeitet. Zur beim MCC gepflegten wissenschaftlichen Redlichkeit, die ausdr\u00fccklich herausgestellt werden soll, geh\u00f6rt folgender Hinweis (fette Hervorhebung Wolfgang Epple):<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.mcc-berlin.net\/forschung\/co2-budget.html\"><em>&#8222;(&#8230;)Mit der Aktualisierung der CO<sub>2<\/sub>-Uhr des MCC auf Grundlage des IPCC-Sonderberichts geht zugleich eine technische Ver\u00e4nderung einher: Bisher hatte der Weltklimarat die Gr\u00f6\u00dfe des Budgets in Form von einer geringeren (33 prozentigen), einer mittleren (50 prozentigen) und einer hohen Wahrscheinlichkeit (66 prozentigen) abgebildet. Im Lichte der neuen Erkenntnisse sprechen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun davon, dass das errechnete Budget von 420 Gt f\u00fcr das 1,5-Grad-Ziel mit 66 Prozent der untersuchten Szenarien erreichbar ist. <strong>Damit werden Unsicherheiten verlagert: Weg von der Wahrscheinlichkeit, das Temperaturziel einzuhalten \u2013 und hin zu der Wahrscheinlichkeit, dass die Modelle das Ziel einhalten.&nbsp;<\/strong><\/em> <em>Auch wenn die CO<sub>2<\/sub>-Uhr eine pr\u00e4zise Messung der verbleibenden Zeit f\u00fcr aktiven Klimaschutz suggeriert, so bleiben doch viele Unsicherheitsfaktoren bestehen, die sich unter anderem aus unterschiedlichen Definitionen des 1,5\u00b0C-Ziels, <strong>unterschiedlichen Annahmen \u00fcber die Klimasensitivit\u00e4t <\/strong>(Anm. WE: des CO2) und den Grad der bisherigen Erw\u00e4rmung sowie der zuk\u00fcnftigen Entwicklung anderer Treibhausgase ergeben. Weiterhin ist der Berechnung zugrunde gelegt, dass die j\u00e4hrlichen Emissionen auf dem Niveau von 2017 verharren, w\u00e4hrend die neuesten Zahlen zeigen, dass die Emissionen immer noch steigen. (&#8230;)&#8220;<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade dann, wenn alle Voraussetzungen f\u00fcr &#8222;exakte&#8220; Naturwissenschaften in der Reduktion wesentlicher Klima-Fragen auf CO2 vorl\u00e4gen und nicht verletzt w\u00fcrden und man die Unsch\u00e4rfen der Berechnungen wissenschaftlich redlich einliest &#8211; wovon ich hier nur mit diesem Vorbehalt ausgehe , <a href=\"https:\/\/www.naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2019\/ESSAY-EPPLE-WOLFGANG.pdf\">ist die <em>direkte<\/em> politische Agitation von Wissenschaftlern, die im Stile von Volkstribunen bis hinein in den Klima-Stra\u00dfenprotest f\u00fchrt, doch mehr als fragw\u00fcrdig (Epple 2019). Dies insbesondere, wenn diese Agitation zum Generationenhass anzettelt und zu hektischem politischem Aktionismus hinsichtlich der sogenannten Klimaschutz-Ma\u00dfnahmen f\u00fchrt.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch der im Grunde von Stefan Rahmstorf sehr zu Recht aufgenommene Aspekt der <strong><em>globalen<\/em><\/strong> Gerechtigkeit bei der Verteilung des CO2-Kuchens, Zitat:&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wie-viel-kohlendioxid-bleibt-deutschland-noch\/1636218?utm_medium=newsletter&amp;utm_source=sdw-nl&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">&#8222;Welcher Anteil von diesem begrenzten Emissionskuchen steht Deutschland zu? Das ist keine Frage der Wissenschaft sondern der Gerechtigkeit. Steht uns Deutschen einfach mehr als anderen zu, weil wir schon reich und industrialisiert sind? Wohl kaum. Bestenfalls k\u00f6nnen wir von diesem Restbudget den Anteil beanspruchen, der unserem Anteil an der Weltbev\u00f6lkerung entspricht. Also 1,1%.&#8220;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;.verweist dennoch auf die Frage, ob die erkennbar entstehende Endzeitstimmung gerechtfertigt ist, wenn dabei der Blick auf wesentliche andere Gr\u00f6\u00dfen der \u00f6kologischen Krise, insbesondere auf den Verlust der Biodiversit\u00e4t in den Hintergrund ger\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>CO2-Engf\u00fchrung des Diskurses und Klima-Hype verstellen den  Blick auf dringliche Defizite der Gerechtigkeit <\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p> Sollten andere Fragen mangelnder <strong>Gerechtigkeit<\/strong> &#8211; auch mangelnder <strong>GENERATIONENGERECHTIGKEIT<\/strong>  &#8211; nicht  angesichts der Virulenz des  <strong>Aufbrauchens des<\/strong> (im Gegensatz zu scheinbar exakt&#8220;berechneten&#8220; CO2-Budgets, s.o.) <strong><em>real<\/em> vorhandenen Natur-Guthaben-Depots <\/strong>unseres Heimatplaneten nicht wenigstens ebenso stark in den Focus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung ger\u00fcckt werden, anstatt den Diskurs fast ausnahmslos auf CO2-Sch\u00e4dlichkeit und Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren?  <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2021\/03\/rs20210324_1bvr265618.html;jsessionid=32D53CB751F193CB57CD436126278380.1_cid377\"><strong>Die zu wenig belichteten  Fragen nach Gerechtigkeits-Defiziten im zerst\u00f6rerischen Umgang mit Natur-Ressourcen und den dabei schwindenden Chancen zuk\u00fcnftiger Generationen stellen sich versch\u00e4rft, wenn inzwischen selbst das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 24. M\u00e4rz 2021 zum Klimaschutzgesetz schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit CO2-Restbudgets argumentiert (dortige RNR 219 ff., 224 ff.). <\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Warum wird in den Medien nicht mit \u00e4hnlich starker Penetranz \u00fcber andere,  <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/270898819_'Planetary_Boundaries_Guiding_Human_Development_on_a_Changing_Planet'\">weit fortgeschrittene \u00dcberschreitungen planetarer Grenzen<\/a> f\u00fcr die &#8222;Nachhaltigkeit&#8220;  berichtet?<\/p>\n\n\n\n<p>Dies f\u00fchrt noch einmal zur\u00fcck auf die Nutzung und Devastierung real nicht vermehrbarer Naturg\u00fcter, konkret zu:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"> <strong>Siedlungsdichte und zur Verf\u00fcgung stehender Lebensraum <\/strong>f\u00fcr den Menschen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/studlib.de\/5435\/sozial\/bevolkerungszahl\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"866\" height=\"536\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-14.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-939\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-14.png 866w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-14-300x186.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-14-768x475.png 768w\" sizes=\"(max-width: 866px) 100vw, 866px\" \/><\/a><figcaption> <br> <br> <strong>Die Entwicklung der Bev\u00f6lkerungszahl in Deutschland, <\/strong><br> <strong>1500\u20132000. (Quelle: Ehmer 2004; Pfister 2007; <\/strong><br> <strong>Statistisches Bundesamt 2012; <\/strong>Quelle der Grafik: https:\/\/studlib.de\/5435\/sozial\/bevolkerungszahl <br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir erinnern uns an die \u00dcberlegungen und Voraussetzungen zur Prim\u00e4rproduktion des Planeten, die auch f\u00fcr die deutsche Erdoberf\u00e4che nicht au\u00dfer Kraft sind. Und wir beziehen uns wie Stefan Rahmstorf auf ein Restbudget <em>f\u00fcr Deutschand<\/em>. Das Budget eines sehr realen Naturdepots:  die den Menschen zur Verf\u00fcgung stehende Fl\u00e4che: <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erinnerung: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Pro Kopf-Fl\u00e4chenbedarf des Menschen im Erd-Mittel. Ca. 2 ha, etwa die Fl\u00e4che von vier Fu\u00dfballfeldern; dies ist entspricht jener Mindestanforderung f\u00fcr das &#8222;gute, nachhaltige&#8220; \u00dcberleben eines Menschen.                                                                                                                                                                  <\/li><li>In Deutschland (357.578 qkm) stehen jedem der derzeit 82,79 Millionen Menschen ca. 0,43 Hektar Staatsfl\u00e4che zur Verf\u00fcgung. Davon gehen die \u00fcberbauten, betonierten, asphaltierten Fl\u00e4chen f\u00fcr die Prim\u00e4rproduktion und Senkenfunktion noch ab. Die &#8222;\u00f6kologisch&#8220; voll funktionsf\u00e4hige Fl\u00e4che ist also noch kleiner. W\u00fcrden wir jedem Deutschen ca 2 Hektar &#8222;\u00dcberlebensfl\u00e4che&#8220; zugestehen wollen: F\u00fcr nur ca. 18 Millionen Menschen w\u00e4re ein \u201e\u00f6kologisch\u201c angemessenes Fl\u00e4chenangebot vorhanden.                                                                                                                                     <\/li><li>Nicht ganz ohne Grund betreiben wir aus der Mitte Europas heraus seit der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, nach Beginn des rasanten Bev\u00f6kerungsanstieges, die Externalisierung eines Teils der Bed\u00fcrfnisbefriedigung. Diese Externalisierung blieb auch dann in gewissem Ma\u00dfe erhalten, obwohl  chemische D\u00fcnger und Effizienzsteigerung inzwischen enorme Produktivit\u00e4tszuw\u00e4chse in der Landwirtschaft gebracht haben. Die Frage der &#8222;Nachhaltigkeit&#8220;, also des auf Dauer schadlosen Nutzens der Erdreserven ist mit Blick auf diese Zahlenspiel und die Debatten um das Thema aktuell wie nie.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Stefan Rahmstorf stellt in seinem <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wie-viel-kohlendioxid-bleibt-deutschland-noch\/1636218?utm_medium=newsletter&amp;utm_source=sdw-nl&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">Beitrag<\/a> zur gerechten Verteilung von CO2-Budgets fest (fette Hervorhebeung Wolfgang Epple): <em><a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wie-viel-kohlendioxid-bleibt-deutschland-noch\/1636218?utm_medium=newsletter&amp;utm_source=sdw-nl&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">&#8222;Dann muss man noch fragen: Wann wird der Kuchen verteilt? Manche Entwicklungsl\u00e4nder argumentieren, sp\u00e4testens seit die Folgen des Klimawandels allgemein bekannt sind (also etwa seit dem ersten IPCC-Bericht von 1990), m\u00fcsste jeder Verantwortung f\u00fcr seine Emissionen \u00fcbernehmen; das 1990 noch vorhandene Emissionsbudget m\u00fcsse also gerecht aufgeteilt werden. <strong>Das Problem: Dann h\u00e4tte Deutschland l\u00e4ngst mehr als seinen Anteil verbraucht<\/strong>. Wir emittieren auch derzeit noch doppelt so viel, wie unserem Bev\u00f6lkerungsanteil entspricht.<\/a> (<\/em>Anmerkung WE: Diese Relation wird bei jeder Gelegenheit  von der &#8222;Klimakanzerin&#8220; Angela Merkel nachgesprochen)<em>. <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/wie-viel-kohlendioxid-bleibt-deutschland-noch\/1636218?utm_medium=newsletter&amp;utm_source=sdw-nl&amp;utm_campaign=sdw-nl-daily&amp;utm_content=kolumne\">Und nach den kumulativen (also Gesamt-)Emissionen liegen wir auf Rang&nbsp;vier aller L\u00e4nder&nbsp;\u2013 hinter den USA, China und Russland. Seien wir daher gro\u00dfz\u00fcgig zu uns selbst und nehmen den Abschluss des Pariser Abkommens als Zeitpunkt, verteilen also das Anfang&nbsp;2016 noch vorhandene Restbudget.&#8220; <\/a><\/em>  (&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann stellt sich die \u00d6ffentlichkeit unserem l\u00e4ngst vollzogenen Overshoot in Sachen Fl\u00e4che und Belastung des eigenen Lebensraumes? Wann stellt sie sich endlich diesbez\u00fcglich Fragen? Wo bleibt der dem Klima-Alarm vergleichbare Medien-Hype zum Fl\u00e4chenverbrauch? <\/strong>Und wo bleiben die jungen Weltrettung- und Klima-Aktivisten, wenn es um Natur- und Landschaftsschutz als Voraussetzung des Erhalts der letzten wertvollen Reste unserer Natur geht? <\/p>\n\n\n\n<p>Fakt ist: Wir haben gemessen an Bev\u00f6kerungszahl und Lebensstil die uns f\u00fcr <em>globale Gerechtigkeit <\/em>zur Verf\u00fcgung stehende Fl\u00e4che seit mehr als Hundert Jahren &#8222;verbraucht&#8220;. Mehr noch: Wir ben\u00f6tigen aktuell die drei- bis vierfache F\u00e4che. Wir benutzen F\u00e4chen in anderen L\u00e4ndern, auf Kosten dortiger Menschen und zu Lasten dortiger Natur. Was m\u00fcssten wir tun?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die zweite, nicht abschlie\u00dfende Frage schlie\u00dft sich nun unmittelbar an, sobald wir \u00fcber den Tellerrand des anthropozentrischen und egoistischen Nutzendenkens hinausschauen und die Klima-Frage wenigstens versuchen, einzuordnen: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeutet es f\u00fcr eine <em>ganzheitliche Sicht des Naturschutzes<\/em>, wenn in die hier aufgezeigten \u00dcberlegungen zum verbrauchten Lebensraum die Anspr\u00fcche au\u00dfermenschliche Lebens, das diese Erde mit uns teilt, eingehen? Wenn im ethischen Sinne das Lebensrecht anderer Spezies noch mit ber\u00fccksichtigt werden soll? <\/strong>Dies vor dem Hintergrund der zum Teil enorm gro\u00dfen und oft sehr speziellen Lebensraumanspr\u00fcche der uns (noch) begleitenden Fauna und Flora?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wieviel Platz in welchen Bedingungen m\u00fcssen wir  <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">f\u00fcr ein gerechtes Teilen<\/a> zwischen Mensch und Natur den anderen Lebewesen (\u00fcbrigens einschlie\u00dflich unserer &#8222;Nutztiere&#8220; ) zugestehen?<\/strong> Hier schlie\u00dft sich der bedrohliche Wirk-Kreis aus \u00dcberbev\u00f6lkerung und Fu\u00dfabdruck. <\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4re eine Erde ohne Wildnis, ohne die unermessliche Vielfalt des wilden Lebens, der Sch\u00f6nheit und Eigenart der Widtiere, der Pflanzen. Reicht es, unseren Nachfahren nur noch museale Schaust\u00fccke in zu kleinen Reservaten zu hinterlassen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die allgegenw\u00e4rtige Panik-Mache der Klima-Alarmisten und der Tunnelbick auf das IPCC-CO2-Budget  jedenfalls reichen auch in Summe trotz etlicher umf\u00e4nglicher Vorschl\u00e4ge in dessen Berichten nicht heran an die in <a href=\"https:\/\/core.ac.uk\/download\/pdf\/14520106.pdf\">Tiefe und das Format angemessener auch an die Moral appellierender Antworten, wie sie  Hans Jonas in der von ihm formulierten <em>Heuristik der Vorsicht<\/em> und der Sprengung der anthropozentrischen H\u00fclle in seiner <em>Verantwortungsethik <\/em>vorausgedacht hatte.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Besonders zweischneidig: Die Klimaberichte bewirken Panik. Ist das gewollt, Kalk\u00fcl? Wie die Agitation in Folge der IPCC-Berichte und der aus ihr folgende Polit-Aktionismus zum &#8222;Klimaschutz&#8220; belegen, ist Angst der schlechteste Ratgeber, wo k\u00fchler Kopf, ruhige Hand und der Blick auf das GANZE (einschlie\u00dflich der Unzul\u00e4nglichkeiten der Conditio humana) gefragt w\u00e4ren (vgl. Epple 2017).<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden an verschiedenen Stellen dieser Seiten Antworten versuchen. Bev\u00f6lkerungsexplosion und Fu\u00dfabdruck verweisen wieder auf den zentralen Schwachpunkt unserer Gegenwart: <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91\">Menschlichkeit und gerechte Teilung<\/a>. CO2-Emissionen und Klimawandel als  aktuell wichtigste \u00dcberlebensfrage der Menschheit \u00fcber Panik-Mache in den Vordergrund zu spielen, ist aus einer ganzheitlichen Sicht des Naturschutzes und f\u00fcr die Bewahrung unserer (auch wirtschaftlichen) Lebensgrundlagen zu kurz gesprungen. Der Hype um das Klima erdr\u00fcckt nicht nur den Naturschutz (Epple 2017). Er birgt erkennbar die Gefahr, das rechte Ma\u00df f\u00fcr sorgf\u00e4ltige Abw\u00e4gung zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Geduld, der Beitrag ist weiter in Bearbeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Anmerkungen zu Defiziten des Diskurses \u00fcber Gerechtigkeit publiziert Dezember 2019 Gerechte Verteilung von Land und gerechte Teilung des Zugangs zu lebensnotwendigen Naturg\u00fctern ist bis &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"class_list":["post-849","page","type-page","status-publish","hentry"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/849"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=849"}],"version-history":[{"count":197,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/849\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6427,"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/849\/revisions\/6427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}