Juli 9, 2020

17. Januar 2020: Die abwegige Arithmetik des Volker Quaschning zu den Buschfeuern in Australien

Volker Quaschning, Ingenieurwissenschaftler und Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, tut sich seit Jahren mit naturvergessenen Forderungen zum Ausbau erneuerbarer Energien hervor, die er auch im Stil eines Volkstribunen in den Straßen-Protest von „Fridays for Future“ hineinträgt. (Würdigung der Folgen einiger seiner Aussagen finden Sie hier; Literaturzitat s.u.).

Am 08. Januar 2020 meldete er sich über Twitter zu den Buschfeuern in Australien zu Wort:

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Wie in der Hassrede Greta Thunbergs vor den UN wird aus Modellen und Berechnungen Anschuldigung-Gewissheit. Die Arithmetik des Volker Quaschning ist so falsch und primitiv, dass sie als Un-Arithmetik des Monats in die Geschichte des Diskurses um Artensterben und Klimawandel eingehen kann.

Klimawandel, Thermometer, Waldbrand
Die Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit von Waldbränden und Buschfeuern dürfte im Rahmen der Erderwärmung in vielen Erdteilen regionsspezifisch steigen. Berechnungen einer bezifferbaren „Schuld“ am Buschfeuer-bedingten Tod von Wildtieren in einem fernen Erdteil aus dem Anteil von „Treibhausgas-Emissionen“ sind dagegen einer wissenschaftlich seriösen Herangehensweise in jeder Hinsicht unwürdig. Darstellung: Pixabay

Die Tragödie der australischen Buschfeuer soll in keinster Weise bagatellisiert werden. Sie ist es vielmehr angesichts des aktuellen Ausmaßes wert, Gegenstand differenzierter Betrachtung zu werden (Anmerkung: Die Kommentare zu Alexander Wendts Artikel sind lesenswert und unterscheiden sich bis auf einige Ausnahmen wohltuend von der Hysterie in der Klima-Filterblase; ich habe zum Artikel eine kleine Korrektur der Aussage zu CO2 unterstützt) . Die historische und klimawissenschaftliche Bewertung der aktuellen Buschfeuer in den Medien kann dabei durchaus gegensätzlich ausfallen. Bei Naturkatastrophen solchen Ausmaßes müssen alle Fakten auf den Tisch, gerade dann, wenn es Widersprüchlichkeiten und solch billige Simplifizierungen wie die Volker Quaschnings gibt.

Schuster, bleib bei Deinem Leisten, heißt ein treffliches Sprichwort, das man Volker Quaschning gerne zur Beachtung empfehlen möchte.

Nachtrag 07.Mai 2020: Wie sehr der Tunnelblick auf CO2 und Klimawandel die Gesamtzusammenhänge vernachlässigt, zeigt eine Bewertung der Gründe für die riesigen Waldbrände durch australische Wissenschaftler, die am 05. Mai 2020 im Fachmagazin „Natur Ecology & Evolution“ veröffentlicht wurde. Hauptergebnis: Die Abholzung australischer Wälder, insbesondere der Feuchtwälder, hat ganz maßgeblich zum verheerenden Ausmaß der Brände geführt. Dies relativiert die unangebrachte und billig-populistische Wortmeldung des für das Thema völlig unqualifizierten Volker Quaschning ein weiteres Mal.

Eine letzte Anmerkung:

Volker Quaschnings Populismus verfängt besonders bei „Fridays for Future“ (zu dieser vorgeblichen „Jugendbewegung“ siehe hier). Quaschnings Rolle ist hier beleuchtet:

Epple, W. (2019): Fridays for Future, bayerisches Volksbegehren für die Bienen, Rezo – Phantasma einer „ökologischen“ Bürgerrevolution oder Medienputsch pro GRÜN? https://umwelt-watchblog.de/wp-content/uploads/Eig-Komment-zu-Stork-ÖkoBürgerrevolution-SdW220519-2.pdf ; https://www.naturschutz-initiative.de/images/PDF2019/ESSAY-EPPLE-WOLFGANG.pdf ; zuerst publiziert unter: https://umwelt-watchblog.de/auf-dem-weg-zu-einer-buergerlichen-oekorevolution/