{"id":91,"date":"2019-11-21T20:29:43","date_gmt":"2019-11-21T20:29:43","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91"},"modified":"2026-02-12T06:53:17","modified_gmt":"2026-02-12T06:53:17","slug":"die-natur-schuetzen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=91","title":{"rendered":"Die Natur sch\u00fctzen durch Mitmenschlichkeit und gerechtes Teilen?"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Foto zeigt eine Gruppe Wisente ca. 100 km \u00f6stlich Stettin\/PL, aufgenommen im Jahr 2000. Die kleine Herde bewegte sich au\u00dferhalb jedes Schutzgebietes und erzeugte einen Verkehrsstau, weil die staunenden Menschen auf der vorbeif\u00fchrenden Bundesstra\u00dfe anhielten und ihre Fahrzeuge teilweise verlie\u00dfen, um zu fotografieren. Der vorl\u00e4ufige Erhalt des Flachlandwisents ist ein gro\u00dfes Verdienst Polens um den europ\u00e4ischen Artenschutz. Einem so gro\u00dfen Wildtier mitten in Europa angemessenen Lebensraum zuzugestehen: Herausforderung und gelungenes Beispiel f\u00fcr ganzheitlichen Naturschutz. Foto: Wolfgang Epple<\/p>\n\n\n\n<p>ver\u00f6ffentlicht November 2019, WE; erg\u00e4nzt 2026 durch ein Gedicht (s.u.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist die Realit\u00e4t der Beziehung des Menschen zur &nbsp;Natur? Ist sie eine Frontstellung <em>gegen<\/em> die Natur oder ist ein Mitsein des Menschen <em>in<\/em> der Natur erreichbar?<\/strong> <strong>Warum m\u00fcssen wir die Natur sch\u00fctzen, und vor wem?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hinter diesen umfassenden Fragen steht ein an Facetten unendlich reiches Abenteuer, das uns Menschen seit der Bewusstwerdung unserer Sonderstellung unter allen Lebewesen der Erde herausfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind eingeladen, den Versuch der Ergr\u00fcndung von einigen zentralen Konflikten im Verh\u00e4ltnis Mensch\/Natur auf den folgenden Seiten zu begleiten. Sie werden abschreckenden Vorg\u00e4ngen wie <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207\">Hass und Verfolgung von unschuldigen Wildtieren<\/a> und positiven Beispielen und Tendenzen der Integration von Naturschutz und menschlichen Bed\u00fcrfnissen begegnen. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/core.ac.uk\/download\/pdf\/14520106.pdf\">Der Mensch steht auch nach Hunderttausenden von Jahren eigener Entwicklung nicht au\u00dferhalb der Natur, sondern er ist selbst ein Ergebnis der Evolution. Die &#8222;Naturb\u00fcrtigkeit&#8220; des Menschen ist bereits eine erste Antwort auf die Frage, ob wir in \u201eFrontstellung\u201c oder durch <strong>\u201eMitsein\u201c<\/strong> handeln wollen.&nbsp;Das \u201eMitsein\u201c schlie\u00dft zwar gezielte \u201eManipulation\u201c und Inbesitznahme der Natur nicht aus (alles, was im Umgang mit der Natur seit dem Neolithikum geschehen ist). Denn schlie\u00dflich geh\u00f6rt unsere einzigartige Kreativit\u00e4t und Findigkeit nach meiner \u00dcberzeugung zu jenen &#8222;Gottesgaben&#8220;, die eine Sonderstellung des Menschen sowohl wertetheoretisch als auch moralisch bedingen.&nbsp;<br>Die \u201eManipulation\u201c der Natur f\u00fcr unser menschliches \u00dcberleben muss jedoch nach meiner \u00dcberzeugung umsichtig, in Demut und mit jenem gro\u00dfen Respekt vor der Sch\u00f6pfung (als Metapher f\u00fcr Natur) geschehen, den unsere Vorfahren in archaischen Entwicklungsstufen noch hatten &#8211; Respekt, den gro\u00dfe Teile der Menschheit scheinbar  verloren haben.&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mitsein findet Ausdruck weniger in gro\u00dfartigen Gesten. Es wird gelebt  in scheinbar belanglosen und kleinen, sehr individuellen Begebenheiten, die sich ergeben, wenn Zuneigung,  Achtsamkeit und Respekt in der Begegnung mit der Natur erfahrbar werden. Ein ber\u00fchrendes Gedicht erreichte mich zu Ende 2025&#8230;Mitsein &#8211; erlebt und gelebt in einer &#8222;Gartenbeziehung&#8220;.  Das ist <strong>&#8222;Mitsein in der Natur&#8220; <\/strong> &#8211; humorvoll, mit glaubw\u00fcrdiger Natur-Freundschaft  auf den Punkt gebracht von Dr. Burkhard Kirchberg *:<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"459\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-07.27.08-459x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6969\" style=\"width:431px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-07.27.08-459x1024.png 459w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-07.27.08-134x300.png 134w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-07.27.08-688x1536.png 688w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-07.27.08.png 700w\" sizes=\"(max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Dr. Burkhard Kirchberg* , Dezember 2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>*Dr. Burkhard Kirchberg ist Beirat in einem Leipziger Naturschutzverband: <a href=\"https:\/\/www.nukla.de\/\" title=\"\">&#8222;Naturschutz und Kunst &#8211; Lebendige Auen e.V. (NuKLA)&#8220;<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zentral: Die Frage umfassender Gerechtigkei<\/strong>t<\/h4>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\">Die&nbsp;<\/a><\/strong><em><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\"><strong>\u00d6kologische Krise<\/strong><\/a><\/em><strong><a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=849\">&nbsp;der Menschheit auf ihrem Heimatplaneten ist untrennbar mit der Frage nach umfassender &nbsp;Gerechtigkeit verkn\u00fcpft (siehe hier).<\/a> Es geht um Gerechtigkeit in umfassendem Sinne: Gerechtigkeit zwischen Menschen und Gerechtigkeit im Umgang mit der Natur.  <a href=\"https:\/\/science.sciencemag.org\/content\/366\/6471\/eaax3100\">Wir befassen uns im Grunde mit einer gleicherma\u00dfen sozialen <em>und<\/em> \u00f6kologischen Herausforderung, wie ein aktueller \u00dcbersichtsartikel in &#8222;Science&#8220; eindr\u00fccklich unterstreicht.<\/a><\/strong> Es handelt sich also in Wirklichkeit um eine <em><strong>Sozial-\u00f6kologische Krise<\/strong>.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Grundlegend ist Gerechtigkeit zwischen Menschen. Sie ist Voraussetzung daf\u00fcr, Gerechtigkeit gegen\u00fcber der Natur zu verwirklichen. Wenn aber bereits das Grundlegende in vielen Bereichen nicht erreicht werden kann, hat dann die Frage nach dem Schutz der Natur \u00fcberhaupt eine Berechtigung, eine Chance auf Geh\u00f6r? Was, wenn schon aus purer Armut in vielen Teilen der Erde keine R\u00fccksicht auf die Natur genommen werden kann? Wir werden bei der <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=2434\">Befragung einer Ethik des Naturschutzes auf die <strong>Ausdehnung dessen eingehen, was moralisch relevant ist,<\/strong> was mit der <strong>Sprengung des anthropozentrischen Rahmens<\/strong> umschrieben ist, und was konkrete Folgen f\u00fcr unser Verh\u00e4ltnis zur Natur sein k\u00f6nnten.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Natur ist alles, was lebendig und ohne unser Zutun ist. Auch die Voraussetzungen f\u00fcr das Leben in den Eigenschaften unbelebter Materie beziehen wir in diesen Naturbegriff ein. Natur ist alles, was wir nicht selbst gemacht haben, aus dem im Laufe der Stammesgeschichte auch unsere Spezies selbst hervorgegangen ist. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Sind wir aber noch zugeh\u00f6rig zu dieser Natur, in der unser Ursprung liegt? <em>F\u00fchlen<\/em> wir uns \u00fcberhaupt noch zugeh\u00f6rig? Was bedeutet die Naturferne von Milliarden Menschen in den heutigen Megacities f\u00fcr unsere Zukunft? <\/p>\n\n\n\n<p>Schnell wird die Grundvoraussetzung des Versuchs einer Ergr\u00fcndung von Mensch-Natur-Konflikten klar: Wir ben\u00f6tigen den Blick auf das Ganze. Wir ben\u00f6tigen einen Blick auf die Geschichte unseres Geworden seins aus der Natur. Wir k\u00f6nnen dabei auch &#8222;<a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">stammesgeschichtlichen Altlasten<\/a>&#8222;, etwa das <a href=\"http:\/\/www.umweltethik.at\/wp\/wp-content\/uploads\/ReesNachhaltigkeit.pdf\">Entstehen unseres gelebter Nachhaltigkeit entgegenstehenden expansionistischen Weltbildes <\/a>beleuchten und das wertvolle Wissen unserer Vorfahren, das bis heute in den letzten auf archaischer Entwicklungsstufe lebenden V\u00f6lkern vorhanden ist, angemessen w\u00fcrdigen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den fr\u00fchesten Bewusstseins- und Entwicklungsstufen der Menschheit waren f\u00fcr unsere Vorfahren selbst Fels und Stein &nbsp;heilig, und der gro\u00dfe Geist in allen nat\u00fcrlichen Dingen. Liegt hier, in den Anf\u00e4ngen, ein Schl\u00fcssel f\u00fcr die Vers\u00f6hnung mit der Natur?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der immer st\u00fcrmischeren kulturellen Entwicklung hat der Mensch mit gro\u00dfem Erfolg mit Ausnahme der Antarktis und der Eisw\u00fcsten einiger Hochgebirge die ganze Erde besiedelt und dabei fast vollst\u00e4ndig ver\u00e4ndert: Heute sind etwa 80 % der eisfreien Landmasse der Erde vom Menschen beeinflusste sogenannte Anthrome. &nbsp;Bei anhaltendem Bev\u00f6lkerungswachstum ist der Druck auf die Natur und dabei insbesondere die Tendenz des weiteren raschen <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0960982216309939\">Wildnisverlustes ungebrochen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>In mehreren Feldern sind die <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/270898819_'Planetary_Boundaries_Guiding_Human_Development_on_a_Changing_Planet'\">planetarischen Grenzen f\u00fcr den Menschen definitiv \u00fcberschritten<\/a>. Der Biodiversit\u00e4tsverlust geh\u00f6rt dabei on Top der Agenda. <a href=\"https:\/\/www.pnas.org\/content\/115\/25\/6506\">Das Gewicht unserer &#8222;Nutztiere&#8220; auf der Erde \u00fcberwiegt schon jetzt das Gewicht aller Wildtiere der Erde um etwa das 20-fache.<\/a> Der Strom des Lebens, die Evolution, wurde und wird durch das Wirken des Menschen in starkem Ma\u00dfe verengt auf wenige uns &#8222;dienstbare&#8220; Spezies, &#8211; ja er droht, dadurch zu versiegen. Speziell die <a href=\"https:\/\/besjournals.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/1365-2664.12826\">Verst\u00e4dterung l\u00f6scht die Ergebnisse von Milliarden Jahren des in der Evolution entstandenen Artenreichtums aus.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/panorama-shanghai-gro\u00dfstadt-china-1046707\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"892\" height=\"300\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/image-6.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-261\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/image-6.png 892w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/image-6-300x101.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/image-6-768x258.png 768w\" sizes=\"(max-width: 892px) 100vw, 892px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Shanghai, China, im Moment ca. 26 Mio. Einwohner; wird weiter wachsen: f\u00fcr 2030 werden ca. 33 Mio. erwartet\u2026Wachstum auf Kosten fruchtbaren Landes und ins Meer hinaus\u2026<br>Foto: Peggy Marco, <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/panorama-shanghai-gro\u00dfstadt-china-1046707\/\">pixabay<\/a>.  &nbsp;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Durch die rasante Entwicklung und das Wuchern der St\u00e4dte werden auf der Erde bis zum Jahr 2030 weitere etwa <a href=\"https:\/\/www.mcc-berlin.net\/de\/news\/meldungen\/meldungen-detail\/article\/verstaedterung-verschlingt-300000-kmx00b2-fruchtbarsten-ackerlands.html\">300.000 Quadratkilometer fruchtbarstes Ackerland verloren gehen.<\/a> Denn die <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=672\">Siedlungen der Menschen wachsen da weiter, wo die Landnahme einst mit den ersten Homeranges in von Menschen bevorzugten Habitaten begann: an den fruchtbarsten und vorteilhaftesten Regionen: Fischreiche K\u00fcsten, Flusst\u00e4ler und Flussdeltas, fruchtbare Ebenen&#8230;<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/schlecht-indien-asien-armut-2463625\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2017\/07\/02\/07\/40\/poor-2463625__340.jpg\" alt=\"Schlecht, Indien, Asien, Armut, Menschen\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Verelendung selbst &#8222;nur&#8220; eines Teils der Menschheit im Rahmen von Ungleichverteilung der G\u00fcter der Erde ist Realit\u00e4t, und gleichwohl nicht hinnehmbar. F\u00fcr den Ganzheitlichen Ansatz, Natur zu sch\u00fctzen, muss Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit verwirklicht sein. Existenzielle N\u00f6te dr\u00e4ngen nach wie vor viele Kleinbauern in den Schwellenl\u00e4ndern in die Randbezirke gro\u00dfer Metropolen. Existenzielle N\u00f6te verhindern schon im Ansatz die Hinwendung der Menschen zur Schonung der Natur. Gerechtigkeit und verwirklichte Mitmenschlichkeit sind Grundlage f\u00fcr die darauf aufbauende M\u00f6glichkeit erweiterter Moralperspektiven, hin zu Mitgesch\u00f6pflichkeit und barmherziger Weltsicht (Epple 2009). <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=2434\"><strong>Zur Erweiterung der Moralperspektiven in ganzheitlicher Sicht siehe Gedanken zur Holarchie der Ethik<\/strong><\/a>. <br>Das Foto zeigt Armut in einem Slum in Indien. <br>Foto: Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es ist keine Frage &#8211; der Erfolg unserer eigenen Spezies macht es dringend: <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir m\u00fcssen die verbliebenen Reste der prim\u00e4ren Natur sch\u00fctzen, und wir m\u00fcssen uns bem\u00fchen, die nat\u00fcrliche Vielfalt, die Biodiversit\u00e4t, auch in den vom Menschen ver\u00e4nderten Lebensr\u00e4umen als Garant f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der Systeme zu erhalten. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/news\/biodiversity-the-ravages-of-guns-nets-and-bulldozers-1.20381\">Der Verlust der Biodiversit\u00e4t, einhergehend mit Degradation und Zerst\u00f6rung der Lebensr\u00e4ume<\/a>, ist bis auf Weiteres das dr\u00e4ngendste Problem der sozial-\u00f6kologischen Krise der Menschheit<\/strong>.<br><strong>Gerechte Teilung des Zugangs zu den G\u00fctern der Erde unter Menschen jedoch ist die Voraussetzung f\u00fcr gerechtes Teilen der Erde mit au\u00dfermenschlichen Seinsformen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unter der Befragung einer angemessenen <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=2434\">Ethik des Naturschutzes <\/a>werden wir darauf zur\u00fcckkommen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch gerade dann, wenn<a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207\"> Arten in Konflikt mit menschlichen Nutzungsinteressen <\/a>geraten, ist gerechtes Teilen der Erde die zu Grunde liegende Herausforderung.<\/strong> Je dichter besiedelt eine Region der Erde durch den Menschen ist, je weiter die Natur zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wird und wurde, desto h\u00f6her ist die Anforderung an Bereitschaft zum Teilen mit der Restnatur, und umso komplexer werden die Probleme. Konkrete Beispiele finden Sie <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=1207\">hier.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Ein brennendes Beispiel f\u00fcr die Virulenz des gerechten Teilens ist der Umgang des Menschen mit seinen allern\u00e4chsten Verwandten, mit den letzten verbliebenen Menschenaffen der Erde<\/strong>: <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schimpanse, Bonobo, Gorilla und <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=3005\">Orang-Utan<\/a> k\u00e4mpfen in teilweise verschwindend kleinen Rest-Populationen in ihren letzten Verbreitungsgebieten ums \u00dcberleben<\/strong>. Ein brandaktuelles Beispiel aus Afrika:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"572\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-3-1024x572.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-794\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-3-1024x572.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-3-300x168.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-3-768x429.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/grafik-3.png 1320w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.regenwald.org\/petitionen\/1188\/gorilla-land-in-gefahr-stoppt-die-kakao-plantagen?mtu=466618304&amp;t=5562\">Das Bild stammt aus der aktuellen Petition der Organisation &#8222;Rettet den Regenwald&#8220;<\/a> und zeigt einen Gorilla-Silberr\u00fccken.(\u00a9 WCS Nigeria Programm)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Bitte der Natursch\u00fctzer von &#8222;<a href=\"https:\/\/www.regenwald.org\">Rettet den Regenwald<\/a>&#8220; , die die \u00d6ffentlichkeit am 18. Dezember 2019 erreicht, ist einfach und klar verst\u00e4ndlich: <\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Gorilla-Land in Gefahr! Stoppt die Kakao-Plantagen!<\/h1>\n\n\n\n<p>Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,<\/p>\n\n\n\n<p>wussten Sie, dass es in Nigeria Gorillas gibt?<\/p>\n\n\n\n<p>300 von ihnen leben verstreut in kleinen Waldgebieten in den Afi- und Mbe-Bergen im Grenzland zu Kamerun. F\u00fcr die Zukunft der Menschenaffen ist es entscheidend, dass ihr Lebensraum intakt bleibt und nicht durch Stra\u00dfen, Felder und Plantagen zerschnitten wird. Der Verlust eines Waldkorridors, der die isolierten Populationen verbindet, h\u00e4tte verheerende Auswirkungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ausgerechnet dort sind Bulldozer anger\u00fcckt und haben Wald zerst\u00f6rt. Die Forstbeh\u00f6rde des Bundesstaates Cross River hat wochenlang nichts dagegen unternommen. Mittlerweile sind zumindest die Maschinen verschwunden, die Gefahr ist jedoch keinesfalls gebannt. Denn es liegt im Dunkeln, wer die Planierraupen geschickt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Einheimischen zufolge soll auf den Fl\u00e4chen Kakao angebaut werden. Umweltsch\u00fctzer registrieren generell immer mehr Pflanzungen davon in den W\u00e4ldern der Region &#8211; es sollen bereits \u00fcber 1.000 sein. Best\u00e4rkt wird diese Entwicklung wom\u00f6glich durch Governeur Ben Ayade, der die Produktion von Exportprodukten wie Palm\u00f6l und Kakao ausweiten will.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine treibende Kraft d\u00fcrfte zudem die Freude der Europ\u00e4er am Naschen sein. In kaum einem Land wird so gern Schokolade gegessen wie in Deutschland. Um die Nachfrage zu befriedigen, kaufen die Schokoladenkonzerne Kakao, wo sie ihn kriegen k\u00f6nnen. Selbst wenn er aus Schutzgebieten und Gorilla-Habitat stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kunden in Europa ist es nahezu unm\u00f6glich zu erfahren, woher ihre Lieblingsschokolade stammt. Zwar k\u00e4mpfen Umweltsch\u00fctzer in Br\u00fcssel daf\u00fcr, dass die EU den Markt reguliert. Doch darauf k\u00f6nnen die Primaten in Nigeria nicht warten.<\/p>\n\n\n\n<p>Governeur Ben Ayade hat es in der Hand, den Lebensraum der Gorillas in den Bergen von Afi und Mbe zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Danke, falls Sie die inzwischen beendete  <a href=\"https:\/\/www.regenwald.org\/petitionen\/1188\/gorilla-land-in-gefahr-stoppt-die-kakao-plantagen\">Petition<\/a> unterschrieben haben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Foto zeigt eine Gruppe Wisente ca. 100 km \u00f6stlich Stettin\/PL, aufgenommen im Jahr 2000. 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