{"id":1794,"date":"2020-02-03T09:54:17","date_gmt":"2020-02-03T09:54:17","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=1794"},"modified":"2020-02-03T09:54:18","modified_gmt":"2020-02-03T09:54:18","slug":"27-dezember-2019-zdf-fake-zu-klimawandel-und-artensterben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=1794","title":{"rendered":"27. Dezember 2019: ZDF-Fake zu Klimawandel und Artensterben"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2015\/11\/24\/19\/12\/animals-1060611__340.jpg\" alt=\"Tiere, Primaten, Menschenaffen, Gorilla\"\/><figcaption>Unsere n\u00e4chsten Verwandten im Tierreich, die Primaten, sind nach der Roten Liste der IUCN 2019 besonders bedroht. Bejagung und Zerst\u00f6rung der Lebensr\u00e4ume sind Hauptursachen. Der Klimawandel spielt so gut wie keine Rolle f\u00fcr die meisten  bedrohten Primaten-Spezies. Foto: Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine Meldung, die<a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/heute\/klimawandel-als-ursache-wwf-fuerchtet-grosses-artensterben-100.html\"> am 27. Dezember 2019 vom ZDF verbreitet<\/a> wurde, unter Bezug auf den WWF:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Klimawandel als Ursache &#8211;&nbsp;WWF f\u00fcrchtet gro\u00dfes Artensterben&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>Datum: 27.12.2019; 06:00 Uhr <strong>Die Menschen streiten \u00fcber mehr Klimaschutz, der Klimawandel schreitet unterdessen voran. F\u00fcr viele Tierarten zu schnell, warnt der WWF.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Der WWF warnt vor dem &#8222;gr\u00f6\u00dften Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier&#8220;. Die Umweltstiftung verweist auf die Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN, auf der mittlerweile mehr als 30.000 Tiere als bedroht gelten, davon 6.400 als vom Aussterben bedroht.<br>WWF-Vorstand Eberhard Brandes sieht einen Zusammenhang zwischen Klimaerw\u00e4rmung und Artensterben. &#8222;Die Erderhitzung ver\u00e4ndert \u00d6kosysteme in dramatischem Tempo. Viele Tiere und Pflanzen k\u00f6nnen sich nicht schnell genug anpassen&#8220;, sagte er.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu ist Kritik angebracht: Der WWF arbeitet seit einiger  Zeit (wie \u00fcbrigens einige andere Umweltorganisationen, voran der <a href=\"https:\/\/www.bund.net\">BUND<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\">Greenpeace<\/a>) an einer fragw\u00fcrdigen Umdeutung der Hauptursachen des Artensterbens in Richtung Klimawandel. Zwar geh\u00f6rt der Klimawandel auch zu den Faktoren, die f\u00fcr das weltweite Artensterben eine Rolle spielen. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/news\/biodiversity-the-ravages-of-guns-nets-and-bulldozers-1.20381\">Er ist aber nach einer Auswertung der Roten Listen der IUCN aus 2016 (Maxwell et al.) erst an siebter (!) Stelle der<strong> Big Killers<\/strong> aufgef\u00fchrt.<\/a> Daran hat sich in drei Jahren nichts Entscheidendes ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die rei\u00dferisch in den Nachrichten des ZDF verbreitete Verk\u00fcrzung der Ursache des <em>&#8222;gr\u00f6\u00dften Artensterbens seit dem Verschwinden der  Dinosaurier&#8220;<\/em> auf den Klimawandel ist in dieser scharfen Formulierung schlicht falsch und einmal mehr muss dem \u00f6ffentlich-rechtlichen TV die Verbreitung von Fake attestiert werden, wenn es darum geht, die Folgen des Klimawandels und den Zusammenhang mit dem Artensterben korrekt darzustellen. Dass in der ZDF-Meldung das obligatorische Eisb\u00e4r-auf-der-Scholle-Foto nicht fehlen darf, sei am Rande erw\u00e4hnt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass wenigstens einige Medien  korrekt und zutreffend \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.iucn.org\/news\/species\/201907\/unsustainable-fishing-and-hunting-bushmeat-driving-iconic-species-extinction-iucn-red-list\">aktualisierte Rote Liste der IUCN<\/a> berichten k\u00f6nnen, sei am Beispiel eines <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/iucn-rote-liste-7000-neue-arten-vom-aussterben-bedroht-a-1278055.html\">Artikels im &#8222;Spiegel&#8220; vom 22. 07.2019<\/a> belegt. Dort werden einige der <strong>Big Killers<\/strong> genannt: Rodung von W\u00e4ldern, \u00dcberfischung, Bejagung (bush-meat in Afrika), Habitatverlust durch Verst\u00e4dterung und Landnutzungswandel&#8230;Lesen Sie die deprimierende menschengemachte Ursachenliste f\u00fcr das Artensterben in den verlinkten Beitr\u00e4gen nach. <\/p>\n\n\n\n<p>Vergleichen Sie selbst mit dem penetranten Klima-Reduktionismus des mit Geb\u00fchren finanzierten \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders ZDF.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/wolfsrudel1980-1024x623.jpg\" alt=\"Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist wolfsrudel1980-1024x623.jpg\"\/><figcaption>Dem Wolf droht nicht durch den Klimawandel der Garaus. Vielmehr: <a href=\"https:\/\/www.pfalz-express.de\/naturschutzinitiative-e-v-ni-politik-schiesst-beim-wolf-ueber-das-ziel-hinaus-wir-werden-etwaige-abschuesse-pruefen-lassen\/\">Unwissen, Hass, Hetze und daraus drohende direkte Verfolgung statt sachdienlicher L\u00f6sung der nicht bestreitbaren Konflikte <\/a>mit der Weidetierhaltung kennzeichnen die aktuelle Debatte in Deutschland, die sich in einer <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/neue-regeln-fuer-woelfe-1613622\">\u00c4nderung des Naturschutzrechtes zu Lasten des Wolfes niederschl\u00e4gt<\/a>. Der Wolf k\u00f6nnte durch direkte Verfolgung in Deutschland sehr wohl wieder ausgerottet werden. Er steht weiterhin als Symbol f\u00fcr die Herausforderung an uns Menschen, auch mit &#8222;unliebsamen&#8220; und anspruchsvollen Wildtieren im Sinne eines Mitseins in der Natur fair umzugehen (siehe <a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2019\/2019NaturschutzMagazin1.pdf\">Epple 2019<\/a>).  Foto: Wolfgang Epple<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Lassen wir zum Schluss die IUCN direkt zu Wort kommen, am Beispiel der Primaten (Meldung vom 18. Juli 2019): <\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.iucn.org\/news\/species\/201907\/unsustainable-fishing-and-hunting-bushmeat-driving-iconic-species-extinction-iucn-red-list\">&#8222;Hunting combined with habitat loss has pushed seven species of primate closer to extinction, according to the updated IUCN Red List. Six of these species occur in West Africa, and show clearly how hunting for bushmeat and development-related deforestation are causing primate populations to decline<strong>&nbsp;\u2013&nbsp;<\/strong>40% of primate species in West and Central Africa are now threatened with extinction.&#8220;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2018\/05\/14\/06\/21\/mammal-3398843__340.jpg\" alt=\"S\u00e4ugetier, Primate, Affe, Zoo, Exotisch\"\/><figcaption>Ein Dschelada (Blutbrustpavian). Viele heute seltene Primaten sind akut vom Aussterben bedroht. Der Klimawandel spielt allenfalls eine sehr untergeordnete Rolle. Foto: Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nachtrag: In der abendlichen &#8222;heute&#8220;-Sendung des ZDF am 27.12.2019 um 19.00 Uhr wurde die rei\u00dferische Meldung des Morgens deutlich abge\u00e4ndert und die steile Klimaaussage etwas abgeschw\u00e4cht. Immerhin wurden nun Abholzung (am Beispiel des Koalas) und Lebensraumzerst\u00f6rung als Treiber des Artensterbens erw\u00e4hnt&#8230;Die irref\u00fchrende Dachzeile der morgendlichen Meldung aber wurde nicht zur\u00fcckgenommen, und ein WWF-Sprecher durfte erneut die &#8222;Klimakrise&#8220; in den Vordergrund des Themas Artensterben stellen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Meldung, die am 27. 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