{"id":3433,"date":"2020-12-14T09:06:49","date_gmt":"2020-12-14T09:06:49","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=3433"},"modified":"2020-12-21T10:51:47","modified_gmt":"2020-12-21T10:51:47","slug":"12-dezember-2020-vogelfrieden-zu-gunsten-der-windkraft-vereinbaren-nabu-und-die-gruenen-die-schwaechung-des-natur-und-artenschutzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?p=3433","title":{"rendered":"12. Dezember 2020: &#8222;VOGELFRIEDEN&#8220; ? Zu Gunsten der Windkraft  vereinbaren NABU und die GR\u00dcNEN die Schw\u00e4chung des Natur- und Artenschutzes"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">Das Beitragsfoto zeigt eine Windkraftindustrie-Baustelle in Ostfriesland. Foto: Eilert Vo\u00df. Im Neusprech der Windkraftbetreiber und des NABU: &#8222;Naturvertr\u00e4gliche&#8220; Ver\u00e4nderung des f\u00fcr Vogelzug und Artenschutz wertvollen k\u00fcstennahen Horizontes und Landstrichs. In Wirklichkeit: Nicht bezifferbarer Verlust f\u00fcr Natur und Landschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Begriff  <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/windraeder-vogelschutz-1.5138036\"><em>&#8222;Vogelfrieden&#8220;<\/em> preschte die offenbar vorab gut informierte, stets windkraftaffine &#8222;S\u00fcddeutsche Zeitung&#8220;<\/a> am 05. Dezember 2020 vor. W\u00f6rtlich hei\u00dft die Schlagzeile bei der &#8222;S\u00fcddeutschen&#8220;: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8220; <strong>Energiewende: Gr\u00fcne und Nabu schlie\u00dfen Vogelfrieden <\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Umweltverb\u00e4nde klagen seit Jahren flei\u00dfig gegen Windr\u00e4der &#8211; zum Schutz der V\u00f6gel. Jetzt lenkt der Nabu dem Klimaschutz zuliebe ein<\/strong><\/em>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das steckt hinter dieser vorgeblichen Sensationsmeldung:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/news\/2020\/12\/29061.html\">Der NABU und B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen haben am 05. 12. 2020 ein gemeinsames Strategiepapier zur Beschleunigung des angeblich \u201enaturvertr\u00e4glichen\u201c Ausbau der Windenergie vorgestellt<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das Papier ist ganz im Gegenteil zur gro\u00dfspurigen Selbstbelobigung und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung der Beteiligten und Urheber keine Grundlage f\u00fcr einen \u201eFrieden\u201c der Windkraftindustrie mit der Natur. <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;<a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/neuigkeiten\">Es ist eher der Abschied des einstigen Vogelschutzverbandes vom Natur- und Artenschutz<\/a>&#8222;<\/em>, wie die Naturschutzinitiative e.V. in ihrer Stellungnahme vom 09. 12 2020 feststellt. Es stellt sich die Frage: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>&#8222;<strong>Verabschiedet sich der NABU vom Natur- und Artenschutz<\/strong><\/em>?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die NI e.V. berichtet weiter: <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">&#8222;<em>Mehrere NABU-Gruppen kritisieren den NABU Bundesverband und seinen Pr\u00e4sidenten Kr\u00fcger<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/neuigkeiten\">Mehrere NABU Gruppen aus Deutschland haben die Naturschutzinitiative (NI) \u00fcber die j\u00fcngsten Vorg\u00e4nge auf Ebene des Bundesverbandes informiert. Es hei\u00dft, sie seien \u00fcber das Handeln ihres Pr\u00e4sidenten \u201eentsetzt\u201c und lehnen den \u201eGeneraldeal\u201c ihres Bundesverbandes mit B90\/Die Gr\u00fcnen ab. Neben dem Vorwurf, dass der NABU seinen origin\u00e4ren Auftrag, V\u00f6gel und Landschaften zu sch\u00fctzen aufgebe, wird auch kritisiert, dass der Verband seine parteipolitische Unabh\u00e4ngigkeit verlassen habe.<\/a>&#8222;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/naturschutz-initiative.de\/images\/PDF2020\/Strategiepapier.pdf\">Als Wissenschaftlicher Beirat der Naturschutzinitiative e.V. habe ich einen Kommentar verfasst<\/a>, den ich hier f\u00fcr meine Leser noch einmal ungek\u00fcrzt einstelle:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"271\" height=\"300\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Logo_Naturschutzinitiative_CMYK-271x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3466\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Logo_Naturschutzinitiative_CMYK-271x300.jpg 271w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Logo_Naturschutzinitiative_CMYK-926x1024.jpg 926w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Logo_Naturschutzinitiative_CMYK-768x849.jpg 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Logo_Naturschutzinitiative_CMYK-1389x1536.jpg 1389w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Logo_Naturschutzinitiative_CMYK-1852x2048.jpg 1852w\" sizes=\"(max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em><strong>NABU und B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen stellen gemeinsames Strategiepapier zur Beschleunigung des angeblich&nbsp;\u201enaturvertr\u00e4glichen\u201c&nbsp;Ausbaus der Windenergie vor&nbsp;<\/strong>(Verlautbarung vom 05.12.2020)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>von Dr. Wolfgang Epple<br>Wissenschaftlicher Beirat der Naturschutzinitiative e.V. (NI)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Vorbemerkungen:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\uf02d<em> &nbsp;<strong>\u201eKlima- und Artenkrise zusammen denken und l\u00f6sen\u201c<br><\/strong>Hier klingt auf der Homepage des NABU bereits der bekannte Sprachgebrauch des GR\u00dcNEN-Vorsitzenden Habeck&nbsp;(https:\/\/www.nabu.de\/news\/2020\/12\/29061.html)<\/em>.<\/li><li>\uf02d<em> &nbsp;<strong>Besetzung des Triumvirats<br><\/strong>Robert Habeck, Oliver Krischer (beide GR\u00dcNE) und J\u00f6rg-Andreas Kr\u00fcger (in Unterzahl: der&nbsp;NABU, aber immerhin \u201eFederf\u00fchrung\u201c). Erinnert sei hier an die \u00f6ffentliche Hetze des Oliver&nbsp;Krischer gegen \u201eWindkraft-Taliban\u201c, was ihn offenbar besonders zur Ausarbeitung einer&nbsp;\u201enaturvertr\u00e4glichen\u201c Windkraft-Strategie qualifiziert. (https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article203631954\/Erbitterter- Streit-Politik-fuer-Anti-Windkraft-Taliban.html 19.11.2019).<\/em><\/li><li>\uf02d &nbsp;<em><strong>\u201eZur Beschleunigung des naturvertr\u00e4glichen Ausbaus der Windenergie haben sich der&nbsp;NABU und die Gr\u00fcnen auf Ma\u00dfnahmen geeinigt und diese in einem gemeinsamen Papier abgestimmt\u201c<\/strong>Es darf gefragt werden: Wof\u00fcr ist diese Besetzung im politischen Rahmen eigentlich zust\u00e4ndig?&nbsp;Welchen Anlass sieht der NABU, speziell mit B\u00fcndnis90\/die GR\u00dcNEN einen \u201eEinigungsprozess\u201c&nbsp;zu f\u00fchren?<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\uf02d <em>&nbsp;Die Player: Erstens: Eine Partei mit R\u00fcckhalt bei ungef\u00e4hr einem F\u00fcnftel der W\u00e4hler, und diese \u00fcberwiegend beim naturfernen und von Auswirkungen der Windkraftindustrie nicht betroffenen Publikum der Gro\u00dfst\u00e4dte. Zweitens: Deutschlands nach eigenen Angaben gr\u00f6\u00dfter Umwelt-&nbsp;Verband mit ca. \u201e770.000 Mitgliedern und F\u00f6rdernden\u201c. Steht dieser nun in den Diensten nur einer Partei, der Partei B\u00fcndnis 90\/die Gr\u00fcnen? Drittens: <a href=\"https:\/\/www.wind-energie.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/bwe-begruesst-massnahmenvorschlaege-von-nabu-und-gruenen\/\">Die umgehende Zustimmung des Bundesverband Windenergie (BWE) unmittelbar nach Ver\u00f6ffentlichung des Ma\u00dfnahmenkatalogs.<\/a><\/em><strong>*<\/strong><\/li><li>\uf02d &nbsp;<em><strong>\u201eUm keine Missverst\u00e4ndnisse aufkommen zu lassen: Der NABU ist \u00fcberparteilich\u201c<\/strong> hei\u00dft es in dessen Selbstdarstellung (https:\/\/www.nabu.de\/wir-ueber-uns\/was-wir- tun\/00359.html). Hierzu sind seit geraumer Zeit Zweifel angebracht. Was offenbart der&nbsp;\u201emehrmonatige Prozess\u201c des Entstehens eines Papiers, das weitestgehend die Sprache&nbsp;einer&nbsp;Partei und die der Windkraftindustrie spricht? Ist es Kalk\u00fcl, die anderen Parteien zu ignorieren, weil man wei\u00df, dass diese l\u00e4ngst im gr\u00fcnen Fahrwasser keine eigene Bugwelle mehr erzeugen, wenn es um Energiewende und Windkraft geht?<\/em><\/li><li><\/li><li><em><strong>Anmerkungen zu den einzelnen Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4gen Gr\u00fcne\/NABU vom 5. Dezember 2020<\/strong>:<\/em><\/li><li><\/li><li><em>Eine \u00dcberraschung und wirklich neu ist dieses Papier nicht. Schon die gemeinsame Pressemitteilung samt Thesenpapier zusammen mit BUND, DUH, Germanwatch, Greenpeace, WWF und dem Umweltdachverband DNR vom 30.Januar 2020 (https:\/\/www.nabu.de\/news\/2020\/01\/27553.html) gab die Richtung vor.<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>\u201eStrommengenbezogene Ausbauziele\u201c\u00a0mit dem Ziel\u00a0\u201eArtenschutzrechtlicher Ausnahmegrund \u00f6ffentliche Sicherheit\u201c: Hier spricht eindeutig und ausschlie\u00dflich die Begehrlichkeit der Windkraftindustrie mit erkennbarem Kollisionskurs gegen h\u00f6herrangiges Europarecht (Vogelschutz-RL). Verr\u00e4terisch f\u00fcr den Bezug auf die Begehrlichkeiten der Windkraftindustrie ist dar\u00fcber hinaus der Hinweis auf\u00a0\u201eausgewogene Energieversorgung\u201c, wobei in jedem Bundesland ein Mindestanteil\u00a0an Windstrom enthalten sein muss&#8230;<\/em><\/li><li><em>Die \u00dcberschrift kaschiert kaum die \u00dcbernahme bekannter Ans\u00e4tze des gegen B\u00fcrgerrechte und Natur gerichteten Arbeitsplanes des BMWi zur Beschleunigung des Windkraftausbaus. Der immer wieder nachgesprochene Hinweis darauf, dass 2 % der Landesfl\u00e4che als Vorrangfl\u00e4chen gen\u00fcgen, ist durch die Forderung der Windlobby nach Ver-X-fachung von Windkraft an Land und offshore mehr als \u00fcberholt und daher eine grobe Irref\u00fchrung. Allen an der Entstehung des Papiers Beteiligten d\u00fcrfte bekannt sein, dass die Planungen im Rahmen der Energiewende in Verbindung mit der sogenannten Nationalen Wasserstoffstrategie, Sektorkopplung, Elektromobilit\u00e4t und Power-to-X auf v\u00f6llig andere Dimensionen des Zubaus der Windkraft hinauslaufen.Schon jetzt werden in Vorranggebieten der Natur h\u00f6here Prozentanteile der Fl\u00e4che f\u00fcr Windkraft\u00a0avisiert. Beispiel: Odenwald. Die \u00dcbernahme des \u201eDichtezentrenansatzes\u201c bei gleichzeitiger\u00a0Preisgabe des Artenschutzes au\u00dferhalb der Dichtezentren weist auf Unkenntnis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Anforderungen an fundierten Artenschutz hin (Stichworte: Biotopvernetzung, Vermeidung der Zersplitterung von Verbreitung und Arealen, evolution\u00e4re Anpassung von Arten an den Klimawandel gerade im Randbereich der Merkmalsverteilung usw.). In der Konsequenz bedeutet dies eine zentrale Schw\u00e4chung des Naturschutzes, die offenbar von den Verfassern gewollt ist oder doch mindestens in Kauf genommen wird.<\/em><\/li><li><em>Die vorgebliche St\u00e4rkung der Regionalplanung und das Ausschalten der Gemeinde- und Kreisebene ist ein Angriff auf das Prinzip der Subsidiarit\u00e4t in unserem Rechtsstaat. Heilbarkeit\u00a0von \u201eFormfehlern\u201c und \u201ePlanerhalt\u201c sind darauf ausgerichtet, die bisher schon vielfach rechtsfehlerhaften und mit fachlichen Fehlern behafteten Genehmigungsverfahren f\u00fcr Windkraftindustrie aus der dringend notwendigen rechtsstaatlichen Pr\u00fcfung vollends zu entlassen. Die \u201eStichtags\u201c-Regelung zeigt die klare Absicht, den Artenschutz zu schw\u00e4chen: Sie soll den typischen\u00a0Mangel eines fachgerechten Umgangs mit der Dynamik von Naturvorg\u00e4ngen, der das gesamte Eingriffshandeln der Windkraftindustrie schon jetzt kennzeichnet, zementieren und zielt insbesondere darauf, zus\u00e4tzliche Erkenntnisse von Dritten, die erst\u00a0nach\u00a0Bekanntwerden von Eingriffsplanungen erhoben werden k\u00f6nnen, m\u00f6glichst nicht zu zulassen.<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"4\"><li><em>\u201eVereinheitlichung des Ma\u00dfstabes f\u00fcr das T\u00f6tungsrisiko\u201c:&nbsp;<strong>Die dortigen Formulierungen bedeuten im Klartext den Versuch, den EU-rechtlich verankerten Schutz von Individuen besonders gesch\u00fctzter Arten endg\u00fcltig durch das Abheben auf die Populationsebene auszuhebeln.&nbsp;<\/strong>Das geltende h\u00f6herrangige&nbsp;Recht sieht keine \u201eSchwellenwerte\u201c&nbsp;f\u00fcr angeblich unsch\u00e4dliches T\u00f6ten von Wildtieren vor. Diese k\u00f6nnen nicht ohne weiteres fachlich begr\u00fcndet werden, wie suggeriert wird. Die Formulierung von NABU und Gr\u00fcnen ist eine 1:1-Umsetzung der Ziele der Windkraftlobby. In dieselbe Richtung geht:<\/em><\/li><li><em>Der erneut zitierte Dichtezentrenansatz. Dieser ist fachlich nicht haltbar und rechtlich nicht konsistent und bedeutet schon jetzt, dass mit dieser Argumentation au\u00dferhalb von&nbsp;\u201eDichtezentren\u201c der Schutz von gesetzlich gesch\u00fctzten Arten faktisch abgeschafft wird.&nbsp;Zus\u00e4tzlicher Beleg f\u00fcr die Untauglichkeit: Die bereits angewandte Dichtezentrenregelung wurde von der Baden-W\u00fcrttembergischen Landesregierung durch politische Vorgaben als Fiktion ad absurdum gef\u00fchrt, indem nach fachlich unhaltbarer Interpretation von Bestandsentwicklungen (konkret beim Rotmilan) durch ministeriellen Federstrich die Anforderungen ohne fachwissenschaftliche Fundierung an die Begehrlichkeiten der Windkraftindustrie angepasst wurden.<\/em><\/li><li><em>Der Hinweis auf \u201everursacherfinanzierte\u201c Ausgleichma\u00dfnahmen ist von der&nbsp;Realit\u00e4t bereits \u00fcberholt, da die Bundesregierung erkennbar der Forderung der Windkraftindustrie nachkommen&nbsp;will, natursch\u00e4digende Eingriffe im Rahmen des \u201eKlimaschutzes\u201c von den Ausgleichspflichten&nbsp;nach Naturschutzrecht freizustellen. Dies d\u00fcrfte den Verfassern des Papiers bekannt sein. Der erneute Hinweis auf Populationsbezug heilt nicht das erkennbare Ziel, au\u00dferhalb von Dichtezentren fl\u00e4chendeckend den Schutz von Arten abzuschaffen. Die Vorstellung des Aufwiegens von Sch\u00e4den&nbsp;durch \u201er\u00e4umlich konzentrierte Einzelvorhaben\u201c der Windkraftindustrie durch \u201eSchaffung gr\u00f6\u00dferer&#8230; wertvollerer Gebiete\u201c kann in den Bereich von Wunschdenken und&nbsp;Utopie verwiesen werden. \u00dcberall, wo Windkraftindustrie in die letzten naturnahen Gebiete invadiert, treten genau gegenteilige Folgen ein: Die Entwertung bisher gro\u00dfer, zusammenh\u00e4ngend wertvoller Gebiete. Die \u00fcbrigen Punkte<\/em><\/li><li>und 8. <em>des Papiers k\u00f6nnen zusammengefasst werden unter dem erkennbaren Gesamtziel des Papiers: Erm\u00f6glichung von Windkraftindustrie in m\u00f6glichst durch den Naturschutz unbehindertem Rahmen.<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><em><strong>Fazit<\/strong>:<br><strong>Das Papier ist keine Grundlage f\u00fcr einen \u201eFrieden\u201c&nbsp;der Windkraftindustrie mit der Natur. Es ist eher der Abschied des einstigen Vogelschutzverbandes vom Natur- und Artenschutz.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Windkraftindustrie kann nicht&nbsp;\u201enaturvertr\u00e4glich\u201c ausgebaut werden. Sowohl den Schutz gro\u00dfr\u00e4umiger naturnaher Landschaften als auch den fachlich fundierten und rechtlich durch EU-Recht flankierten Artenschutz hat der NABU mit der \u00dcbernahme von gr\u00fcner Parteiprogrammatik und mit der Unterwerfung unter die Forderungen der Windkraftlobby aufgegeben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"442\" src=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-1024x442.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1247\" srcset=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-1024x442.png 1024w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-300x129.png 300w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-768x331.png 768w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-1536x662.png 1536w, https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-6-2048x883.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Windkraft-industrialisierte K\u00fcstenlandschaft in Ostfriesland. Im Vordergrund rastende Wildg\u00e4nse, deren wichtige k\u00fcstennahe Rast- und Brutgebiete zunehmend von Windkraft umstellt sind. Foto: Eilert Vo\u00df<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Soweit mein Kommentar f\u00fcr die NI e.V. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">*Die Wortwahl des BWE-Pr\u00e4sidenten Hermann Albers in de<a href=\"https:\/\/www.wind-energie.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/bwe-begruesst-massnahmenvorschlaege-von-nabu-und-gruenen\/\">r Jubel-Mitteilung vom 07.12.2020<\/a> zur Unterwerfung des NABU unter die Ziele der Windkraftindustrie offenbart erschreckende Hetze, und benutzt den in Deutschland sattsam bekannten und angewandten Kunstgriff von diffuser Gleichsetzung (siehe Epple 2017) im Rahmen der Diffamierung von Kritikern und Andersdenkenden: <em><a href=\"https:\/\/www.wind-energie.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/bwe-begruesst-massnahmenvorschlaege-von-nabu-und-gruenen\/\">\u201eViel zu lange wurde hingenommen, dass die Gegner der Energiewende den Natur- und Artenschutz missbrauchen. Zu oft verleiben sich Klimaleugner den Natur- und Artenschutz, aber auch die Sorge um den deutschen Wald, ein. Dieser Aneignung muss deutlich widersprochen werden. Das am Wochenende ver\u00f6ffentlichte Papier wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Die Vorschl\u00e4ge des NABU und der Gr\u00fcnen setzen den richtigen Fokus\u201c.<\/a><\/em>..Kritik an der Zerst\u00f6rung von Naturwerten durch Windkraftindustrie ist in diesem primitiven Abwertung-Jargon gleichzusetzen mit &#8222;Klimaleugnen&#8220;&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist angesichts der Realit\u00e4t, <a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=86\">die samt und sonders bei der Errichtung von Windkraftanlagen in den letzten naturnah verbliebenen R\u00e4umen auf Natursch\u00e4digung hinaus l\u00e4uft<\/a>, nicht nachvollziehbar, dass sich ehemalige Naturschutzverb\u00e4nde wie NABU, BUND, Greenpeace, WWF inzwischen dem Zeitgeist und Mainstream folgend der Windkraftindustrie und ihren Begehrlichkeiten weitgehend unterordnen. <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/news\/2020\/01\/27553.html\">Die Rolle als &#8222;Anw\u00e4lte der Natur&#8220; haben sie in diesem Thema schon seit dem 30. Januar 2020 endg\u00fcltig eingeb\u00fc\u00dft.<\/a> Zur <strong>Fiktion &#8222;naturvertr\u00e4glicher Ausbau&#8220;<\/strong> der Windkraft und der Auslieferung des Naturschutzanliegens an die Windkraftindustrie durch die Umweltverb\u00e4nde siehe<a href=\"https:\/\/wolfgangepplenaturschutzundethik.de\/?page_id=518\"> auf dieser Homepage hier.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Beitragsfoto zeigt eine Windkraftindustrie-Baustelle in Ostfriesland. Foto: Eilert Vo\u00df. 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