Juli 29, 2021

Die Vjosa darf nicht sterben!

Ein Aufruf für den Vjosa-Nationalpark in Albanien

Ich gebe hier einen Aufruf der Stiftung euronatur wieder, mit der Bitte an meine Leser, nach Kräften zu unterstützen; Euronatur schreibt mir am 16. März 2021; ich gebe den Appell mit dortiger Zustimmung hier wieder.

Es geht um die Vjosa, den letzten europäischen Wildfluss in Albanien, den ich schon hier vorgestellt habe:

Foto: Gernot Kunz

Der Aufruf:

Die Vjosa darf nicht sterben! Gemeinsam für den Vjosa-Nationalpark
Es gibt Momente, in denen es sich anfühlt, als hättest du nicht die Kraft weiterzumachen – die Wasserbaulobby ist stark und versucht unser Engagement für eine frei fließende Vjosa mit immer neuen Schachzügen auszubremsen. Aber wir lassen uns nicht entmutigen, zumal die Arbeit der vergangenen Jahre Wirkung zeigt: Da sind unsere internationalen Partner, die vielen Wissenschaftler, die ihre Stimme für die Vjosa erheben, die Anwälte, die vor Gericht für sie kämpfen und all die anderen Menschen aus der Zivilgesellschaft, die unsere Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ unterstützen. Diese Menschen helfen uns, immer wieder neue Kraft, Mut und Hoffnung zu schöpfen. Auch jetzt, wo alles darauf hindeutet, dass Albaniens Premierminister Edi Rama aktiv den Weg für die Zerstörung der Vjosa ebnet, obwohl er kürzlich das Gegenteil behauptet hat. 

Wir müssen den politischen Druck maximal verschärfen, damit diese Pläne nicht umgesetzt werden. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!

Noch im September 2020 haben wir uns zusammen gefreut als Premierminister Edi Rama über Twitter verkündete: „Unsere Regierung hat die obere Vjosa zum Nationalpark erklärt. Unser Umweltministerium erteilt keine Bewilligungen für Wasserkraftprojekte an der unteren Vjosa, die ebenfalls in den Nationalpark integriert wird!“ Und jetzt? Die Verantwortlichen diskutieren gerade über eine Art Nationalpark-Attrappe, die dem Fluss keinerlei Schutz bieten und dem Bau von Wasserkraftwerken Tür und Tor öffnen würde. Darunter auch dem Projekt Kalivaç mit seiner etwa 50 Meter hohen Staumauer. 

Am 25. April wird in Albanien ein neues Parlament gewählt und die Vjosa ist ein Politikum. Das ist eine einmalige Gelegenheit, das Ruder herumzureißen!Der überwiegende Teil der albanischen Bevölkerung wünscht sich einen Vjosa-Nationalpark. Wir müssen mit unseren Partnerorganisationen dafür sorgen, dass die Vjosa zum Wahlkampfthema wird. Und dabei brauchen wir Ihre Hilfe! Die Wählerinnen und Wähler sollen wissen, welche Parteien, welche führenden Politiker den Vjosa-Nationalpark unterstützen.
Mit politischem Willen und internationalem Rückhalt könnte Europas erster Wildfluss-Nationalpark schon im Jahr 2023 eingeweiht werden. Er würde nicht nur die Vjosa schützen, sondern auch eine riesige Chance für eine ökologisch verträgliche Regionalentwicklung bieten. Mit Ihrer Spende entscheiden Sie mit, wie die Geschichte weitergeht.

Hier kann zur Unterstützung gespendet werden!

Es gibt einen sehr informativen sechsminütigen Kurzfilm, den Patagonia am 03. März 2021 veröffentlich hat; am Rändelrad „Einstellungen“ kann man die deutsche Untertitelung wählen:

Auch bei Riverwatch / Balkanrivers können weitere Informationen zur Kampagne für einen Vjosa-Nationalpark in Albanien aufgerufen werden.

Und: Auch für Riverwatch kann gespendet werden!

Ich bitte die Besucher meiner Homepage um großzügige Unterstützung und die breite Weiterverbreitung des großen Anliegens!

Weitere Hintergründe und Fakten zur (weltweit!) naturschädigenden Wasserkraft finden Sie unter „Naturschutz und Wasserkraft“ auf dieser Homepage.


Eine Schlussbemerkung: Der Schutz der Vjosa und überhaupt der Verzicht auf weitere naturschädigende Eingriffe für Wasserkraft muss im Sinne umfassenden und ganzheitlichen Naturschutzes vertreten werden. Nicht in diesem Sinne wäre, wenn quasi als „Ersatz“ für Wasserkraft dem Hype um „Erneuerbare Energie“ entsprechend die albanischen Berge oder überhaupt die Gebirge des Balkans mit Windkraft industrialisiert würden. Wenn nämlich – wie in Deutschland und anderen Teilen Europas und der Erde – die Invasion der Windkraft auf Kosten letzter naturnaher Landschaft vorangetrieben wird, ist der Natur ebenso wie im Falle der Wasserkraft geschadet. Die reliefbetonten Gebiete des Balkans, die legendären Schluchten und Gebirgsmassive beherbergen wertvolle Habitate für schutzwürdige Fels- und Waldhabitate, Großvögel und Säugetiere.