{"id":2410,"date":"2020-05-12T10:20:01","date_gmt":"2020-05-12T10:20:01","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=2410"},"modified":"2020-05-13T08:49:56","modified_gmt":"2020-05-13T08:49:56","slug":"bund-und-windkraft-offner-brief-an-prof-hubert-weiger-vom-17-april-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=2410","title":{"rendered":"BUND und Windkraft Offener Brief an Prof. Hubert Weiger vom 17. April 2016"},"content":{"rendered":"\n<p>Beitragsbild: Windkraftindustrie in Ostfriesland. Foto: Eilert Vo\u00df<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Vier Vorbemerkungen:<\/p>\n\n\n\n<p>1.) Inzwischen ist Prof. Hubert Weiger nicht mehr BUND-Chef. Sein Wirken aber hat Spuren hinterlassen. Seine Nachfolger haben am Kurs nichts ge\u00e4ndert. Der Verrat am Naturschutz durch die Verbandelung des ehemals starken und unabh\u00e4ngigen BUND mit der Windkraftindustrie macht diesen Verband <a href=\"http:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\">im finalen Konflikt um die letzten naturnahen Landschaften<\/a> zur Fehlbesetzung. Der BUND ist in dieser Sache nicht l\u00e4nger &#8222;Anwalt der Natur&#8220;. Dar\u00fcber kann nicht hinwegt\u00e4uschen, dass viele an der Basis des BUND weiterhin wertvolle Naturschutzarbeit leisten und andere Themenfelder weiterhin abgedeckt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>2.) Die Verbandelung und ann\u00e4hernd bedingungslose Unterst\u00fctzung der Windkraftindustrie durch den BUND wird belohnt.&nbsp;\u00a7 12 der <a href=\"https:\/\/www.wind-energie.de\/fileadmin\/redaktion\/dokumente\/verband\/Mitglied-werden\/20190416_Satzung_neu_04042019.pdf\">Satzung des BWE<\/a>&nbsp;(Bundesverband WindEnergie e.V.; Stand 04.04.2019) lautet w\u00f6rtlich:<strong>&nbsp;<em>\u201eBei Aufl\u00f6sung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks geht das Restverm\u00f6gen an den Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), der es unmittelbar und ausschlie\u00dflich f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Zwecke im Sinn des \u00a7 2 dieser Satzung zu verwenden hat.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>3.) Etliche Bef\u00fcrchtungen und Aussagen im offenen Brief sind eingetreten, so der vor Gericht errungene Nachweis der Rechtswidrigkeit der baden-w\u00fcrttembergischen Genehmigungspraxis f\u00fcr Windkraft im Wald, <a href=\"https:\/\/verwaltungsgerichtshof-baden-wuerttemberg.justiz-bw.de\/pb\/,Lde\/6020597\/?LISTPAGE=6020133\">siehe hier<\/a>. Der Offene Brief ist nach  vier Jahren so aktuell wie nie.<\/p>\n\n\n\n<p>4.) Der Bezug des offenen Briefes zur damaligen Auseinandersetzung des BUND\/Weiger mit dem <a href=\"https:\/\/umwelt-watchblog.de\/eine-jahrhundertgestalt-nachruf-auf-den-dirigenten-und-streitbaren-naturschuetzer-enoch-zu-guttenberg\/\">viel zu fr\u00fch verstorbenen f\u00fchrenden Windkraftkritiker Enoch Freiherr zu Guttenberg <\/a>sei hervorgehoben. Jene Auseinandersetzung legte die ganze Perfidie in der BUND-Gangart gegen Kritiker der Windkraftindustrie blo\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Offener Brief<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>betr.: BUND und Windkraft;<br>\u201cLobbyarbeit in Sachen Umwelt: Neue B\u00fcndnisse f\u00fcr die Energiewende\u201d&nbsp;(http:\/\/www.epv.de\/weiger)&nbsp;und<br>\u201cZwei Herzen in einer&nbsp;Brust\u201d(http:\/\/www.frankenpost.de\/lokal\/fichtelgebirge\/fichtelgebirge\/art654373,4779513)<\/p>\n\n\n\n<p>Schiltach im Schwarzwald, den 17. April 2016<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Weiger,<\/p>\n\n\n\n<p>es blutet einem das Herz, wenn man mehr als 45 Jahre aktiv f\u00fcr den Naturschutz in Deutschland gek\u00e4mpft hat, und seit geraumer Zeit Ihr hartn\u00e4ckiges,<br>redundantes \u00f6ffentliches und sehr einseitiges Eintreten f\u00fcr die Windkraft im Namen des BUND zur Kenntnis nehmen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bedarf keiner \u201czwei Herzen\u201d in einer Brust, wie Sie pathetisch in der Frankenpost&nbsp;\u201ceinr\u00e4umen\u201d , wenn man als achtsamer und zu Mitgef\u00fchl mit Au\u00dfermenschlichem&nbsp;bef\u00e4higter Mensch auf die Landschaft- und Naturzerst\u00f6rung durch Windkraftindustrialisierung st\u00f6\u00dft, die, nachdem sie in Mittel- und Norddeutschland viele Landstriche bereits weitgehend entstellt und teilweise fast unbewohnbar gemacht hat, nun auch den S\u00fcden unseres Landes und dort allerwertvollste gewachsene Kulturlandschaften&nbsp;und ebenso allerwertvollste letzte intakte Naturlandschaften \u201c\u00fcberrollt\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gen\u00fcgt&nbsp;<em>ein&nbsp;<\/em>Herz, das blutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Bekenntnis zum&nbsp;<em>\u201cnaturvertr\u00e4glichen Ausbau\u201d&nbsp;<\/em>der Windkraft, und das aus Ihrer Sicht am Besten als&nbsp;<em>\u201cEnergie von B\u00fcrgern f\u00fcr B\u00fcrger\u201d,&nbsp;<\/em>erschienen am 13.April 2016 in der&nbsp;\u201cFrankenpost\u201d(http:\/\/www.frankenpost.de\/lokal\/fichtelgebirge\/fichtelgebirge\/art654373,4779513), ist ein schon beklemmendes Zeichen f\u00fcr starres Festhalten am einmal eingeschlagenen Kurs trotz vielf\u00e4ltigster Denkanst\u00f6\u00dfe. Zum&nbsp;<em>\u201cnaturvertr\u00e4glichen Ausbau\u201d&nbsp;<\/em>der Windkraft unten mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe selbst in den 1980er-Jahren einige Zeit als Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des NABU in Baden-W\u00fcrttemberg (der Verband hie\u00df damals noch Deutscher Bund f\u00fcr Vogelschutz, DBV) die Strukturen (Ortsverb\u00e4nde, Kreisverb\u00e4nde) eines solchen Mitgliederverbandes hauptberuflich betreut, dessen St\u00e4rke und vor allen Dingen dessen&nbsp;<em>Glaubw\u00fcrdigkeit&nbsp;<\/em>im Wesentlichen&nbsp;<em>von unten&nbsp;<\/em>durch die ehrenamtlich Engagierten bestimmt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht Enoch zu Guttenberg diskreditiert mit seiner pointierten Kritik an Ihrer Windkraft- Propaganda die Arbeit der meist ehrenamtlichen Naturschutzaktiven Ihres Verbandes. Nein\u00a0\u2013\u00a0<em>Sie\u00a0<\/em>und andere F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten des BUND bringen die gesamte bisher so unendlich wertvolle Arbeit, ja das historische Verdienst Ihres Verbandes und seiner unerm\u00fcdlichen Naturschutzk\u00e4mpfer vor Ort in Misskredit durch das st\u00e4ndig wiederholte \u00f6ffentliche und nur schein-pragmatische Bekenntnis zur Windkraftindustrie. Sie kommen zum von Ihnen erneut aufgegriffenen Konflikt um \u00c4u\u00dferungen Ihres Kritikers Enoch zu Guttenberg in der S\u00fcddeutschen Zeitung vom 25. M\u00e4rz 2016 zu Wort; die S\u00fcddeutsche schreibt:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Weiger lie\u00df sofort in den F\u00fchrungsgremien des BUND und dessen Landesverb\u00e4nden recherchieren, was dran sei an Guttenbergs Vorw\u00fcrfen.&nbsp;<strong><em>&#8222;Mit dem Ergebnis&#8220;,&nbsp;<\/em><\/strong>sagt Weiger,&nbsp;<strong><em>&#8222;dass nichts dran ist, absolut nichts&#8220;. Unter den 190 Personen in den engeren F\u00fchrungszirkeln des Verbandes gebe es nur bei zwei Ehrenamtlichen &#8222;berufliche \u00dcberschneidungen&#8220; mit der Windkraft-Branche, und die auch nur &#8222;in weitestem Sinne&#8220;. http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/umweltschutz-bund-verklagt-enoch-zu-guttenberg- 1.2920152<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Ihre Verlautbarung, sehr geehrter Herr Prof. Weiger, l\u00e4sst schon staunen. Geh\u00f6rt eine&nbsp;\u2013&nbsp;wohl kaum ehrenamtlich arbeitende &#8211; Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des BUND, wie z.B. in Baden-W\u00fcrttemberg, nicht zum \u201cengeren F\u00fchrungszirkel\u201d Ihres Verbandes? Die vollst\u00e4ndige&nbsp;Information hierzu: Frau Sylvia Pilarski-Grosch, die derzeitige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des BUND Landesverbandes Baden-W\u00fcrttemberg, war seit 2003 Vorstand im BWE, seit 2007 Vizepr\u00e4sidentin und von April 2013 bis April 2014 Pr\u00e4sidentin des BWE. Nachlesbar, unter anderem hier:&nbsp;https:\/\/www.wind-energie.de\/presse\/pressemitteilungen\/2013\/sylvia-pilarsky-grosch-neue- bwe-praesidentin<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie die Vorg\u00e4nge im und rund um den BUND in einem anderen Bundesland, die zur Gr\u00fcndung der&nbsp;<strong><em>Naturschutz-Initiative e.V.&nbsp;<\/em><\/strong>(http:\/\/www.naturschutz-initiative.de\/&nbsp;) gef\u00fchrt haben, nicht zur Kenntnis genommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen dringend empfehlen: Weiten Sie Ihren Blick auf Ihren Verband gerade in S\u00fcddeutschland nach Westen. Ich kann mich hier auf das Bild beschr\u00e4nken, welches die F\u00fchrung Ihres BUND-Landesverbandes Baden-W\u00fcrttemberg abgibt. Wie einseitig dieser Landesverband im Thema Windkraft agiert, und sich dabei in eine f\u00fcr einen angeblich\u201eunabh\u00e4ngigen\u201c Verband schon bizarre und peinlich anmutende obrigkeitsh\u00f6rige N\u00e4he zur&nbsp;dortigen GR\u00dcNEN Windkraft-Machthaber-Partei begibt, ist f\u00fcr viele Natursch\u00fctzer schlicht unbegreiflich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der nach Ihrer Sicht angeblich m\u00f6gliche&nbsp;<em>\u201cnaturvertr\u00e4gliche Ausbau der Windkraft\u201d<\/em>, f\u00fcr den Sie fast schon trotzig Propaganda betreiben, hat nun hier in Baden-W\u00fcrttemberg auf breiter Front mit verheerenden Folgen begonnen. Ich wiederhole deshalb sinngem\u00e4\u00df gerne die Einladung, die ich schon Ihrer Landesf\u00fchrung in Stuttgart am 17. September 2015 (unten angeh\u00e4ngt) gemacht habe:<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lade Sie, sehr geehrter Prof. Weiger ein, im Namen der stummen und wehrlosen Natur: Machen Sie einen Besuch in Baden-W\u00fcrttemberg&nbsp;\u2013&nbsp;etwa als Sonntagsausflug, besser aber zu den Arbeitszeiten&nbsp;\u2013&nbsp;an den aktuellen Monster-Baustellen in vorher stillen W\u00e4ldern und Landschaften unseres Landes, z.B. an der Prechtaler Schanze, im Wald bei Lauterstein, besichtigen Sie den Klosterwald bei Creglingen oder den Harth\u00e4user Wald im Landkreis&nbsp;Heilbronn. Oder wandern Sie einmal zur \u201cPlatte\u201d bei St. Peter im Schwarzwald,&nbsp;um sich \u00fcber den&nbsp;<em>\u201cnaturvertr\u00e4glichen Ausbau der Windkraft\u201d&nbsp;<\/em>ganz konkret ein Bild zu machen,&nbsp;\u2013&nbsp;ein Bild von Eingriffen in Vorzugslandschaften in bisher kaum gekannter Gr\u00f6\u00dfenordnung, die Ihre BUND-F\u00fchrerinnen aus dem fernen Stuttgart beklatschen, ein Bild ganz ungesch\u00f6nt und ganz aus der N\u00e4he. Versuchen Sie dabei, wie es die uns alle bewegende Grundintuition des Naturschutzes einmal vorauslegte, Einf\u00fchlung, ja vielleicht sogar Mitgef\u00fchl zu zu lassen f\u00fcr das Wehrlose und Sch\u00f6ne der Sch\u00f6pfung, das durch das Schlagen der Schneisen und das Hineinbetonieren von 200 Meter hohen blinkenden und rotierenden Kolossen in vorher belastungsarme bis belastungsfreie Lebensr\u00e4ume gest\u00f6rt, besch\u00e4digt oder vollends zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon die alten Griechen ahnten oder wussten: man kann den Kreis nicht quadrieren, schrieb ich im September Ihren BUND-F\u00fchrung-Damen in Stuttgart.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201cNaturvertr\u00e4glicher Ausbau der Windkraft\u201d&nbsp;,&nbsp;<\/em>die auch in Ihren Interviews, sehr geehrter Herr Prof. Weiger, wiederholte Parole des BUND&nbsp;<em>,&nbsp;<\/em>bleibt trotz des scheinpragmatischen und wortreichen, redundanten Sch\u00f6nredens in Brosch\u00fcren und auf BUND-Homepages in den Waldgebirgen und in artenreichen Kulturlandschaften nicht nur S\u00fcddeutschlands eine<em>Contradictio in Adjecto.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eines ist jedenfalls sicher: Der Vorwurf Enoch zu Guttenbergs,&nbsp;<em>\u201cder BUND beteilige sich an der Zerst\u00f6rung deutscher Kulturlandschaften\u201d,&nbsp;<\/em>ist alles andere als&nbsp;<em>\u201cabsurd\u201d.&nbsp;<\/em>Er ist mit dem \u00f6ffentlichen Beifall der Frau Dr. Dahlbender f\u00fcr die Windkraftindustrialisierung in Baden- W\u00fcrttembergs Vorzugslandschaften deutlich und historisch belegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie neigen zu gro\u00dfen Worten, sehr geehrter Herr Prof. Weiger, wenn es um Ihre eigene Verortung geht. So haben Sie in einem Interview des EPV Bayern (http:\/\/www.epv.de\/weiger) auf Nachfrage zu Ihrem Ma\u00dfstab formuliert:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201c<\/em>Mein ethisches Ger\u00fcst kann ich auf die einfache Formel bringen: Achtung vor dem Leben. Dazu geh\u00f6rt Sensibilit\u00e4t. Ich muss pr\u00fcfen, welche Wirkung meine Entscheidung f\u00fcr andere Bereiche hat. Eine Entscheidung ist nicht vertretbar, wenn sie nur eine positive Wirkung hat, aber viele&nbsp;negative Wirkungen\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Wollen Sie sich selbst in dieser Beglaubigung ernst nehmen, dann bitte ich Sie, das, was uns in Sachen Windkraftindustrialisierung m\u00f6glicherweise bevorsteht, auch ernst zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hauptaspekte&nbsp;<strong>Arten- und Landschaftsschutz, Gesundheit- und Erholungsvorsorge<\/strong>, die durch Windkraftindustrialisierung tangiert sind, und deren Hintanstellung und Unterwerfung&nbsp;unter den alles plattmachenden \u201cKlimaschutz\u201d&nbsp;eigentlicher Grund der&nbsp;<em>\u201cSpaltung der Umweltbewegung\u201d&nbsp;<\/em>sind, wie sie der Spiegel (14\/2016: 80-81) diagnostiziert, deckt der BUND mit Ihrem vorentschiedenen Bekenntnis pro Windkraft nicht mehr mit der notwendigen Distanz und unabh\u00e4ngigen Kritikf\u00e4higkeit ab.<br>Die \u00e4sthetische Verabschiedung unserer wenigen bisher noch einigerma\u00dfen unversehrten Landschaften, die Zerst\u00f6rung selbst des Tafelsilbers f\u00fcr den Naturschutz, f\u00fcr den Artenschutz, f\u00fcr die Erholungsvorsorge und den Tourismus, die \u00dcberantwortung ganzer Landstriche und Mittelgebirge an einen industriellen Komplex, die Konfliktkonvergenz&nbsp;gerade in den bisher \u201cunbelasteten\u201d und von&nbsp;Industrie freien R\u00e4umen, die zur Menschen und Sch\u00f6pfung verachtenden Beton-Wirklichkeit werdende Utopie von den&nbsp;\u201cEnergielandschaften\u201d (siehe in den Anlagen der Kommentar zur BBSR-Studie), zu denen der l\u00e4ndliche Raum umgebaut und damit devastiert werden soll, die schlichte Sorge vieler Menschen um ihren Lebensraum, ihr Habitat, &#8212; das alles sollte man m\u00f6glichst nicht nur schein-betroffen auf den Lippen f\u00fchren. Die Sorgen der Menschen um die monstr\u00f6sen Dimensionen der bevorstehenden Eingriffe muss man&nbsp;<em>ehrlich&nbsp;<\/em>teilen k\u00f6nnen, um die gesamte Naturschutzbewegung nicht an den Rand der Glaubw\u00fcrdigkeit und in diesem Konflikt an die Grenzen der Belastungsf\u00e4higkeit zu f\u00fchren. Immer mehr besorgte und betroffene B\u00fcrger f\u00fchlen sich von den bisher noch so wahrgenommenen&nbsp;\u201cAnw\u00e4lten der Natur\u201d, speziell des&nbsp;BUND, beim Thema Windkraft im Stich gelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich komme gerne auf einige Sachaspekte zu sprechen, da auch Sie, werter Herr Prof. Weiger,&nbsp;st\u00e4ndig das Totschlagargument \u201cKlimaschutz\u201d zur Rechtfertigung Ihrer Pro-Windkraft&nbsp;\u201cStrategie\u201d heranziehen, und weil die Diffamierung von Skeptikern durch Ihren Verband&nbsp;einfach nicht enden will.<\/p>\n\n\n\n<p>So wird Enoch zu Guttenberg von Ihrem Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer mit einem Vergleich zur<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201cPhantasiewelt des Don Quijote und an dessen irreale K\u00e4mpfe gegen die Windm\u00fchlen\u201d<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>abgewertet. Dazu gleich mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Phantasiewelt der Energie-Utopisten: Am 22. September 2015 konnte man in der Tat einen Gipfel der Absurdit\u00e4t des Energie-Phantasie- und Wunderlandes der GR\u00dcNEN und des BUND Baden-W\u00fcrttemberg in der SWR-Landesschau nachvollziehen:<\/p>\n\n\n\n<p>http:\/\/www.swr.de\/landesschau-aktuell\/bw\/rhein-neckar\/grosskraftwerk-mannheim-block- kohlekraftwerksblock-neun-umwelt-naturschutz-betrieb\/- \/id=1582\/did=16187448\/nid=1582\/1bp4jat\/index.html<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Anlass der Inbetriebnahme des neuen Kohlekraftwerksblocks Mannheim demonstrierte der BUND-Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg in Persona Frau Dr. Dahlbender und anderen,&nbsp;\u2013&nbsp;also genau diejenigen, die sich in Sachen Windkraft kriecherisch andienen (s.o.) und gleichzeitig nicht verstehen k\u00f6nnen (s.u.) oder zugeben wollen, dass&nbsp;<em>gerade wegen&nbsp;<\/em>des Ausbaus der Windkraft f\u00fcr die Sicherheit der Stromversorgung Kohle-Schattenkraftwerke vorgehalten, ert\u00fcchtigt und ausgebaut werden m\u00fcssen, damit sich unser windschwaches Land die Subvention der ineffektiven Windkraftmonster am falschen Platz auch leisten kann (siehe Anlage zur Unredlichkeit GR\u00dcNER Politik).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diffamierung kritischer Zeitgenossen und in Sachen Windindustrie skeptischer Andersdenkender, und ganz speziell das nun doch schon sehr abgegriffene Sich-Ab-Arbeiten am Kritiker Enoch zu Guttenberg durch den BUND aber geht weiter. Das \u00e4u\u00dfert sich dann im BUND-\u201cNewsletter\u201d&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Gesendet:&nbsp;<\/em><\/strong><em>Freitag, 08. April 2016 um 08:47 Uhr<br><\/em><strong><em>Von:&nbsp;<\/em><\/strong><em>&#8222;Martina L\u00f6w, BUND&#8220; &lt;martina.loew@newsletter.bund.net&gt;&nbsp;<\/em><strong><em>An&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>BUND zieht Klage gegen Enoch zu Guttenberg und NDR zur\u00fcck<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stand: 08. April 2016<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>(&#8230;.)<br><\/em><em>haben wir unsere Klage zur\u00fcckgezogen. Denn wir m\u00f6chten uns lieber<br>um Naturschutz, Klimaschutz, Energieeffizienz und den \u00f6kologisch vertr\u00e4glichen Ausbau der Erneuerbaren&nbsp;<\/em><em>k\u00fcmmern, als um die Auslegung von Verschw\u00f6rungstheorie<\/em><em>n. Wir m\u00f6chten uns auch nicht l\u00e4nger mit Enoch zu Guttenberg auseinandersetzten, der seine Ziele von einst, wie z.B. f\u00fcr den Ausstieg aus der Atomindustrie zu k\u00e4mpfen, l\u00e4ngst aufgegeben hat. Sein neuer Verband behauptet dagegen, dass der Ausbau der Windkraft nicht zur Reduktion der weltweiten CO2 Emission en beitragen k\u00f6nne. Auch dies wohl eine freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, aber wieder ohne jede Tatsachengrundlage.<br>Da erinnert der Freiherr zu Guttenberg schon sehr der Phantasiewelt des Don Quijote und an dessen irreale K\u00e4mpfe gegen die Windm\u00fchlen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Olaf Bandt<br>BUND Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Politik &amp; Kommunikation<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>(Sprachfehler sind aus dem Original \u00fcbernommen)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;und in Ihren erneuten Bemerkungen in der Frankenpost am 13. April 2016, obwohl doch angek\u00fcndigt wurde, man wolle sich&nbsp;<em>\u201cnicht l\u00e4nger mit Enoch zu Guttenberg auseinandersetzten\u201d&nbsp;<\/em><em>.&nbsp;<\/em>Zu tief sitzt wohl die Blamage.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kommt nicht umhin den Begriff \u201cPhantasiewelt\u201d Ihres Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrers vertieft&nbsp;aufzugreifen, und die Erneuerbaren-Energie-Phantasiewelt gerade des BUND und seiner Windkraft-affinen F\u00fchrung, der Sie vorstehen, ein wenig mit Fakten zu bereichern:<\/p>\n\n\n\n<p>1) Nicht einmal von&nbsp;<em>Stromimporten&nbsp;<\/em>macht uns die&nbsp;<em>Windkraft Made in Germany&nbsp;<\/em>unabh\u00e4ngig; dies die bereits allgemein zug\u00e4nglichen Informationen hierzu:&nbsp;<strong><em>\u201c(&#8230;) Dass die deutsche&nbsp;<\/em><\/strong><strong><em>Stromversorgung den vergangenen Winter gut \u00fcberstanden hat, ist nicht zuletzt Reservekraftwerken im benachbarten Ausland zu verdanken (&#8230;) Wie eine Analyse der Netzagentur (&#8230;)zeigt, lag ihr Anteil an den Reserveeins\u00e4tzen bei durchschnittlich 88 %. Von November bis Ende Februar mussten die Netzbetreiber an 64 Tagen auf Gas- und&nbsp;<\/em><\/strong><strong><em>Kohlekraftwerke aus der Winterreserve zur\u00fcckgreifen .(&#8230;)\u201d<\/em><\/strong><strong><em>&#8211;&nbsp;<\/em><\/strong>lesen Sie dazu den pr\u00e4gnanten Artikel in der&nbsp;<strong><em>FAZ vom 08. April 2016 Nr.82, S. 17.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>2) Selbst aus den Think-Tanks der Erneuerbaren-Bef\u00fcrworter, aus dem \u00d6ko-Institut und aus der Agora-Energiewende, haben wir ganz aktuell das Eingest\u00e4ndnis schriftlich:&nbsp;<strong>Der Zubau&nbsp;<\/strong><strong>der \u201cErneuerbaren\u201d bremst nicht die Verstromung von Kohle in Europa, verdr\u00e4ngt ab<\/strong><strong>er gerade die umweltfreundlichen Gaskraftwerke, die f\u00fcr den Stop-and-Go-Backup-Betrieb der Versorgungssicherheit eigentlich dringend gebraucht werden&nbsp;<\/strong>(siehe Anlage \u201cZuwachs bei erneuerbaren Energien, Strom aus Kohle konstant\u201d).<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Backup-Betrieb von Kraftwerken lesen Sie auch das Eingest\u00e4ndnis des GR\u00dcNEN Umweltministers Baden-W\u00fcrttembergs gerade zu f\u00fcr die Reservesicherheit dringend notwendigen modernen Gaskraftwerken:&nbsp;http:\/\/um.baden-wuerttemberg.de\/de\/presse- service\/presse\/pressemitteilung\/pid\/umweltministerium-aktualisiert-gutachten-zur- stromversorgung-bis-2025\/<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr Prof. Weiger,<\/p>\n\n\n\n<p>Sie bem\u00fchen gerne die \u201cglobalen\u201d Aspekte der Energiewende, und hierbei neben dem&nbsp;Klimaschutz allem voran den Ausstieg aus der Atomkraft. Ihr&nbsp;<em>Weltrettung-durch-Windkraft- Weltbild&nbsp;<\/em>m\u00fcsste dann doch wenigstens eine Weitung des Horizontes innerhalb&nbsp;<em>dieses&nbsp;<\/em>Aspekts zulassen: Die Energiewende tr\u00e4gt nicht einmal auf&nbsp;<em>europ\u00e4ischer&nbsp;<\/em>Ebene, erst recht nicht auf&nbsp;<em>globaler Ebene&nbsp;<\/em>zum Ausstieg aus der Atomenergie bei. Dass die sogenannte&nbsp;\u201cEnergiewende\u201d f\u00fcr diesen wichtigen Aspekt so gut wie nichts bewirkt, lesen Sie bitte z.B.&nbsp;hier:<\/p>\n\n\n\n<p>http:\/\/www.atomausstieg- gg.de\/site\/assets\/files\/1281\/hintergrundinformation_akw_europa_fertig_18_5_2015.pdf<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wenig bzw. welches NICHTS der Zubau von nunmehr fast 26.000 Windkraftanlangen in Deutschland zur Reduktion des&nbsp;<em>CO2-Aussto\u00dfes&nbsp;<\/em>beitr\u00e4gt oder bisher beigetragen hat, recherchieren Sie einfach selbst. Die ern\u00fcchternden Daten sind \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Das Nachsprechen der Werbeslogans der Windkraftindustrie zur&nbsp;<em>\u201cEinsparung von soundsoviel Tonnen CO2\u201d&nbsp;<\/em>und zur&nbsp;<em>\u201cVersorgung soundsovieler Haushalte mit Strom<\/em>\u201d ist deshalb mit jeder&nbsp;Wiederholung durch Sie und Ihre f\u00fchrenden Verbandsangeh\u00f6rigen Indiz f\u00fcr das, was man&nbsp;\u2013&nbsp;vor dem Hintergrund der Tatsachen&nbsp;\u2013&nbsp;nun schon eine&nbsp;<em>tragisch anmutende gedankliche Verquickung&nbsp;<\/em>nennen kann. Da hilft auch nicht die versuchte Verunglimpfung des neuen Naturschutzverbandes in Bayern durch Ihren Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr eingangs aufgegriffenes Bekenntnis zu&nbsp;<em>\u201cden zwei Herzen in Ihrer Brust\u201d<\/em>, sehr geehrter Herr Prof. Weiger, ist f\u00fcr alle, die sich in unserem Land dem Schutz unserer letzten Reste nicht industrialisierter Natur verpflichtet f\u00fchlen, ein dr\u00f6hnender Hohn. Der letztlich fl\u00e4chendeckende Verrat an den gemeinsam \u00fcber Jahrzehnte m\u00fchsam erk\u00e4mpften Errungenschaften und Standards des Arten-, Natur- und Landschaftsschutzes zu Gunsten eines industriellen Komplexes wird in die Geschichte das Naturschutzes eingehen. Keine Landschaft ist mehr sicher vor Windkraft-Industrialisierung. Mit jeder Ihrer Werbeaussagen f\u00fcr die Windkraft schw\u00e4chen Sie die Position des Naturschutzes, und zwar in ganz Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Die GR\u00dcNEN ministeriellen Machthaber, mit denen sich Ihr Landesverband des BUND in Baden-W\u00fcrttemberg durch \u00f6ffentlichen Beifall verb\u00fcndet hat (s.u.), haben in meinem Bundesland in den letzten f\u00fcnf Jahren in Sachen Windkraft einen politisch und rechtlich \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdigen Weg zu verantworten, der durch Abkehr vom geltenden h\u00f6herrangigen Gemeinschaftsrecht und durch Schleifung m\u00fchsam erreichter, noch immer geltender innerstaatlicher rechtlicher Standards f\u00fcr den Natur- und Landschaftsschutz zu Gunsten der Windkraftindustrie gekennzeichnet ist. Es geht diesen GR\u00dcNEN offenbar im Rahmen von Symbolpolitik um das Durchpeitschen der Windkraft auf Biegen und Brechen. Der Windenergieerlass Baden-W\u00fcrttemberg und die eingerissene Genehmigungspraxis halten einer rechtlichen \u00dcberpr\u00fcfung nicht Stand, auch dann, wenn die Verwaltungsgerichtsbarkeit&nbsp;einige Genehmigungen noch \u201cdurchgewinkt\u201d hat. Sollte es zu&nbsp;keiner Korrektur kommen, wird ein Klage vor dem EuGH unausweichlich. An der Seite der Verteidiger des Rechtsstaates und des europ\u00e4ischen Gedankens in Sachen Naturschutz m\u00fcsste man einen Verband wie den BUND eigentlich finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Erkennbare Korruption bis hinunter auf die Ebenen der Kommunen und Landkreise, Menschen verachtende Mindestabst\u00e4nde von WEAs zur Wohnbebauung, die Missachtung h\u00f6herrangigen Gemeinschaftsrechts im Bereich des Arten-, Natur- und Landschaftsschutzes, Windkraftindustrie selbst in Landschaftsschutzgebieten, FFH- und Vogelschutzgebieten, in Wildkorridoren, die Verordnungs\u00e4nderungen in Naturparks zu Gunsten der Windindustrie &#8211; &#8211; das alles, was l\u00e4ngst&nbsp;\u2013&nbsp;und letztlich bundesweit &#8212; eingerissen ist: F\u00fcr Sie und die \u201cBUND-&nbsp;F\u00fchrungszirkel\u201d offensichtlich kein Grund f\u00fcr eine Kehrtwende beim Thema Windkraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sollten als Hauptverantwortlicher aus Ihrem Eintreten f\u00fcr die Windkraft ehrliche Konsequenzen ziehen: Geben Sie die aus meiner Sicht in diesem Konfliktfeld durch Sie fehl besetzte Nische im \u00f6ffentlichen Diskurs frei. Tragen Sie damit bei zur Ehrlichkeit des Wettstreits der Argumente um den Schutz unserer l\u00e4ngst schon k\u00fcmmerlichen Restnatur und unserer letzten intakten Landschaften vor Zerst\u00f6rung durch die Windkraftindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Naturverbundene Gr\u00fc\u00dfe <\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Wolfgang Epple<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Nachs\u00e4tze zu diesem Brief: <\/p>\n\n\n\n<p>Enoch zu Guttenberg hat mit einem k\u00e4mpferischen Vorwort zu meiner Denkschrift im Jahre 2017 beigetragen. Auszug: <em><strong>&#8222;(&#8230;)Ist es nicht ein noch viel anma\u00dfenderer Frevel, liebevollste Kunstwerke dieser Sch\u00f6pfung, die zauberhaftesten Landschaften mit Windr\u00e4dern zu ruinieren? Hebt denn nirgendwo ein Pfarrer die Hand und h\u00e4lt den Landbesitzern, den Protagonisten dieses Windwahns, den klaren Auftrag aus der Genesis vor, in der mit ehernen Lettern geschrieben steht, wir h\u00e4tten Gottes Sch\u00f6pfung zu bewahren?(&#8230;)&#8220;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hubert Weiger, heute Ehrenvorsitzender des BUND, hat den Offenen Brief  &#8211; erwartungsgem\u00e4\u00df &#8211; nie beantwortet. Der BUND ist beim Thema Windkraft weiterhin auf Kurs&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitragsbild: Windkraftindustrie in Ostfriesland. Foto: Eilert Vo\u00df Vier Vorbemerkungen: 1.) Inzwischen ist Prof. Hubert Weiger nicht mehr BUND-Chef. Sein Wirken aber hat Spuren hinterlassen. 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